Bitburger-Pokal: 2150 Fans sehen Aachener Sieg bei Fortuna Bonn

Bitburger-Pokal: 2150 Fans sehen Aachener Sieg bei Fortuna Bonn

Die Gastgeber durften sich über einen unvergesslichen Abend freuen, der Gegner über einen souveränen Sieg. Vor 2150 Zuschauern im Bonner Sportpark Nord feierte Drittligist Alemannia Aachen ein 7:0 (5:0) beim Landesligisten Fortuna Bonn. Damit steht der Vizechampion im Achtelfinale des Bitburger-Pokals.

„Worauf wir bauen können, ist die Art und Weise, wie wir das Spiel angegangen sind. Die Jungs waren sehr konzentriert und haben seriös gespielt. Vor allem die erste Halbzeit war ein gutes Statement“, sagte Alemannia-Trainer Benedetto Muzzicato. An ihrem Siegeswillen ließ seine Elf von Beginn an keinen Zweifel. Und das, obwohl der Coach seine Mannschaft im Vergleich zum vorangegangenen 3:2-Meisterschaftserfolg gegen Waldhof Mannheim kräftig verändert hatte. Im zentralen Mittelfeld feierte der einige Wochen verletzte Valmir Sulejmani nach Kurzeinsätzen sein Startelf-Pflichtspieldebüt, gleiches galt für Pierre Nadjombe auf dem rechten Flügel.

Alemannia geht mit Traumtor in Führung

Die erste Tormöglichkeit der Partie hatte aber der Außenseiter: Nach einem Pass in die Tiefe tauchte der Bonner Tomoya Kitazawa plötzlich frei vor Alemannia-Torwart Tom Hendriks auf, scheiterte jedoch im Eins-gegen-Eins an diesem (16.). Besser machte es auf der Gegenseite Emmanuel Elekwa, der nach einem Zuspiel von Sasa Strujic aus der Distanz abzog und zur Führung traf (20.). „Das war ein Traumtor“, zollte Jörg Henkel, Sportlicher Leiter bei Fortuna Bonn, dem gegnerischen Schützen Respekt. Seine Elf schnupperte nochmals am Ausgleich. Doch Luca Esselen verfehlte das Aachener Tor, nachdem er sich schön durchgesetzt hatte. „Von unserer Anhängerschaft gefeiert wurde er dennoch und das war bei allen Angriffsaktionen so“, freute sich Henkel.

Anschließend folgte allerdings ein Offensivfeuerwerk der Alemannia: Nadjombe erzielte das 2:0 (29.). Dann verwandelte Bentley Baxter Bahn einen Elfmeter zum 3:0 (32.) – zuvor war Khettabi ein Handspiel unterlaufen. Strujic (33.) und Sulejmani (40.) legten die Treffer Nummer vier und fünf nach. Sulejmani erzielte nach dem Wechsel noch zwei weitere Tore. Zunächst glückte ihm aus kurzer Distanz das 6:0 (57.), ehe er elf Minuten vor Schluss einen weiteren Handelfmeter zum 7:0-Endstand verwandelte (79.). „Es freut mich für ihn. Man sieht, er hat nach der Verletzungspause noch Luft nach oben, aber weiß, wo das Tor steht“, lobte Muzzicato den Dreifachtorschützen.

Bonner erleben ganz besonderen Abend

Glücklich war man auch in den Reihen der Bonner Gastgeber. „Es war ein absolut besonderer Abend. Organisatorisch hat alles reibungslos geklappt, wir haben Lob von der Alemannia und der Stadt erhalten“, sagte Henkel. Beim gemeinsamen Essen nach dem Spiel habe sich auch die eigene Mannschaft für den Einsatz der Organisatoren bedankt. „Die Jungs selbst waren einfach nur glücklich über das einmalige Erlebnis“, betonte der Sportliche Leiter der Bonner Fortuna.

Auch im Westen des Verbandsgebietes, auf der wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernten Anlage „Am Bucksberg“ in Übach-Palenberg gab es einen zufriedenen Verlierer. „Ein Flutlichtspiel vor 1000 Leuten gegen Fortuna Köln zu erleben, war einfach phänomenal“, fand Björn Hilberath, Trainer des A-Ligisten SV Scherpenseel-Grotenrath, trotz der 1:8 (0:3)-Niederlage gegen den Regionalligisten. „Ich habe den Spielern zuvor gesagt, sie sollen alles aufsaugen und bis zur letzten Spielminute genießen“, so der Coach. Die Krönung sei dann der Ehrentreffer von Markus Stumvoll gewesen. „Der hat sich angefühlt, wie ein Siegtreffer. Wir sind alle auf den Platz gestürmt und haben gejubelt“, beschrieb Hilberath die Sekunden nach dem zwischenzeitlichen 1:5 in der 78. Minute. Die Entstehung war aber auch sehenswert: Nach einem vom Keeper aufgenommenen Rückpass hatte es indirekten Freistoß gegeben. Dieser war zwar vom Kölner Torwart abgewehrt worden, doch als der Ball vor den Füßen des an der Strafraumgrenze postierten Stumvoll landete, setzte dieser kurzerhand zu einem gefühlvollen Chipball unter die Latte an.

