Saisoneröffnung am Mittelrhein: SSV Merten erwartet Stadtrivalen Bornheim unter Flutlicht

Saisoneröffnung am Mittelrhein: SSV Merten erwartet Stadtrivalen Bornheim unter Flutlicht

Freitagabend, Flutlichtspiel und Derby – viel mehr geht kaum. Da sind sich die Protagonisten einig. Wenn am 29. August, 19 Uhr, auf dem Platz des Mittelrheinligisten SSV Merten die Spielzeit im Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) eingeläutet wird, steht „ein Highlight für den gesamten Verein“ bevor, wie es der neue Mertener Vorsitzende Wolfgang Zimmermann ausdrückt. „Es wird definitiv ein besonderer Abend, auf den wir uns freuen. Es ist eine Ehre, dass die Saison bei uns startet“, sagt er mit Blick auf die Begegnung mit dem Aufsteiger und Stadtrivalen SSV Bornheim auf dem MerKur-Kunstrasenplatz am Rüttersweg 175. Andre Bagala, Sportdirektor in Bornheim, spricht derweil von einem Highlight-Spiel, einer Partie, die den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre krönt.

Bis zum Sommer 2023 spielte sein Klub noch in der Bezirksliga. Es folgten der erstmalige Sprung in die Landesliga und nun vor wenigen Monaten der Aufstieg in die Mittelrheinliga. Damit hat die 50.000-Einwohner-Stadt Bornheim nun zwei Mittelrheinligisten, die laut Bagala trotz der sportlichen Konkurrenz ein respektvolles Miteinander pflegen. „Dass es bei uns so schnell nach oben gehen würde, hätte niemand erwartet“, erklärt der Sportdirektor. Nun betrete man wieder Neuland und stelle sich einer großen Herausforderung, „aber wir gehen die Mittelrheinliga mit Optimismus an, weil wir an die Mannschaft glauben und als Verein gut aufgestellt sind“, betont er.

Sternstunden im Bitburger-Pokal erlebt

Zu dieser Überzeugung tragen auch die Erfahrungen auf einer anderen Bühne bei. Zweimal traf der SSV Bornheim in der jüngeren Vergangenheit im Bitburger-Pokal auf den Drittligisten Viktoria Köln. Zwar verpasste man eine sportliche Überraschung, doch diese Spiele gegen den Profiklub aus Köln waren laut Bagala tolle Erlebnisse und „man konnte sehen, was in der Mannschaft steckt und was man mit diesem Verein hinbekommen kann, wenn alle gemeinsam anpacken“.

Seit sechs Jahren ist der 55-Jährige im Klub tätig. Zu den Architekten des Aufschwungs gehört zudem Claus Böing, der als Vorsitzender insbesondere die Weiterentwicklung der Infrastruktur im Blick hat. Schlüssel zum Erfolg, das macht der Sportdirektor klar, sind das konstruktive Umfeld und die sportliche Kontinuität. Für Letztere stehen in Bornheim zwei Namen: Patrick Schmitz und Andreas Biermann haben seit 2020 auf der Trainerbank das Sagen. „Beide sind lange im Verein, Patrick Schmitz war zuvor A-Jugend-Coach. Sie haben also maximalen Stallgeruch“, sagt Bagala über das Duo, das die Aufstiegsmannschaft zusammengehalten hat. Zu den Säulen des Teams zählt Kevin Biermann. Der Innenverteidiger ist Abwehrchef, Kapitän und der routinierteste Akteur im Kader, dem viele junge Spieler angehören. Auf der Sechserposition ist Luca Fadel gesetzt. Eine Besonderheit ist die Besetzung der Torwartposition. „Wir haben mit Lukas Berger und Tom Buhl zwei gleichwertige Keeper, die sich abwechseln“, erklärt Bagala.

SSV Bornheim ohne besten Goalgetter

Auf den wichtigsten Goalgetter müssen die Bornheimer allerdings noch lange verzichten: Romello Ahr zog sich im Frühjahr einen Kreuzbandriss zu. „Das ist ein bitterer Verlust“, macht Bagala klar. Er setzt auf Julio Molongua, der vom SV Schönenbach nach Bornheim gekommen ist und zuvor mit der SpVg Porz schon in der Mittelrheinliga erfolgreich war. Gemeinsame Ambition sei der Klassenerhalt, so der 55-Jährige.

