Arnoldsweiler. An Fronleichnam steht rund um die Anlage des Fußball-Mittelrheinligisten Viktoria Arnoldsweiler wieder ein ganzer Tag im Zeichen des Frauenfußballs, wenn in drei Finalspielen die diesjährigen FVM-Pokalsiegerinnen ermittelt werden. Highlight des langen Fußballtages ist das Finale der Frauen um 15 Uhr. Unter der Leitung von Schiedsrichterin Hannah Riederer stehen sich im Endspiel Alemannia Aachen und Titelverteidiger Vorwärts Spoho gegenüber. Dieses Duell wird es in der kommenden Saison auch in der Regionalliga West geben, denn die Kölnerinnen haben in beeindruckender Manier die Meisterschaft in der Mittelrheinliga geholt und den direkten Wiederaufstieg geschafft. Nun will die Mannschaft von Trainer Ruben Walter eine erfolgreiche Saison mit dem erneuten Pokaltriumph, verbunden mit dem abermaligen Einzug in den DFB-Pokal, krönen. „Als Regionalligist hat Aachen sicherlich die Favoritenrolle inne. Aber meine Mannschaft kann das Tempo auf jeden Fall mitgehen. Ich rechne mit einem spannenden Endspiel“, so der Coach des amtierenden Pokalsiegers, der sich auf ein „echtes Highlight zum Saisonabschluss“ freut. Gleiches gilt für seinen Trainerkollegen aus der Kaiserstadt. Denn auch bei Dietmar Bozek und seinem Team ist die Vorfreude aufs Finale riesig: „Der Pokal hat für uns einen immensen Stellenwert. Wir wollen eine gute Rückrunde mit einem Titel krönen.“ Die Alemannia reist mit der Empfehlung von vier Ligasiegen in Folge an und sieht sich als klassenhöhere Mannschaft in der Favoritenrolle: „Ich denke, die Chancen stehen 60:40. Wenn wir mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen, werden wir unserer Favoritenrolle gerecht“, sagt Bozek, der jedoch vor einem guten Gegner warnt. Insbesondere vor der Belgierin Suzanne Clysters ist der Respekt immens. Denn die Torjägerin von Vorwärts Spoho gehört unbestreitbar zu den treffsichersten Spielerinnen am Mittelrhein. In dieser Saison traf die 29-Jährige in 17 Mittelrheinliga-Partien stolze 47 Mal und bereitete zudem 13 Tore vor. „Sie ist eine überragende Stürmerin und trifft aus allen Lagen“, weiß der Aachener Übungsleiter, der seine Elf warnt: „Wir dürfen den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen, sondern müssen von Anfang an druckvoll agieren.“
Um 13 Uhr spielen die B-Juniorinnen ihren Titelträger aus. Dabei kommt es zum mit Spannung erwarteten Duell der rheinischen Rivalen Bayer 04 Leverkusen und 1. FC Köln. Für die Kölnerinnen bietet das Finale des Verbandspokals eine Abwechslung zwischen den beiden Halbfinalspielen um die Deutsche Meisterschaft gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. Im Hinspiel verspielte die Mannschaft von Trainerin Magdalena Schiefer auf eigenem Platz eine 2:0-Führung und muss durch das Hinspielergebnis von 2:2 am Wochenende im Rückspiel in Potsdam um den Einzug ins Endspiel bangen. „Wir haben in dieser Saison gute Erfahrungen mit englischen Wochen gemacht. Die Motivation ist hoch, immerhin ist so ein Lokalduell immer etwas Besonderes“, so die FC-Trainerin, die ihre Mannschaft in der Favoritenrolle sieht. Allerdings gehen die Juniorinnen der Werkself als Titelverteidiger ins Endspiel und haben in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie den FC schlagen können. In der Meisterschaft feierten die Leverkusenerinnen vor knapp fünf Wochen einen 1:0-Sieg. „Wir haben gute Chancen auch diesmal zu gewinnen. Ich rechne mit einem engen und kampfbetonten Spiel, in dem Nuancen entscheiden werden“, prognostiziert Bayer-Trainer Aleksandar Vukicevic.
Den Finaltag eröffnen derweil um 11 Uhr die C-Juniorinnen. Im Endspiel treffen Alemannia Aachen und Rot-Weiß Merl aufeinander. „Das Finale ist ein absolutes Highlight für die Mädels, aber auch für mich“, sagt Aachens Jugendkoordinator Thomas Minartz, der die Mannschaft im Winter interimsweise übernommen hat und seitdem eine beachtliche Bilanz vorweisen kann. „Der Pokalsieg wäre die Krönung, das hätten sich die Spielerinnen, die so viel investieren, verdient.“ Doch der Gegner aus Merl ist nicht zu unterschätzen. Nachdem das erste Halbfinalduell mit dem FC Rheinsüd wegen Unwetter abgebrochen werden musste, sicherte sich Merl erst am Montagabend durch einen 3:1-Sieg in Köln die Finalteilnahme. Matchwinnerin mit drei Treffern war Maya Hardt, die ihre Erfolgsquote natürlich auch gerne im Endspiel von Arnoldsweiler aufrechterhalten würde.
Text: Stefan Kühlborn
