Es waren gleich mehrere Zufälle, die neben der Begeisterung für den Fußball zur Basis eines stimmigen Gesamtwerks wurden. Das macht Hans-Christian Olpen deutlich, wenn er über seinen Werdegang spricht, der ihn über das ehrenamtliche Engagement in Vereinen und Fußballkreisen schließlich zur langjährigen Vize-Präsidentschaft im FVM führte. Der Beginn seines Wirkens im Fußballkreis Köln begann mit einem dieser Zufälle in Olpens Leben. „Ich wollte nach meinem Umzug nach Köln eigentlich durchschnaufen und nicht den nächsten ehrenamtlichen Posten übernehmen, als mir jemand über den Weg gelaufen ist, den ich von einer Fußball-Reise kannte. Kurz darauf war ich Ausbildungskoordinator“, schaut er auf jene Tage Anfang des Jahrtausends zurück, die die Weichen für die Zukunft stellten.
Der ihm angebotene Posten sei neu und reizvoll gewesen, da habe er nicht nein sagen können, erklärt der heute 64-Jährige. Es ist ein Satz, der gleich mehrere seiner Eigenschaften erkennen lässt: das anhaltende Interesse, Neues auszuprobieren, die Bereitschaft zuzupacken und der Willen, Gelegenheiten zu ergreifen, um etwas zu verändern. Ganz offensichtlich machte ihm die neue Aufgabe nicht nur Spaß, er machte sie auch gut. Und das blieb nicht verborgen. „Ein Jahr später war ich stellvertretender Kreisvorsitzender in Köln“, sagt Olpen, der dann 2004 den Kreisvorsitz übernahm, den er bis 2013 innehatte.
Immer wieder eröffneten sich Chancen zuzupacken
Vergleichbare Wendungen hatte sein Leben schon zuvor genommen. Der gebürtige Saarländer musste die Aufgaben nicht lange suchen, sie fanden ihn von ganz allein. „Auch meine ersten Jobs als Jugendtrainer und im Vereinsvorstand sind mir unverhofft angeboten worden“, erinnert er sich. Damals war Olpen noch in Königswinter zu Hause, jenem Ort, in dem er abgesehen von wenigen Wochen nach der Geburt im Saarland groß geworden und 1968 zunächst zum begeisterten Nachwuchskicker in Reihen des TuS Oberpleis geworden war. Von dort aus ging es zum TuS Eudenbach, „einem kleinen, aber feinen Verein, bei dem ich mich so wohl wie nirgendwo anders gefühlt habe“, betont er. Dort debütierte er auch im Seniorenfußball, ehe weitere Stationen erst als Verteidiger und später als Mittelstürmer folgten.
2001 beendete er die aktive Karriere, die ihn zuletzt zum SV Gremberg-Humboldt geführt hatte. Das neue Jahrtausend brachte noch eine weitere Veränderung: den Umzug nach Köln, wo er einst an der Fachhochschule studiert und zu diesem Zeitpunkt schon eine ganze Weile seine berufliche Bestimmung als leitender Verwaltungsbeamter im städtischen Sozialamt gefunden hatte. „Ich war für Finanzen und Controlling zuständig“, schaut Olpen zurück, der inzwischen die passive Phase seiner Altersteilzeit erreicht hat.
Bei seiner Tätigkeit an der Spitze des Fußballkreises Köln und später auch als Vorsitzender des SV Gremberg-Humboldt konnte er auf Erfahrungen zurückgreifen, die er zuvor im Kreis Sieg gesammelt hatte. Dort war er nicht nur Spieler und Trainer gewesen, er hatte sich von 1985 bis 1990 an auch als Schiedsrichter engagiert und von 1995 bis 2001 der Kreisjugendspruchkammer angehört. Seine Lust etwas zu bewegen, erhielt schließlich 2014 eine neue Bühne, als zum Vizepräsidenten des FVM avancierte und auch Beisitzer im Präsidium des WDFV wurde.
