Marko-Tillmann-Plakette

In Gedenken an Marko Tillmann hat der FVM die Marko-Tillmann-Plakette als Ehrenamtspreis für engagierte Nachwuchskräfte nach ihm benannt. Marko Tillmann, 2013 mit 39 Jahren zum bis dahin jüngsten Vorsitzenden der FVM-Geschichte gewählt, verstarb am 5. Juli 2014 plötzlich und völlig unerwartet bei einem Verkehrsunfall. "Ein Schwerpunkt der Arbeit von Marko war die Förderung der Jugend und des jungen Ehrenamts. Er selbst hat sich in frühen Jahren auf verschiedenen Ebenen des Fußballs mit Leidenschaft engagiert", erklärt Ehrenmitglied und ehemaliger VJA-Vorsitzende Klaus Degenhardt die Entscheidung, warum dieser Preis seitdem den Namen von Marko Tillmann trägt.

"Marko hat mit seiner Offenheit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und seiner positiven Ausstrahlung Werte verkörpert, die wir auch unseren Nachwuchskräften mit auf den Weg geben möchten!"

Die Auszeichnung erfolgt jährlich und umfasst eine Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements. Neben der Auszeichnung erhält der Preisträger bzw. die Preisträgerin eine Kostenübernahme eines Fortbildungslehrgangs zur qualitativen Weiterentwicklung im Ehrenamt.

Euer AK Junges Ehrenamt

 


FAQ


Die bisherigen Preisträger

  • 2019 - Simon Karthaus

    2019 - Simon Karthaus

    „Es funktioniert nur mit gegenseitiger Unterstützung“

    Der FVM zeichnet Simon Karthaus mit der Marko-Tillmann-Plakette für das Jahr 2019 aus. Seine Geschichte handelt von besonderer Verbundenheit und großer Solidarität. EINSZUEINS-Redakteur Christian Marxen stellt den Preisträger vor.

    Simon Karthaus ist nicht nur ein begeisterter Amateurfußballer. Seit 1997 ist er Vereinsmitglied des TSV Ründeroth, geboren wurde er im Jahre 1995. Wenn er also im nächsten Jahr seine 25-jährige Mitgliedschaft beim TSV feiert, wird Simon gerade 26 Jahre alt sein. Ein Leben ohne seinen Verein kennt er nicht. Heute ist Simon nicht nur Spielertrainer, sondern auch ehrenamtlich als Geschäftsführer in Ründeroth engagiert, übernimmt nebenbei eine Vielzahl weiterer Aufgaben und ist aus dem Verein nicht mehr wegzudenken. Durch seine außerordentlichen Verdienste als junger Ehrenamtler steht er in besonderer Weise für die Ideale, die Marko Tillmann so sehr am Herzen lagen. Der frühere Vorsitzende des Verbandsjugendausschusses wollte bei jungen Menschen die Begeisterung für das Ehrenamt im Verein, Fußballkreis oder Verband wecken und diesen Taten breitere Anerkennung verschaffen. Daher vergibt der FVM – in Gedenken an das 2014 viel zu früh verstorbene FVM Präsidiumsmitglied – jährlich den FVM-Ehrenamtspreis für Nachwuchskräfte. Für das Jahr 2019 geht die Marko-Tillmann-Plakette inklusive eines Qualifizierungsgutscheins für einen Lehrgang seiner Wahl an Simon Karthaus vom TSV Ründeroth.


    Simon verbrachte seine gesamte Laufbahn als Spieler beim TSV Ründeroth: „Das lag vor allem an der Heimatverbundenheit. Außerdem hatte ich immer viele Mitspieler, die gleichzeitig auch meine Freunde waren. Gerade bei Jugendspielern entsteht eine große Bindung zum Verein.“ Seit 2015 ist er Mitglied im Vorstand des TSV. Damals wurde er zum stellvertretenden Geschäftsführer auserkoren: „Für mich war es eine große Ehre, dass mich der Vorstand angesprochen hat. Und der ausschlaggebende Punkt war mein Pflichtbewusstsein. Ich war schon immer beim TSV und wollte dem Verein deshalb gerne helfen wo ich kann und selbst mit anpacken“, betont Simon.


