Blutspenden: Stadtmeisterschaften in Wiehl mal anders

Blutspenden: Stadtmeisterschaften in Wiehl mal anders

Für die Amateursportler*innen in Deutschland ist es momentan eine fast nicht auszuhaltende Zeit. Die Sportplätze bleiben weiterhin größtenteils zu, die Erinnerung an rollende Bälle oder gar Wettkämpfe verschwindet mehr und mehr aus den Köpfen. In den meisten Städten und Kreisen stehen dabei gerade zum Jahresbeginn traditionell die großen Höhepunkte auf dem Programm: die Stadt- oder Kreismeisterschaften in der Halle. Auch in der Stadt Wiehl, im Oberbergischen Kreis bei Köln, ist die Rivalität zwischen den einzelnen Fußball- und Handballmannschaften durchaus gegeben. Bei einer Sache ziehen sie nun aber doch zusammen an einem Strang – beziehungsweise an einer Vene.

Der DRK-Blutspendedienst West für die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland benötigt bis zu 3000 Blutspenden täglich, um Krankenhäuser und Arztpraxen ausreichend versorgen zu können. Und dies natürlich auch in der aktuell schwierigen Phase. "Die Krankenhäuser brauchen auch in den Zeiten des Coronavirus dringend Blutspenden, damit die Patient*innen weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können", erklärt Organisator Hartmut Livrée.

Livrée ist Stellvertretender Jugendgeschäftsführer und Turnierkoordinator beim FV Wiehl 2000 und hörte Anfang Januar von einer ähnlichen Aktion in der Gemeinde Morsbach. Keine halbe Stunde entfernt von Wiehl hatten die dortigen Verantwortlichen nämlich zu einer Art Blutspende-Stationslauf aufgerufen und wollten so Fußballer*innen zum möglicherweise lebensrettenden Pieks animieren. Kurze Zeit später schrieb er alle Wiehler Fußball-Vorstände an und fragte nach, ob ein solches Event nicht auch vor der eigenen Haustür möglich sei. Das Ergebnis war die erste Wiehler Blutspende-Stadtmeisterschaft.

 

MEHR ALS 100 SPORTLER*INNEN AUS 7 VEREINEN

"Wir möchten in der Stadt Wiehl zeigen, dass auch konkurrierende Sportvereine in schwierigen Zeiten an einem Strang ziehen, und uns gemeinsam in den Dienst der guten Sache stellen", so der Organisator weiter. Denn die Idee fand großen Anklang. Die sieben teilnehmenden Vereine aus dem Fußball- und Handballsport starteten eine Abfrage bei ihren Mitglieder*innen und fanden bis heute mehr als 100 Sportler*innen, Trainer*innen und Vorstandsmitglieder*innen, die sich dazu bereit erklärten, gemeinsam Leben zu retten.

Am 25. März zwischen 16 und 20 Uhr ist es dann soweit und alle Beteiligten können beim Deutschen Roten Kreuz in der Hindelanger Straße in Wiehl ihre Blutspende abgeben. Das DRK bittet nur darum, vorher hier einen Termin zu reservieren, um im Vorhinein besser planen und auch alles Corona-konform vorbereiten zu können.

Generell müssen die Blutspender*innen mindestens 18 Jahre alt sein und sich gesund fühlen. Insgesamt dauert der Prozess nur knapp 20 Minuten und ein kleines Lunchpaket sowie einen umweltfreundlichen Mehrwegbecher gibt es nach der Spende inklusive.

Dazu gibt es bei den Wiehler Blutspende-Stadtmeisterschaften aber auch noch einen ganz anderen Anreiz. "Da Sportler*innen bei Wettkämpfen oder Meisterschaften entsprechend ihrer Platzierungen in der Regel eine Trophäe oder Auszeichnung erhalten, habe ich Kontakt zu der in Wiehl beheimateten ERZQUELL-Brauerei und der Dorfmetzgerei Schneider in Oberwiehl aufgenommen. Beide werden die Aktion unterstützen und als Anreiz für einen zukünftigen Mannschaftsabend Corona-konform Gutscheine für Getränke und Grillwürstchen zur Verfügung stellen", erklärt Hartmut Livrée.

 

Text: Fussball.de
Foto: FV Wiehl

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