Unter dem Titel „Aktion junges Ehrenamt – FUSSBALLHELDEN-Bildungsreise“ stellten der DFB und die gemeinnützige Organisation KOMM MIT eine weitere Tour für junge Ehrenamtler*innen auf die Beine. Vor wenigen Wochen starteten rund 220 engagierte junge Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins spanische Santa Susanna, um ihr Wissen zu erweitern, neue Impulse für ihre Vereinsarbeit mitzunehmen und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Mit dabei war auch Marie Wember aus dem FVM, die während der Zeit am Mittelmeer viele spannende Erfahrungen machte und darüber berichtet.
„Normalerweise empfange ich die Kinder mit einem Lächeln in einer vorbereiten Trainingsumgebung, begleite sie dabei, sich weiterzuentwickeln, zu wachsen und zu echten Teamplayern zu werden. In der Woche in Spanien durften wir Teilnehmenden einmal das Gefühl erleben, empfangen zu werden“, beschreibt sie den Rollenwechsel, der viel Freude hinterließ. Die Organisatoren hätten ihr eine unvergessliche Möglichkeit eröffnet, eine Reise voller Highlights beschert, sagt sie. „Und ich könnte nicht einmal sagen, welches Highlight für mich das größte war“, macht Wember deutlich.
Seit fast zehn Jahren ist es ihr eine Herzensangelegenheit, einen Teil der persönlichen, aber auch sportlichen Entwicklung von Kindern mitzugestalten. „Während für mich im Alltag als Dankeschön das Lächeln der Kinder nach einem gemeinsamen Training, Spiel oder Turnier ausreicht, möchte der DFB sich bei jungen ehrenamtlichen Trainer*innen, Jugendleiter*innen und Schiedsrichter*innen mit der Bildungsreise auf ganz besondere Weise bedanken“, erklärt sie den Hintergrund der Tour. Aus jedem Fußballkreis würden daher jährlich ein Fußballheld und eine Fußballheldin ausgezeichnet. „In diesem Jahr durfte ich gemeinsam mit sieben weiteren Fußballheldinnen und Fußballhelden aus dem FVM für fünf Tage an der Bildungsreise teilnehmen.“
Ein Empfang wie für echte Stars
Der Empfang am Hotel stand dem für echte Stars in nichts nach. Musik, Kameras, der Blick in viele strahlende Gesichter wartete dort auf die Teilnehmenden. „Unsere Leidenschaft für den Fußball und unsere ehrenamtliche Arbeit sollten nicht die einzige Gemeinsamkeit sein, mit der wir in diese aufregende Woche starteten. Eine komplette Sportausstattung machte das Bild perfekt. Und so liefen wir alle in unseren neuen, roten Fußballoutfits gekleidet, als große Gemeinschaft zum Strand. Nach einer gemeinsamen Begrüßung lernten wir unsere Gruppen für die kommenden Tage kennen. Zu diesem Zeitpunkt konnte man kaum erahnen, zu welcher Gemeinschaft man innerhalb so kurzer Zeit zusammenwachsen kann“, schaut sie zurück.
Beim Begrüßungsabend hielt DFB-Vizepräsident Peter Frymuth eine Ansprache, die Wember beeindruckte. Denn dieser stellte die enorme Bedeutung des Ehrenamts im deutschen Vereinsfußball heraus. „Da wurde mir bewusst, Teil eines großen Ganzen zu sein – Teil einer Fußballfamilie“, erklärt sie. Außerdem stand an diesem Abend die erste Challenge auf dem Programm, bei der es galt, in Gruppen gegeneinander anzutreten. So ging es mit vielen Eindrücken und einem Gefühl tiefer Dankbarkeit an diesem Tag ins Bett. Wer ausreichend Schlaf nachgeholt hatte, konnte den folgende Morgen mit einem Athletiktraining am Strand beginnen und dabei den Sonnenaufgang erleben. Anschließend erläuterte Hannes Wolf, DFB Nachwuchsdirektor, die Trainingsphilosophie Deutschland. Das tat er derart überzeugend, „dass man jedes Wort nur so aufgesaugt hat“, so Wember. Die von ihm vorgestellten drei Grundprinzipien, Freude, Intensität und Wiederholung habe man während der kommenden Tage selbst gelebt. Da wurde aus theoretischem Input also schnell Praxis.
Das galt auch für die Hinweise der Referent*innen der Landesverbände und die vielen praktischen Übungen. Kognitives Training bot Oliver Minow an. „Bei Musik und Feuerwerk fanden wir uns alle – natürlich in unseren Fußballhelden-Outfits – auf einem großen Platz ein. Kombinationen aus Sprüngen und verschiedenen Wurf- und Fangaufgaben, welche deutlich leichter aussahen, als sie waren, forderten uns ganz schön heraus. Die Relevanz solcher Elemente wurde uns bewusst und auch dabei konnten wir mal wieder viele Ideen mitnehmen, um unsere Handlungsmöglichkeiten als Trainer*innen zu erweitern. Es wurde immer stärker deutlich, dass diese Reise unsere Entwicklung ganzheitlich bereichern würde“, sagt die Ehrenamtlerin.
Ausflug nach Barcelona und Headis-Turnier
Nach weiteren Trainingseinheiten auf dem Platz eröffnete der Vortag von Knut Kircher als Geschäftsführer der DFB-Schiri GmbH Blicke hinter die Kulissen des Schiedsgerichts. Tags darauf standen andere Einblicke und Perspektiven im Vordergrund: Es ging nach Barcelona – also in eine pulsierende Metropole an der Mittelmeerküste. Zurück im Hotel konnte bei Workshops ein integratives Koordinationstraining ausprobiert werden, es wurde über Vertrauen im Training oder Verletzungen bei Kindern gesprochen, ehe ein Headis-Turnier an der Tischtennisplatte für sportliche Betätigung sorgte. Sportlich ging es auch am abschließenden Tag zu. Auf dem Platz gleich neben dem Hotel fand ein Fußball- Helden-Turnier statt, ehe die Woche bei einem gemeinsamen Abendessen in einem katalanischen Restaurant einen gemütlichen Ausklang fand.
„Ich habe mich mit jeder Menge neuer Ideen, aber auch einem guten Gefühl, an vielen Stellen schon auf dem richtigen Weg zu sein, um Mitternacht in den Bus begeben. Nach dieser Woche bleibt bei mir vor allem eines: Dankbarkeit“, so Wember, die die Tage in Spanien noch lange in Erinnerung behalten dürfte.