Beim SSV Merten ist man sportlich noch einen Schritt weiter. Im vergangenen Jahrzehnt spielte der Verein stets in Landes- oder Mittelrheinliga. In der abgelaufenen Spielzeit belegte Merten dann als Aufsteiger Rang zwei hinter dem heutigen Regionalligisten Bonner SC. Besser hätte es im Jahr des 100-jährigen Vereinsbestehens kaum laufen können, ist sich auch Mertens Coach Bünyamin Kilic bewusst: „Als Aufsteiger oben mitzuspielen, ist immer überraschend. Daher waren wir stolz, die beste Mannschaft hinter dem BSC zu sein.“ Ein konkretes Ziel habe man nun nicht. „Wir wollen einfach erfolgreich sein und versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Dann schauen wir, was dabei herauskommt. Eine Platzierung im oberen Drittel wäre herausragend“, stellt er klar.

Merten setzt auf zwei Zugänge vom Bonner SC

Personell hat es keinen großen Aderlass gegeben. Drei aus der ersten 15 seien gegangen, sagt Kilic. Dies sind Danny Simmo (SSV Bornheim), Gaspard Fehlinger (SV Lövenich) und Inas Islamovic (RW Koblenz). Doch mit Hamza Salman und Michael Okoroafor (beide vom Bonner SC) gibt es auch namhafte Zugänge. Das Kommando dürfte weiterhin der regionalligaerfahrene Jerome Propheter (35) als Kapitän und Abwehrchef führen. Zugang Salman und Vizekapitän Pascal Köpp, mit 30 Jahren ebenfalls einer der ältesten Spieler, sollen ebenfalls vornewegmarschieren.

„Kilic macht es klasse, ich bin dankbar, dass er weiter bei uns aktiv ist. Er hat die Mannschaft Stück für Stück weiterentwickelt“, sagt der Mertener Vorsitzende Zimmermann, der seit einigen Tagen in die Fußstapfen des langjährigen Klubchefs Theo Riegel tritt, der ins zweite Glied getreten ist und laut Zimmermann „so vieles auf den Weg gebracht hat“. Zu diesem Wirken gehört auch die Schaffung eines neuen Naturrasenplatzes gleich neben dem Kunstrasenfeld. Dort steigt dann auch am Tag der Saisoneröffnung ein Jugendspiel. Kilic blickt dem Event mit Vorfreude entgegen: „Es ist eine absolute Ehre, ein Eröffnungsspiel zu bestreiten und dann auch noch mit einem Derby. Das wird ein gut besuchtes und sportlich interessantes Spiel“, ist Kilic überzeugt.

Auszeichnungen der fairsten Mannschaften

Diese Vorfreude teilt er mit Patrick Zielezny, der auf dem jüngsten Verbandstag Markus Müller als Vorsitzenden das Verbandsspielausschusses abgelöst hat. „Die Vereine haben es uns dieses Jahr mit vielen sehr guten Bewerbungen in der Auswahl nicht leicht gemacht. Dies zeigt, dass sich die Saisoneröffnung zu einer attraktiven Veranstaltung weiterentwickelt hat, die für den Heimverein ein optimales Schaufenster darstellt, sich im Vorfeld dieses Einzelspiels präsentieren zu können. Durch diese Aufmerksamkeit profitiert die Mittelrheinliga als unsere höchste Verbandsspielklasse insgesamt“, so Zielezny. Im Rahmen der Saisoneröffnung zeichnet der FVM in diesem Jahr erneut die fairsten Mannschaften der vergangenen Spielzeit mit Pokalen und Preisen im WestLotto-Fair-Play-Pokal sowie im FVM-Fair-Play-Pokal der Junioren aus. Auch die Frauen starten mit einem Saisoneröffnungsspiel in die Spielzeit 2025/26. Zum Auftakt erwartet Mittelrheinliga-Aufsteiger SV Bergfried Leverkusen am Freitag, 12. September, 19.30 Uhr, den TSV Alemannia Aachen.

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