Das Hoffen auf den großen Coup

Im Viertelfinale des Bitburger-Pokals erwartet Borussia Freialdenhoven den Favoriten Alemannia Aachen. Ebenfalls am Samstag bestreiten mit dem SV Bergisch Gladbach 09 und dem FC Wegberg-Beeck die Topteams der Mittelrheinliga ein Duell um den Einzug ins Semifinale.

 

 

Das Hoffen auf den großen Coup

Der erste Halbfinalist im Bitburger-Pokal steht schon fest, drei weitere werden noch gesucht. Zwei davon werden knapp eine Woche nach dem 1:0-Sieg des Mittelrheinligisten 1. FC Düren vor 400 Zuschauern beim Landesligisten Eintracht Verlautenheide ermittelt. Mit dem Mittelrheinligisten Borussia Freialdenhoven wird im Viertelfinale erneut ein Underdog versuchen, für einen Coup zu sorgen. Zu Gast ist am Samstag (15 Uhr, Rasenplatz an der Ederener Straße) der große Traditionsklub und Regionalligist Alemannia Aachen. „Vielleicht wird das ja einer der Tage, an denen der Favorit stolpert“, sagt Borussia-Trainer Wilfried Hannes. Für diese Hoffnung hat der einstige Nationalspieler durchaus Gründe. In der vergangenen Saison hat sein Team in der ersten Runde immerhin den damaligen Regionalligisten Wegberg-Beeck aus dem Wettbewerb geworfen und auch beim 1:2 im Viertelfinale gegen Fortuna Köln lag die Borussia lange Zeit aussichtsreich im Rennen. Man habe den Drittligisten damals an den Rande einer Niederlage gebracht, so Hannes, der Freialdenhoven bereits seit 1999 coacht.

Das anstehende Duell mit Aachen ist allerdings auch unabhängig vom Ausgang alles andere als ein alltägliches Vergnügen. „Es werden sicherlich weit mehr als 1000 Zuschauer kommen. Wir  freuen uns unheimlich auf das Spiel“, sagt Hannes, der die Tickets für den Vorverkauf in Aachen persönlich zum Tivoli gebracht hat. Seine Mitstreiter im Klub werden ebenfalls einiges leisten, um bis zum Abpfiff alle Vorbereitungen unter Dach und Fach zu bringen. „Wir müssen uns um ausreichende Parkmöglichkeiten und Sicherheitsvorkehrungen kümmern. Für so einen kleinen Verein ist das viel Arbeit, aber es wird eben auch ein besonderer Tag“, sagt Hannes.

Damit die Überraschung gelingt, muss seine Elf zweifellos ebenfalls einen besonderen Tag erwischen. Vor allem die Achse um Innenverteidiger Christian Kreutzer, Mittelfeldakteur Gerard Sambou und Stürmer Kevin Kruth müsse funktionieren, sagt der Borussia-Trainer. „Außerdem muss es uns gelingen, die Räume eng zu halten“, meint er. Ein Nachteil bestehe wiederum darin, noch nicht im Rhythmus zu sein. Während Freialdenhoven vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres steht, hat Aachen tatsächlich bereits drei Regionalliga-Spiele absolviert.

„Das sollte für uns sprechen, aber das müssen wir auch auf den Platz bringen“, sagt Alemannia-Trainer Fuat Kilic. Seine Mannschaft präsentierte sich zuletzt äußerst stabil. Nicht einen Gegentreffer musste Aachen in den drei Meisterschaftspartien 2019 hinnehmen. „Wir haben wirklich eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive gefunden“, findet der Coach des Liga-Sechsten. Auch die Mentalität stimme. Daher befürchtet er auch keine Überheblichkeit. „Dieser Wettbewerb ist sehr wichtig für uns. Das Finale in Bonn hat einen ganz besonderen Reiz. Dort bietet sich die Chance, einen Titel zu holen und dank der Liveübertragung im Fernsehen vor einem großen Publikum zu spielen. All das wissen die Jungs“, sagt Kilic. Für zusätzlichen Ehrgeiz sorgt die 0:2-Niederlage im Endspiel des Vorjahres gegen den Ligarivalen Viktoria Köln. „Wir wollen gerne zurück nach Bonn und es besser machen“, betont der 45-Jährige.

Auch für die beiden Topteams der Mittelrheinliga, SV Bergisch Gladbach 09 und FC Wegberg-Beeck, ist der Weg nach Bonn ist nicht mehr allzu weit. Nur noch zwei Siege benötigen sie, um das Endspiel im Sportpark Nord am 25. Mai zu erreichen. Das direkte Duell am Samstag (14.30 Uhr, Belkaw-Arena, Paffrather Straße) bezeichnen allerdings beide Rivalen als große Hürde. „Es wird sehr schwierig, denn Wegberg spielt unheimlich konstant“, sagt SV-Sportdirektor Christian Schlösser. Doch so ängstlich wie Mitte November beim 0:3 in der Meisterschaft werde seine Mannschaft sicherlich nicht noch einmal auftreten, sagt er. Schließlich gehe es im Bitburger-Pokal um Reputation und wichtige Einnahmen für den Verein. „Weiterzukommen ist also für alle ein großes Ziel, das wir mit voller Motivation verfolgen werden“, so Schlösser. Angreifer Dion Wendel, der seinen Kreuzbandriss auskuriert hat, stelle für das Spiel trotzdem noch keine Option dar, erklärt der Sportdirektor. „Wir haben aber auch keine Not und genügend Spieler, die Tore machen können“, betont er. Tatsächlich verfügt der Liga-Zweite aus Bergisch Gladbach mit Metin Kizil (11 Saisontreffer) über den besten Torjäger der Mittelrheinliga.

Viele starke Akteure weiß jedoch auch der Mittelrheinliga-Spitzenreiter FC Wegberg-Beeck in seinen Reihen. An dieser Einschätzung ändert auch die erste Saisonniederlage am vergangenen Wochenende beim VfL Vichttal (2:4) nichts. „Das musste ja mal passieren“, sagt FC-Coach Friedel Henßen. Panik und Aktionismus seien daher völlig unangebracht. „Aber natürlich wollen wir unseren Verfolger Bergisch Gladbach jetzt nicht mit einem Pokalerfolg noch weiter aufbauen“, sagt er. Dazu gelte es, absolut konzentriert in das Spiel zu gehen. „Es werden Kleinigkeiten entscheiden“, glaubt Henßen, der nach wie vor auf Kapitän Maurice Passage (Hüft-Operation) verzichten muss. Sebastian Wilms wird das Team daher anführen. „Er bringt ebenfalls viel Erfahrung mit“, sagt der Trainer, der nur allzu gerne zwei weitere Pokalsiege einfahren will, um nach 2014 (1:2 gegen Viktoria Köln) ein weiteres Mal das Finale in Bonn zu erleben.

Das Viertelfinale im Überblick:

Eintracht Verlautenheide (Landesliga 2) - 1. FC Düren (Mittelrheinliga) 0:1
Samstag, 2. März, 14.30 Uhr: SV Bergisch Gladbach (Mittelrheinliga) - FC Wegberg-Beeck (Mittelrheinliga)
Samstag, 2. März, 15 Uhr: Borussia Freialdenhoven (Mittelrheinliga) - Alemannia Aachen (Regionalliga)
Dienstag, 26. März, 18 Uhr: Viktoria Köln (Regionalliga) - Fortuna Köln (Dritte Liga)

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