Bitburger-Pokal: 1. FC Düren und Alemannia Aachen fahren nach Bonn

Der 1. FC Düren machte den Einzug ins Finale des Bitburger-Pokals mit einem 2:0 (1:0) gegen den Mittelrheinliga-Rivalen Viktoria Arnoldsweiler perfekt. Regionalligist Aachen zog dank eines 2:1 (1:0) beim Mittelrheinligisten FC Pesch ins Endspiel im Sportpark Nord ein.

Bitburger-Pokal: 1. FC Düren und Alemannia Aachen fahren nach Bonn

Als kurz nach dem Abpfiff die Vereinshymne in der Westkampfbahn erklang und die Spieler nach Jubel und Shakehands allmählich den Weg in Richtung Kabine antraten, wurde den Verantwortlichen und Fans des 1. FC Düren klar, welche Tür sich da gerade geöffnet hatte. Erstmals in der jungen Geschichte steht der Klub, in dem 2018 die Fußballabteilungen des FC Düren-Niederau und der SG GFC Düren 99 zusammenfanden, im Endspiel des Bitburger-Pokals. „Das ist ohne Wenn und Aber etwas ganz Besonderes. Wir sind unheimlich stolz, in Bonn dabei zu sein und genießen jetzt einfach den Moment“, sagte Dirk Ruhrig, der Sportliche Leiter des 1. FC, nach dem 2:0-Halbfinalsieg gegen den Rivalen aus der Mittelrheinliga Viktoria Arnoldsweiler. In der Bundesstadt trifft seine Mannschaft am Samstag um 16.45 Uhr auf Alemannia Aachen. Der Regionalligist gewann beim Mittelrheinligisten FC Pesch mit 2:1.  


In Düren lieferten sich der heimische FC und die Gäste aus dem nördlichen Stadtteil einen intensiven Schlagabtausch. Das mit regionalligaerfahrenen Spielern gespickte, favorisierte Team der Gastgeber um Coach Giuseppe Brunetto tat sich schwer damit, Chancen gegen einen mutig und engagiert agierenden Kontrahenten zu kreieren. Es fehlten zündende Ideen und die nötige Präzision im Spielaufbau. „Wir haben es viel zu oft mit langen Bällen versucht und uns von Arnoldsweiler ein wenig den Schneid abkaufen lassen“, fand Ruhrig. Viktoria-Trainer Thomas Virnich war hingegen zufrieden: „Meine Mannschaft hat es unheimlich gut gemacht, wir waren aus meiner Sicht sogar das bessere Team.“


Der erste Treffer glückte dennoch den Gastgebern: Zugang Marc Brasnic behielt nach sieben Minuten im Eins-gegen-Eins-Duell mit dem Arnoldsweiler Keeper die Nerven und schob den Ball zum 1:0 ins Tor. Ein Nackenschlag sei das gewesen, meinte Virnich. Doch sein Team, das ohne den angeschlagenen Mittelfeld-Routinier Yunus Kocak zurechtkommen musste, steckte keineswegs auf und kam zu Chancen: Keito Nanri schoss nach rund einer halben Stunde nur knapp am Dürener Tor vorbei und kurz vor dem Wechsel erwischte der von einem Gegenspieler bedrängte Luis Cremer ein hohes Zuspiel mehr mit der Schulter als mit dem Kopf. Wieder ging der Ball vorbei, wieder verstummte abrupt der Torschrei auf der Arnoldsweiler Bank. „Wir hätten durchaus ausgleichen können“, so Virnich, für dessen Team rund zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff erneut eine starke Phase begann. Doch abgesehen von einigen Eckbällen sprang nichts heraus. Daran änderte auch die Gelb-Rote Karte für den Dürener Joran Sobiech (59./wiederholtes Foulspiel) nichts. Im Gegenteil. Nach 71 Minuten fand Marvin Störmann mit einem schönen Pass seinen Dürener Teamkollegen Gjorgji Antoski. Letzterer verlud mit einer Finte den Torwart und schoss den Ball zum 2:0 ins Netz. Damit war die Vorentscheidung gefallen. Düren stand trotz Unterzahl sicher. Arnoldsweiler fehlte es nun indes an Kraft, Konzentration und wohl auch am Glauben, um noch eine Wende zu bewirken. Kurz vor Schluss hätte Störmann dann beinahe noch das 3:0 erzielt, verfehlte am Ende eines Konters aber das Arnoldsweiler Tor.


