Bitburger-Pokal: S.C. Fortuna Köln vor Wiedersehen im Südstadion mit Alemannia Aachen

Bitburger-Pokal: S.C. Fortuna Köln vor Wiedersehen im Südstadion mit Alemannia Aachen

Es braucht nur wenige Worte, um die Vorfreude und Spannung zu beschreiben, die das bevorstehende Viertelfinale im Bitburger-Pokal bei den Protagonisten weckt. „Es geht um den Sprung ins Halbfinale eines sehr attraktiven Wettbewerbs. Wem es da an Motivation fehlt, dem kann ich nicht helfen“, sagt Daniel Zillken, Sportdirektor des Regionalligisten Bonner SC. Für seinen Verein besitze der Bitburger-Pokal einen hohen Stellenwert „und wir haben auch eine Pokalgeschichte“, betont er. Erst vor zwei Jahren erreichte das Team aus der Bundesstadt das Endspiel, scheiterte dort vor mehr als 7000 Zuschauer*innen mit 2:4 am TSV Alemannia Aachen. 2017, damals noch im heimischen Sportpark Nord, durften die Bonner sogar den Pott in die Höhe recken, nachdem sie den S.C. Fortuna Köln mit 1:0 bezwungen hatten.

Nur zu gerne würde man an diese Taten anknüpfen. Voraussetzung ist zunächst ein Erfolg beim Landesligisten SC Borussia Lindenthal-Hohenlind am Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr, auf der Kölner Westkampfbahn am Jahnwiesenweg. Kein leichter Job, ist Zillken sicher. „Klar, auf dem Papier sind wir der Favorit. Aber der Gegner steht zurecht im Viertelfinale und spielt auch eine erfolgreiche Meisterschaftssaison“, erklärt er.

Start ins Jahr für Lindenthal-Hohenlind geglückt

Der Start der Kölner in das Pflichtspieljahr gibt ihm Recht. In einem vorgezogenen Spiel hat Hohenlind in der Liga den TuS Marialinden unlängst mit 4:1 bezwungen. „Das verschafft der Mannschaft Selbstvertrauen“, meint Roland Gabriel, Sportlicher Leiter beim SC Borussia. Dennoch sieht er sein Team gegen den BSC in der Außenseiterrolle. Zumal es nach den Karnevalstagen einige krankheitsbedingte Ausfälle zu beklagen gab. „Bonn ist einfach eine große Nummer, von zehn Vergleichen gewinnen sie gegen uns neun“, sagt er, daher sei das Viertelfinale im Bitburger-Pokal vor allem eine schöne Zugabe für die Spieler und den gesamten Verein.

Einer der Mannschaftskapitäne wird dieser Zugabe verpassen: Niklas Hammes ist auf Reisen. „Damit fehlt uns geballte Erfahrung in der Innenverteidigung“, so Gabriel. Dennoch sei die Defensive das Prunkstück. Maximilian Schmidl, Jannis Hackmann und Keeper Nick Esser seien nicht so leicht zu überwinden. Für Struktur soll zudem Justus Urbig im defensiven Mittelfeld sorgen. „Wir hoffen, dass das Spiel lange offen bleibt“, sagt der Sportliche Leiter. Etwas weniger optimistisch stimmt ihn die Ausgangslage im Angriff. „Wir haben im Sommer gute Offensivspieler verloren. Das hat man bislang gespürt“, erklärt Gabriel, der daher hofft, dass der im Winter von Schwarz-Weiß Köln verpflichte Stürmer Ricky Fritzen seine Blessuren rechtzeitig auskuriert hat.

Siegburger SV 04 erwartet den Rekordgewinner Viktoria Köln

Ebenfalls vor einer großen Aufgabe stehen die Fußballer des Mittelrheinligisten Siegburger SV 04. Sie treffen auf den Drittligisten und Rekordgewinner Viktoria Köln (Mi., 25. Februar, 19 Uhr, Stadion Siegburg, Am Stadion 1). Bernhard Lichtenberg, Pressesprecher und Zweiter Vorsitzender in Siegburg, freut sich auf den Vergleich mit dem Favoriten aus Köln. „Dieses Spiel hat für den gesamten Verein eine große Bedeutung. Die Spieler brennen darauf, sich in einem Pflichtspiel mit einer Profimannschaft zu messen und diesen besonderen Abend zu erleben“, erklärt er. Das Siegburger Team kann voraussichtlich in Bestbesetzung antreten, dazu zählen dann auch der agile japanische Flügelspieler Yuta Sakamaki und Teamkapitän Enes Yilmaz. Lichtenberg geht von einer stimmungsvollen Arena aus und hofft auf eine vierstellige Zuschauerzahl.

