Seit der Saison 1996/97 gibt es beim TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch eine Frauenmannschaft, die zu Beginn in der Bezirksliga Aachen spielte. Nach dem Abstieg aus der Landesliga im Jahr 2004 gelang bereits zwei Jahre später der Wiederaufstieg. Mit der Meisterschaft in der Saison 2016/17 stieg das Team in die Mittelrheinliga auf und hat sich seitdem dort etabliert.
Der Frauenfußball entwickelte sich in Jüngersdorf stetig weiter, sodass in der Saison 2015/16 eine zweite Frauenmannschaft und zur Saison 2023/24 sogar eine dritte Frauenmannschaft gegründet wurden. „Die Idee war, dass man neben dem leistungsorientierten Bereich auch Spielerinnen die Chance geben möchte, welche einfach nur kicken möchten. Zudem haben wir das Angebot erweitert, damit Spielerinnen aus dem Mädchenbereich den direkten Anschluss innerhalb des Vereins an die Frauenmannschaften haben“, erklärt Diane Kirfel, Abteilungsleiterin Frauenfußball, die Beweggründe des Vereins.
Für den notwendigen Unterbau sorgt der Verein mit den B-Juniorinnen, welche seit der Saison 2019/20 am Spielbetrieb teilnehmen. „Hier war maßgeblich die ehemalige Trainerin, Susanne Kasperczyk, verantwortlich, die bereits im FVM als Stützpunkttrainerin Mädchen für den Fußball begeistern konnte. Zudem wollten wir neben dem Herrenfußball und einer aktiven Jugendabteilung auch ein Angebot für Mädchen und Frauen schaffen, die ihr Hobby bei uns ausführen können", erinnert sich Diane Kirfel. Als Alleinstellungsmerkmal sieht sie den Verein in der Gemeinde Langerwehe, die zwar vier Fußballvereine zählt, jedoch nur in Jüngersdorf eine Frauenfußballabteilung bietet. „Wir sind durch unsere breitgefächerten Angebote der einzige Verein in der Gemeinde für die ganze Familie – vom Jugend- und Herrenfußball über den Mädchenund Frauenfußball, bis hin zu unserer Gymnastikabteilung mit Zumba und Nordic Walking“, ist Diane Kirfel stolz auf die Entwicklungen im Verein.
"Erste Frauenmannschaft als Aushängeschild des Vereins"
Herausforderungen blieben in Jüngersdorf während der Entwicklungsphasen des Mädchen- und Frauenfußballs nicht aus: „Es musste eine zusätzliche Kabine gebaut werden, welche im Jahr 2006 mit dem Bau eines Umkleide-Containers umgesetzt worden ist. Mit dieser Vorgehensweise kamen wir auch der Trennung der Geschlechter nach, damit es zu keinen unangenehmen Situationen kommen konnte“, erklärt sich Diane Kirfel zurück. Die Gründung der Frauen- und Mädchenmannschaften verlief hingegen problemlos, sodass dieser Bereich mittlerweile, nach der Jugendabteilung, der größte im Verein ist. „Man erkennt die Arbeit an und sieht gerade die erste Frauenmannschaft als Aushängeschild des Vereins. Dabei wurden und werden alle Mannschaften im Verein gleich behandelt“, so Diane Kirfel. Ohne Unterstützer*innen und ehrenamtliche Helfer*innen im Hintergrund täte sich der Verein schwer, das breitgefächerte Angebot am Leben zu halten.
Kirfel macht dabei die Erfahrung, dass es insgesamt schwieriger wird, entsprechende Helfer*innen für den Verein zu finden, sieht jedoch auch, dass persönliche Gespräche mit dem Aufzeigen der Entwicklungspotenziale im Verein zielführend sind. „Wir sind ein Verein mit familiärem Charakter und einem großen Angebot, welches vom Vorstand gefördert wird. Auch die Möglichkeit der Qualifizierung, etwa der Erwerb von Trainer-Lizenzen, wird unterstützt, so die Abteilungsleiterin Frauenfußball.
Für die Zukunft hofft der TuS 08 Jüngersdorf-Stütger-loch, dass der weibliche Fußball sich stetig weiter-entwickeln wird. So, wie man es auch bei den großen Profivereinen beobachten kann, wo Frauenfußball-abteilungen entstanden sind. Die nächsten Schritte in Jüngersdorf sieht Diane Kirfel darin, dass sich die zweite Frauenmannschaft in der Bezirks- und Landesliga weiterentwickelt und wünscht sich den Sprung der ersten Frauenmannschaft in die Regio-nalliga West. Vereinen, die das Thema Frauen- und Mädchenfußball angehen möchten, rät sie: „Man sollte sich keinem Thema verschließen und muss auch dahinterstehen. Alle Mannschaften sollten in einem Verein immer auf einer Ebene stehen und es darf nicht der Eindruck entstehen, dass einzelne Mannschaften besonders behandelt werden.“ Die Entwicklung in Jüngersdorf ist hervorstechend und wird dem FVM sicherlich noch viel Freude bereiten.
