64 Teams, sechs Runden und ein Ziel – das ist der Stoff, aus dem die Träume sind. „Im Bitburger-Pokal hat man die Chance, in wenigen Spielen ein Finale zu erreichen und einen Titel zu gewinnen. Das macht den Reiz aus“, bringt es Björn Mehnert auf den Punkt. Der Trainer des Regionalligisten Bonner SC weiß aber auch um den Zauber, den schon der Weg zum Endspiel birgt – nicht zuletzt für Mannschaften aus tieferen Spielklassen. „Die vermeintlich Kleinen sind heiß auf die Partien gegen die Favoriten, weil es für sie manchmal einmalige Erlebnisse sind und sie nichts zu verlieren haben“, sagt er. Genau vor einem dieser Vergleiche steht seine Elf zum Auftakt des Wettbewerbs. Der BSC tritt beim Landesligisten TuS Oberpleis an (Di., 18. August, 19.30 Uhr). „Wir rechnen mit einem extrem motivierten Gegner. Daher gehen wir die Partie mit größtem Respekt und Sachlichkeit an“, stellt Mehnert klar.
Stefan Krämer beschreibt die Ambition aus der anderen Perspektive. Er trainiert den Kölner Bezirksligisten FC Rheinsüd und darf sein Team auf ein Spiel gegen den traditionsreichen Drittligisten TSV Alemannia Aachen (Sa., 22. August, 15 Uhr) einschwören. „Die Vorfreude ist riesig“, sagt er. Für seine Elf und den Verein sei diese Begegnung ein Highlight. „Es ist einfach etwas Besonderes für einen Bezirksligisten, gegen eine Profimannschaft anzutreten“, so Krämer, der hofft, dass mehr als 2000 Zuschauer*innen ins Kölner Südstadion an der Vorgebirgsstraße kommen. Erst vor wenigen Tagen ist man schon einmal von der gewohnten Bezirkssportanlage in die deutlich größere Arena in Zollstock ausgewichen, als der FC Rheinsüd ein Testspiel gegen den Bundesligisten 1. FC Köln bestreiten durfte. „Wir haben die Kulisse genossen und uns beim 0:5 gut geschlagen“, blickt Krämer zurück. Rheinsüd-Stürmer Jannik Eßer verpasste gegen den einstigen Nationalkeeper Ron-Robert Zieler im FC-Tor sogar nur knapp einen Ehrentreffer.
Das zweite Highlight des Sommers
„Vielleicht kommen wir ja auch gegen Aachen zu guten Umschaltmomenten. Wir wollen auf jeden Fall Nadelstiche setzen“, gibt Krämer vor. Grundsätzlich gelte es, wie gewohnt als Kollektiv zu überzeugen und gut zu verteidigen, dann könne man den Favoriten ein wenig ärgern. Mit den Spielen gegen Köln und Aachen zum Start und Abschluss der Vorbereitung sei die nötige Spannung im Team garantiert, findet er. Das ist auch gut so, denn nach dem Wechsel in die Staffel 2 der Bezirksliga wolle man auch dort eine gute Rolle spielen. „Zuletzt waren wir Tabellensiebter. Das würden wir gerne verbessern“, erklärt der Rheinsüd-Coach.
Ein Mittelrheinliga-interner Vergleich steht derweil an, wenn die SpVg Frechen 20 am Samstag, 22. August, 15.30 Uhr, den VfL Vichttal um Coach Andi Avramovic erwartet. „Die Spiele in Frechen sind immer schwierig. Wir werden alles dafür tun, erfolgreich zu sein. Mal sehen, ob wir diesen Stein aus dem Weg geräumt bekommen“, erklärt Avramovic. Gelinge das Weiterkommen, dürfe auch wieder von Glanzlichtern wie die Zweitrunden-Partie gegen Aachen in der abgelaufenen Serie geträumt werden (1:2). „Das war ein Highlight, ein toller Abend“, so der VfL-Trainer.
Underdog erwartet Event des Jahres
Als Underdog geht der SC Jülich/Hoengen ins Rennen. Der A-Ligist erwartet am Sonntag, 23. August, 15 Uhr, den Mittelrheinliga-Aufsteiger FC Hürth. „Das ist das Pokal-Event des Jahres. Wir freuen uns darauf“, sagt der Jülicher Coach Tobias Voss, der ganz leise von einem großen Coup träumt. „Bei der WM hat man ja mehrfach gesehen, wie schwer sich Favoriten tun können“, hat er beobachtet. Als weiterer Mutmacher dient die äußerst knappe Niederlage im Kreispokal-Halbfinale gegen den Landesligisten FC Germania Lich-Steinstraß (3:5). Man habe das Team zuletzt mit einigen vielversprechenden Zugängen verstärkt. Und noch wichtiger: „Wir haben alle Spieler halten können“, so Voss. Dazu zählt auch Kapitän Lorenz Klee. Dieser gilt als Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Jülicher, die sich für die Integration von Ukrainern stark machen und davon sportlich profitieren. Die beiden ukrainischen Stürmer Mikhail Mazun und Daniil Slastinov seien „bärenstark“, erklärt ihr Trainer. „Klar ist, wir werden alles geben.“
So geht man auch beim A-Ligisten SV Wormersdorf die bevorstehende Aufgabe an – obschon diese wohl noch etwas schwieriger zu lösen ist. Die Mannschaft um SV-Trainer Lars Steinbüchel erwartet den Regionalliga-Aufsteiger SV Bergisch Gladbach 09 (Mi., 19. August, 19.30 Uhr). „Es wird ein schöner Abend unter Flutlicht gegen einen attraktiven Gegner“, schaut Steinbüchel voraus. Nicht nur der Klassenunterschied erschwere die Aufgabe, „Bergisch Gladbach ist auch schon in die Meisterschaftssaison gestartet, wir noch nicht“, sagt der Coach. Ein wenig Träumen dürfe erlaubt sein, „aber realistisch gesehen, gewinnen wir von 100 Spielen eines. Wir werden diesen Abend als Erlebnis sehen.“ Zumal so viele Zuschauer*innen wie selten kämen.
FC Union Schafhausen erwartet Titelverteidiger Viktoria Köln
Auf eine Begegnung vor großem Publikum kann sich auch der Landesligist FC Union Schafhausen freuen. Der Verein aus der Stadt Heinsberg zog das große Los und tritt am Mittwoch, 26. August, 18.30 Uhr, gegen den Titelverteidiger und Rekord-Champion Viktoria Köln an. Der Drittligist um seinen Trainer Marian Wilhelm fährt vier Tage zuvor gewissermaßen noch den Lohn für den jüngsten Triumph ein: Im DFB-Pokal trifft die Viktoria auf den Zweitligisten 1. FC Nürnberg.
Im Bitburger-Pokal werden sechs Runden inklusive Finale bestritten. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich des Semifinals Heimrecht. Das Finale findet am 29. Mai 2027 im Kölner Sportpark Höhenberg statt, der Gewinner spielt in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals.
