Neue Spielformen im Kinderfußball

Leuchtende Kinderaugen, Spaß am Fußball, persönliche Erfolgserlebnisse, dazu die Verbesserung der individuellen spielerischen Fähigkeiten - all das sind die Ziele, die mit den neuen Spielformen in den Altersklassen von der U 6 bis zur U 11 verfolgt werden. Das Konzept stellt zudem eine weitere gemeinsame Maßnahme dar, das Ausbildungs- und Talentfördersystem in Deutschland weiterzuentwickeln.

Im Kern sehen die Spielformen kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vor. So wird in der G-Jugend im Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei auf vier Minitore gespielt.

In der F-Jugend wird ebenfalls das Drei-gegen-Drei empfohlen, ehe in der E-Jugend fest zum Fünf-gegen-Fünf und Sieben-gegen-Sieben mit Kleinfeldtoren und Torhütern übergegangen wird.

Um den Leistungsdruck zu minimieren und die sportliche Entwicklung der Kinder stärker in den Vordergrund zu rücken, wird beim neuen Modell in den betreffenden Altersklassen keine Meisterschaftsrunde ausgetragen. Stattdessen sind Turniere mit mehreren Mannschaften und Spielfeldern vorgesehen. Die bisher gemachten Erfahrungen mit den im Test befindlichen Veränderungen sind sehr positiv.

FAQ

  • Was hat es mit den neuen Spielformen auf sich?

    Was hat es mit den neuen Spielformen auf sich?

    Das Spielen mit dem Ball am Fuß und das Erzielen von Toren sind die zentralen Gründe, warum so viele Kinder und Jugendliche Freude am Fußball haben. Die neuen Spielformen sollen allen Kindern auf dem Platz so häufig wie möglich die Chance geben, den Ball selbst am Fuß zu haben, eigene Aktionen zu haben, Tore zu erzielen und damit persönliche Erfolgserlebnisse zu haben. Deshalb soll auf kleinere Teams, viel Abwechslung und zum Teil vier Tore gesetzt werden. Dies soll nicht nur die individuelle sportliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen fördern, sondern nach dem Amateurfußball-Kongress 2019 auch den gesamten Fußball und seine Vereine an der Basis stärken. Die veränderten Spielformen beziehen sich auf die Altersklassen G-, F- und E-Jugend.

  • Was besagen die neuen Spielformen genau?

    Was besagen die neuen Spielformen genau?

    Die Ausgestaltung der Spielformen für die G-, F- und E-Jugend finden Sie hier.

  • Was sind die Gründe für die neuen Ansätze?

    Was sind die Gründe für die neuen Ansätze?

    Durch die neue Ausgestaltung wird der Fußball in den betreffenden Altersklassen kindgerechter. Denn: Je größer die Gruppen, desto weniger Ballkontakte haben die einzelnen Spieler und Spielerinnen. Gerade leistungsschwächere oder auch körperlich unterlegene Kinder gehen zum Teil unter und verlieren dadurch den Spaß am Spiel und die Chance auf Weiterentwicklung. Die neuen Spielformen sollen den Kindern bessere Möglichkeiten bieten, Fußball so zu spielen, dass sie häufig am Ball sind und dabei Spaß haben. Aktuell wird im Kinderfußball häufig zu früh Wert auf Taktik gelegt, worunter die Ausbildung der fußballerischen Grundlagen leidet. Dies haben viele Untersuchungen gezeigt. Die veränderten Spielformen sollen diesem Problem entgegenwirken.

    Die neuen Spielformen verringern den Einfluss der Trainer*innen und Eltern auf das Wettkampfgeschehen und fördern damit die Selbstständigkeit der Spieler*innen. Die Kinder lernen, verstärkt eigene Lösungen zu finden. Der neue Modus bringt mit sich, dass mehr Spiele verloren und gewonnen werden, sodass Kinder auch den Umgang damit noch besser erlernen.

    Das Konzept stellt zudem eine weitere gemeinsame Maßnahme dar, das Ausbildungs- und Talentfördersystem in Deutschland weiterzuentwickeln.

  • Was sind die größten Vorteile?

    Was sind die größten Vorteile?

