Lagebild des Amateurfußballs: FVM-Zahlen zu Gewalt und Diskriminierung auf niedrigem Niveau

Lagebild des Amateurfußballs: FVM-Zahlen zu Gewalt und Diskriminierung auf niedrigem Niveau

#gemeinsamfußball: So lautet das Motto des FVM auch für die neue Spielzeit am Mittelrhein. Amateurfußball bedeutet für viele Menschen in erster Linie Freude und Spaß am Spiel, aber vor allem auch Miteinander. Ein fairer und toleranter Umgang miteinander ist dabei von elementarer Bedeutung. Auch wenn sich alle Beteiligten einig sind, dass Gewalt und Diskriminierung keinen Platz haben dürfen, kommt es auf den Fußballplätzen zu Vorfällen. Und auch wenn die Probleme keine reinen des Fußballs sind, sondern ein gesamtgesellschaftliches, ist es trotzdem die Aufgabe des organisierten Sports, entschlossen und geschlossen dagegen vorzugehen.

Der Deutsche Fußball-Bund hat das 9. Lagebild des Amateurfußballs in Deutschland veröffentlicht. Seit der Saison 2014/15 lässt der DFB jährlich auf Grundlage des offiziellen Spielberichts ermitteln, wie es mit Blick auf Gewalt und Diskriminierung um die Lage des Amateurfußballs in Deutschland bestellt ist.  

„Das Lagebild hat sich zu einem wichtigen Indikator für die Stimmung auf den Plätzen entwickelt“, erklärt DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann. „Es ermöglicht einen Überblick jenseits der Einzelfälle und Sachlichkeit statt verständlicher Emotionen. Für eine wirksame Prävention braucht es als ersten Schritt eine solide Datenbasis. Über ein solches Monitoring verfügt der Fußball.“ 

Im FVM-Gebiet haben in der vergangenen Saison knapp 70.000 Spiele stattgefunden. Aus der Saisonauswertung geht hervor, dass es in diesem Zeitraum bei knapp 400 Spielen ein Störungs- oder Diskriminierungsfall erfasst wurde. Das entspricht einer Quote von 0,56%. In 62 Fällen hat dies in Spielen am Mittelrhein zu einem Spielabbruch geführt.

FVM-Vizepräsidentin Johanna Sandvoß: „Die Statistik zeigt, dass die Zahl der Vorfälle im FVM-Gebiet auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie in der Vorsaison liegt. Gleichwohl bewegt uns aber jeder einzelne Vorfall, denn hinter jedem Vorfall stehen auch Menschen, die unter dem Verhalten anderer Personen zu leiden haben“, erklärt Sandvoß, die im FVM für die Themen gesellschaftspolitische Fragen und Gewaltprävention verantwortlich ist, und ergänzt: „Die Verantwortung für ein gutes Miteinander tragen wir alle durch unser Verhalten und aktives Eingreifen. Leidenschaft und Emotionen sind erwünscht, Gewalt und Diskriminierung haben auf unseren Plätzen nichts zu suchen!“

 

Zur Auswertung

Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle werden im Spielbericht unter dem Begriff „Störung“ erfasst. Wenn Schiedsrichter*innen im offiziellen Spielbericht die Frage, ob es eine Meldung zu Gewalthandlungen und/oder Diskriminierungen gibt, mit ja beantwortet, wird dies als "Störung" aufgeführt. „Grundsätzlich kann die Statistik also nur abbilden, was im Spielbericht erfasst und wie eine Meldung abgegeben wurde. Eine Aussage zu Intensitäten und der gefühlten Wahrnehmung ist aber nicht möglich“, erklärt Sandvoß.