    Gemeinsam mit einem Vereinskollegen übernahm er 2017 den Geschäftsführerposten. In Zusammenarbeit realisierte das Erfolgsduo seitdem über Fördermittel den Bau eines Käfigs für das Kleinspielfeld, die Finanzierung eines neuen Geräteschuppens, sowie die Finanzierung eines neuen Heizsystems für das Sporthaus. Angesprochen auf seine größten Errungenschaften in seiner Funktion beim TSV macht Simon jedoch klar: „Für mich ist viel wichtiger, dass jeder weiß, dass er bei Fragen oder Problemen auf mich zukommen kann. Fast jeder im Verein kennt mich. Dass ich mir diesen Ruf erarbeitet habe, durch ständige Präsenz und Hilfsbereitschaft, würde ich als meinen größten Erfolg bezeichnen.“


    An einem Heimspielsonntag des TSV Ründeroth verbringt Simon im Durchschnitt neun Stunden auf dem Fußballplatz. „Jeder Verein funktioniert nur mit gegenseitiger Unterstützung“, sagt Simon und unterstreicht damit sein Verständnis für Solidarität.


    Als Geschäftsführer und Vorstandsmitglied übernimmt Simon außerdem die Kommunikation mit dem Verband und der Gemeinde, kümmert sich um die Ausstattung der Fußballabteilung und mit seinem Partner um das Sponsoring. Bei diesen vielfältigen Anforderungen stellt sich die Frage, wie man einen jungen Menschen an eine solche Position heranführt. „Ich durfte probeweise mal zu einer Vorstandssitzung mitkommen, bevor ich gewählt wurde. Am Anfang habe ich bei vielen eher kleinen Projekten mitgeholfen. Dadurch konnte ich in meinen ersten Monaten im Vorstand vor allem beobachten und lernen. Mit der Zeit habe ich immer mehr Aufgaben eigenständig übernommen“, so Simon.


    Nebenbei ist Simon aktuell noch Spielertrainer der dritten Mannschaft des TSV. Den Trainer-Job begann Simon 2016 als Jugendtrainer im Verein und hatte von Anfang an viel Spaß daran, jungen Fußballern etwas mitzugeben. „Wenn die Spieler nach Jahren in die Senioren kommen und man merkt, dass man ihnen etwas beibringen konnte – egal, ob in sportlicher Hinsicht oder in anderen Bereichen wie Sozialverhalten – ist das ein sehr schönes Gefühl“, unterstreicht er.


    Der Geschäftsführer aus Ründeroth hat Freude an der Vereinsarbeit und erklärt: „mit macht vor allem Spaß, aus vielen verschiedenen Meinungen eine Vorwärtsbewegung für den Verein zu bilden. Ich könnte den ganzen Tag mit Kollegen vom TSV über Herausforderungen, Chancen und Zukunftsvisionen diskutieren.“ Außerdem weiß Simon um die Bedeutung des Amateurfußballs für die Gesellschaft und macht klar: „Man muss sich erst bewusst werden, was man den Menschen und speziell Jugendlichen gibt, wenn man ihnen die Möglichkeit bietet, Fußball zu spielen. Das ist in meinen Augen eine bedeutsame Verantwortung.“


    Simons Wünsche für die Zukunft unterstreichen die Beziehung zu seinem Verein nochmal besonders deutlich: „Ich hoffe, auch nach meinem Studium noch einen Weg zu finden, meinen Aufgaben beim TSV nachzukommen. Ohne den Verein kann ich sowieso nicht.“ Für seinen TSV hat er vor allem einen Wunsch: „Dass wir es schaffen, weiter zu bestehen. Hoffentlich helfen uns dabei auch zukünftig immer wieder junge Leute, die zum Beispiel im Vorstand oder als Jugendtrainer dazustoßen und sich ehrenamtlich engagieren wollen. Nur so können wir uns weiterentwickeln. Je mehr junge Ehrenamtler ein Verein aus der eigenen Jugend findet, desto mehr Möglichkeiten bieten sich.“


    Laut Simon stellt gerade junges Ehrenamt die Basis für Amateurvereine dar: „Für mich ist es die Grundvoraussetzung für Amateurvereine. Der TSV würde ohne seine jungen Ehrenamtler nicht mehr existieren. Und für alle Amateurvereine gibt es aus finanziellen Gründen keine Alternative zum Ehrenamt.“


    Was ihm die Auszeichnung bedeutet? „Sehr viel. Und sie ist eine tolle Motivation für alle jungen Ehrenamtler. Wertschätzung ist gerade in jungem Alter extrem wichtig für das Ehrenamt. Mir ist es ein Ansporn für die Zukunft“, freut sich Simon. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Auszeichnung nur in sehr kleinem Rahmen und kontaktlos stattfinden. „Ich habe mich sehr gefreut, Simon persönlich kennenzulernen. Er leistet tolle Arbeit für seinen Verein. Genau solche engagierten jungen Ehrenamtler braucht es, um den Fußball nachhaltig zu gestalten“ so Mark Degenhardt, Vorsitzender des Arbeitskreises junges Ehrenamt und Präsidiumsmitglied.


