Am 7. und 8. November fand in der Sportschule Hennef erstmals der FVM-Trainerkongress statt. Schon kurz nach der Ausschreibung zeigte sich, wie groß das Interesse war: Bereits am ersten Tag meldeten sich so viele B- und C-Lizenztrainer*innen sowie weitere Interessierte an, dass eine Warteliste eingerichtet werden musste. Das vielfältige Format mit hochkarätigen DFB-Referenten wie U-20-Nationaltrainer Hannes Wolf und dem ehemaligen FIFA-Schiedsrichter Edgar Steinborn, einem breiten Angebot an Workshops und Vorträgen sowie zahlreichen Möglichkeiten zum fachlichen Austausch stieß auf große Resonanz.
Bereits 2020 wurden erste Überlegungen angestellt, eine derartige Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Angesichts personeller Veränderungen im Verband und nicht zuletzt der Fokussierung auf die Anpassung der neuen Ausbildungsstruktur galten Energie und Aufmerksamkeit vorerst anderen Vorhaben. Aufgegeben wurde das Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem Trainer*innen aus dem gesamten Verband zusammenkommen, sich austauschen und neue Impulse mitnehmen, jedoch nicht. Letztlich habe man sich dann zusammengesetzt, erste Planungen aufgenommen – „und für uns war klar: Wir machen das!“, so Sandra Fritz, Geschäftsführerin des FVM.
80 Teilnehmer*innen waren mit Tatendrang und Neugierde dabei
Rund 80 Teilnehmer*innen durfte Fritz in der Sportschule Hennef begrüßen. „Und man hat von Beginn an gespürt, mit wie viel Neugierde, Lust und Tatendrang die Coaches gekommen waren“, so die Geschäftsführerin. „Wir sind nie fertig. Wir sind immer auf der Suche – nach neuen Ideen, besseren Lösungen, anderen Perspektiven“, rief sie den Trainer*innen zu. Möglich machte dies das vielfältige Programm. Dazu trugen auch Expert*innen aus dem DFB, den Nachwuchsleistungszentren, der Deutschen Sporthochschule Köln sowie der Robert-Enke-Stiftung, deren Fokus auf der mentalen Gesundheit im Fußball liegt, bei.
Für Letztere war Ronald Reng, Journalist und Autor, gekommen. Das Gespräch mit dem zugeschalteten langjährigen Bundesliga-Profi Martin Amedick fesselte die Zuhörer*innen spürbar, da er offen über sein Leben mit der Krankheit Depression sprach. „Seine Schilderungen haben die Teilnehmenden berührt und sie für diese Erkrankungen sensibilisiert“, ist FVM-Präsidiumsmitglied Sebastian Knauth überzeugt. Er war als Vorsitzender der Kommission Qualifizierung intensiv in die Vorbereitung des Trainerkongresses involviert.
Angebote für Trainer*innen aus vielen Bereichen
Ohnehin sei der Spagat gut gelungen, sowohl für breiten- als auch für leistungssportorientierte Trainer*innen Input bereitzustellen – auch weil gemeinsame Einheiten sich mit individuell wählbaren Workshop-Themen abwechselten. „Ich bin davon überzeugt, dass für alle etwas dabei war. Das haben auch die äußerst positiven Reaktionen zum Abschluss gezeigt. Alle waren zufrieden mit Referenten und Workshops“, so Knauth. Diesen Eindruck gewann auch FVM-Verbandssportlehrer Felix Eiting: „Den Trainerkongress so besonders gemacht hat die Vielfalt. Wir hatten 80 Teilnehmende aus allen Bereichen des Fußballs vor Ort: Kindertrainer*innen, Mädchen- und Jungentrainer*innen und Erwachsenentrainer*innen.“
Einen bleibenden Eindruck hinterließ auch der einstige Bundesliga- und FIFA-Schiedsrichter Edgar Steinborn. Der 68-Jährige erläuterte die Regelkunde und die Arbeit des Videoassistenten (VAR). Steinborn griff dabei auf Videosequenzen zurück und ermöglichte den Trainern einen spannenden Perspektivwechsel. Er ermunterte zu gegenseitigem Verständnis, schließlich verfolgten alle das gemeinsame Ziel, einen fairen Wettstreit zu erreichen.
Hannes Wolf: Wertvoller Austausch auf dem Trainerkongress
Impulse zur Trainingsphilosophie und Anregungen für die Arbeit auf dem Platz gab Hannes Wolf, U 20-Nationaltrainer und Sportdirektor für Nachwuchs, Training und Entwicklung des DFB. Sein Credo lautet: Viele Spieler in kleinen Gruppen auf mehreren Feldern Übungen absolvieren zu lassen, eine „hohe Aktionsdichte pro Spieler zu schaffen und Vollgas zu geben, um Fußball ganzheitlich und hochdosiert zu erleben“. Den Austausch auf dem Trainerkongress empfand er als sehr wertvoll. „Wenn engagierte Leute zusammenkommen, Gas geben und über Fußball zu sprechen, ist das extrem kostbar.“
Nico Werner, als Coach beim FC Hennef 05 einer der Teilnehmer war ebenfalls angetan. „Der Trainerkongress war eine super Sache. Es gab gute Inhalte für die ganze Breite an Trainerprofilen. Man nimmt Impulse mit, die man umsetzen kann“, erklärte er. Damit wurde die Ambition des FVM mit Leben gefüllt, Menschen zu stärken, sie weiterzuentwickeln und ihnen Werkzeuge an die Hand geben, um ihre Aufgaben im Fußball bestmöglich zu erfüllen.
