Lagebild des Amateurfußballs 2025/26: FVM-Zahlen zu Gewalt und Diskriminierung

Lagebild des Amateurfußballs 2025/26: FVM-Zahlen zu Gewalt und Diskriminierung

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) veröffentlichte das 12. „Lagebild Amateurfußball". Seit der Saison 2014/15 lässt der DFB auf Grundlage des Spielberichts der Schiedsrichter*innen jährlich ermitteln, wie es mit Blick auf Gewalt und Diskriminierung um die Lage des Amateurfußballs in Deutschland bestellt ist.   

Im gesamten FVM-Gebiet fanden in der Saison 2025/26 mehr als 63.500 Spiele statt. Dabei wurden bei 384 Partien Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle erfasst, was einer Quote von 0,60 Prozent entspricht. In 70 Fällen führten die Vorfälle zu einem Spielabbruch. Damit bewegen sich die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau wie in der Vorsaison 2024/25. Damals wurden bei über 62.000 Spielen rund 360 Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle registriert, was einer Quote von 0,59 Prozent entsprach. Vorzeitig abgebrochen wurden insgesamt 78 Spiele. 

„Die Statistik zeigt, dass sich die Zahl der Vorfälle im FVM-Gebiet auf einem gleichbleibenden Niveau wie in der vergangenen Saison befindet. Gleichwohl bewegt uns aber jeder einzelne Vorfall, denn hinter jedem Vorfall stehen auch Menschen, die unter dem Verhalten anderer Personen zu leiden haben“, erklärt Johanna Sandvoß, Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche Verantwortung, und betont: „Die vorliegenden Daten erlauben lediglich eine quantitative Betrachtung. Aussagen zur Intensität oder zum persönlichen Erleben sind damit nicht verbunden.“  

„Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass das, was auf den Fußballplätzen am Mittelrhein passiert, auch in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext zu sehen ist. Menschen kommen mit gewissen Energien und Emotionen auf den Fußballplatz. Die Verantwortung für ein gutes Miteinander tragen wir alle durch unser Verhalten und aktives Eingreifen. Leidenschaft und Emotionen sind erwünscht, Gewalt und Diskriminierung haben auf unseren Plätzen nichts zu suchen und werden auch konsequent geahndet“.

Bundesweit weniger Gewalt- oder Diskriminierungsfälle und mehr Spielabbrüche 

Bundesweit zeigten sich bei insgesamt 1,284 Millionen abgeschlossenen Spielberichten leichte Veränderungen. Während die Zahl der Partien mit gemeldeten Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen zum dritten Mal in Folge zurückging (auf 5.450), wurden geringfügig mehr Spiele abgebrochen (842 nach 825 im Jahr zuvor). Damit wurde bei 0,42 Prozent aller Spiele mit abgeschlossenem Spielbericht ein Vorkommnis gemeldet und 0,07 Prozent abgebrochen.

Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, sagt: “Insgesamt zeigen die aktuellen Zahlen ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Der leichte Anstieg bei den Spielabbrüchen zeigt, dass es keinen Anlass gibt, sich mit der grundsätzlich positiven Entwicklung der vergangenen Jahre zufriedenzugeben. Ein Spielabbruch ist ein gravierendes Ereignis. Signifikante Einzelfälle prägen die Geschädigten nachhaltig und haben darüber hinaus maßgeblichen Einfluss auf die allgemeine öffentliche Wahrnehmung. Deshalb müssen wir alle im Fußball unsere Anstrengungen, insbesondere in der Präventionsarbeit, weiter intensivieren, um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander zu fördern. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Datenqualität des Lagebilds weiter zu verbessern. Daher rufen wir alle Beteiligten ausdrücklich auf, Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung konsequent zu melden.“  

Zweite Saison mit „Kapitänsregel" und „DFB-STOPP-Konzept“   

Zu den zentralen Bausteinen der Gewaltprävention im Amateurfußball zählen weiterhin die Kapitänsregel und das DFB-STOPP-Konzept. Beide Maßnahmen sollen dazu beitragen, Konflikte zu entschärfen, die Kommunikation auf dem Platz zu verbessern und Eskalationen möglichst zu verhindern. Darüber hinaus arbeiten der DFB und seine Landesverbände kontinuierlich an Schulungs-, Präventions- und Unterstützungsangeboten für Vereine, Schiedsrichter*innen und weitere Beteiligte. 