    Und für junge Gleichgesinnte hat Simon auch noch eine Botschaft: „Ich konnte gerade aus den Geschichten der ausgezeichneten Personen aus den Vorjahren immer wieder neue Motivation ziehen. Ich hoffe, dass auch die Geschichte von meinem Engagement beim TSV Ründeroth andere junge Menschen motiviert, sich weiterhin in ihrem Verein stark zu machen oder damit zu beginnen.“


    Macht es wie Simon und engagiert euch im Ehrenamt!
    Wer sich ehrenamtlich in den Fußballvereinen engagiert, hat nicht nur die Chance auf die Marko-Tillmann-Plakette verdient, sondern auch auf viel Dank und Anerkennung, denn ohne die vielen Ehrenamtler*innen wäre der Fußball im FVM nicht möglich.

  • 2018 - Kai Recht

    2018 - Kai Recht

    Engagement? „Nur FIFA spielen reicht nicht!“

    In Gedenken an den früheren Vorsitzenden des Verbandsjugendausschusses zeichnet der FVM junge Ehrenamtler, die sich in besonderer Weise im Fußball engagieren, mit der Marko-Tillmann-Plakette aus. David Rech stellt den Sieger des Jahres 2018 vor: Kai Recht vom KSV Heimersdorf.

    Sonntag, 11 Uhr, Ascheplatz in Heimersdorf. In vier Stunden bestreiten die Senioren des ortsansässigen KSV hier ihr Kreisligaspiel. Die Anlage ist wie leergefegt, nur ein in die Jahre gekommener silberner Kombi zieht auf dem Platz einsam seine Runden. Hinter sich her schleppt er ein Netz, das den Platz von Laub befreit. Am Steuer sitzt ein junger Mann. Schwarze Haare, gestutzter dunkler Bart. Er trägt einen Trainingsanzug mit roter Jacke und schwarzer Hose. Auf der linken Brust prangt das Emblem des KSV Heimersdorf, auf der anderen Seite sind die Initialen des 20-Jährigen zu lesen: KR, die Abkürzung für Kai Recht. Nachdem der Platz gesäubert ist, parkt Kai das Auto und schlendert zu einem Wellblechverschlag und holt einen roten Markierwagen hervor. Er beginnt, die Linien auf dem Ascheplatz nachzuziehen. „An Spieltagen bin ich als Platzwart bis zu vier Stunden vor Anpfiff da, um alles herzurichten. Wenn mir unter der Woche spontan gemeldet wird, dass etwas erledigt werden muss, bin ich immer sofort am Platz“, berichtet Kai.

    Er wirft einen letzten Blick auf sein Werk, verstaut die Geräte und begibt sich in das Vereinsheim. Sein Blick fällt auf die Stirnseite des Raumes, wo gerahmte Fotos hängen. Seine Augen wandern zu einem Mannschaftsfoto. Dort steht er selbst zwischen seinen Mitspielern. Es handelt sich um ein Bild aus der letzten Saison – Kais erstem Jahr bei den Senioren – die für den Verein mit einer Niederlage im Aufstiegsspiel und für Kai mit einem persönlichen Tiefpunkt endete. Der gelernte Verteidiger erlitt eine schwere Knieverletzung, musste lange pausieren. „Ich konnte kein Fußball spielen, aber die Verletzung war auch ein Knackpunkt. Ich wollte nicht mit dem Fußball aufhören, sondern mich weiter engagieren. Nur zuhause FIFA spielen reicht nicht. Ich war schon Co-Trainer der U19 und hatte daran viel Spaß, was ein kleiner Anreiz war, noch mehr zu tun.“ 

    Kai studiert die Bilderwand. Hier soll zwischen den Erinnerungsstücken des Vereins auch die Urkunde Platz finden, die Kai gemeinsam mit der Marko-Tillmann-Plakette vom Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) für sein Engagement verliehen bekommen hat. Übergeben hat ihm die Auszeichnung Dominik Jolk, der zu dem Zeitpunkt Vertreter der jungen Generation im FVM-Präsidium war. „Bei Kai haben uns das junge Alter und seine Vielzahl an Tätigkeiten überzeugt. Kai verkörpert soziales Engagement“, begründet Jolk die Entscheidung. Dass Kai überhaupt für die Auszeichnung vorgeschlagen wurde, hat er dem KSV-Vorsitzenden Andreas Kredelbach zu verdanken. „Ich habe mich gefragt: Was kann ich unseren Ehrenamtlern Gutes tun? Sie sind immer schuld, wenn etwas nicht läuft, aber werden zu selten genannt, wenn etwas gut klappt. Mit 20 Jahren so viel Engagement zu zeigen ist beachtlich und ich dachte, er hat eine Ehrung verdient“, verrät Kredelbach.

