Der große Coup blieb aus, ein großes Fest war es dennoch. „Die Atmosphäre war einfach megaschön. Die Aachener Fans haben 90 Minuten Dauersupport geliefert und unsere Endenicher Sympathisanten ebenso Gas gegeben. Sogar nach dem Abpfiff gab es noch lange Applaus von den Rängen. Wir haben zwar das Spiel verloren, aber als Verein ganz viel gewonnen“, erklärte Markus Köppe, der Sportdirektor des Landesligisten FV Bonn-Endenich nach dem 1:7 (0:2) gegen den Drittligisten TSV Alemannia Aachen.
1417 Zuschauer*innen hatten trotz der winterlichen Temperaturen den Weg in den Sportpark Nord gefunden, um das Achtelfinale im Bitburger-Pokal zu verfolgen. Der Plan der Verantwortlichen ging also auf, in die größte Arena der Bundesstadt auszuweichen, um der Begegnung einen stimmungsvollen Rahmen zu verschaffen. „Es war eine Riesensache für uns. Und mit der eigenen Einlaufmusik und anderen Details haben wir uns während der Stunden im Sportpark Nord absolut zu Hause gefühlt“, so Köppe. Weil bei der Organisation so viele Endenicher mitangepackt hätten, sei ein Gemeinschaftsgefühl im gesamten Klub entstanden. „Das schweißt zusammen“, ist er überzeugt.
Bentley Baxter Bahn gelingt Hattrick für Alemannia
Zusammenhalt hatte auch seine Mannschaft auf dem Rasen demonstriert. Zwar brachte Niklas Castelle, der anders als zuvor in der Meisterschaft in der Aachener Startelf stand, den Favoriten früh in Führung (8.) und Mehdi Loune legte kurz vor der Pause das 2:0 nach (43.), doch leisteten die Gastgeber tapfer Widerstand. Und es kam noch besser: Ilias Sereke ließ in der 51. Minute zwei Alemannia-Akteure stehen und setzte per Außenrist-Pass Nick Maier in Szene, der eiskalt zum 1:2 vollendete.
„Das war ein Traumtor“, fand Köppe, der 25 Minuten vom Ausgleich träumen durfte, ehe Mika Schroers das Aachener 3:1 gelang. „Da haben wir einmal nicht aufgepasst. Das war ärgerlich. Danach konnte man sehen, dass bei uns die Beine allmählich schwer wurden“, sagte der Endenicher Sportdirektor, dessen Elf nach der Gelb-Roten Karte für Ertugrul Ünal (85.) die letzten Minuten in Unterzahl spielen musste. Alemannia-Trainer Mersad Selimbegović durfte sich derweil über die weiteren Treffer durch Bentley Baxter Bahn, dem ein Hattrick gelang (81., 85./FE, 87.) sowie Marc Richter (89./FE) freuen. Seine Elf steht nun im Viertelfinale des Bitburger-Pokal.
S.C. Fortuna Köln erreicht Viertelfinale mit Kantersieg
Mit dem Regionalligisten S.C. Fortuna Köln hat sich ein weiterer Titelfavorit durchgesetzt. Vor 1234 Zuschauer*innen auf der Aachener Sportanlage Wolferskaul gewann das Team um Fortuna-Coach Matthias Mink mit 8:0 (1:0) gegen den Landesligisten DJK Rasensport Aachen-Brand. „Das Ergebnis ist standesgemäß, am Ende ist es ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen, denn wir haben uns in der ersten Hälfte schwergetan. Der Gegner stand tief und wir haben keine richtigen Lösungen gefunden“, erkannte Mink die hartnäckige Gegenwehr des Kontrahenten an. Zwar hatte seine Elf mehr vom Spiel, doch die Abwehr der Gastgeber agierte engagiert und umsichtig. Torchancen blieben rar. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff brachte ein abgefälschter Schuss von Adrian Stanilewicz den Kölnern die Führung.
„Der Ball war leider unhaltbar. Vorher haben wir immer ein Bein dazwischen bekommen und brutal viel Laufarbeit geleistet“, so Patrick Mioska, Spieler und Sportlicher Leiter bei der DJK Rasensport Aachen-Brand. Für die zweite Halbzeit habe man sich nochmals einiges vorgenommen, so der 34-Jährige. Doch drei Minuten nach dem Wechsel erhöhte Enzo Wirtz 2:0. Kurz darauf bot sich Brand die Chance zum Anschlusstreffer. Aber Burhan Gülez scheiterte an Fortuna-Torhüter Jannick Theissen, der geschickt den Winkel verkürzte (58.). Stattdessen fiel das 3:0 durch Wirtz (61.) und damit war eine Vorentscheidung gefallen. „Hintenraus haben die Jungs einen guten Ball gespielt, insbesondere unsere Einwechselspieler haben nochmal für frische Beine gesorgt. Wir überwintern im Pokal, das war unser Ziel“, sagte Trainer Matthias Mink, für dessen Team Salim Hadouchi (74.), Timo Bornemann (83.), Kian Hekmat (85., 90.) und Luca Majetic (87.) zum 8:0-Endstand trafen. „Es war ein schönes Fußballfest, leider für uns mit zu vielen Gegentoren im Gepäck“, sagte Brands Trainer Daniel Formberg.