 

FVM-Präsident Christos Katzidis hatte in seiner Botschaft an die Vereine vor dem Saisonstart zudem deutlich gemacht: „Wir brauchen dringend eine andere Umgangskultur auf unseren Fußballplätzen. Ich wünsche mir für unseren Fußball am Mittelrhein, dass wir zum ‚Gentleman-Fußball‘ kommen. Ich möchte, dass der Fußball wieder zu einem Sport mit Vorbildcharakter wird und wir nicht immer wieder über Negativ-Fälle diskutieren müssen. Wir wollen, dass sich alle auf dem Platz wohl fühlen. Wir sind eine Fußballfamilie: Alle Spielerinnen und Spieler, alle Trainerinnen und Trainer, alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, alle Vereinsverantwortlichen. Das muss wieder mehr im Vordergrund stehen.“

 

Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt und Diskriminierung auf dem Fußballplatz

Den anstehenden Saisonstart hat der FVM zum Anlass genommen, um eine Reihe verschiedener Maßnahmen vorzustellen, die Gewalt und Diskriminierung auf dem Fußballplatz entgegenwirken sollen:
 

FVM-Standpunkt gegen Gewalt, Diskriminierung und Extremismus im Fußballsport
Der FVM positioniert sich klar gegen jede Form der Gewalt, möchte Gewalt und Diskriminierung entgegenwirken und über den Fußball aktiv dabei helfen, diese Themen zu diskutieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Zu diesem Zweck hat der FVM einen Standpunkt gegen Gewalt, Diskriminierung und Extremismus inklusive Maßnahmen der Prävention und Intervention formuliert.

Zum FVM-Standpunkt gelangen Sie hier.
 

FVM-Plakat zum Umgang mit Diskriminierung

Betroffenen von Diskriminierung soll das Plakat in der Situation selbst oder auch im Nachgang an einen Vorfall Unterstützung bieten und sie stärken. Darüber hinaus werden möglichst niedrigschwellige sowie wirksame Handlungsempfehlungen mit an die Hand gegeben.

Zum FVM-Plakat geht es hier.
 

Fair Play-Meldung im FVM

Dem FVM ist es wichtig, Menschen vorzustellen, die Fair Play durch faires Verhalten und Respekt vor dem Gegner auch auf dem Fußballplatz leben. Diese Personen gilt es regelmäßig auszuzeichnen und so sichtbar zu machen.

Zu den Fair Play-Meldungen gelangen Sie hier.
 

„Psychologische Erstbetreuung“ für Schiedsrichter*innen im FVM

Für den Fall, dass Schiedsrichter*innen von Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen betroffen sind, steht den Schiris in jedem der neun FVM-Kreise ein*e Betreuungsperson zur Verfügung.

Weitere Informationen zur „Psychologische Erstbetreuung“ für Schiedsrichter*innen erhalten Sie hier.


Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierung- und Extremismusvorfälle des WDFV

Alle Vorfälle, die auf und neben dem Fußballplatz stattfinden, können bei der zentralen Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusvorfälle gemeldet werden.

Weitere Informationen zur Anlaufstelle sowie das Kontaktformular finden Sie hier.


DFB-Kampagne „Schiris gegen Diskriminierung“

In einem Video rufen die Profi-Schiedsrichter dazu auf, noch entschlossener einzuschreiten, wenn auf dem Fußball zum Schauplatz von Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus wird. "Schiris gegen Diskriminierung" wird vom DFB und den Landesverbänden künftig in der Präventionsarbeit, so auch in Schulungen und in der Aus- und Fortbildung von Unparteiischen, eingesetzt.

Hier geht es zur DFB-Kampagne.


Weitere Details zu den Maßnahmen sowie dem Engagement des FVM im Bereich Gewaltprävention unter: https://www.fvm.de/gemeinsamfussball/

 

Mehr zum Thema:

Die Botschaft des FVM-Präsidenten Christos Katzidis vor der neuen Saison lesen Sie hier.

Der DFB hat sein 9. Lagebild DFB-Lagebild des Amateurfußball veröffentlicht. Zum DFB-Lagebild gelangen Sie hier.

FAQ zum Thema Gewalt und Diskriminierung im Amateurfußball können Sie hier nachlesen.

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