Viele beeindruckende Menschen kennengelernt
Die Arbeit habe ihn erfüllt, ihm Freude gemacht und vor allem die Chance eröffnet, immer wieder beeindruckende Menschen kennen zu lernen. Das galt insbesondere für die vielen Begegnungen mit Ehrenamtlern, die zu seiner Tätigkeit im FVM gehörten. Unvergessliche Erinnerungen, das macht er klar, hätten ihm auch die Jahre als Jugendtrainer beschert. „Alles, was man da an Zeit und Energie reinsteckt, bekommt man doppelt und dreifach zurück“, ist er überzeugt.
Mit Zufriedenheit erfüllt ihn außerdem das Wissen, nachhaltig etwas bewegt und seine Ziele erreicht zu haben. „Im Fußballkreis Köln bin ich damals angetreten, um die Trainer-Ausbildung zu modernisieren. Eine neue Ausbildungsordnung zu schaffen, war mein erstes Projekt, das ist gut gelungen und gut fortgesetzt worden“, findet er. Als Kreisvorsitzender habe seine Ambition dann gelautet, Antworten auf die Gewalt auf den Sportplätzen zu finden und eine funktionierende Vereinsberatung aufzubauen. „Auch in diesen Bereichen haben wir zusammen vieles bewegt. Wir haben Konzepte für Präventivmaßnahmen erarbeitet, Schulungen angeboten und medial ein großes Echo erfahren. Darauf bin ich durchaus stolz“, erklärt Olpen.
Vereinsberatung federführend vorangetrieben
Auch das Thema Vereinsberatung hat er kontinuierlich vorangetrieben. Als Mitglied der DFB-Kommission Vereinsberatung hat er sogar bundesweit Weichen gestellt. Diese Früchte kann man nun ernten. „Heute gibt es flächendeckend eine Beratung. Beim FVM sind drei sehr motivierte Mitarbeiter mit dieser Arbeit beschäftigt“, erläutert er. „Ich kann also sagen, dass ich meine Ziele erreicht habe“, findet er. Insgesamt sieht er den Verband in seinen Ressorts und Herzensangelegenheiten Qualifizierung, Ehrenamt und Vereinsberatung gut aufgestellt, „auch wenn sicherlich noch einiges zu tun ist und die Arbeit weitergeht“, wie er betont.
FVM-Präsident Christos Katzidis schätzt das langjährige Engagement und die Erfahrung Olpens: „Hans-Christian Olpen hat den FVM über viele Jahre mit seinem unermüdlichen Einsatz, seiner Offenheit für Neues und seinem Gestaltungswillen geprägt. Die Vereinsberatung hat er kontiniuierlich weiterentwickelt und mit klarem Blick bundesweit wichtige Impulse gesetzt. Seine Erfahrung habe ich immer sehr geschätzt. Zudem war er immer teamorientiert."
Die Überzeugung, ein bestelltes Feld zu hinterlassen, ist gleichsam ein Trost. Denn im Sommer wird Olpen sich vom FVM und dem Rheinland verabschieden. Mit dem Umzug ins Südbadische, wo die Familie seines Neffen lebt und zwei „gefühlte Enkelkinder“ auf ihn warten, schlägt Olpen ein neues Kapitel auf – „und das mit Sicherheit mit einem weinenden Auge und künftig ein bisschen Heimweh“, wie er betont. Dass zu diesem Abschied auch die Auszeichnung als Ehrenmitglied des FVM gehört, erfüllt ihn mit Stolz. „Es ist auf jeden Fall eine Bestätigung und Anerkennung, für die ich dankbar bin“, sagt er.
Ob es wirklich das letzte Kapitel seines Engagements im Fußball ist, bleibt derweil abzuwarten. „Ich werde mich niemandem aufdrängen und will auch nicht wieder in die erste Reihe“, so Olpen, doch unlängst habe er einen Jugendtrainer kennengelernt, der in im Verein seines Patenkinds tätig sei und damit einen ersten Kontakt in den badischen Fußball. Der Zufall, der schon so häufig Basis für neue Aufgaben in seinem Leben war, hat also schon wieder an Olpens Tür geklopft.