Benjamin Zank schnürt Fünferpack für Titelverteidiger Viktoria Köln
Ebenfalls im Viertelfinale steht Titelverteidiger und Drittligist Viktoria Köln. Das Team setzte sich vor 1300 Zuschauer*innen beim Bezirksligisten Wahlscheider SV mit 8:0 (5:0) durch. Benjamin Zank machte die Partie zu einer persönlichen Gala und traf gleich fünfmal. Die drei weiteren Tore erzielten Soichiro Kozuki, Vincent Carus und der kurz zuvor eingewechselte Leander Popp.
Einen souveränen Erfolg feierte auch der Regionalligist Bonner SC. In einem gefühlten Derby beim FC Hennef 05 siegte das Team aus der Bundesstadt mit 4:1 (1:1). Dabei verlief die erste Hälfte noch ausgeglichen. Levi Dang brachte den Mittelrheinligisten sogar zunächst per Elfmeter in Führung (12.). Doch noch vor der Pause gelang Serhat Koruk auf Vorarbeit von Robin Bird der Ausgleich (33.). Nach dem Seitenwechsel agierten die Bonner zusehends überlegen. Eray Isik belohnte dies mit dem Führungstreffer (61.). Sieben Minuten später traf Bird zum 3:1, ehe Jonas Berg mit dem 4:1 letzte Zweifel am Erfolg des Favoriten beseitigte (73.). „In der ersten Halbzeit war es ein echter Pokalfight, mit einem stark kämpfenden Underdog auf einem nassen und tiefen Geläuf“, so BSC-Trainer Björn Mehnert. Letztlich habe man aber immer besser ins Spiel gefunden und den angepeilten Sprung ins Viertelfinale perfekt gemacht“, sagte er.
Siegburger SV 04 bezwingt Ligarivalen Pesch
Im Duell zweier Mittelrheinligisten setzte sich der Siegburger SV 04 gegen den FC Pesch mit 6:1 (2:1) durch. Alec Kristofer Vinci brachte die Gastgeber nach zwölf Minuten in Führung, ehe der Pescher Louis Müller einen Konter mit dem Ausgleich vollendete (30.). Noch vor der Pause ging Siegburg erneut durch Yuta Sakamaki in Front (42.). Nach dem Wiederanpfiff drehten die Gastgeber dann aber auf. Alexander Nii Tackie Sai (52.) und erneut Vinci (58.) stellten mit dem 3:1 und 4:1 die Weichen schnell auf Sieg. William McIntosh (82.) und Juyong Jo (85.) legten in der Schlussphase weitere Treffer für Siegburg nach. „In der ersten Hälfte haben wir ordentlich gespielt, danach hat meine junge Mannschaft Lehrgeld bezahlt“, erklärte der Pescher Coach Adriano Terranova.
Im Bitburger-Pokal werden sechs Runden inklusive Finale gespielt. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Das Finale findet am 23. Mai 2026 im Kölner Sportpark Höhenberg statt. Der Sieger qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals.
Bitburger-Pokal der Herren 2025/26: Achtelfinal-Paarungen
DJK Rasensport Aachen-Brand (LL) vs. S.C. Fortuna Köln (RL) 0:8
FV Bonn-Endenich (LL) vs. TSV Alemannia Aachen (3. Liga) 1:7
FC Hennef 05 (MRL) vs. Bonner SC (RL) 1:4
Wahlscheider SV (BZL) vs. Viktoria Köln (3. Liga) 0:8
SC Borussia Lindenthal-Hohenlind vs. (LL) SV Eilendorf (LL) 3:1
Siegburger SV 04 (MRL) vs. FC Pesch (MRL) 6:1
SC Elsdorf (BZL) vs. SSV Jan Wellem 05 (BZL) 1:2
SV Eintracht Hohkeppel (MRL) vs. SpVg. Frechen 20 (MRL) 3:1
Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender
Bitburger-Pokal
Viertelfinale: 24. bis 26. Februar 2026
Halbfinale: 24. bis 26. März 2026
Finale: 23. Mai 2026
Weitere Auslosungstermine
Die Viertelfinals werden Mitte Januar 2026 ausgelost.
