FVM-Präsidium im Interview: Fußball gestalten am Mittelrhein

FVM-Präsidium im Interview: Fußball gestalten am Mittelrhein

Mit Blick auf die vielfältigen Aufgaben im Präsidium geben Patrick Zielezny (Vorsitzender Verbands-
spielausschuss), Emilie Schmidt (Vorsitzende Verbandsausschuss für Frauenfußball), Michael Bernhardt (Vorsitzender Verbandsschiedsrichterausschuss) und Detlef Knehaus (Vorsitzender Verbandsjugendausschuss)  Einblicke in ihr ehrenamtliches Engagement. Im Interview mit EINSZUENS (Ausgabe 1/26) berichten sie über ihre individuellen Wege ins FVM‑Präsidium, ihre Motivation sowie die Ziele und Herausforderungen, mit denen sie die Zukunft des Fußballs am Mittelrhein aktiv gestalten wollen.

Patrick Zielezny: „Die Vereine müssen spüren, wir hören zu und treffen nachvollziehbare Entscheidungen – bei allen unterschiedlichen Interessen“

Über welche Stationen haben Sie mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement im Fußball den Weg ins Präsidium des FVM gefunden?
Ich war lange Spieler und Nachwuchstrainer. Als ich 2019 zum ersten Mal Vater wurde, wollte ich dem Fußball unbedingt erhalten bleiben, sodass ich den Wechsel in die zeitlich flexiblere Gremienarbeit gewählt habe. Diese ist die perfekte Ergänzung zu meinem Beruf.

Sie stecken viel Energie und Zeit in Ihre Tätigkeit beim FVM. Was treibt Sie dabei an und woher nehmen Sie die Kraft und Ideen für Ihr Wirken?
Aus der Überzeugung, dass der Amateurfußball weit mehr ist als ein sportlicher Wettbewerb. Er ist Orientierung für junge Menschen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen, Integrationsmotor und Identifikationsanker für unsere Gesellschaft. Außerdem möchte ich meinen Kindern Werte wie Fairness, Teamgeist und Verlässlichkeit vorleben.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Engagement im Präsidium gesetzt und wo liegen die größten Herausforderungen?
Ich möchte, dass der Spielbetrieb für alle Beteiligten zuverlässig und strukturiert läuft. Die Vereine müssen spüren, wir hören zu und treffen nachvollziehbare Entscheidungen – bei allen unterschiedlichen Interessen. Es muss gelingen, Bewährtes beizubehalten und gleichzeitig die Vereine zu entlasten und offen für Neues zu sein.

Zu Ihren Aufgaben als Vorsitzender gehört die Organisation des Spielbetriebs der Herren. Die Wettbewerbe und Meisterschaften ziehen Woche für Woche tausende Aktive und Zuschauende in ihren Bann. Bedarf es angesichts dieser großen Popularität bei notwendigen Veränderungen eines besonderen Fingerspitzengefühls?
Ja, weil Veränderungen viele Menschen – auch emotional – direkt betreffen. Gleichzeitig können sie positive Impulse setzen: Ein gutes Beispiel dafür ist die Reform des Bitburger-Pokals. Neue Ideen können den Wettbewerb attraktiver machen, ohne dass wir den Fußball neu erfinden müssen.

Emilie Schmidt: „Als junge Frau im Präsidium möchte ich weibliches ehrenamtliches Engagement sichtbar und selbstverständlich machen“

Über welche Stationen haben Sie mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement im Fußball den Weg ins Präsidium des FVM gefunden?
Als langjährige Spielerin wuchs der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen und mich für positive Veränderungen im Frauenfußball übergreifend einzubringen. Ab 2013 war ich Mitglied im Arbeitskreis Junges Ehrenamt und Vertreterin der jungen Generation im Verbandsausschuss für Frauenfußball. Nach sechs Jahren wurde ich zur Beisitzerin und 2021 dann zur Vorsitzenden gewählt.

Sie stecken viel Energie und Zeit in Ihre Tätigkeit beim FVM. Was treibt Sie dabei an und woher nehmen Sie die Kraft und Ideen für Ihr Wirken?
Die größte Motivation ziehe ich aus den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, die mir meine Aufgabe bietet. Es geht um neue Wege, um Mut und manchmal Risiko, damit Fortschritt entsteht und tradierte Denkmuster aufgebrochen werden.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Engagement im Präsidium gesetzt und wo liegen die größten Herausforderungen?
Als junge Frau im Präsidium möchte ich weibliches ehrenamtliches Engagement sichtbar und selbstverständlich machen – gerade in einem traditionell männlich geprägten Umfeld. Daher engagiere ich mich auch über Verbandsebenen hinaus, unter anderem im Beirat des Westdeutschen Fußballverbandes sowie als Delegierte beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes.

Zu Ihren Aufgaben als Vorsitzende gehört seit vielen Jahren die Entwicklung und Förderung des Frauenfußballs. Erfüllt Sie die stetige Entwicklung sowie die wachsende Beachtung des Mädchen- und Frauenfußballs mit Stolz?
Die Entwicklung im Frauenfußball ist zweifellos erfreulich, sollte aber differenziert betrachtet werden. Auf der einen Seite stehen die Zugpferde Bundesliga, Nationalmannschaft sowie unsere Wettbewerbe auf Verbandsebene. Insbesondere an der Basis verändern sich traditionelle Rollenbilder, Vorurteile oder auch Formen subtiler Ausgrenzung jedoch nur langsam. Die Professionalisierung an der Spitze darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass nachhaltiger Fortschritt in der Breite erarbeitet werden muss. Gerade deshalb ist unsere Kampagne im Rahmen der Strategie Wir. Ihr. Zusammen. so richtungsweisend, weil sie einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, also einen Ausbau der Qualifizierung, die Stärkung des weiblichen Ehrenamts, Förderung von Schiedsrichterinnen sowie kontinuierliche Weiterentwicklung des Spielbetriebs umfasst.

