Das erste Pflichtspiel der neuen Serie bietet beste Aussichten auf besondere Momente. Da sind sich die Beteiligten einig. Die Beteiligten – das sind der FC Wegberg-Beeck, bis vor einigen Wochen noch Regionalligist, und der FC Teutonia Weiden, ein Klub, der nach drei Aufstiegen in Serie in der Mittelrheinliga, der höchsten Spielklasse des Fußball-Verbandes Mittelrhein, angekommen ist.
„Das sind die Spiele, für die man das alles tut. Dafür spielt man Fußball“, sagt Teutonia-Trainer Sebastian Wirtz mit Blick auf die Saisoneröffnung am Samstag, 24. August, 18.30 Uhr (Waldstadion Beeck, Kiefernweg 87, Wegberg). Wenn die neue Spielzeit am Mittelrhein eingeläutet wird, sind eine stimmungsvolle Atmosphäre, mediale Aufmerksamkeit und ein besonderer Rahmen sicher. Das weiß Wirtz. Der Beecker Coach Stephan Houben sieht es nicht anders. „Für uns ist eine Ehre, dabei zu sein“, erklärt er, „wir haben die Chance, uns als Verein einem großen Publikum zu präsentieren und freuen uns auf den stimmungsvollen Rahmen.“
FVM-Präsident Christos Katzidis übernimmt symbolischen Anstoß
Den offiziellen Anstoß zur neuen Spielzeit wird FVM-Präsident Christos Katzidis ausführen. Dabei sein wird auch Markus Müller, Vorsitzender des Verbandsspielausschusses. Über die Wahl des Gastgebers und dessen ersten Herausforderer sagt er: „Beim FC Wegberg-Beeck stimmt das Gesamtkonzept: Wir freuen uns auf eine stimmungsvolle Kulisse auf einer tollen Anlage mit einem reizvollen Spiel: Der Regionalliga-Absteiger trifft auf ambitionierte Aufsteiger.“
Im Rahmen der Saisoneröffnung zeichnet der FVM in diesem Jahr erneut die fairsten Mannschaften der vergangenen Spielzeit mit Pokalen und Preisen im WestLotto-Fair-Play-Pokal sowie im FVM-Fair-Play-Pokal der Junioren aus. „Wir wollen mit dieser Highlight-Veranstaltung im FVM die Bedeutung des Fair-Play weiter in den Fokus rücken“, so Müller, der zudem Fair-Play-Beauftragter des FVM ist.
Die Gedanken der beteiligten Verantwortlichen und Spieler bestimmen vor allem ihre sportlichen Ambitionen. Ein gelungener Auftakt kann der Schlüssel für eine erfolgreiche Spielzeit sein, so die Überzeugung. „Wir dürfen uns keinen Druck machen, sondern sollten einfach Vorfreude empfinden. Ich versuche, den Jungs klarzumachen, dass dieses besondere Spiel einer der Gründe dafür ist, diesen Schritt in die Mittelrheinliga gemacht zu haben“, so Wirtz.
Der 31-Jährige will als neuer Trainer an die Erfolgsserie der vergangenen Jahre anknüpfen. An der Seite des ehemaligen Spielers von Alemannia Aachen, der bei Alemannia Mariadorf vom Spieler zum Coach wurde, ist mit Co-Trainer Stefan Kniat jener Mann, der das Team im Frühjahr interimsweise zum Aufstieg geführt hat. „Wir sind ein sehr gutes Duo, kennen uns schon lange und agieren auf Augenhöhe“, so Wirtz über das Zusammenspiel.
Teutonia Weiden will sich in Mittelrheinliga etablieren
Ziel ist es, den Verein aus Würselen in der Mittelrheinliga zu etablieren. „Für den Verein ist diese Liga Neuland. Nach drei Aufstiegen müssen zudem die Strukturen mitwachsen. Daran arbeiten wir“, so Wirtz. Für den Klub sei das eine Riesenchance, für ihn selbst als waschechten Würselener eine „coole Aufgabe“, findet er. Gelingen soll dies mit einer Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Nummer eins ist Frederik Said. „Ein echtes Torwart-Talent“, wie Wirtz den 20-Jährigen nennt.