    Inzwischen sind es noch 90 Minuten bis zum Anpfiff und Kai verabschiedet sich in die Kabine, um sein Team vorzubereiten. Er ist nämlich nicht nur Platzwart und Trainer der U19, sondern coacht auch die Bambinis und ist Spielertrainer bei den Senioren. „Das ist eine Herkulesaufgabe. Wenn du selbst auf dem Platz stehst kannst du kaum auf jede einzelne Person und Position achten und dabei noch auf die eigene Leistung schauen. Aber es ist eine coole Erfahrung und die Jungs und ich sind zufrieden mit der Zusammenarbeit“, berichtet Kai. Um seine Kompetenzen auszubauen, will Kai den Qualifizierungsgutschein, den er zusätzlich zur Marko-Tillmann-Plakette erhalten hat, für seine Trainerausbildung nutzen. „Mein Ziel ist es, irgendwann höherklassig und nicht mehr im Amateurbereich zu trainieren“, erzählt Kai.

    Mittlerweile füllt sich die Anlage. Zuschauer kommen Kai entgegen, begrüßen ihn und machen Späße, es gibt Handschläge und Umarmungen. „Kai kommt bei allen im Verein super an. Er ist sehr zuverlässig, freundlich und offen“, sagt Kredelbach. Dann wird gespielt.

    Nach Abpfiff räumt Kai den Müll weg, den die Zuschauer hinterlassen haben. „Was mich antreibt ist das sehr gute Feedback, das ich von allen Seiten bekomme und der Spaß, den ich hier habe. Wir sind wie eine kleine Familie zusammengewachsen. Ich hänge sehr an diesem Verein und die Wertschätzung, die ich erfahre, ist enorm“, erklärt er erschöpft, aber glücklich. Schließlich schaut Kai, dass alle Türen abgeschlossen sind. „Ich hoffe, dass ich später jemanden finde, der die Aufgaben mit genauso viel Herzblut weiterführt, wie ich es tue“, sagt er und verlässt um 19 Uhr wie schon nach dem gestrigen Spiel seiner Bambinis als Letzter den Sportplatz.

  • 2017 – Tarah Nickele

    2017 – Tarah Nickele

     Manchmal braucht es für den perfekten Moment ein wenig Glück. Just als Rudi Rheinstädtler, Vorsitzender des Verbandsjugendausschusses, mit der Verleihung der Marko-Tillmann-Plakette an Tarah Nickele begann, tauchten vor der Bühne auf den Stadionvorwiesen in Köln die Mitspielerinnen der 22-Jährigen vom TuS Jüngersdorf-Stütgerloch auf. "Das war purer Zufall, aber besseres Timing kann es natürlich nicht geben", erinnert sich Nickele. Applaus und Jubel brandeten auf und machten den besonderen Moment zu einem unvergesslichen.

    Der weitere Rahmen stimmte ohnehin. Bewusst hatte sich die Jury um den Vorsitzenden des Arbeitskreises "Junges Ehrenamt", Dominik Jolk, entschieden, die Preisträgerin im Rahmen des DFB-Pokalfinals der Frauen in Köln zu ehren. "Tarah Nickele kommt aus dem Mädchenfußball und hat dort viele Impulse setzen können. Daher ist der Pokalfinaltag für die Ehrung ideal", sagt Jolk.

