Als Jörg Henkel am Abend der Auslosung auf sein Handy sah, da wusste er, die zweite Runde im Bitburger-Pokal hält für ihn eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit bereit. „Ich bin in Aachen geboren und habe als Kind die Alemannia am alten Tivoli angefeuert“, sagt er. Inzwischen ist er Sportlicher Leiter des Landesligisten Fortuna Bonn und als solcher „grinse ich über beide Backen, dass wir jetzt gegen Aachen spielen“.
Das Duell mit dem Vizechampion und Drittligisten elektrisiert aber nicht nur Henkel. „Für unsere Mannschaft, die Verantwortlichen und den ganzen Verein ist dieses Spiel ein absolutes Highlight“, macht er deutlich. Bis zum Sommer 2022 war Fortuna Bonn noch in der Kreisliga unterwegs, dem Bezirksliga-Aufstieg folgte der Durchmarsch und nun geht man die zweite Serie in der Landesliga an. Das tut man mit einer jungen Formation. Viele Akteure kommen aus der eigenen A-Jugend. Einige haben sich direkt zum Stammspieler gemausert. Das gilt etwa für den 18-jährigen Linksverteidiger Amadou Keita. Nur ein Jahr älter ist Mittelfeldakteur Donik Berisha, der vom FV Bonn-Endenich verpflichtet wurde. Der ebenfalls 19-jährige Luca Esselen spielte zuletzt mit Germania Hersel in der B-Liga.
Talente wollen den Favoriten aus der 3. Liga ärgern
Routiniers gibt es nur eine Handvoll. Dazu zählen der regionalligaerfahrene Zugang Dastit Bulliqi, der im Sturm spielt, sowie Jan Bringer und Alexander Dohr, die schon in der Mittelrheinliga aufgelaufen sind. Mit ihnen und den vielen Talenten will der neue Fortuna-Trainer Dario Paradiso den großen Favoriten ärgern. „Der Pokal hat ja seine eigenen Gesetze. Wir möchten das Spiel möglichst lange offenhalten und dann gucken, was passiert. Vor allem aber wollen wir uns gut präsentieren und ein stimmungsvolles Event auf die Beine stellen“, sagt Henkel mit Blick auf die Partie, die eigens in den großen Sportpark Nord (Kölnstraße 250) verlegt wurde und am Dienstag, 23. September, um 19.30 Uhr stattfindet.
Ein bisschen lauter vom großen Coup träumen darf man beim VfL Vichttal. Der Mittelrheinligist um seinen Coach Andi Avramovic trifft am Mittwoch, 24. September, 19 Uhr, in der Stolberger EWV Arena an der Leuwstraße 117 auf den Titelverteidiger und Drittligisten Viktoria Köln. „Die einen sagen, es ist schade, so früh auf so einen starken Gegner zu treffen. Ich sehe es aber positiv. Wir sind schließlich dabei, um solche Vereine begrüßen zu dürfen. Außerdem ist es ja nicht in Stein gemeißelt, dass sich der Favorit durchsetzt“, macht Avramovic klar. Der VfL-Trainer führte seine Mannschaft in der ersten Runde zu einem klaren 4:0 beim Bezirksligisten Kohlscheider BC. Nun freut er sich über ein Heimspiel „vor einer definitiv ordentlichen Kulisse“, sagt er mit Blick auf die erhoffte vierstellige Zuschauerzahl.
Beim VfL Vichttal soll der Teamspirit Großes bewirken
Man habe eine coole Mannschaft zusammen, findet er. Ziel sei es, „weniger Stress als letzte Saison“ zu haben. Damals lief es zwischenzeitlich nicht rund, ehe der VfL sich zum Abschluss doch noch auf Rang acht verbesserte. Mit Stürmer Yassine Ali Gnondi holte man einen Angreifer, der mit Teutonia Weiden in der vergangenen Mittelrheinliga-Serie in 27 Spielen 18 Treffer erzielte. Und um den 1,92 Meter großen Abwehrhünen und Mannschaftskapitän Jan-Henrik Rother beneiden den VfL zweifellos einige Ligarivalen. Avramovic will aber nicht über einzelne Namen sprechen. „Wir haben viele talentierte Spieler und leben von unserem guten Teamgeist“, betont er.
