FVM-Präsidium im Interview: Drei Vizepräsidenten mit klaren Zielen

FVM-Präsidium im Interview: Drei Vizepräsidenten mit klaren Zielen

Mit Abschluss des Verbandstags 2025 begann für Markus Müller, Dr. Martin Fröhlich und Rudi Rheinstädtler ein neues Kapitel: das Amt des Vizepräsidenten. In den Gesprächen mit EINSZUEINS (Ausgabe 5/2025) berichten sie über ihren Weg ins Präsidium, ihre Motivation sowie die Herausforderungen und Ziele, die ihre Amtszeit bestimmen werden.

Markus Müller: „Wir können im Fußball weit mehr bewegen als sportliche Ergebnisse“

Herr Müller, über welche Stationen haben Sie mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement im Fußball den Weg ins Präsidium des FVM gefunden?

Markus Müller: Mein Weg war nicht geplant, sondern ist Schritt für Schritt aus meinem Engagement im Fußball entstanden. Ich habe früh gemerkt, dass der Ball nicht mein bester Freund war und habe mich zunächst als Jugendtrainer und Jugendleiter engagiert. Parallel dazu bin ich Schiedsrichter geworden – ein Ehrenamt, das mich bis heute prägt. 1995 bin ich als Beisitzer in den Kreisschiedsrichterausschuss Köln eingestiegen. Von dort ging es 2001 in den Verbandsschiedsrichterausschuss. 2013 wechselte ich als Beisitzer in den Verbandsspielausschuss. Drei Jahre später wurde ich dessen Vorsitzender – und damit Teil des Präsidiums. Im Sommer bin ich zum Vizepräsidenten Personal gewählt worden. Es war ein Weg geprägt von spannenden Aufgaben und inspirierenden Menschen.

Sie stecken viel Energie und Zeit in Ihre Tätigkeit beim FVM. Was treibt sie dabei an und woher nehmen Sie die Kraft und Ideen für Ihr Wirken?

Markus Müller: Vor allem aus der Überzeugung, dass wir im Fußball weit mehr bewegen können als sportliche Ergebnisse. Der FVM vereint Menschen, Generationen und vielfältige Lebenswege. Wenn ich sehe, wie wir Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich Ehrenamtliche wohlfühlen, Mitarbeitende wachsen können und Vereine Unterstützung erfahren, dann weiß ich, warum ich diese Aufgabe mit so viel Leidenschaft ausfülle.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Engagement im Präsidium gesetzt und wo liegen die größten Herausforderungen?

Markus Müller: Zentrales Ziel ist es, den FVM personell und kulturell so aufzustellen, dass wir auch in Zukunft leistungsfähig, attraktiv und nah an den Menschen bleiben. Dazu gehören klare und moderne Personalstrukturen, die sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche stärken. Wir wollen eine Organisation sein, in der Engagement Freude macht, in der Verantwortung transparent verteilt ist und in der sich Menschen entwickeln können. Die größten Herausforderungen liegen in den sich ändernden Rahmenbedingungen und Erwartungen – ein Stichwort lautet Digitalisierung. Aber unsere Strukturen sind historisch gewachsen und müssen behutsam entwickelt werden, ohne das Ehrenamt zu überfordern. Das richtige Tempo zu finden, ist die anspruchsvollste, aber auch spannendste Aufgabe.

Zu Ihren Aufgaben als Vize-Präsident gehört der Umgang mit ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern. Baut die gemeinsame Begeisterung für den Fußball im zwischenmenschlichen Austausch besondere Brücken?

Markus Müller: Absolut. Die gemeinsame Begeisterung für den Fußball schafft eine Basis, auf der Vertrauen, Verständnis und Zusammenarbeit viel leichter entstehen. Wir können unsere Zusammenarbeit aber nicht nur auf Leidenschaft gründen. Professionelle Strukturen, transparente Kommunikation und gegenseitige Wertschätzung sind ebenso entscheidend.

 

Dr. Martin Fröhlich: „Der Fußball hat eine wichtige verbindende Kraft für die Gesellschaft“

Über welche Stationen haben Sie mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement im Fußball den Weg ins Präsidium des FVM gefunden?

Dr. Martin Fröhlich: Ich war von 2017 bis 2021 Präsident des TSV Alemannia Aachen. Nach zwei Insolvenzen mussten wir den Verein in einer finanziell und sportlich schwierigen Situation konsolidieren und durch Corona führen. Gerade in meiner Zeit bei der Alemannia während der Pandemie habe ich eng mit dem FVM unter dem damaligen Präsidenten und heutigen DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf zusammengearbeitet. Daraus ist eine anhaltende Verbindung zum Verband und den handelnden Personen entstanden. Seit 2022 leite ich mit großer Freude die Kommission für Fans und Fankulturen beim DFB. Dort diskutieren Vertreter der Bundesliga-Klubs, der bundesweiten Fan-Organisationen sowie von DFB und DFL fankulturelle Themen.