    Mit großer Einigkeit hatten sich Jolk und seine Mitstreiter aus dem Arbeitskreis für Nickele entschieden. "Uns hat insbesondere die Vielfalt ihrer Leistungen beeindruckt", sagt er. In der Tat ist das Spektrum der Preisträgerin äußerst breit: Nickele ist Mitglied des Jugendsportgerichts des Fußballkreises Düren, sie ist Schiedsrichterin – und beteiligt sich an vielfältigen Projekten sowie Fußball-Aktionen und -Freizeiten mit Kindern und Jugendlichen. Damit steht sie in besonderer Weise für die Ideale, die Marko Tillmann so sehr am Herzen lagen. Der einstige Vorsitzende des Verbandsjugendausschusses, der 2014 bei einem Unfall verstarb, wollte bei jungen Menschen immer die Begeisterung für das Ehrenamt im Verein, Fußballkreis, Verband wecken und diesen Taten breite Anerkennung verschaffen. Daher hat der FVM den Ehrenamtspreis für Nachwuchskräfte nach ihm benannt.

    Tarah Nickele hat nach Yannik Kaysers, Joschua Espeter und Denise Braun als vierte Person die Plakette samt Urkunde und Qualifizierungsgutschein erhalten, den sie für eine Ausbildung ihrer Wahl im FVM einsetzen kann. "Ich finde diese Auszeichnung auf jeden Fall richtig cool", sagt sie. Der Ursprung ihres Engagements liegt einige Jahre zurück. Während ihres FSJ 2014 beim Fußballkreis Düren lernte sie die Arbeit der vielen Ehrenamtler im Fußballkreis und in den Vereinen aus einer neuen Perspektive kennen. Und es wuchs ein besonderes Bewusstsein: "Mir ist klar geworden, dass ich in meiner Jugend stets davon profitiert habe, dass andere ihre Freizeit opfern und sich kümmern. Ich fand, es war der richtige Zeitpunkt gekommen, um etwas zurückzugeben", sagt sie.

    Es blieb nicht bei bloßen Gedankenspielen. Nickele, die schon mit vier Jahren als Begleiterin ihres großen Bruders Felix beim SV Viktoria 08 Koslar ihre Liebe zum Fußball entdeckte und jahrelang als einziges Mädchen in den Nachwuchs-Mannschaften des SV Viktoria und später bei Jülich 10 spielte, scheut sich nicht, die Initiative zu ergreifen. "Ich fahre zu Kitas und starte eine Fußballstunde oder in die Grundschule und biete eine Ballschule-AG an", sagt die Sportstudentin. Die Arbeit mit den Kindern mache Spaß. Man merke, welch große Begeisterung für Bewegung geweckt werden könne.

    Die 22-Jährige, die auch für Teutonia Weiden und Alemannia Aachen spielte und nun beim TuS Jüngersdorf-Stütgerloch aushilft, ist mit ihrem Schaffen wichtiger Bestandteil der Kooperationen von Viktoria Koslar mit fünf Kitas, der Grundschule Jülich-West und dem Gymnasium Haus Overbach. "So gelingt es ihr beispielhaft, über die Vereine hinaus Kinder für den Fußball zu begeistern", betont Jolk. Für Wolfgang Speier, Kooperationsbeauftragter des SV Koslar, ist Nickele vor allem "eine perfekte Sparringspartnerin", wenn es darum geht, Ideen zu entwickeln.

    Ein herausragendes Ergebnis ist der regelmäßige Mädchentreff, bei dem junge Fußballerinnen zusammenkommen, ohne direkt in den Ligabetrieb mit Spielzeiten am Wochenende einsteigen zu müssen. Speier lobt Nickeles Ruhe und absolute Zuverlässigkeit. Auch deshalb hat er die Bewerbungsunterlagen für sie eingereicht. Auch Rudi Rheinstädtler ist beeindruckt: "Ohne Menschen wie Tarah Nickele ginge es nicht. Außerdem ist sie mit ihrem Engagement ein Vorbild für andere junge Menschen", sagt der Vorsitzende des Verbandsjugendausschusses. Kein Zweifel: Tarah Nickele hat die Marko-Tillmann-Plakette und ihren perfekten Moment auf der Bühne vor dem Kölner Stadion verdient.

    Text: Wolfram Kämpf

  • 2016 – Denise Braun

    2016 – Denise Braun

    Wer in Schulen mehrere Fußball-AGs alleinverantwortlich betreut, im Verein als Trainerin arbeitet, sich dort darüber hinaus für die Förderung des Mädchenfußballs einsetzt und das alles zusätzlich zur Ausbildung zur Erzieherin leistet, hat sich eine Auszeichnung mehr als verdient. Die junge Frau, die all diese Aufgaben meistert, heißt Denise Braun und wurde am 27. Mai mit der Marko-Tillmann-Plakette 2016 ausgezeichnet.