    Jedes Kind spielt mit und hat Aktionen am Ball. Die Kinder spielen ein Spiel, dass ihren Fähigkeiten und Interessen gerecht wird. Und: Die Kinder erlernen noch besser grundsätzliche Werte des Fußballs – nämlich: Fair Play, Freude am Spiel sowie Umgang mit Siegen und Niederlagen.

  • Was soll der Modus bewirken, nach dem Gewinnerteams um ein Spielfeld aufsteigen und Verlierer ein Feld absteigen?

    Was soll der Modus bewirken, nach dem Gewinnerteams um ein Spielfeld aufsteigen und Verlierer ein Feld absteigen?

    Es werden ausgeglichenere Spiele mit wenigen extremen Ergebnissen ermöglicht, es ergibt sich ein ausgewogeneres Leistungsniveau und daraus resultierend weniger Frust für die Kinder. Gleichzeitig bietet der Modus einen zusätzlichen Anreiz, immer wieder "aufsteigen" zu können.

  • Was passiert mit den bisherigen Spielformen in G- bis E-Jugend? Werden diese zur neuen Saison abgeschafft oder sind die Neuerungen erst mal nur eine Alternative?

    Was passiert mit den bisherigen Spielformen in G- bis E-Jugend? Werden diese zur neuen Saison abgeschafft oder sind die Neuerungen erst mal nur eine Alternative?

    Aktuell handelt es sich noch immer um ein Pilotprojekt, das nun in die nächste, erweiterte Phase geht. Landesverbände, welche die neue Form des Kinderfußballs anbieten wollen, können dies tun. Nach aktuellem Stand werden sich in der Saison 2020/2021 alle 21 Landesverbände in unterschiedlichem Umfang beteiligen. Der DFB empfiehlt im Kinderbereich immer die aus fachlicher Sicht beste Spielform. In der laufenden Pilotphase sollen Verantwortliche und Eltern überzeugt und außerdem weitere Erfahrungswerte gesammelt werden. Es ist natürlich eine Umstellung, die auch organisatorisch bewältigt werden muss. Am Ende werden die Kinder durch ihre Begeisterung über das weitere Vorgehen entscheiden.

  • Was ist mit Ergebnissen und Tabellen, was ist mit Schiedsrichter*innen?

    Was ist mit Ergebnissen und Tabellen, was ist mit Schiedsrichter*innen?

    Ergebnisse werden nicht festgehalten, aber jedes einzelne Spiel wird gewertet und Mannschaften steigen während des Turniers in das nächste Feld auf oder ab. Insofern gibt es durchaus Sieger*innen und Verlierer*innen – eine Erfahrung, die auch für Kinder nicht unwichtig ist. Aufgrund der Vielzahl an Spielen sind die einzelnen Ergebnisse in den neuen Spielformen allerdings auch schneller wieder vergessen. Tabellen und Schiedsrichter*innen gibt es nicht. 

    Die Trainer*innen und Betreuer*innen fungieren als gemeinsame Spielleiter*innen und greifen nur bei Bedarf ins Geschehen ein. Die Entscheidungen während der Spiele sollen von den Kindern weitestgehend selbst getroffen werden - so, wie es seit einigen Jahren ohnehin schon in der G- und F-Jugend praktiziert wird (Fair Play-Liga) und wie es jahrzehntelang auf den Bolzplätzen gängig war, auf denen viele tolle Fußballer*innen groß wurden. Ebenso wie in der Fair Play-Liga gilt: Eltern, die nicht als offizielle Betreuer*innen fungieren, können ihre Kinder unterstützen, haben jedoch einen Mindestabstand zu den Spielfeldern einzuhalten.

  • Werden schwächere Spieler*innen nicht demotiviert, weil Leistungsunterschiede noch deutlicher zutage treten?

    Werden schwächere Spieler*innen nicht demotiviert, weil Leistungsunterschiede noch deutlicher zutage treten?

    Im Gegenteil: Bei den bisherigen Spielformen in den unteren Altersklassen (Sieben-gegen-Sieben) ist es viel eher der Fall, dass die langsameren und weniger talentierten Spieler*innen kaum an den Ball kommen und häufig auf Positionen spielen, die sie vom eigentlichen Spielgeschehen fernhalten. Mit dem neuen Modus werden alle Kinder eng einbezogen und erhalten in ihrem Team Ballaktionen und -kontakte. Durch das Auf- und Absteigen in den Spielfeldern anhand der Spielergebnisse während der Turniere ist außerdem gewährleistet, dass verstärkt Teams aufeinandertreffen, die ein ähnliches Leistungsniveau haben.