Sie stecken viel Energie und Zeit in Ihre Tätigkeit beim FVM. Was treibt sie dabei an und woher nehmen Sie die Kraft und Ideen für Ihr Wirken?

Dr. Martin Fröhlich: Ich mag den Fußball und ich mag es, mich im Fußball zu engagieren. Generell meine ich, dass ein Ehrenamt, egal in welchem Bereich, ein hoher gesellschaftlicher Wert ist. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich ehrenamtlich engagieren. Der Fußball hat eine wichtige verbindende Kraft für die Gesellschaft. Deshalb ist der Fußball an der Basis so wichtig.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Engagement im Präsidium gesetzt und wo liegen die größten Herausforderungen?

Dr. Martin Fröhlich: Der FVM ist in Haupt- und Ehrenamt ein gut geführter Verband. Mein Vorgänger Ewald Prinz hat herausragende Arbeit geleistet. Ich möchte den Verband darauf aufbauend noch moderner und fit für die Zukunft aufstellen.

Zu Ihren Aufgaben als Vize-Präsident gehört vor allem der Umgang mit Finanzen. Hatten Sie schon immer ein Faible für Zahlen und Mathematik?

Dr. Martin Fröhlich: Ich war ein solider Mathematikschüler. Meine Lieblingsfächer waren aber die Sprachen, Deutsch und Geschichte. Daher auch mein Jurastudium. Mit Finanzen habe ich in meinem Beruf viel zu tun, etwa bei der wirtschaftlichen Bewertung von Projekten und Unternehmenstransaktion. In meiner Alemannia-Zeit war die finanzielle Konsolidierung des Vereins nach einer Insolvenz das dominierende Thema.

 

Rudi Rheinstädtler: „Ich möchte jedem Menschen in seiner Nähe sein passendes Fußballangebot anbieten“

Über welche Stationen haben Sie mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement im Fußball den Weg ins Präsidium des FVM gefunden?

Rudi Rheinstädtler: Ehrenamtlich bin ich quasi im FVM aufgewachsen. 1999 wurde ich als Vertreter der jungen Generation (VdjG) in den Verbandsjugendausschuss (VJA) kooptiert und 2001, mit dem Start des VdjG-Konzepts, dann erstmals als VdjG in den VJA gewählt. Von 2007 bis 2010 war ich Mitglied im Jugendbildungsausschuss und anschließend Jugendbildungsbeauftragter, ehe ich mich von 2016 bis 2025 als Vorsitzender des VJA engagierte. Seit dem Verbandstag im Sommer 2025 darf ich darauf aufbauend nun das Amt des Vizepräsidenten Sport begleiten.

Sie stecken viel Energie und Zeit in Ihre Tätigkeit beim FVM. Was treibt sie dabei an und woher nehmen Sie die Kraft und Ideen für Ihr Wirken?

Rudi Rheinstädtler: Die Zusammenarbeit mit den vielen engagierten haupt- und ehrenamtlichen Kolleg*innen macht mir besonders viel Freude. Diese eröffnet die Chance, im Team gemeinsam etwas zu erreichen.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihr Engagement im Präsidium gesetzt und wo liegen die größten Herausforderungen?

Rudi Rheinstädtler: Mein größtes Ziel ist es, gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Spielausschüssen jedem Menschen in seiner Nähe sein passendes Fußballangebot anzubieten. Darin liegt gleichsam die Herausforderung, den Bedarf des passenden Fußballangebots herauszufinden und dieses vor Ort anzubieten. Dabei helfen mir beispielweise die Vereinsdialoge, welche ich – neben dem Präsidenten und den anderen Vizepräsidenten – seit meiner Wahl regelmäßig durchführen darf.

Zu Ihren Aufgaben als Vize-Präsident gehört auch die strategische Betrachtung unseres Kerngeschäfts – dem Fußball. Wie kann man sich die Erfüllung dieser Aufgabe in der Praxis vorstellen?

Rudi Rheinstädtler: Aktuell befinde ich mich noch am Anfang und zunächst besteht der Schwerpunkt darin, das Netzwerk zu erweitern, welches ich während meiner Zeit in den Jugendgremien aufgebaut habe. Es geht also darum, viele Gespräche mit den Verantwortlichen für den Spielbetrieb innerhalb und außerhalb des FVM zu führen. Vom kommenden Jahr an gibt es dazu verschiedene Austauschformate, diese bereiten wir gerade vor.

Foto: Die Vizepräsidenten Markus Müller, Dr. Martin Fröhlich und Rudi Rheinstädtler mit FVM-Präsident Christos Katzidis beim Verbandstag 2025. 
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