Lorenz Höller: Mit 13 Jahren als Schiedsrichter in der Bezirksliga

Lorenz Höller: Mit 13 Jahren als Schiedsrichter in der Bezirksliga

Lorenz Höller ist 13 Jahre alt und Nachwuchsschiedsrichter im Fußball-Verband Mittelrhein (FVM). Aber nicht nur das: Höller ist auch auf Instagram sehr aktiv und teilt dort seine Erfahrungen als Schiedsrichter. Auf diesem Weg hat er schon mehrere junge Menschen dazu gebracht, ebenfalls die Ausbildung zum Schiedsrichter zu absolvieren. FUSSBALL.DE hat mit Lorenz Höller gesprochen. Was fasziniert ihn an der Schiedsrichterei?

Lorenz Höller ist eben mit dem Bus aus der Schule gekommen. Es war einer der letzten Tage vor Weihnachten, vor den Ferien. Endlich frei. Höller ist 13 Jahre alt und geht in die achte Klasse einer Realschule im Rheinisch-Bergischen-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Aber das ist nur ein Randaspekt dieser Geschichte. Denn Höller ist seit zwei Jahren als Schiedsrichter im Fußballkreis Berg im FVM tätig – und das auf bemerkenswerte Art und Weise. Im Nachwuchsbereich leitet er Begegnungen allein. Bei den Herren ist er bereits bis zur Bezirksliga als Assistent im Einsatz.

Wie kann er sich als 13-jähriger Junge in einem möglicherweise hitzigen Bezirksliga-Derby behaupten? "Das ist eigentlich kein Problem", sagt Höller. "Ich treffe eine Entscheidung und die steht dann. Klar gibt es mal den einen oder anderen Spruch. Oder ein Spieler meckert über meine Entscheidung, weil sie aus seiner Sicht falsch war. Aber da spielt mein Alter keine Rolle. Das kann auch älteren Schiedsrichtern passieren. Ich nehme das nicht persönlich und stehe darüber."

Höller berichtet mit einer beachtlichen Ruhe von seinem großen Hobby. Seit zwei Jahren ist er als Schiedsrichter tätig. Parallel ist er auch Spieler beim SV Bechen. Über seinen Co-Trainer hat Höller seine Leidenschaft für die Schiedsrichterei entdeckt: "Mein Co-Trainer meinte zu mir, dass er sich gut vorstellen könne, dass ich das Talent habe, als Schiedsrichter zum Einsatz zu kommen. Ich solle doch einfach mal einen Lehrgang besuchen."

Und genau das hat Höller auch gemacht und war direkt begeistert von der Schiedsrichterei: "Es macht unglaublich viel Spaß, ein Fußballspiel zu leiten. Natürlich ist es manchmal stressig und auch herausfordernd. Aber man lernt total viel, auch für das Leben. Als Schiedsrichter muss ich Entscheidungen innerhalb kürzester Zeit treffen, diese durchsetzen und nachvollziehbar kommunizieren. Das musste ich erst lernen. Aber mittlerweile klappt es ganz gut, denke ich."

Höller teilt seine Erfahrungen auf Social Media

Aber Höller ist nicht nur ein talentierter Nachwuchsschiedsrichter. Er wirbt für sein Hobby auch auf Instagram. In den sozialen Netzwerken teilt er als LH13.TV regelmäßig seine Erfahrungen und warum es ihm so viel Spaß macht, Fußball zu spielen und als Unparteiischer auf den Plätzen unterwegs zu sein. Das hat offenbar schon mehrere seiner über 3700 Followerinnen und Follower inspiriert, ebenfalls die Ausbildung zum Referee zu machen.

"Bei einem Lehrgang kürzlich habe ich davon gehört, dass mindestens ein Junge sich durch meine Posts für das Thema interessiert und einen Lehrgang besucht hat", sagt Höller. „Das ist natürlich ein schöner Nebeneffekt, zumal ja dringend neue Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter gesucht werden. Ich kann nur empfehlen, es einmal auszuprobieren. Es ist nicht einfach, aber es macht total viel Spaß."

Aber Höller teilt auf Instagram nicht nur Schiedsrichter-Content. Er startet dort auch regelmäßig Challenges, das kann das Hochhalten des Balles sein, Liegestütze oder irgendetwas anderes in der Art. Seine Videos stoßen in der Community auf großes Interesse. "Letztens habe ich in einem Video gezeigt, wie ich meine Stutzen trage. Das ist ziemlich viral gegangen und hat mehr als 120.000 Aufrufe", sagt Höller. "Keine Ahnung, warum gerade das so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Aber es war halt so."

Bisher keine negativen Erfahrungen

Und wie geht er mit negativen Kommentaren zu seinen Posts um? "Das kam bisher zum Glück kaum vor. Ich bin Fan des 1. FC Köln und habe nach dem guten Saisonstart meines Vereins in einem Video gesagt, dass der FC nächstes Jahr in der Champions League spielt“, sagt Höller. "Das hat einige Anhänger von Fortuna Düsseldorf dazu gebracht, mir ein paar Sprüche reinzudrücken. War aber alles im normalen Rahmen und spaßig gemeint. Richtig schlechte Erfahrungen habe ich hier bisher zum Glück noch nicht gemacht."

Nun ist allerdings erstmal Winterpause. Sowohl für Lorenz Höller als Offensivspieler des SV Bechen als auch für den Schiedsrichter Lorenz Höller. Langweilig wird ihm trotzdem nicht werden. Seine Videos wird er weiter produzieren. Denn seine Followerinnen und Follower wollen ja weiterhin unterhalten werden. Und dann geht es für ihn bald auch wieder auf den Platz. Endlich wieder Fußball spielen, endlich wieder Schiedsrichter sein. Endlich wieder frischer Content.

Foto und Text: Fussball.de
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