Wenn es um nachhaltigen Fußball geht, denken viele zunächst an moderne LED-Flutlichtanlagen oder an Photovoltaikmodule auf Vereinsheimen, die Warmwasser erzeugen. Ein wesentlicher Faktor für die Klimabilanz eines Fußballvereins liegt jedoch vor allem in der Mobilität seiner Mitglieder. Dazu gehören Spieler*innen, Trainer*innen, Eltern und auch Fans. Der TuS 05 Oberpleis hat dieses Thema aufgegriffen und zeigt, dass der Klimaschutz bereits auf den Straßen beginnt, genauer gesagt auf dem Weg zum Training. Mit dem Projekt „You’ll never drive alone!“ entwickelte der Traditionsverein ein Mobilitätskonzept, das CO2 einspart und gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl stärkt.
Das Pilotprojekt lief sechs Monate lang. Rund 20 Vereinsmitglieder, Trainer*innen und FSJler*innen machten mit. Das Ziel war klar: weniger Autos und mehr Miteinander. Anstatt einzeln zum Training zu fahren, bildeten die Teams Fahrgemeinschaften. Eine Mitfahr-App stellte automatisch passende Fahrer*innen sowie Mitfahrende zusammen und erleichterte die Organisation erheblich. Begleitet wurde das Projekt von einer internen Team-Challenge. Die Mannschaft, die am ökologisch bewusstesten unterwegs war, erhielt einen besonderen Preis. Statt eines Pokals ging es um einen gemeinsamen Teamabend.
Das Konzept funktionierte mit minimalem Aufwand. Für Werbung und Personal entstanden lediglich Kosten in Höhe von 100 Euro, und dennoch war der Effekt im Vereinsalltag deutlich spürbar. Die größte Herausforderung war es, die individuellen Bequemlichkeiten einer Anreise mit dem eigenen Auto zu überwinden. Besonders Mitglieder mit einem Firmenwagen mussten aufgrund wegfallender Kostenersparnisse überzeugt werden. Doch am Ende lohnte sich die Mühe doppelt: Neben der Reduktion von CO₂-Emissionen stellte sich ein echter Team-Effekt ein.
Im Rahmen des BUNA-Projekts („Breitensport, Umwelt und Nachhaltigkeit“) wurde das Oberpleiser Projekt als Beispiel für das Themenfeld Mobilität ausgezeichnet. Die Initiative zeigt, dass auch kleinere Vereine mit einfachen Mitteln große Schritte in Richtung Nachhaltigkeit gehen können. Die neue Broschüre „Breitensport, Umwelt und Nachhaltigkeit“ der LAG 21 NRW und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig nachhaltiges Engagement im Breitensport bereits ist. Sie liefert praxisnahe Handlungsempfehlungen und konkrete Beispiele, die zeigen: Jeder Verein – ob groß oder klein – kann etwas bewegen. Es gibt acht Themenfelder – von Sportstätten über Mobilität, Konsum und Abfallmanagement bis hin zu Teilhabe und Wohlbefinden. Jedes Themenfeld enthält einfache Einstiegsmaßnahmen, weiterführende Ideen für Fortgeschrittene und ambitionierte Strategien für Vereine, die Nachhaltigkeit systematisch verankern wollen. Die Leitidee dahinter: „Vom Projekt zum Prinzip“ – also Nachhaltigkeit nicht als einzelne Aktion, sondern als festen Bestandteil des Vereinslebens verstehen. Ob LED-Beleuchtung auf dem Trainingsplatz, plastikfreies Catering oder barrierefreie Umkleiden – jeder Schritt zählt.