Michael Bernhardt: „Ich möchte dazu beitragen, dass das Schiedsrichterwesen als ein Teil des Fußballspieles wahrgenommen wird“

Über welche Stationen haben Sie mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement im Fußball den Weg ins Präsidium des FVM gefunden?
2001 wurde ich Jungschiedsrichterbeauftragter, 2007 dann Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses, ehe ich 2016 als stellvertretender Vorsitzender in den Verbandsschiedsrichterausschuss wechselte und gleichzeitig zum Beisitzer im Verbandsschiedsrichterausschuss im Westdeutschen Fußballverband gewählt wurde. Seit 2025 bin ich Vorsitzender beider Gremien. Zudem gehöre ich dem DFB‑Schiedsrichterausschuss an.

Sie stecken viel Energie und Zeit in Ihre Tätigkeit beim FVM. Was treibt Sie dabei an und woher nehmen Sie die Kraft und Ideen für Ihr Wirken?
Ich bin häufig auf den Fußballplätzen zugegen und gehe nach dem Spiel immer kurz in die Kabine und danke den Schiedsrichtern für ihren Beitrag, mit dem sie das Fußballspielen ermöglichen. Die Resonanz ist immer positiv und motiviert mich in meinem Wirken.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Engagement im Präsidium gesetzt und wo liegen die größten Herausforderungen?
Ich möchte dazu beitragen, dass das Schiedsrichterwesen als ein Teil des Fußballspieles wahrgenommen wird. Dazu gehört es, die Schiedsrichter und ihre Interessen sichtbar zu machen.

Zu Ihren Aufgaben als Vorsitzender gehört auch die Beobachtung des Schiedsrichterwesens über die Grenzen des FVM hinweg. Schiri‑Cams und O‑Töne von der Kommunikation auf dem Platz zeigen eindrucksvoll die Perspektive der Unparteiischen im Profifußball auf. Werden sie dadurch auch im Amateurbereich mehr denn je als Teil des Spiels wahrgenommen?
Dies ist absolut zutreffend. Gerade durch das Betrachten der Bilder aus der Referee‑Cam wird die Dynamik der Spielszenen und die damit verbundenen Herausforderungen in der Entscheidungsfindung dem Zuschauer auf der heimischen Couch begreifbar gemacht. Dies kann nur positiv für die Außendarstellung unserer Schiedsrichter sein.

Detlef Knehaus: „Ziel ist es, den Jugendfußball zusammen mit dem Präsidium und den Kreisen weiterzuentwickeln“

Über welche Stationen haben Sie mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement im Fußball den Weg ins Präsidium des FVM gefunden?
Zunächst war ich im Verein von 1985 bis 1995 Jugendtrainer und ‑geschäftsführer, dann wurde ich 1995 im Kreis Aachen Staffelleiter im Jugendbereich, bevor ich dort 2007 den Vorsitz im Kreisjugendausschuss übernahm. 2019 wurde ich Stellvertretender Vorsitzender des Verbandsjugendausschusses und im letzten Jahr dessen Vorsitzender.

Sie stecken viel Energie und Zeit in Ihre Tätigkeit beim FVM. Was treibt Sie dabei an und woher nehmen Sie die Kraft und Ideen für Ihr Wirken?
Mich treibt die Weiterentwicklung des Nachwuchsfußballs an. 2007 konnte ich die Fairplay‑Liga mit auf den Weg bringen. Die von Hannes Wolf betriebene Ausrichtung des Kinderfußballs weg vom Ergebnis‑ und hin zum Erlebnisfußball unterstütze ich. Es gibt mir Kraft, zu sehen, dass jedes Kind mit einem persönlichen Erfolgserlebnis nach Hause gehen kann.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Engagement im Präsidium gesetzt und wo liegen die größten Herausforderungen?
Ziel ist es, den Jugendfußball zusammen mit dem Präsidium und den Kreisen weiterzuentwickeln. Die größte Herausforderung ist es, alle von der Notwendigkeit einer Weiterentwicklung zu überzeugen und dafür finanzielle Ressourcen zu schaffen. In der neuen AG‑Jugendfußball arbeiten Vertreter aus Verband und Kreisen an Ideen, von denen erste bald umgesetzt werden.

Zu Ihren Aufgaben als Vorsitzender gehört auch die Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas. Müsste der Fußball angesichts seiner immensen Beliebtheit im Schulsport eine größere Rolle spielen als bislang?
Unbedingt! Der Fußball ist ein probates Mittel gegen den zunehmenden Mangel an Bewegung. Wir haben es uns daher zum Ziel gesetzt, innerhalb der Wahlperiode in allen Kreisen ein Drei‑gegen‑Drei‑Turnier für D‑Junioren und D‑Juniorinnen auszuspielen, das dann in einem Finalturnier in Hennef enden soll.

Foto: Patrick Zielezny (oben links), Emilie Schmidt (oben rechts), Michael Bernhardt (unten links) und Detlef Knehaus (unten rechts). 
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