Auf ein ligainternes Duell darf man sich beim Landesligisten SV Eilendorf freuen. Am Mittwoch, 24. September, 19 Uhr, treffen die Aachener im heimischen Halfenstadion (Halfenstr. 30) auf Union Schafhausen. Eilendorf erreichte die zweite Runde des Bitburger-Pokals durch einen souveränen 4:0-Sieg beim Bezirksligisten Germania Zündorf, während Schafhausen sich mit 2:0 bei Hilal Maroc Bergheim durchsetzen konnte. In der vergangenen Spielzeit waren die Schafhausener noch in der Mittelrheinliga unterwegs. Dem Abstieg folgten der Verlust einiger wichtiger Spieler – darunter Philip Grüttner und Marc Hotopp. Die Lücken schloss man vornehmlich mit jungen Akteuren. Das hat Einfluss auf die Ambitionen. „Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben und die vielen jungen Spieler im Kader weiterentwickeln“, betont Union-Obmann Hermi Jansen. Dabei sieht er das Team auf einem guten Weg, die Neuen hätten sich gut eingefunden, findet er.
Gute Erinnerungen an den Wettbewerb
Felix Grafen soll die Schafhausener Offensive beleben, genau wie Betim Sylaj, dessen Bruder Florent Sylaj bereits zuvor zum Team gehörte. Zu den Säulen der Mannschaft zählen Kapitän David Jennissen als Sechser, Abwehrspieler Michel Peschel und Keeper Niklas Giesen. Alle drei laufen bereits seit Jahren für Union auf. Der Bitburger-Pokal entfaltet in Schafhausen immer wieder seinen Zauber. Zweimal traf der Verein in der jüngeren Vergangenheit auf den Traditionsklub Fortuna Köln. „Das waren tolle Erlebnisse. Wir haben uns immer gut geschlagen, auch wenn es nicht zur großen Überraschung gereicht hat“, so Jansen.
Vor diesem Erlebnis steht nun der SV Scherpenseel-Grotenrath. Als letzter A-Ligist im Wettbewerb erwartet man die Kölner Fortuna aus der Regionalliga. „Das ist ein Traumlos“, freute sich Carsten Kornetka, der Vorsitzende des SV Scherpenseel-Grotenrath, nach der Auslosung. Ernst wird es am Dienstag, 23. September, 19.30 Uhr, auf dem Platz "Am Bucksberg" in Übach-Palenberg.
Im Bitburger-Pokal werden sechs Runden inklusive Finale gespielt. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Das Endspiel steigt am 23. Mai 2026 im Kölner Sportpark Höhenberg. Der Gewinner tritt in der ersten Runde des DFB-Pokals an.
Bitburger-Pokal 2025/26: Paarungen der 2. Runde
- FC Hürth (LL) - FC Hennef 05 (MRL)
- Wahlscheider SV (BZL) - SC Fliesteden (LL)
- SSV Jan Wellem 05 (BZL) - SV Kurdistan Düren (LL)
- FC Wegberg-Beeck (MRL) - Bonner SC (RL)
- FC Rheinsüd Köln (BZL) - FV Bonn-Endenich (LL)
- SV Eintracht Hohkeppel (MRL) – SSV Bornheim (MRL)
- SC Fortuna Bonn (LL) – TSV Alemannia Aachen (3. Liga)
- DJK Rasensport Aachen-Brand (LL) – FC Teutonia Weiden (MRL)
- SC Elsdorf (BZL) – SV RW Merl (BZL)
- SpVg. Frechen 20 (MRL) – SpVg Porz (MRL)
- SV Eilendorf (LL) – FC Union Schafhausen (LL)
- SC Borussia Lindenthal-Hohenlind (LL) – SSV Merten (MRL)
- SV Scherpenseel-Grotenrath (KLA) – S.C. Fortuna Köln (RL)
- VfL 08 Vichttal (MRL) – Viktoria Köln (3. Liga)
- FC Germania Lich-Steinstraß (LL) – FC Pesch (MRL)
- Siegburger SV 04 (MRL) – TuS BW Königsdorf (MRL)
Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender
- Zweite Runde: 23. bis 25. September 2025
- Achtelfinale: 22. November 2025 (Spiele mit Beteiligung von Regional- und Drittligisten am 19. November 2025)
- Viertelfinale: 24. bis 26. Februar 2026
- Halbfinale: 24. bis 26. März 2026
- Finale: 23. Mai 2026
Weitere Auslosungstermine
Die Spielpaarungen der dritten Runde im Bitburger-Pokal der Herren sowie die Play-Off-Partien und die Achtelfinals im FVM-Pokal der Frauen werden voraussichtlich Anfang Oktober ausgelost.
