„Futsal ist einfach eine großartige Sportart“: dynamisch, fair und anspruchsvoll

„Futsal ist einfach eine großartige Sportart“: dynamisch, fair und anspruchsvoll

Futsal wird in Deutschland immer beliebter. Im Herbst vergangenen Jahres wurde die neue Futsal-Bundesliga ins Leben gerufen. Eine Mannschaft aus dem Gebiet des FVM ist dort noch nicht vertreten. Aber die Futsal Panthers Köln sind auf dem Weg dorthin. Was ist das Faszinierende an der von der FIFA als offizielle Form des Hallenfußballs ausgerufenen Sportart?

Das Spiel ist schnell und dynamisch. Der Umgang miteinander ist fair und respektvoll. Es ist sowohl technisch anspruchsvoll als auch herausfordernd. Futsal ist auf der Überholspur. Viele fasziniert die offizielle Art des Hallenfußballs. In Deutschland gibt es seit Herbst des vergangenen Jahres erstmals eine Futsal-Bundesliga. Die Nationalmannschaft hat zuletzt einige beachtliche Ergebnisse erzielt. Das Ziel ist weiterhin, kurzfristig an einem der großen internationalen Turniere teilzunehmen. 

Im Gebiet des Fußball-Verbandes Mittelrhein sind die Futsal Panthers aus Köln derzeit das ambitionierteste Team. Der Verein hat beste Chancen, den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen. „Wir freuen uns, dass wir mir den Panthers einen Vorreiter im Futsal im FVM haben. Der Verein steht bereits auf einer breiten Basis und bietet auch für Jugendmannschaften Trainingseinheiten an“, sagt Michael Schnitzler, Futsal-Beauftragter beim FVM. „Die Frauenmannschaft der Panthers spielt als einziges Teams aus dem Mittelrhein in der Regionalliga und einige Spielerinnen werden regelmäßig zu Sichtungslehrgängen des DFB eingeladen.“

Einer der Pioniere des Futsals in Deutschland ist Timo Heinze. Der 36-Jährige begann seine Futsal-Karriere bei den Futsal Panthers Köln und beendete sie dort auch Ende 2019. Heinze führte die deutsche Nationalmannschaft beim ersten Länderspiel in der Geschichte im Oktober 2016 gegen England als Kapitän in die Halle. In dieser Partie gelang ihm auch das erste deutsche Futsal-Länderspiel-Tor. Heute arbeitet Heinze als Sportpsychologe im Nachwuchsbereich von Bayer 04 Leverkusen. „Mich fasziniert beim Futsal, dass man immer fokussiert und konzentriert sein muss. Man steht während der gesamten Spielzeit unter Strom und hat wahnsinnig viele Ballkontakte. Das führt dazu, dass man sich permanent an der Leistungsgrenze bewegen muss. Während man sich im „normalen“ Fußball vielleicht auch mal den einen oder anderen Moment zum Durchatmen nehmen kann, ist das im Futsal nicht möglich“, sagt Heinze. „Hinzu kommt, dass man beim Futsal von allem etwas können muss. Es reicht nicht, ein guter Verteidiger oder ein torgefährlicher Angreifer zu sein. Im Futsal zählt das Gesamtpaket. Cleverness und Raffinesse sind in diesem Zusammenhang meiner Erfahrung nach ganz entscheidende Faktoren.  Hinzu kommt, dass die Begegnungen oft noch bis zur letzten Sekunde in die eine oder andere Richtung kippen kann.“

 

Deniz Gültas ist einer der Gründer der Futsal-Mannschaft des Longericher SC. Im Interview erklärt der 32-Jährige, wie es dazu kam, welche Hürden er mit seinen Mitstreitern überwinden musste und warum Futsal eine tolle Sportart ist. 

Wie entstand die Idee zur Gründung einer Futsal-Mannschaft?  

Gemeinsam mit ein paar Freunden kickte Deniz Gültas immer freitagnachmittags in einem Kölner Park. Im Zuge dessen entwickelten sie den Gedanken, eine eigene Futsal-Mannschaft ins Leben zu rufen. „Wir haben dann überlegt, ob wir das eigenständig machen oder uns einem bereits bestehenden Verein anschließen sollten“, sagt Gültas. Die Entscheidung fiel dann zugunsten des Longericher SC aus. 

Welche Vorteile hat der Verein von der Gründung einer Futsal-Mannschaft? 

Im Fall des Longericher SC sind bis heute 28 neue Mitglieder dazugekommen. Der Verein kann eine weitere moderne Sportart anbieten und sich so für eine neue Zielgruppe öffnen. Futsal ist in Deutschland gerade sehr angesagt. 

