Der Bezirksligist SV Helpenstein steht vor dem wohl ungewöhnlichsten Heimspiel seiner Geschichte. Am 17. November 2021 (19.30 Uhr) trifft der Verein aus Wegberg in der zweiten Runde des Bitburger-Pokals auf den Traditionsverein Alemannia Aachen – das ergab die Auslosung. Doch angesichts des zu erwartenden großen Zuschauerandrangs einigten sich die beiden Klubs darauf, die Partie nicht auf dem Platz des SV, sondern in der großen Arena des Regionalligisten auszutragen. „Das ist selbstverständlich ein besonderer Ort“, sagt Engelbert Fell, Geschäftsführer des SV Helpenstein. Zwar wird am Tivoli schon länger kein Bundesligafußball mehr gespielt, die Atmosphäre des 2009 eröffneten, rund 30.000 Menschen fassenden Stadions und die erwartete vierstellige Zuschauerzahl dürfte jedoch den Kickern des Bezirksligisten für Gänsehautmomente bescheren.
Ein Spiel für die Erinnerung
„So eine Partie werden die Spieler mit Sicherheit nicht so schnell vergessen“, ist Fell überzeugt. Ohnehin sei es für seinen Klub in den wenigen Tagen zwischen Auslosung und Austragung kaum möglich gewesen, am heimischen Platz für geeignete Rahmenbedingungen zu sorgen. „Wir hätten Tribünen beschaffen, Zäune versetzen und ein Sicherheitskonzept aufstellen müssen. Das war nicht zu schaffen“, macht Fell klar. Stattdessen habe man sich nun um Busse gekümmert, damit der eigene Anhang mit nach Aachen reisen könne. Fell rechnet mit 300 bis 400 Unterstützern. Diese stünden nun genau wie Spieler und Verantwortlichen vor einem tollen Erlebnis in Aachen. Er stellt jedoch klar, dass man keineswegs als staunende Reisegruppe an den Tivoli fahre. „Wenn sich irgendwie eine Chance auf einen Sieg ergibt, wollen wir diese nutzen“, sagt Fell. Zuletzt sammelte das Team beim souveränen 3:0 beim 1. FC Heinsberg-Lieck in der Bezirksliga 4 Selbstvertrauen.
Aachen will 0:5 in der Liga abhaken
Der Gegner aus Aachen erlebte derweil eine herbe 0:5-Niederlage beim Wuppertaler SV. „Das müssen wir jetzt abschütteln“, erklärt Fuat Kilic, der seit einigen Tagen wieder das Sagen auf der Trainerbank der Alemannia hat. In der Liga gelte es, so schnell wie möglich die Abstiegsränge hinter sich zu lassen und in andere Gefilde zu kommen“, macht er deutlich. Mit einem guten Spiel am Mittwoch könne man Selbstvertrauen tanken. Zudem sei der Pokalwettbewerb eine gute Gelegenheit, etwas zu erreichen und den Fans Freude zu bereiten. „Wir werden also niemanden schonen und keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Kilic. Abgesehen vom angeschlagenen Jannik Mause seien alle Spieler fit.
Genau wie die Aachener wollen auch die Verantwortlichen des TuS Oberpleis eine Überraschung tunlichst verhindern. Der per Freilos in die zweite Runde vorgestoßene Landesligist aus dem Rhein-Sieg-Kreis tritt beim B-Ligisten TuS Homburg-Bröltal im Oberbergischen Kreis an (Sa., 20. November 2021, 15 Uhr, Kunstrasenplatz am Sportplatzweg in Nümbrecht). Der Oberpleiser Trainer Wolfgang Görgens erteilt den Hoffnungen des Underdogs auf einen nicht vollends konzentrierten Kontrahenten eine Absage. „Der TuS Homburg-Bröltal ist mit Sicherheit kein Kanonenfutter. Wir werden diesen Gegner absolut ernst nehmen und fahren bestimmt nicht im Glauben dorthin, schon gewonnen zu haben.“ Eine Warnung sei das 3:2 der Oberberger im Erstrundenspiel gegen den Bezirksligisten SC Uckerath.