Fortuna Köln zieht souverän ins Achtelfinale ein

Ansonsten jubelte aber nur der Regionalligist aus Köln. Fortuna-Coach Matthias Mink hatte einige Youngster aufgeboten und auch Fortuna-Eigengewächs Aleksandar Georgiev aus der U 23-Formation zum Pflichtspieldebüt in der ersten Mannschaft verholfen. Diese umformierte Elf machte ihre Sache gut. Zur Pause führte die Fortuna bereits mit 3:0 nach Treffern von David Al-Azzawe (26.), Timo Bornemann (34.) und einem Eigentor der Gastgeber (37.). Kurz nach dem Wechsel erhöhten erneut Bornemann (50.) und Robin Afamefuna auf 5:0 (55.), ehe die Gastgeber zum besagten Ehrentreffer kamen. Nico Westerhoff per Doppelpack (82., 85.) und Salim Hadouchi (90.) sorgten für den 8:1-Endstand. „In erster Instanz zählt natürlich, dass wir eine Runde weiter sind“, sagte Fortuna-Trainer Mink nach dem Abpfiff.

Den Sprung ins Achtelfinale schaffte auch der Mittelrheinligist FC Pesch – und das sehr souverän. Beim Landesligisten FC Germania Lich-Steinstrass gewann das ausnahmsweise von A-Jugend-Coach Yavuz Günay betreute Team aus dem Kölner Norden mit 4:1 (2:1). Lob kam von im Urlaub weilenden Trainer Adriano Terranova. „Mein Vertreter hat einen richtig guten Job gemacht. Wir haben die Pflichtaufgabe erfüllt und die nächste Runde erreicht.“ Ergün Yildiz (17.) und Gjastin Nrejaj (45.) sorgten für eine zwischenzeitliche 2:0-Führung der Pescher. Doch noch vor dem Pausenpfiff verkürzte Jan Sipakis auf 1:2 (45.+1). Der Hoffnung der Gastgeber auf eine Wende verpasste Mamadou Emile Ba mit dem Pescher 3:1 einen herben Dämpfer (56.). Den Schlusspunkt setzte dann Mohamed Said El Idrissi mit dem 4:1 in der Nachspielzeit.

Titelverteidiger Viktoria Köln muss lange zittern

Am großen Coup schnupperte Mittelrheinligist VfL Vichttal. Das Team musste sich dem Titelverteidiger Viktoria Köln aus der Dritten Liga nur mit 1:2 (0:2) geschlagen geben. Zwar brachte Raphael Ott die Kölner bis zur Pause per Doppelschlag mit 2:0 in Führung (26., 28.), doch Henrik Artz verkürzte nach 74 Minuten auf 1:2. Dabei blieb es trotz einer turbulenten Schlussphase.

Im Bitburger-Pokal werden sechs Runden inklusive Finale gespielt. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Das Endspiel steigt am 23. Mai 2026 im Kölner Sportpark Höhenberg. Der Gewinner tritt in der ersten Runde des DFB-Pokals an.

Bitburger-Pokal 2025/26: Paarungen der 2. Runde

  • SC Fortuna Bonn (LL) – TSV Alemannia Aachen (3. Liga) 0:7
  • SV Scherpenseel-Grotenrath (KLA) – S.C. Fortuna Köln (RL) 1:8
  • FC Hürth (LL) - FC Hennef 05 (MRL) 0:1 n.V.
  • Wahlscheider SV (BZL) - SC Fliesteden (LL) 3:1
  • SSV Jan Wellem 05 (BZL) - SV Kurdistan Düren (LL) 3:0
  • FC Wegberg-Beeck (MRL) - Bonner SC (RL) 1:3 n.V.
  • FC Rheinsüd Köln (BZL) - FV Bonn-Endenich (LL) 0:3
  • SV Eintracht Hohkeppel (MRL) – SSV Bornheim (MRL) 6:1
  • DJK Rasensport Aachen-Brand (LL) – FC Teutonia Weiden (MRL) 5:4 n.V.
  • SC Elsdorf (BZL) – SV RW Merl (BZL) 2:1
  • SpVg. Frechen 20 (MRL) – SpVg Porz (MRL) 5:1
  • SV Eilendorf (LL) – FC Union Schafhausen (LL) 3:0
  • SC Borussia Lindenthal-Hohenlind (LL) – SSV Merten (MRL) 4:3
  • VfL 08 Vichttal (MRL) – Viktoria Köln (3. Liga) 1:2
  • FC Germania Lich-Steinstraß (LL) – FC Pesch (MRL) 1:4
  • Siegburger SV 04 (MRL) – TuS BW Königsdorf (MRL) 2:0

Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender

  • Achtelfinale: 22. November 2025 (Spiele mit Beteiligung von Regional- und Drittligisten am 19. November 2025)
  • Viertelfinale: 24. bis 26. Februar 2026
  • Halbfinale: 24. bis 26. März 2026
  • Finale: 23. Mai 2026

Die Spielpaarungen der dritten Runde im Bitburger-Pokal der Herren sowie die Play-Off-Partien und die Achtelfinals im FVM-Pokal der Frauen werden am 7. Oktober ausgelost.

Nach oben scrollen