  • Inwieweit ist es problematisch für die Torhüterausbildung, wenn in den ersten Jahren ohne Torwart gespielt wird? Wann muss Torhüterausbildung zielgerichtet beginnen?

    Inwieweit ist es problematisch für die Torhüterausbildung, wenn in den ersten Jahren ohne Torwart gespielt wird? Wann muss Torhüterausbildung zielgerichtet beginnen?

    Zwingend ohne Torhüter wird bei den neuen Spielformen lediglich in der G-Jugend (Alter: 4 bis 6 Jahre) agiert. Im Kindesalter stehen vielfältige Bewegungserfahrungen sowie Spaß und Freude am Fußball im Mittelpunkt. Positionsspezifische Aspekte, auch im Torwartspiel, spielen für den Ausbildungsgedanken noch keine Rolle. Natürlich sollen auch Torschussspiele im Training stattfinden, in denen sich jeder im Tor ausprobieren kann. Prinzipiell könnte ab der F-Jugend auch eine Regel gelten, wonach ein*e Spieler*in die beiden Mini-Tore mit der Hand verteidigen kann. Ab der F-Jugend ist alternativ auch ein Fünf-gegen-Fünf auf Kleinfeldtore (also mit Torwart) möglich.

  • Welche Herausforderungen stellen sich organisatorisch für die Vereine?

    Welche Herausforderungen stellen sich organisatorisch für die Vereine?

    Vereine benötigen Tore und im Idealfall einige Betreuer*innen. Dafür können beim Spielenachmittag Eltern einbezogen werden. Gerade in der F- und G-Jugend sind diese häufig noch mit auf dem Sportplatz. Mini-Tore können bei Bedarf durch Hütchen und Stangen ersetzt werden. Schöner sind sicherlich Mini-Tore mit Netzen, in denen der Ball "zappelt". Die Verbände arbeiten zusammen daran, die Vereine bei der ersten Durchführung von Wettbewerben in der Organisation, aber auch bei der Anschaffung von Toren unterstützen zu können. Auch hier gilt es, in der Pilotphase gemeinsam Erfahrungswerte zu sammeln, aus denen weitere Maßnahmen und Ergänzungen abgeleitet werden können. Der DFB weiß um die Hürden in diesem Projekt. Gleichzeitig muss ein Verein ggf. überlegen, ob er 100 Euro für eine*n Spieler*in der ersten Herren-/Frauenmannschaft investiert oder lieber in kleine Tore, die der gesamte Verein nutzen kann.

  • Wie werden die neuen Spielformen im DFBnet abgebildet?

    Wie werden die neuen Spielformen im DFBnet abgebildet?

    Ab sofort ist die DFB-App "Teampunkt" um das Modul "Kinderfußball" erweitert. Dort haben die Vereine die Möglichkeit im Umkreis nach Festivals zu suchen und sich anzumelden oder selbst Festivals zu organisieren. 

    Die Anwendung ist ans DFBnet gekoppelt. Von der Platzbuchung über die Infos zur geplanten Spieldauer und Altersklasse sowie der Anzahl angemeldeter Teams bis hin zu einer Übersicht zu vorhandenem und benötigtem Material haben Ausrichter und Teilnehmer alle relevanten Angaben. So erhalten alle Beteiligten einen schnellen und umfassenden Überblick über Ihre Festivals. 

  • Welche Auswirkungen hat die anhaltende Covid-19 Pandemie auf den Kinderfußball?

    Welche Auswirkungen hat die anhaltende Covid-19 Pandemie auf den Kinderfußball?

    Alle Veranstaltungen müssen unter Beachtung der jeweils aktuellen, behördlichen Verfügungslage geplant und durchgeführt werden. Darüber hinaus sollten sich die Ausrichter*innen und Teilnehmer*innen an die fußballspezifischen Leitfäden halten, um einen möglichst sicheren Umgang zu gewähren. Die unterstützenden FAQs zum Thema "zurück ins Spiel" finden Sie hier.

  • Alle FAQs hier zum Download

Quelle: DFB


Pressestimmen


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