Zu den Führungsspielern zählen zudem Innenverteidiger Robin Ahns, der regionalligaerfahrene Zugang Jan Bach als Defensivkraft, Sechser Meik Kühnel und Angreifer Niklas Valerius. Über Letzteren sagt Wirtz: „Als Torschützenkönig der Landesliga sollte er wissen, wo das Tor steht.“ Kühnel ist derweil einer von zwölf Neuen im Team. Der Kapitän hat zuletzt mit dem 1. FC Düren in der Regionalliga gespielt. Auch der Wuppertaler SV, Alemannia Aachen und Wegberg-Beeck zählten zu seinen Stationen. „Er ist mit seinen 29 Jahren im besten Fußballalter. Wir kennen uns seit unserer Kindheit“, erklärt der Teutonia-Trainer, der Kühnels Plan, beruflich intensiver tätig zu sein, nutzte, um ihn von einem Engagement in Weiden zu überzeugen. „Er wird wichtig für uns sein. Man spürt seine Routine, sieht seine Ruhe am Ball und mit seiner professionellen Einstellung ist er ein Vorbild für jüngeren Spieler“, meint Wirtz. Zum FC Wegberg-Beeck fahre man mit Respekt, Angst habe man allerdings nicht vor dem Gegner.
Umbruch soll in Beeck zum Aufbruch werden
Dieses Selbstbewusstsein könne man sich beim FC Teutonia Weiden erlauben, meint Stephan Houben, Trainer des Gastgebers. „Das ist kein klassischer Aufsteiger, sondern ein sehr ambitionierter Gegner, ein echter Prüfstein“, sagt der 52-Jährige, der zusammen mit Mike Schmalenberg in Beeck die Verantwortung trägt. Zumal sich das eigene Team nach dem Abstieg aus der Regionalliga erst noch finden müsse. Nur sechs Spieler sind geblieben, 18 neue gekommen.
Aus dem Umbruch will man einen Aufbruch machen. „Wir haben jeden Stein umgedreht, personell und infrastrukturell“, macht Houben deutlich. Die neue Philosophie bestehe aus der Idee, auf junge ehrgeizige Akteure zu setzen. Der Altersschnitt von 22,4 Jahren bestätige dies. „Wir sind dieses Mal nicht der Favorit in der Mittelrheinliga. Wir wollen Ruhe reinbekommen und Talente entwickeln, um vielleicht langfristig nach einem erneuten Aufstieg mal ernsthaft um Klassenerhalt in der Regionalliga mitspielen zu können. Das ist unser neuer Weg“, so Houben.
Nicht mehr dabei ist Urgestein Friedel Henßen, der sich nach 18 Jahren als Spieler, Co-Trainer, Trainer und zuletzt Sportlicher Leiter verabschiedet hat. Die sportliche Leitung haben nun ebenfalls Houben und Schmalenberg inne. Dies gilt auch für die U 19 des Klubs. Die engere Verzahnung mit dem ältesten Nachwuchs habe bereits drei bisherigen A-Junioren die Tür zum Mittelrheinliga-Kader geöffnet: Keeper Tim Seidenfaden, Verteidiger Maurits Kerkman und Mittelfeldspieler Lenny Mühlen schafften den Sprung. Seidenfaden und Mühlen sind seit der F-Jugend beim FC Wegberg-Beeck dabei. „Unsere Talentförderung ist also kein Lippenbekenntnis, darauf sind wir stolz“, so Houben, dessen Trainerteam Dirk Meier als Torwarttrainer ergänzt.
Das Korsett der Mannschaft bilden aber vorerst andere: Innenverteidiger Nils Hühne, Sechser Merlin Schlosser, Yannik Leersmacher im Mittelfeld und Marc Kleefisch im Sturm. Für Torgefahr dürfte auch Mehmet Yilmaz Zugang von Borussia Freialdenhoven sorgen. Er ist mit seinen 26 Jahren der älteste Neuling und hat auch eine Beecker Vergangenheit. Einiges bewirken kann auch der Teamgeist. „Wir haben einfach Glück mit den Charakteren der Neuen gehabt, in sehr kurzer Zeit ist ein toller Teamgeist entstanden“, so Houben. Dieser Spirit soll auch bei der Saisoneröffnung zum Erfolg verhelfen.
Frauen eröffnen Spielzeit am 6. September
Auch die Frauen starten mit einem Saisoneröffnungsspiel in die Spielzeit 2024/25. Das Auftaktspiel findet beim TuS Homburg-Bröltal statt. Zwei Wochen nach der FVM-Saisoneröffnung der Herren empfangen die Aufsteigerinnen aus der Landesliga am 6. September, 19.30 Uhr, die Mannschaft des SC West Köln in der Frauen-Mittelrheinliga.
Weitere Informationen zum Spielbetrieb der Herren finden Sie hier.
