Ford-Pokalfinale der Frauen: Stolzes Schiedsrichterinnen-Quartett

Ford-Pokalfinale der Frauen: Stolzes Schiedsrichterinnen-Quartett

Für die Fußballerinnen des siegreichen Regionalligisten S.C. Fortuna Köln endete der Fronleichnamstag in ausgelassener Glückseligkeit, für das Schiedsrichterinnen-Quartett um Daniela Nohl in tiefer Zufriedenheit. Die vier Frauen hatten beim 2:1 der Kölner im Ford-Pokal-Finale gegen den Ligarivalen TSV Alemannia Aachen eine souveräne Leistung gezeigt und als Team gut harmoniert.
„Es war ein herausforderndes, aber faires Spiel. Ich denke, wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen“, sagte Meike Frank nach dem Spiel. Für die 21-jährige Assistentin und ihre Kolleginnen war die Begegnung im Rahmen des Endspieltags der Frauen und Jugend eines der Highlights ihrer Karriere.

„Ein Finale im Ford-Pokal erlebt man nicht alle Tage. Das löst Anspannung und Euphorie aus. Und wenn es gut läuft, darf man auch ein wenig stolz sein“, so Daniela Nohl, die die Partie in Arnoldsweiler geleitet hatte. Diese positiven Erlebnisse machten für sie die Faszination des Engagements an der Pfeife aus, betont sie. „Es werden häufig die Schattenseiten dargestellt, der manchmal schlechte Umgang mit Schiedsrichter*innen, aber meines Erachtens sollte viel mehr über die vielen positiven Aspekte gesprochen werden“, meint Nohl.

Erfahrungen von hohem Wert

Wenn die 35-Jährige solche Einschätzungen kundtut, weiß sie, wovon sie spricht. Mit 13 Jahren brachte ihr Trainer und Sportlehrer sie auf die Idee, sich als Unparteiische zu versuchen. „Ich hab‘s gemacht und es hat mich nicht mehr losgelassen“, beschreibt sie den Zauber der Schiedsrichterei. Nohl, deren Heimatverein der FC Hennef 05 ist, ist als Schiedsrichterin durchgestartet. Sie avancierte zur Assistentin in der 2. Frauen-Bundesliga und leitete schon Matches in der Frauen-Regionalliga und Landesliga der Männer. „Das Besondere besteht darin, dass man nie aufhört, sich weiterzuentwickeln und dazuzulernen“, ist sie überzeugt. Diese Erfahrungen seien von großem Wert für alle Lebenslagen. Daher sei es auch klar gewesen, nach einer Kinderpause wieder auf den Platz zurückzukehren.

Umso größer ist ihr Wunsch, ihre Erfahrung weiterzugeben. „Ich glaube, jüngeren Kolleginnen gibt der Austausch mit erfahrenen Schiedsrichterinnen manchmal mehr als das Studium von Lehrbögen“, so Nohl, die sich seit einigen Wochen auch im Kreisschiedsrichterausschuss im Fußballkreis Sieg engagiert. Zum Reiz des Engagements an der Pfeife gehört für sie zudem der Teamspirit, den man im Gespann erlebe „und ohne den nichts geht“, wie sie sagt. Schiedsrichterin zu sein, sei eben in vielerlei Hinsicht eine Schule für das Leben.

Final-Teilnahme als Wertschätzung und Ehre

Final-Assistentin Sarah Pickartz ist mit ihren 20 Jahren zwar noch einige Jahre jünger, kann diese Worte aber schon bestens nachvollziehen. „Dieses Engagement prägt die Persönlichkeit. Ich war früher schüchtern und sehr zurückhaltend. Jetzt bin ich deutlich selbstbewusster und offener“, sagt die junge Frau vom FC Bensberg.
In ihrer bislang fünfjähriger Schiedsrichtertätigkeit habe sie gelernt, mit sehr unterschiedlichen Menschen umzugehen, in stressigen Situationen die Übersicht zu bewahren und der Ruhepol zu sein.
„Man muss im Spiel eben schnelle Entscheidungen treffen und gut vertreten. Das konnte ich früher nicht“, bringt Pickartz die Veränderung auf den Punkt. „Schiedsrichterin zu sein, ist aus meiner Sicht das Hobby, das einem am meisten bringt“, ist die angehende Chemie-Ingenieurin überzeugt. Jetzt im Finale in Arnoldsweiler dabei gewesen zu sein, mache sie stolz. „Diese Ansetzung ist eine Ehre und Wertschätzung“, sagt die 20-Jährige.

Manuela Stüßer kennt das Endspiel und seine Atmosphäre nun aus unterschiedlichen Perspektiven. Im vergangenen Jahr war die 37-Jährige, die für Bayer 04 Leverkusen pfeift, als Assistentin im Einsatz. Nun als Vierte Offizielle dabei gewesen zu sein, sei für sie eine weitere tolle Auszeichnung und Erfahrung gewesen.

Das kann Meike Frank bestens nachvollziehen. Auch wenn man angesichts des Regens kurzfristig den Wechsel auf den benachbarten Kunstrasen habe vollziehen müssen, sei es möglich gewesen, die Atmosphäre und Stimmung rund um die Partie aufzusaugen. „Das Einlaufen war einfach cool. Danach war ich dann voll auf das Spielgeschehen fokussiert“, sagt die Schiedsrichterin vom SC Uckerath über einen zweifellos unvergesslichen Fronleichnamstag in Arnoldsweiler.

 

Alle Schiedsrichterinnen auf einen Blick:

Daniela Nohl
Position: Schiedsrichterin
Alter: 35 Jahre
Beruf: Personalerin
Heimatverein: FC Hennef 05

 

Meike Frank
Position: Schiedsrichter-Assistentin
Alter: 21 Jahre
Beruf: Sportstudentin im Bereich Sportmanagement
Heimatverein: SC Uckerath

 

Sarah Pickartz
Position: Schiedsrichter-Assistentin
Alter: 20 Jahre
Beruf: Studium zur Chemie-Ingenieurin
Heimatverein: FC Bensberg

 

Manuela Stüßer
Position: Vierte Offizielle
Alter: 37 Jahre
Beruf: Erzieherin
Heimatverein: Bayer 04 Leverkusen

 

 

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Den Nachbericht zum Ford-Pokalfinale der Frauen lesen Sie hier.

 

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