Außenseiter mit erfahrenen Kräften
„Wir sind Außenseiter. Das ist uns klar“, meint Jörg Hansen, Vorsitzender des TuS Homburg-Bröltal. Aber Erfolgsdruck habe man nicht und „wenn wir zur Halbzeit nicht allzu hoch hinten liegen, dann ist alles möglich“, glaubt er. Denn seine Mannschaft müsse immer erst eine gewisse Anfangsnervosität ablegen. Mit Bastian Sellau, Aron Jungjohann und Keeper Michael Demmer verfüge man zudem über Spieler, die auch in deutlich höheren Klasse Erfahrung gesammelt hätten. „Und mit Jan Mortsiefer haben wir einen zuletzt sehr erfolgreichen Stürmer in unsere Reihen“, so Hansen. Der Gedanke an den großen Coup ist also mehr als bloße Spinnerei.
Viktoria Köln spielt in Bornheim
Von einer Überraschung träumt man auch beim Bezirksligisten SSV Bornheim, der am 17. November 2021 (20 Uhr, Kunstrasenplatz Wallrafstraße) den Drittligisten und Titelverteidiger Viktoria Köln erwartet. Erst in der kommenden Woche müssen mit den beiden Regionalligisten FC Wegberg-Beeck (Di., 23. November 2021, 19.30 Uhr, bei Blau-Weiß 06 Köln) und Fortuna Köln (Mi., 24. November 2021, 19.30 Uhr, beim SC Weiler-Volkhoven) zwei weitere Favoriten ran.
Gespielt werden im Bitburger-Pokal insgesamt sechs Runden inklusive Finale. Klassentiefere Teams genießen in allen Runden bis einschließlich des Halbfinals Heimrecht. Das Finale am 21. Mai 2022 soll erneut im Rahmen des Finaltags der Amateure ausgetragen werden. Der Sieger qualifiziert sich für die erste Runde des DFB-Pokals.
Die Paarungen der zweiten Runde im Bitburger-Pokal:
SSV Bornheim (BL) - FC Viktoria Köln (3. Liga)
RS Waldbröl 19 (KLB) - SV Weiden (KLA)
1.FC Düren (ML) - Spvg. Frechen 1920 (ML)
TuS Homburg-Bröltal (KLB) - TuS Oberpleis (LL)
SV Helpenstein (BL) - TSV Alemannia Aachen (RL)
Sportfreunde 1919 Düren (LL) - VfL 08 Vichttal (ML)
SC 08 Elsdorf (KLA) - FC Germania Teveren (LL)
FV Bonn-Endenich 08 (LL) - FC Pesch (ML)
TuS 08 Langerwehe (BL) - SSV Homburg-Nümbrecht (LL)
SV Eintracht Hohkeppel (LL) - Siegburger SV 04 (ML)
DJK Rasensport Brand (BL) - FC Hürth (ML)
SG Union 94 Würm-Lindern (BL) - SC Borussia Freialdenhoven (ML)
1.FC Spich (LL) - SC Borussia Lindenthal-Hohenlind (LL)
FC Flerzheim (KLA) - SV Deutz 05 (ML)
SC Blau-Weiß 06 Köln (BL) - FC Wegberg-Beeck (RL)
SC Weiler-Volkhoven (KLB) - SC Fortuna Köln (RL)
Aktuelle Ansetzungen unter www.fussball.de
Termine:
2. Runde: 20. November 2021
Spiele mit Beteiligung von Viktoria Köln und Alemannia Aachen: 17. November
Spiele mit Beteiligung des FC Wegberg-Beeck und Fortuna Köln: 23./24. November
Achtelfinale: 7. - 9. Dezember 2021
Viertelfinale: 2. März 2022
Halbfinale: 16. bzw. 19. - 21. April 2022
Finale: 21. Mai 2022
Auslosungstermin Achtelfinale (3. Runde): 24. November 2021 (nur Herren)
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