Dazu erklärt FVM-Präsident Christos Katzidis: „Fußball ist Leidenschaft, positive Leidenschaft! Ein respektvolles Miteinander ist die Grundlage für unseren Sport. Hier sind an erster Stelle die Vereine gefordert, die auf den Sportplätzen das Hausrecht ausüben. Uns als Verband ist es wichtig, unsere Vereine dabei bestmöglich zu unterstützen und zu beraten, sei es durch Sicherheitskonzepte, individuelle Club-Beratungen, Fortbildung oder Instrumente für unsere Schiris, wie das DFB-STOPP-Konzept oder die Kapitänsregel. Die Erfahrungen der vergangenen beiden Spielzeiten zeigen, dass das DFB-STOPP-Konzept und die Kapitänsregel eine hohe Akzeptanz bei allen Beteiligten genießen und zunehmend Anwendung finden. Mit diesen Maßnahmen stärken wir die Eigenverantwortung aller Beteiligten und setzen ein klares Zeichen für Fairness und gegenseitigen Respekt“. 

Das DFB-STOPP-Konzept kam in der Saison 2025/26 in 348 Spielen im FVM zur Anwendung. Über 90 Prozent dieser Spiele konnten regulär und demzufolge ohne einen Spielabbruch beendet werden.  Nach nun zwei kompletten Spielzeiten lässt sich festhalten, dass sowohl das DFB-STOPP-Konzept als auch der Kapitänsdialog flächendeckend umgesetzt werden, bereits eine hohe Akzeptanz bei allen Beteiligten haben und vermehrt Anwendung finden.

Zur Auswertung:

Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle werden im offiziellen Spielbericht über Eintragungen der Schiedsrichter*innen gemeldet. Grundsätzlich kann die Statistik also nur abbilden, was im Spielbericht erfasst und wie eine Meldung abgegeben wurde.    

„Wir als Verband bieten unterschiedlichste Maßnahmen zur Aufklärung, Prävention und Sensibilisierung an, um unsere Schiedsrichter*innen weiter dahinzubringen, die Meldung von Gewaltvorfällen auf den Fußballplätzen im Spielbericht vorzunehmen und damit mehr Vorfälle sichtbar zu machen“, erklärt Sandvoß. „Dann haben wir auch die Möglichkeit als Verband aktiv zu werden.”

Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt und Diskriminierung auf dem Fußballplatz 

Den Saisonstart hat der FVM auch in diesem Jahr zum Anlass genommen, um eine Reihe verschiedener Maßnahmen vorzustellen, die Gewalt und Diskriminierung auf dem Fußballplatz entgegenwirken sollen:       

FVM-Standpunkt gegen Gewalt, Diskriminierung und Extremismus im Fußballsport   

Der FVM positioniert sich klar gegen jede Form der Gewalt, möchte Gewalt und Diskriminierung entgegenwirken und über den Fußball aktiv dabei helfen, diese Themen zu diskutieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Zu diesem Zweck hat der FVM einen Standpunkt gegen Gewalt, Diskriminierung und Extremismus inklusive Maßnahmen der Prävention und Intervention formuliert. 

Den FVM-Standpunkt finden Sie hier

FVM-Plakat zum Umgang mit Diskriminierung   

Betroffenen von Diskriminierung soll das Plakat in der Situation selbst oder auch im Nachgang an einen Vorfall Unterstützung bieten und sie stärken. Darüber hinaus werden möglichst niedrigschwellige sowie wirksame Handlungsempfehlungen mit an die Hand gegeben.

Das FVM-Plakat zum Umgang mit Diskriminierung finden Sie hier

Fair bleiben – Vorbild sein!  

Mit der Kampagne „Fair bleiben – Vorbild sein!“ setzt der Fußball-Verband Mittelrhein ein Zeichen für mehr Fairness, Respekt und Wertschätzung im Kinder- und Jugendfußball. Im Rahmen der Fair-Play-Spieltage wurden Vereine, Eltern und Aktive gemeinsam dafür sensibilisiert, ein positives Umfeld für junge Spielerinnen und Spieler zu schaffen und Vorbild am Spielfeldrand zu sein.  

Die News zur Kampagne finden Sie hier

Fair Play-Meldung im FVM

Dem FVM ist es wichtig, Menschen vorzustellen, die Fair Play durch faires Verhalten und Respekt vor dem Gegner auch auf dem Fußballplatz leben. Diese Personen gilt es regelmäßig auszuzeichnen und so sichtbar zu machen.    

Alle zu den Fair Play-Meldungen im FVM gibt es hier

Fair-Play auf dem Platz hat seit der Spielzeit 2025/26 eine unmittelbare sportliche Auswirkung auf dem Platz:  Der Bitburger-Pokal der Herren (64 Teams) wird zwischen teilnahmeberichtigen Mannschaften, die sich über den Kreispokal qualifiziert haben, die als Mittelrheinligisten per se teilnahmeberichtig sind sowie den bestplatzierten Mannschaften des WestLotto Fair-Play-Pokals der vergangenen Saison (insofern sie sich nicht bereits anderweitig qualifiziert haben), ausgespielt.  