Noch eine größere Kulisse verspricht ein weiteres Viertelfinalduell: Im Kölner Südstadion trifft Regionalligist S.C. Fortuna Köln auf den Titelverteidiger und Drittligisten TSV Alemannia Aachen (Do., 26. Februar, 19 Uhr). Dieses Spiel ist nicht nur der Vergleich zweier Traditionsvereine, es ist auch ein Wiedersehen: Im April vergangenen Jahres trafen die beiden Kontrahenten im Halbfinale des Bitburger-Pokals aufeinander. 9448 Fußballfans sahen damals einen Aachener 1:0-Erfolg nach Verlängerung.

Fortuna-Coach Mink lässt Selbstbewusstsein durchblicken

Nun trauen viele Fans der Fortuna den Coup zu. Schließlich ist das Team perfekt aus der Winterpause gekommen und führt das Regionalliga-Klassement an. Der Kölner Trainer Matthias Mink sieht die Kräfteverhältnisse davon aber unberührt. „Als Drittligist geht die Alemannia natürlich als Favorit in die Begegnung“, sagt er. Doch der Coach lässt auch Selbstvertrauen durchblicken: „Wir kennen die Aachener Qualitäten, wissen aber auch, dass wir in einer Top Verfassung sind und brennen darauf eine Runde weiterzukommen.“

Sein Pendant auf der Alemannia-Bank, Mersad Selimbegovic, verfolgt dieselbe Ambition. „Wir wollen unbedingt weiterkommen“, betont der 43-Jährige, der jedoch großen Respekt vor der Aufgabe äußert: „Auf uns wartet eine sehr selbstbewusste Mannschaft, die weiß, worauf es ankommt und die gnadenlos zuschlagen kann. Wir werden uns gut vorbereiten und die bestmögliche Mannschaft aufstellen“, so der Trainer des Drittligisten. 

SSV Jan Wellem 05 ist letzter Bezirksligist im Wettbewerb

Als Underdog geht der SSV Jan Wellem 05 sein Viertelfinale an. Der letzte im Wettbewerb verbliebene Bezirksligist trifft am Mittwoch, 25. Februar, 19 Uhr, in der Bergisch Gladbacher Centershop Arena (Rübezahlwald 1) auf den ambitionierten Mittelrheinligisten SV Eintracht Hohkeppel. Michael Eckhardt, Zweiter Vorsitzender beim SSV, erklärt: „Es wird ein schwieriges Spiel, klarer Favorit ist der Gegner. Aber wir spielen zu Hause und wollen dagegenhalten, vielleicht haben wir ja das nötige Spielglück, dann ist im Pokal immer etwas möglich.“ Schon jetzt dürfe man stolz auf das Erreichte sein. „Im Bitburger-Pokal sind wir noch nie so weit gekommen“, stellt er klar. Umso bitterer ist es, dass der im Sommer vom Drittligisten TSV Alemannia Aachen verpflichtete Routinier Sascha Marquet verletzt passen muss. Auch andere Stammkräfte sind angeschlagen oder verletzt. So plagte den regionalligaerfahrenen Hendrik Lohmar zuletzt eine Erkältung. Dennoch sieht Eckhardt ausreichend Potenzial, Akzente in der Offensive zu setzen: „Maximilian Büsch trifft regelmäßig und auch Phil Kramer weiß, wo das Tor steht“, sagt er. Er traut zudem dem neuverpflichteten Ricardo Vemba einiges zu.

Kevin Theisen, beim SV Eintracht Hohkeppel als Geschäftsführer und Sportlicher Leiter tätig, kennt die Qualitäten des SSV Jan Wellem. „Wir müssen vom Kopf her zu 100 Prozent da sein“, fordert er. Dann sei er überzeugt, dass die höhere Qualität in den eigenen Reihen für einen Sieg ausreiche. „Ganz klar, der Sprung ins Halbfinale ist absolut reizvoll, wie wollen die Pflichtaufgabe lösen.“

Bitburger-Pokal 2025/26:

Viertelfinale:

SSV Jan Wellem 05 (BZL) – SV Eintracht Hohkeppel (MRL) Mi., 25. Februar, 19 Uhr

Siegburger SV 04 (MRL) – Viktoria Köln (3. Liga) Mi., 25. Februar, 19 Uhr

SC Borussia Lindenthal-Hohenlind (LL) – Bonner SC (RL) Do., 26. Februar, 19 Uhr

S.C. Fortuna Köln (RL) – TSV Alemannia Aachen (3. Liga) Do., 26. Februar, 19 Uhr

Modus

  • Gespielt werden sechs Runden inklusive Finale.
  • Klassentiefere Teams genießen im Bitburger-Pokal bis einschließlich Halbfinale Heimrecht.
  • Das Finale findet am 23. Mai 2026 im Kölner Sportpark Höhenberg statt. 
  • Der Sieger qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals.

Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender

  • Viertelfinale: 24. bis 26. Februar 2026
  • Halbfinale: 24. bis 26. März 2026 
  • Finale: 23. Mai 2026

Weitere Auslosungstermine

Die Halbfinals im Bitburger-Pokal der Herren und im Schaebens-Pokal der Frauen werden voraussichtlich Anfang März 2026 ausgelost.

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