Bitburger-Pokal: Auslosung löst Jubelstürme im Kölner Westen aus

Bitburger-Pokal: Auslosung löst Jubelstürme im Kölner Westen aus

Der Dienstagabend machte Eindruck. Da war der neue Rahmen bei der Auslosung der zweiten Runde im Bitburger-Pokal und da waren vor allem die positiven Emotionen, die der Ausblick auf die packenden Paarungen weckte. „Das ist ein cooles Studio und neues Setting. Ich freue mich, bei der Premiere dabei zu sein“, sagte Frank Schaefer, Leitender Verbandssportlehrer des FVM, über die erstmals via Youtube übertragenen Ziehung. Dann griff er als Losfee in die Trommel und ermittelte an der Seite von Patrick Zielezny, dem Vorsitzenden des Verbandsspielausschusses und Pokalspielleiter des Bitburger-Pokals die Begegnungen der nächsten Runde, deren Austragung für den Zeitraum 6. bis 8. Oktober 2026 vorgesehen ist.

Das Ergebnis der Ziehung löste Vorfreude aus – und mancherorts auch laute Jubelschreie und hochgerissene Arme. So etwa unweit der Militärringstraße im Kölner Westen. Der Landesligist SC Blau-Weiß Köln erwischte ein großes Los: Es geht gegen den Drittligisten Viktoria Köln. „Wir haben die Auslosung zusammen vor dem Training gesehen. Das ist Wahnsinn, hier ging einiges ab“, sagte Sven Henke, Sportlicher Leiter bei Blau-Weiß. Man hatte eigens einen Fernseher aufgestellt, um die Ziehung in großer Runde verfolgen zu können. „Ich hatte vorher irgendwie das Gefühl, dass wir einen Großen erwischen würden“, so Henke. Nun warte eine Mammutaufgabe auf den Verein, aber eine, die Freude auslöse und Kräfte wecke. „Das war immer einer meiner Träume. Ich werde mithelfen, ein tolles Event für alle zu kreieren“, kündigt der Sportliche Leiter an. Viktoria-Coach Marian Wilhelm freut sich auf das Duell auf der anderen Rheinseite. „Klar, eine kurze Anreise ist positiv. Aber Spaß machen alle Aufgaben im Bitburger-Pokal. Wir freuen uns auf das Spiel und wollen gerne Werbung machen, für unsere Art Fußball zu spielen.“

Kreuzauer SC erwartet Drittligist Fortuna Köln

B-Ligist SpVg. Rossenbach steht ebenfalls vor einem großen Spiel gegen den Mittelrheinligisten TuS Chlodwig Zülpich. Das gilt zweifellos auch für den A-Ligisten SV Refrath Frankenforst, dessen Reise im Bitburger-Pokal mit einem deutlichen 9:0 beim Kölner C-Ligisten SC Germania Ossendorf begann. Die nächste Station heißt nun SC 08 Elsdorf. Damit kommt ein Landesligist zu dem Team aus Bergisch Gladbach.

Euphorie herrscht zudem beim Bezirksligisten Kreuzauer SC. Das Team aus dem Kreis Düren erwartet den Drittliga-Aufsteiger S.C. Fortuna Köln. Dennis Hambloch, Vorstand Sport in Kreuzau, erklärt: „Das ist natürlich eines der schönsten Lose, es geht gegen eines der ranghöchsten Teams.“ Er erwartet ein Highlight für den Verein und eines der größten Spiele der Klubhistorie. Kommen gewöhnlich bei Topspielen oder Derbys rund 300 Zuschauer*innen, so dürfte gegen die Fortuna eine vierstellige Zahl von Menschen den Platz säumen. „Die Fortuna hat ja auch in unserer Region einige Anhänger, die werden es sich sicherlich nicht nehmen lassen, die Partie bei uns zu verfolgen“, glaubt er. Sportlich hat es die Aufgabe in sich. „Die Fortuna ist klarer Favorit, aber nichts ist unmöglich“, so Hambloch. Immerhin verfügt seine Mannschaft über einige erfahrene Akteure. Darunter Innenverteidiger Jannis Becker, der damals noch im Trikot des 1. FC Düren im DFB-Pokal schon gegen den großen FC Bayern München gespielt hat.

Zu einem Mittelrheinliga-internen Duell kommt es mit der Paarung FC Hürth gegen den 1. FC Düren. Zuvor spielen die beiden Kontrahenten noch in der Meisterschaft gegeneinander. „Wir werden also im Bitburger-Pokal auf einen Gegner treffen, den wir gut kennen, aber das geht den Hürthern ja genauso“, erklärt Philipp Simon, Trainer und Sportlicher Leiter des 1. FC Düren. Man wolle auf jeden Fall mit der festen Überzeugung nach Hürth fahren, das Spiel zu gewinnen.

In Brauweiler will man Duell mit Alemannia Aachen genießen

Vor einer anspruchsvollen Aufgabe steht Mittelrheinligist VfL Vichttal. Das Team um VfL-Trainer Andi Avramovic erwartet den Regionalligisten SV Bergisch Gladbach 09. „Wir freuen uns über ein Heimspiel gegen einen attraktiven Gegner. Ich gehe davon aus, dass es ein schöner Pokalabend wird und rund 500 bis 600 Menschen für eine gute Kulisse sorgen werden“, meint Avramovic mit Blick auf das Duell gegen den eine Klasse höher spielenden Kontrahenten.

Noch schwieriger klingt die Aufgabe für den Landesligisten SV Grün-Weiß Brauweiler. Der Verein erwartet den Drittligisten TSV Alemannia Aachen. „Alle sind total happy“, betont Deniz Bilgin, Teammanager in Brauweiler. Dort machte die Nachricht vom großen Los am Rande des Kreispokalspiels gegen Blau-Weiß Kerpen die Runde. „In der Halbzeit-Pause werden es die Spieler erfahren“, so Bilgin, der selbst in einem Post in einem sozialen Netzwerk von dem bevorstehenden Match las. „Es ist ein Mega-Los. Wir haben richtig Bock darauf, auch wenn wir natürlich absoluter Außenseiter sind. So ein Spiel gewinnt man nur einmal bei 100 Versuchen. Da heißt es, jeden Moment zu genießen.“

Finale im Kölner Sportpark Höhenberg

Genau das meinte auch Losfee Frank Schaefer, der den in der Vorsaison auf 64 Teilnehmer aufgestockte Bitburger-Pokal als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnete. Die gesamte Struktur sei toll, sie schaffe unterschiedliche Motivation für große und kleine Vereine, so der einstige Bundesliga-Trainer. Im Bitburger-Pokal werden sechs Runden inklusive Finale bestritten. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich des Semifinals Heimrecht. Das Finale findet am 29. Mai 2027 im Kölner Sportpark Höhenberg statt, der Gewinner spielt in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals.

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