Bühne frei für eine neue Spielzeit heißt es am Freitag, 11. September, 19.30 Uhr, auf dem Sportplatz Allner-Bödingen in Hennef. Mit der Mittelrheinliga-Partie des SV Allner-Bödingen gegen den SV Menden starten die Fußballerinnen am Mittelrhein in die Serie 2026/27. Dass die offizielle Saisoneröffnung gleich mit einem Lokalduell aufwartet, sorgt für zusätzliche Brisanz und Vorfreude. „Mit dem Derby im Fußballkreis Sieg ist mit einem spannenden Auftakt in die neue Saison der Frauen-Mittelrheinliga zu rechnen“, ist sich Emilie Schmidt, Vorsitzende des Verbandsausschusses für Frauenfußball, sicher. Zudem habe der SV Allner-Bödingen über Jahre sportlich unter Beweis gestellt, zu den arrivierten Teams der Frauen-Mittelrheinliga zu gehören. So sei die Entscheidung leichtgefallen, „die sehr gute und kreative Bewerbung aus Allner auszuwählen“. Nico Schmied, Trainer des SV Menden, kann diese Einschätzung auch aus seiner Warte bestens nachvollziehen. „Spiele bei Allner-Bödingen sind immer etwas Besonderes, dort zur Saisoneröffnung anzutreten, verleiht der Partie zusätzliche Bedeutung. Es werden sicherlich viele Leute kommen. Das hat der FVM gut gemacht“, findet er.
Besondere Ehre und Ansporn zugleich
Beim Gastgeber wird man all diese Worte gerne hören. Sie sind vor allem ein Ansporn, den Besucher*innen am Freitag einen stimmungsvollen Abend zu bereiten. „Es ist alles andere als selbstverständlich, beim offiziellen Auftakt spielen zu dürfen. Wir empfinden es als eine Ehre, hoffen auf eine große Kulisse und wollen Werbung für den Frauenfußball machen, denn der hat es verdient“, meint Alessandro Nicosia, Trainer beim SV Allner-Bödingen. Er erwartet ein gutes Spiel und ein Duell auf Augenhöhe.
Der Coach kennt den Frauenfußball aus vielerlei Perspektiven und ist schon herumgekommen. Nicosia hat bereits beim VfL Bochum und Fortuna Köln gearbeitet. Zuletzt war er für den Wesselinger Landesligisten SSV Berzdorf verantwortlich. Nun stellt er sich der neuen Herausforderung beim Tabellendritten der abgelaufenen Saison. „Es war ein Herzenswunsch für mich, hier bei Allner-Bödingen zu arbeiten“, betont er. Zwar habe es auch andere Anfragen gegeben, doch das „Projekt hier reizt mich sehr“. Der Kölner sieht sich in einem gut geführten Verein, mit einer wachsenden Frauen-Abteilung, in dem „sich viel bewegen lässt“.
Namhafte Abgänge mussten kompensiert werden
Zunächst gilt es, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Denn sechs Spielerinnen – darunter auch etablierte Kräfte wie Judith Schmickler (Viktoria Köln), Paula Grammersbach und Luzia Marxs (beide Deutz 05) – haben den Klub verlassen. Besonders bitter sei es, dass mit Kim Plötz eine starke Keeperin aufgehört habe, findet Nicosia. In den Testspielen habe man daher einiges ausprobiert. „Unter dem Strich bin ich davon überzeugt, dass wir ein gutes Team haben, mit dem wir in der Mittelrheinliga eine ordentliche Rolle spielen können“, sagt er.
Dazu zählen auch einige neu verpflichtete Spielerinnen. Samata Psarros hat der Coach aus Berzdorf mitgebracht. Die 16-Jährige gilt als talentierte Stürmerin. Großes Potenzial sieht Nicosia auch in Lena Kuyumcu (17), die aus Brauweiler gekommen ist. „Wir haben das Team verjüngt und Abgänge kompensiert“, erklärt er. Den Ton angeben werden weiterhin die offensivstarke Kapitänin Lacona Wickert sowie Nicole Rauch und Rebecca Barth im Zentrum. Sie sollen letztlich einen offensiven Fußball spielen und Gegner früh unter Druck setzen. „Das ist mein Fußball, aber selbstverständlich müssen wir auch andere Varianten draufhaben, damit wir uns auf unterschiedliche Gegner einstellen können“, so Nicosia.
Neuer Cheftrainer beim SV Menden
Auch in Menden ist ein neuer Trainer am Werk. Schmied unterstützte das Team zwar auch schon als Co-Trainer im Saisonendspurt, der mit dem Klassenerhalt belohnt wurde, doch nun hat er als Chefcoach das Sagen. „Wir wollen nicht noch einmal so lange um den Liga-Erhalt zittern“, gibt der 38-Jährige eine klare Ambition vor. Schmied bringt viel Erfahrung mit. Vor seiner vierjährigen Pause war er bereits als Trainer im Herren- und Frauenbereich in Menden tätig. „Jetzt ist der Akku voll und ich habe große Lust, etwas zu bewegen“, stellt er klar. Er peilt einen einstelligen Tabellenplatz an.
Dabei setzt er auf die Regionalliga-erfahrene Rechtsverteidigerin Romy Zeleny. Sie lief zuletzt für die SV Deutz 05 auf, hat aber eine Mendener Vergangenheit und ist nun an alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Große Stücke hält Schmied auch auf Marie Prenner. „Sie ist eine richtig starke Stürmerin“, sagt er über die reaktivierte Angreiferin. Zu den etablierten Säulen im Team gehören Klara Schaack und Lea Bindseil, die beide im Mittelfeld auflaufen sowie Teresa Kohlen in der Innenverteidigung. Zudem weiß Schmied um ein großes Talent in seinem Kader: Aalya Becker, gilt trotz ihrer erst 20 Jahre als eine Spielerin, die von der Zehnerposition aus dem Mendener Spiel Impulse verleihen kann.
Ehrung der WestLotto Fairplay-Pokal-Gewinnerinnen
Die Begegnung zum Auftakt wird dabei unweigerlich zu einem ersten, mit großer Spannung erwarteten Gradmesser für beide Mannschaften. Zumal wohl angesichts des Eröffnungsspiels mehr Augen als gewöhnlich die Leistungen der Spielerinnen in den Blick nehmen werden. Mit dabei sein werden auch Vertreter*innen der fairsten Frauen-Teams der Vorsaison. Denn erneut bietet die Saisoneröffnung auch eine Bühne für die Gewinnerinnen im WestLotto Fairplay-Pokal der Frauen. Diese werden vor Ort für ihre vorbildliche Spielweise ausgezeichnet.