FVM-Leitfaden zum Thema Sicherheit  

Der FVM hat einen Leitfaden zum Thema Sicherheit herausgegeben, der den Vereinen praktische Anregungen gibt, wie die Sicherheit bei Spielen weiter erhöht werden kann – unabhängig von der Spiel- und Altersklasse.  

Den FVM-Leitfaden zum Nachlesen finden Sie hier

DFB-STOPP-Konzept und Kapitänsdialog   

Mit Beginn der Saison 2024/25 wurden in allen Spielen und Wettbewerben des FVM im Senior*innen- und Junior*innen-Bereich das DFB-Stopp-Konzept und der Kapitänsdialog eingeführt. Beides sind Maßnahmen, die deeskalierend wirken und zur Stärkung des Fair-Play-Gedankens auf den Plätzen am Mittelrhein beitragen sollen.  

Hier gibt es alle Informationen zum DFB-STOPP-Konzept und der Kapitänsregel. 

„Psychologische Erstbetreuung“ für Schiedsrichter*innen im FVM   

Für den Fall, dass Schiedsrichter*innen von Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen betroffen sind, steht den Schiris in jedem der neun FVM-Kreise eine Betreuungsperson zur Verfügung.   

Weitere Informationen zur "Psychlogoischen Erstbetreuung" finden Sie hier

Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierung- und Extremismusvorfälle des WDFV   

Alle Vorfälle, die auf und neben dem Fußballplatz stattfinden, können bei der zentralen Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusvorfälle gemeldet werden.   

Weitere Informationen zur Anlaufstelle des WDFV gibt es hier

Kartenset für Vereine: Handlungshilfen gegen Gewalt und Diskriminierung    

Der FVM hat ein Kartenset mit praxisnahen Beispielen zu Gewalt- sowie Diskriminierungsvorfällen erstellt und diese mit Handlungshilfen versehen. Das Kartenset ist so aufgebaut, dass auf der Vorderseite beispielhafte Szenen dargestellt werden – unter anderem zu den Themen „Körperliche Gewalt“, „Rassismus“ oder auch „Mobbing“. Auf der Rückseite der jeweiligen Karte sind entsprechende Handlungshilfen aufgeführt. Ansprechen möchte der FVM in erster Linie Jugendabteilungen und deren Trainer*innen. Dort kann das Kartenset beispielsweise zur Aufarbeitung von Vorfällen oder zu Sensibilisierungszwecken der Teams eingesetzt und in die Trainingsarbeit integriert werden.   

Hier geht es zum Kartenset für Vereine. 

DFB-Kampagne „Schiris gegen Diskriminierung“   

In einem Video rufen die Profi-Schiedsrichter*innen dazu auf, noch entschlossener einzuschreiten, wenn das Spielfeld zum Schauplatz von Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus wird. "Schiris gegen Diskriminierung" wird vom DFB und den Landesverbänden künftig in der Präventionsarbeit, so auch in Schulungen und in der Aus- und Fortbildung von Unparteiischen, eingesetzt.  

Alle Informationen zur DFB-Kampagne hier

Kurzfilme zu diskriminierungs(un)sensibler Sprache   

Die Filme sollen informieren, sensibilisieren sowie Handlungsempfehlungen zum Umgang mit alltäglichen diskriminierenden Äußerungen geben, die häufig homo-, trans-, inter-, frauen- oder behindertenfeindlich oder sexistisch sind.   Dabei stehen sowohl die Schaffung eines Bewusstseins für diskriminierende Äußerungen im Mittelpunkt als auch die Vermittlung von Inhalten sowie Handlungsempfehlungen zur Prävention und Intervention, wie beteiligte Personen mit solchen Äußerungen umgehen bzw. darauf reagieren können. 

Den Kurzfilm finden Sie hier

Projekt „Wir stellen Hass vom Platz“  

Mit dem Projekt „Wir stellen Hass vom Platz“ erhalten Schiedsrichter*innen eine zentrale Anlaufstelle für die Meldung von digitalen Anfeindungen, Beleidigungen und Bedrohungen. Die eingehenden Fälle werden von einem geschulten Clearinggremium geprüft und bewertet. Bei strafrechtlich relevanten Inhalten können die zuständigen Behörden eingeschaltet werden. Ziel des Projekts ist es, Betroffene zu unterstützen, sie nicht alleine zu lassen und ein klares Zeichen gegen Hass und Hetze im Fußball zu setzen.

Hier finden Sie alle Informationen zum Projekt "Wir stellen Hass vom Platz". 

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