„Das Ausscheiden tut schon weh, vor allem weil bei uns im Verein so viele Leute überragend gearbeitet haben, um die Vorbereitung auf dieses Spiel zu stemmen“, sagte Virnich, als er zu einem gemütlichen Beisammensein mit seinen Mitstreitern aufbrach. Zur gleichen Zeit durften Ruhrig und seine Dürener Vereinskollegen in der Löwenschänke der Westkampfbahn auf ihren Erfolg anstoßen und von weiteren großen Taten in Bonn träumen.  


Das kann man auch in Aachen. Der Regionalligist hatte allerdings ein hartes Stück Arbeit zu erledigen, um die Chance auf die Titelverteidigung zu wahren. Die Alemannia begann auf dem Kunstrasenplatz des FC Pesch mit einer bewährten Formation. Mit Keeper Joshua Mroß und Oluwabori Falaye berief Trainer Stefan Vollmerhausen bei seiner Pflichtspiel-Premiere lediglich zwei Zugänge in die Startelf. Seine Equipe machte ihre Sache ordentlich. Während Pesch verhalten agierte, trat Aachen souverän auf und ging mit der ersten großen Gelegenheit in Führung: Vincent Boesen tunnelte dabei den herauseilenden Pescher Keeper aus rund 14 Metern Tordistanz. Kurz darauf verpasste der Torschütze das 2:0. Pesch blieb zunächst eine Antwort schuldig. „Wir haben offenbar zu viel Respekt gehabt“, sagte FC-Coach Ali Meybodi. Nach dem Wiederanpfiff wurden die Gastgeber etwas mutiger. Das wurde in der 74. Minute belohnt, als Pascal David Tonou im Anschluss an eine Ecke aus dem Gewühl heraus zum 1:1 traf. Dem Aachener Keeper Mroß, der einen Schuss nur vor die Füße des Peschers hatte abwehren können, wollte sein Trainer keinen Vorwurf machen. „Ihm war die Sicht versperrt. Ohnehin hätten wir die Situation vorher klären müssen“, sagte Vollmerhausen, dessen Elf jedoch schnell in die Erfolgsspur zurückfand. Nur neun Minuten später segelte der Ball nach einem Freistoß von Florian Rüter durch den Pescher Strafraum und erreichte den beinahe auf der Grundlinie stehenden Boesen, der per Kopf zum 2:1 traf. Pesch mobilisierte nun noch einmal alle Kräfte, doch zu einem weiteren Treffer sollte es nicht mehr reichen. „Wir haben mit Herz und Willen gespielt, aber es hat nicht gereicht“, erklärte Meybodi, während sein Pendant aus Aachen zufrieden die Heimreise antreten konnte. „Wir haben trotz der vielen Ausfälle eine ordentliche Leistung gezeigt und eine gute Mentalität bewiesen“, sagte Vollmerhausen. Von nun an gelte alle Konzentration dem Match in Bonn und der Chance auf einen weiteren Titelgewinn.         
 
Die Statistik:
1.FC Düren – FC Viktoria Arnoldsweiler 2:0 (1:0).

1.FC Düren: Jackmuth, Sobiech, Weber, Wipperfürth (46. Mabanza), Becker, Pütz, Fichtl (46. Shala), Bleja, Brasnic (60. Taher), Antoski (82. Steiger), Störmann.
Viktoria Arnoldsweiler: Müller, Ebisu (46. Mungomba), Cremer (62. Gerhards), Daescu, Nanri, Pelzer, Steltzner, Krischer, Behr, Hürtgen, Treu.
Tore: 1:0 Brasnic (6.), 2:0 Antoski (71.). Bes. Vorkommnisse: 59. Gelb-Rot für Sobiech (Düren/wiederholtes Foulspiel). Zuschauer: 300.

FC Pesch – Alemannia Aachen 1:2 (0:1).
FC Pesch: Tokgözoglu, U. Kiracti, Mestiri (70. Akca), Koyuncu, Tonou, Hammouda (86. Burger), Lehmann, T. Kiracti, Springer, Sakri (59. Yildiz), Papazoglu.
Alemannia Aachen: Mroß, Rakk, Hackenberg, Heinze, Uchino, Müller, Bösing, Falaye, Batarilo, Rüter (90. Garnier), Boesen.
Tore: 0:1, 1:2 Boesen (14., 83.), 1:1 Tonou (74.). Bes. Vorkommnisse: 90.+2 Gelb-Rot für Tonou (Pesch, wiederholtes Foulspiel). Zuschauer: 300.

Text: Wolfram Kämpf, Bilder: Jérôme Gras

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