Von der Praxis fur die Praxis – unter diesem Motto stand die erste Ausbildungsmaßnahme für das neue FVM-Jugendtrainer-Zertifikat (JuTZ), das sich an Trainer*innen im Nachwuchsbereich richtet. Die Fortbildung fand auf der Anlage des ASC Loope statt und bot 20 Jugendtrainer*innen aus der Region die Möglichkeit, sich gezielt und praxisnah weiterzubilden. Hinterher waren sich alle einig: Das Programm hat neue Impulse für die Arbeit an der Basis gegeben und muss unbedingt fortgesetzt und erweitert werden.
Niedrigschwelliger Einstieg mit großem Mehrwert
Das JuTZ ist ein speziell entwickeltes Angebot für Trainer*innen der D- bis A-Jugend. In 20 Lerneinheiten, aufgeteilt auf zwei Präsenztage und drei Onlinephasen, erwerben die Teilnehmenden das Handwerkszeug, um junge Fußballer*innen altersgerecht und spielorientiert zu fördern. „Wir bieten diese Ausbildung im Verein vor Ort an“, erklärt Oliver Zeppenfeld, Abteilungsleiter Beratung & Entwicklung und Leiter Team Qualifizierung beim FVM: „Vereine können sich gerne bei uns melden, um die Ausbildung auszurichten, wenn genügend Interessenten vorhanden sind. Ansonsten wird das Angebot durch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus umliegenden Vereinen ergänzt und über unseren Veranstaltungskalender ausgeschrieben.“
Der besondere Vorteil: Das JuTZ ist ein niedrigschwelliger Einstieg in die Qualifizierung der Trainer*innen. „Bisher haben wir lediglich die C-Lizenz oder den Basiscoach angeboten, die mindestens doppelt so umfangreich sind. Das neue Zertifikat bietet mit nur zwei Präsenztagen und Online-Modulen einen einfacheren Beginn – ideal für alle, die bisher noch keine Qualifizierungsangebote genutzt haben“, so Zeppenfeld weiter. Für die Vereine bedeutet das: Sie können ihre Trainer*innen in einem überschaubaren Zeitraum gezielt und bedarfsgerecht qualifizieren lassen.
Praxisnahe und Austausch als Erfolgsfaktoren
Moritz Kötter, Trainer der D-Jugend beim ASC Loope, ist einer der ersten Absolventen des neuen Zertifikats. „Ich mache das jetzt schon drei Jahre und wollte externes Wissen mitnehmen, um mich weiterzubringen und das Training besser gestalten zu können.“ Besonders beeindruckt hat ihn die Praxisnähe: „Am meisten hängen geblieben ist, dass das Wichtigste ist, dass die Jungs und Mädchen im Training viel ins Spielen kommen – und gleichzeitig möglichst wenig herumstehen. Außerdem kann man mit einer Übung ganz viele verschiedene Sachen machen, wenn man sie ein bisschen anpasst. Das hilft vor allem, wenn man mal alleine beim Training ist.“
Doch nicht nur die Inhalte, auch der Austausch unter den Teilnehmenden wird von Kötter als zentraler Mehrwert gesehen: „Ich habe mir das vielleicht etwas theoretischer vorgestellt, aber der Austausch mit anderen Jugendtrainerinnen und Jugendtrainern, die die gleiche Altersklasse ausbilden, ist echt super. Man nimmt viele neue Sachen mit und es macht Spaß.“
Guter Mix aus Theorie und Praxis
Das JuTZ setzt bewusst auf einen Mix aus Theorie und Praxis. Vermittelt werden während der Ausbildung unter anderem die Gesichtspunkte:
- Spielorientierte und altersgerechte Trainingsgestaltung
- Individuelle Forderung von Talenten und Starken
- Grundsatze der Trainingsorganisation
- Spieler*innengerechtes Trainer*innenverhalten
- Kinderschutz, Aufsichtspflicht und Verletzungsprävention
- Strukturen der Talentforderung und Bedeutung des Umfelds
Die Ausbildungsinhalte sind dabei so konzipiert, dass sie direkt im Vereinsalltag angewendet werden können. „Wir bieten den Trainerinnen und Trainern ein Handwerkszeug, um mit dem Training und der Betreuung ihrer Jugendmannschaft besser klarzukommen, sich zu entwickeln und neue, aktuelle Anregungen aus der Wissenschaft aufzunehmen“, betont Zeppenfeld. „Dadurch sollen die Spielerinnen und Spieler besser ausgebildet, besser betreut werden und im besten Fall auch länger im Verein gehalten und gebunden bleiben – das ist unser Ziel.“
Die Lehrgange finden direkt in den Fußballkreisen statt, auf den Platzanlagen der FVM-Vereine. Das erleichtert die Teilnahme und fördert zugleich die Vernetzung der Trainer*innen untereinander. Zudem können sich die Absolvent*innen das Zertifikat auf eine spätere C-Lizenz anrechnen lassen. Auch für die Vereine ein echter Gewinn: Sie können gezielt Nachwuchstrainer*innen fördern, die Bindung an den Verein stärken und die Qualität der Jugendarbeit nachhaltig verbessern. „Die Tätigkeit für Trainerinnen und Trainer soll einfacher werden, und wir wollen die Coaches dabei unterstützen, sie auch länger für den Verein zu gewinnen“, so Zeppenfeld.