    Aufgrund des großen Engagements der 22-jährigen im Bereich des Mädchenfußballs, ehrte Rudi Rheinstädtler, Vorsitzender des Verbandsjugendausschusses, Denise Braun im Vorfeld des DFB-Pokalfinals der Frauen in Köln. Wir zeichnen noch einmal nach, mit welchen Tätigkeiten sie sich für diese Auszeichnung empfohlen hat:
    Aktuell ist Braun im Gremium zur Organisation der Jugendarbeit ihres Vereins, des SV Gremberg-Humboldt, aktiv. Hier verantwortet sie den Bereich des Mädchenfußballs. Ihre Zeit im Verein begann jedoch bereits im September 2012 als aktive Fußballerin. Schon bald darauf erfolgte der Anstoß zu ihrem Engagement abseits des Platzes. Beim Vereinsprojekt „Mädchen mittendrin“ für Mädchen mit Migrationshintergrund wurde sie Co-Trainerin, bevor sie zum Schuljahr 2014/15 begann, im Zuge desselben Projekts in eigener Verantwortung drei Schulfußball-AGs zu betreuen. Durch ihre Arbeit sowohl im schulischen als auch im Vereinsbereich hat sie bereits viele Mädchen dazu bewegen können, ihrer fußballerischen Leidenschaft im Verein noch intensiver nachzugehen.
    Brauns eigene Zukunft als Aktive ist nach zwei Kreuzbandrissen mehr als ungewiss. Von diesem Rückschlag lässt sie sich allerdings nicht aufhalten und sucht stattdessen immer nach neuen Aufgaben. So erwarb sie vor zwei Jahren die Trainer-C-Lizenz und übernahm daraufhin in der vergangenen Saison die Leitung der C-Juniorinnen des SV Gremberg-Humboldt.

    Klar ist, diese Frau richtet den Blick nur nach vorn. Das wird vom FVM gerne unterstützt: Über die Marko-Tillmann-Plakette hinaus hat Denise Braun nämlich nicht nur zwei Tickets für das DFB-Pokalfinale der Frauen erhalten, sondern auch einen Gutschein im Wert von 200 Euro für einen Fortbildungslehrgang in ihrem Ehrenamtsbereich.
    Und in einer weiteren Sache ist Denise Braun nun Vorreiterin: Im dritten Jahr dieses Preises ist sie die erste Frau, die sich über die Auszeichnung mit der Marko-Tillmann-Plakette freuen darf.

    Wir sagen: Danke für dieses vorbildliche Engagement und weiter so!

  • 2015 – Joschua Espeter

    2015 – Joschua Espeter

    Der 20-jährige Aachener hat mit seiner Mutter die Fußballabteilung im Verein „Tabalingo Sport und Kultur integrativ e.V.“ aufgebaut, ist seit 2011 Jugendtrainer und unterstützt bei Tabalingo integrative Fußballangebote für Menschen mit Handicap. So hat er in den letzten Jahren mit dem Tabalingo-Team 260 Menschen an den Sport herangeführt, 100 davon spielen in sieben Mannschaften Fußball. „Joschua überzeugt schon in jungen Jahren mit einer ausgeprägten persönlichen Reife“, begründete FVM-Präsidiumsmitglied Dominik Jolk die Auswahl.

  • 2014 – Yannik Kaysers

    2014 – Yannik Kaysers

    Yannik ist durch die Vielzahl an ehrenamtlichen Tätigkeiten aufgefallen, die er in seinem Heimatverein, im Fußballkreis Berg und im FVM ausübt. „Er begegnet diesen Aufgaben mit großer Leidenschaft und Verantwortung, daher ist er genau der Richtige für diesen Preis“, so FVM-Präsidiumsmitglied Jolk. Das Engagement des 22-Jährigen ist trotz seines jungen Alters bereits sehr beeindruckend. In seinem Verein SV Refrath/ Frankenforst war er Jugendtrainer und ist Betreuer der A-Junioren-Mannschaft, als FSJler hat er den Fußballkreis Berg bei der Jugendarbeit unterstützt und Mädchenfußball-AGs an Grundschulen geleitet.

    Auch nach seinem FSJ ist der Inhaber der Trainer-C- sowie der Vereinsjugendmanager- Lizenz dem Kreis treu geblieben und wurde 2013 Mitglied des Kreisjugendausschusses. Dass er engagiertes Mitglied im JuMi-Team sowie Teilnehmer des FVM-Bestenlehrgangs ist und auch verschiedenste Veranstaltungen immer wieder gern als Volunteer unterstützt, versteht sich da fast von selbst.

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