Integration – Bundesregierung, DFB und die 21 Landesverbände im Austausch

Integration – Bundesregierung, DFB und die 21 Landesverbände im Austausch

Der 21. Juni stand ganz im Zeichen der Integration. Der Einladung von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, folgten die Integrationsbeauftragten aller 21 Landesverbände sowie der DFB-Integrationsbeauftragte, Cacau, nach Berlin. Die Vertretung für den Mittelrhein übernahm FVM-Integrationsbeauftragter und gleichzeitig –Vizepräsident, Jürgen Aust, der viele interessante Erfahrungen und Erkenntnisse rund um aktuelle Projekte und Herangehensweisen mitnehmen konnte.

Zu Beginn der Veranstaltung fasste Staatsministerin Aydan Özoğuz die historischen Entwicklungen zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zusammen: „Die Kooperation zwischen dem DFB und der Bundesregierung ist für die Integrationsarbeit in Deutschland extrem wichtig. Durch die Gründung der Flüchtlingsinitiativen 1:0 und später dann 2:0 für ein Willkommen fördern wir Fußballvereine, die sich speziell für Flüchtlinge engagieren.“ Im Rahmen der beiden Initiativen durften sich bereits mehrere tausend Fußballvereine über unterstützende Gelder aus dem zur Verfügung gestellten Millionenpaket der DFB-Stiftung Egidius Braun, der Nationalmannschaft und der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration freuen.

Viele spannende Eindrücke schilderten auch die Vertreter der 21 Landesverbände. Besonders positiv ist, dass viele Fußballvereine Flüchtlingsmannschaften in ihren Spielbetrieb aufgenommen haben. Aber auch eigenständige Flüchtlingsvereine wurden gegründet. Letzteres entspricht jedoch nicht den Vorstellungen der Integration, die für die Einbindung der Geflüchteten in die Vereine stehen.

Als schwierig stellt sich die Aufenthalt-Situation der Flüchtlinge dar. Durch den Schwebezustand zwischen dem Verbleib in der Bundesrepublik und der Abschiebung entsteht eine Grauzone. Dadurch können die Spieler bzw. Flüchtlinge nicht so schnell  integriert werden. An dieser Stelle wies Staatsministerin Özoǧuz darauf hin, dass neue Gesetze zur Vereinfachung dieses Zustands in Planung sind.

Einig waren sich die Teilnehmer in dem Wunsch, dass es an der Basis, in Kooperation mit dem DFB, mehr Fortbildungsveranstaltungen geben soll. So können Integrationshelfer bestimmte Situationen im Umgang mit geflüchteten Menschen besser lösen. Passend hierzu ließ Ex-Bundesligaprofi und seit 2016 DFB-Integrationsbeauftragter Cacau die Teilnehmer wissen, dass neben den Bereichen Ehrenamt, Asylbestimmungen und Ausbildung der Übungsleiter, auch Fortbildungen dieser Art ganz oben auf der Agenda stehen.

Neben dem Thema Integration standen auch die Bereiche Gewaltprävention und Rassismus auf der Tagesordnung. Spieler, die durch unsportliches Verhalten auffällig geworden sind, wurden im Rahmen von Gewaltpräventionsprojekten zu Schulungen aufgefordert. Verschiedene Methoden des Antiaggressionstrainings sind dabei Inhalte solcher Schulungen. Die Landesverbände Bayern und Berlin führen derzeit Pilotprojekte in diesem Bereich durch.

FVM-Vertreter Jürgen Aust empfand das Zusammenkommen in Berlin äußerst gelungen: „Veranstaltungen in diesem Rahmen und zu diesen wichtigen gesellschaftlichen Themen müssen auch in Zukunft weiter gefördert werden. Viele aufschlussreiche Erfahrungen und spannende Diskussionen konnte ich gewinnen und mitnehmen." Nach dem Besuch im Bundeskanzleramt hatte der Vizepräsident auch noch die Gelegenheit, sich in das Kondolenzbuch des verstorbenen Alt-Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl einzutragen.

Foto: Jürgen Aust (hintere Reihe, zweiter von links) gemeinsam mit Staatsministerin Aydan Özoğuz, dem DFB-Integrationsbeauftragten Cacau und den Integrationsbeauftragten der weiteren 20 Landesverbände.

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