Was muss der Verein für eine Futsal-Mannschaft leisten? 

Es entstehen ein paar Kosten – zum Beispiel für die Organisation des Spielbetriebs, für die Bereitstellung der Schiedsrichter*innen und die Ausrüstung der Mannschaft. Das Wichtigste allerdings ist, dass das Futsal-Team Hallenzeiten zum Trainieren und Spielen zur Verfügung gestellt bekommt. 

Welche Voraussetzungen sollten gegeben sein, um eine Futsal-Mannschaft zu gründen? 

Ein fester Stamm an Spielerinnen bzw. Spielern ist wichtig. „Acht bis zehn Mitglieder sollte die Mannschaft schon haben, um regelmäßig wechseln und auch mal einen Ausfall kompensieren zu können“, sagt Gültas. Im Futsal werden zwar nur vier Feldspieler und ein Torwart gebraucht. Aber der Sport ist hochintensiv. Es ist kaum möglich, die gesamte Spielzeit über auf dem Platz zu stehen. 

Warum wird Futsal in Deutschland immer beliebter? 

„Futsal ist einfach eine großartige Sportart“, sagt Gültas. „Es macht unglaublich viel Spaß.“ Viele finden es angenehmer, im Winter in einer Halle zu trainieren oder zu spielen. Futsal ist ein extrem dynamischer Sport. Er ist technisch anspruchsvoll, schnell und auch taktisch geprägt. Außerdem geht es fast immer fair zu und in den meisten Fällen wird weniger aggressiv gespielt. „Bei uns steht ganz klar der Spaß im Vordergrund“, sagt Gültas. „Wir sind ein eingeschworener Haufen, der auch gerne in der Freizeit etwas unternimmt. Das ist unserer Meinung nach mindestens genauso wichtig wie der sportliche Erfolg.“ 

Wie sieht das Ligensystem in Deutschland aus? 

Im Herbst vergangenen Jahres hat die Futsal-Bundesliga ihre Premiere gefeiert. Ein Team aus dem Verbandsgebiet des FVM ist dort noch nicht vertreten – aber die Futsal Panthers Köln sind auf dem Sprung in die Bundesliga. Unter der höchsten Spielklasse in Deutschland gibt es fünf Regionalligen. Dann folgt im Fall des FVM die Mittelrheinliga als derzeit unterste Spielklasse. Der Longericher SC ist dort gerade Schlusslicht. Bei den Frauen ist die Futsalliga West die höchste Spielklasse in NRW. Eine Bundesliga gibt es nicht. Im Nachwuchsbereich werden sogenannten FVM-Futsal-Cups ausgespielt.
 

Die Futsal-Regeln

  • Die Spielzeit beträgt 2 x 20 Minuten netto – bei Spielunterbrechungen wird die Zeit gestoppt.  
  • Es gibt indirekte und direkte Freistöße analog zum Feldfußball. Die direkten Freistöße werden kumuliert und nach dem fünften Mannschaftsfoul (innerhalb einer Halbzeit) gibt es für jedes weitere Foul einen direkten Freistoß für den Gegner vom Zehn-Meter-Strafstoßpunkt. Futsal wird immer ohne Bande und mit einem kleineren (Größe 4), für die Halle sprungoptimierten Ball gespielt.
  • Futsal-Tore sind 3 x 2 Meter groß und damit kleiner als Fußball-Kleintore (5 x 2 Meter).
  • Der Ball wird nicht eingerollt, sondern eingekickt. Der Ball muss dabei auf der Seitenlinie ruhen und die gegnerischen Spieler*innen müssen einen Abstand von fünf Metern einhalten. Der / die Spieler*in hat für den Einkick ab dem Zeitpunkt, an dem der /die Schiedsrichter*in den Ball freigibt, maximal vier Sekunden Zeit. Dies gilt übrigens für alle Spielfortsetzungen wie Abwurf, Eckstoß sowie Straß- und Freistöße. 
  • Beiden Mannschaften steht pro Halbzeit jeweils eine Auszeit von einer Minute zu, die bei Zeitnehmer*in oder drittem / dritter Schiedsrichter*in angemeldet werden muss und nur bei Spielunterbrechungen bei eigenem Ballbesitz genutzt werden kann. 
  • Ein Strafstoß (nach Foul im Strafraum) wird aus sechs Metern Torentfernung ausgeführt.
  • Zwei Schiedsrichter*innen leiten die Partien gleichberechtigt und bewegen sich jeweils an den Seitenauslinien des Spielfeldes.
     

Futsal-Schiedsrichter*in werden 

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