Ein Blick auf die Gebührenstruktur macht deutlich, warum Mülltrennung für Vereine ein Faktor sein kann. Restmüll ist die teuerste Entsorgungsform, während Verpackungsabfälle über die gelbe Tonne kostenlos entsorgt werden. Besonders in Städten wie Köln können für größere Restmülltonnen jährlich Kosten von über 1.000 Euro entstehen. Auch wenn Städte wie Aachen etwas günstigere Strukturen haben, bleibt die Grundlogik gleich: Wer konsequent trennt, kann das Restmüllvolumen reduzieren und dadurch Geld sparen.
Dass Mülltrennung im Vereinsalltag funktionieren kann, zeigen mehrere Klubs im FVM-Gebiet. Der SSV Walberberg, der TuS Germania Hersel, der Sportclub Villip und Blau-Weiß Oedekoven 1926 engagieren sich gemeinsam mit anderen Vereinen, Geschäften und Privatpersonen in einer Recyclingaktion: Sie sammeln Kronkorken, die aus Metall bestehen und weiterverwertet werden können. Der Erlös kommt dem Förderkreis krebskranker Kinder und Jugendlicher zugute. Diese Initiative verbindet Umweltbewusstsein mit sozialem Engagement und zeigt, wie nachhaltiges Handeln in den Vereinsalltag integriert werden kann.
Ein weiteres gelungenes Beispiel liefert der TuS Roland Bürrig mit seiner Pfandtonne. Unter dem Vordach des Jugendheims wurde eine zentrale Sammelstelle für Pfandflaschen und Dosen eingerichtet. Statt leere Flaschen auf dem Gelände liegen zu lassen, werden sie dort gesammelt und dem Recyclingkreislauf zugeführt. Der Erlös aus dem Pfand fließt in die Jugendarbeit. Dadurch können Trainingsmaterialien angeschafft, Turniere organisiert und die Ausstattung der Teams verbessert werden. Gleichzeitig trägt die Maßnahme zu einer saubereren Sportanlage.
Besonders umfassend setzt der BSV Roleber das Thema Nachhaltigkeit im Vereinsalltag um. Beim BSV Roleber wird nicht nur auf Mülltrennung geachtet, sondern bereits bei der Entstehung von Abfällen angesetzt. Am Kiosk kommen wiederverwendbare Pommes-Schalen aus Melamin zum Einsatz, und Getränke werden nur in Pfandflaschen ausgegeben. Auch die Abfallstruktur auf den Anlagen ist klar organisiert: Für Wertstoffe stehen eigene Tonnen zur Verfügung, ergänzt durch Behälter für Papier sowie eine Restmülltonne. Im Bereich der Platzpflege wird zusätzlich auf Nachhaltigkeit geachtet, etwa durch Komposthaufen für Grünschnitt.
Neu hinzugekommen ist beim BSV Roleber ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Stadt: Kürzlich wurden moderne Outdoor-Trennsysteme installiert, bestehend aus jeweils drei Tonnen à 90 Liter für Wertstoffe, Papier und Restmüll. Ziel ist es, die Mülltrennung dort zu ermöglichen, wo der Abfall entsteht – nämlich am Spielfeldrand und bei den Zuschauenden. „Wir wollen es den Besucher*innen so einfach wie möglich machen, richtig zu trennen“, erklärt Vorsitzende Beatriz Dirksen.
Auch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements setzen Vereine Zeichen. So organisiert Eintracht Warden regelmäßig Müllsammelaktionen im Ort. Nach Veranstaltungen wie Karnevalsumzügen werden Straßen von liegen gebliebenen Verpackungen, Kartons und Süßigkeitenresten befreit. Darüber hinaus engagieren sich die Mitglieder auch unabhängig von solchen Anlässen bei der Reinigung von Spielplätzen und öffentlichen Flächen. Diese Aktivitäten gehen weit über den eigenen Sportbetrieb hinaus und unterstreichen die wichtige Rolle von Fußballvereinen als gesellschaftliche Akteure vor Ort.
Neben den ökologischen und sozialen Effekten spielt auch die Außenwirkung eine wichtige Rolle. Eine gepflegte Sportanlage ist ein Aushängeschild für jeden Verein. Gerade im Jugendbereich übernehmen Vereine eine wichtige Vorbildfunktion, indem sie Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen vorleben.
