Ewald Prinz: Ein Mann der Zahlen und des freundlichen Miteinanders

Ewald Prinz: Ein Mann der Zahlen und des freundlichen Miteinanders

Ewald Prinz, langjähriger Kassenprüfer und aktuell Schatzmeister des FVM, wird beim kommenden Verbandstag nicht mehr kandidieren und offiziell aus dem Präsidium verabschiedet. Gemeinsam mit ihm blicken wir noch einmal auf sein engagiertes Wirken zurück. 

Den Weg zum Fußball fand Ewald Prinz mit Leichtigkeit. Es führte schließlich kaum einer vorbei. „Bei uns im Dorf gab es nur den Musik- und den Sportverein“, schaut er mit einem Schmunzeln zurück auf die 50er- und 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts in seinem Heimatort Antweiler, der heute Teil der Stadt Mechernich ist. Als damals Zehnjähriger konnte er jedoch kaum damit rechnen, dass das Hobby ihn sein gesamtes Leben begleiten würde. „Ich habe wie die meisten Jungs gerne Fußball gespielt, bin erst im Nachwuchs von Blau-Weiß Antweiler, einem der Vorgängervereine des heutigen TuS Veytal aufgelaufen und habe später beim TuS in der zweiten Mannschaft gespielt“, sagt Prinz, der selbst mit weit über 60 Jahren noch in der Ü 60-Mannschaft des SSC Satzvey als Verteidiger gegen den Ball trat.

Die Aktivitäten auf dem Platz waren aber bei Weitem nicht die einzigen Berührungspunkte mit dem populärsten Sport der Republik. Von 1970 an übernahm er im Verein den Posten des Fußballobmanns, er wurde Kassierer und Zweiter Vorsitzender. 1983 begeisterte ihn der ebenfalls in der Finanzverwaltung tätige Kollege Herbert Hambach dann für ein ehrenamtliches Engagement in Fußballkreis Euskirchen. „Er musste mich nicht groß überreden. Ich wollte etwas für die Gesellschaft und den Sport tun“, erklärt er. Prinz wurde erst Staffelleiter (bis 2001) und von 1995 bis 2014 auch Geschäftsführer. Seine Zuverlässigkeit und seine Qualitäten im Umgang mit Zahlen sprachen sich herum. 1992 avancierte er zusätzlich zum Kassenprüfer beim FVM.

 

Das Engagement als FVM-Schatzmeister nie bereut

Wenige Wochen nach seiner Pensionierung bot dann die Weihnachtsfeier des Verbands die Bühne für ein Gespräch von besonderer Tragweite. „Ich habe dem damaligen FVM-Präsident Alfred Vianden meine Unterstützung angeboten, weil FVM-Schatzmeister Hendrich-Bächer als Leiter der Sportschule Hennef in das hauptamtliche Team des FVM wechselte“, erinnert er sich an den Abend im Dezember 2013. Wenig später trat er Hendrich-Bächers Nachfolge an. „Eigentlich hatte ich gar nicht vor, eine neue Aufgabe zu übernehmen oder eine Stufe höher zu klettern. Und ich hätte es auch nicht gemacht, wenn ich noch berufstätig gewesen wäre“, sagt Prinz. Er bereute es nie. „Ich kannte vieles schon von meiner Tätigkeit als Kassenprüfer und der Umgang mit Zahlen und Daten hat mir ohnehin immer Freude gemacht“, erklärt der pensionierte Diplom-Finanzwirt und langjährige Betriebsprüfer. „Mit Ewald Prinz konnten wir einen kompetenten Experten mit großer Erfahrung im Finanzbereich für das Amt des Schatzmeisters gewinnen“, freute sich Vianden über die Besetzung des Schlüsselpostens.

„Es geht eben nicht ohne gewisse Leute, die die Regularien im Griff haben, damit der Spielbetrieb reibungslos läuft“, beschreibt Prinz die Sicht auf das eigene Wirken. Ihm habe es immer Spaß gemacht anzupacken. „Außerdem habe ich über den Fußball viele Freundschaften geschlossen und Menschen kennengelernt, die ich sonst nicht getroffen hätte.“ Der heutige DFB-Präsident Bernd Neuendorf sei für ihn auch nach seinem Abschied vom FVM „der Bernd“ geblieben. Überhaupt habe er in den 42 Jahren des Engagements auf Kreis- und Verbandsebene immer Wert auf eine legeren, aber doch respektvollen Umgang mit seinen Mitmenschen gelegt, betont der Vater einer längst erwachsenen Tochter.

 

Pandemie als große Herausforderung gemeistert

Vermissen wird er die regelmäßigen Besuche der Geschäftsstelle in Hennef, den Austausch mit den Mitarbeiter*innen, erklärt der 74-Jährige, der seit einem Jahrzehnt mit seiner Partnerin in Euskirchen zu Hause ist. „Selbstverständlich ist heute vieles digital möglich, aber das direkte Gespräch miteinander ist doch etwas anderes“, findet er. Bei aller Freude gab es auch große Herausforderungen. Im Umgang mit einem mehrere Millionen Euro umfassenden Haushalt bedarf es eben an Präzision und Konzentration. „Man trägt große Verantwortung und als Mitglied des geschäftsführenden Präsidiums steht man auch in der Haftung, aber schlaflose Nächte hat mir dieser Gedanke nie bereitet. Natürlich macht jeder mal Fehler, aber ich kann guten Gewissens sagen, nie etwas bewusst zum Schaden des FVM getan zu haben“, so Prinz, der die Zeit der Pandemie als schwierigste Phase in Erinnerung hat. „Das war Neuland für alle und hat uns finanzielle Sorgen bereitet. So mussten wir zwischenzeitlich den Betrieb der Sportschule einstellen. Aber mit viel Einsatz und Hilfsprogrammen haben wir alles glattgebügelt“, sagt er. Sein Elan erfuhr Anerkennung. „Corona hat unserem FVM-Schatzmeister seine Lebensfreude nicht nehmen können. Mit großem Sachverstand und Verantwortungsbewusstsein wacht er auch in dieser schwierigen Zeit über die FVM-Finanzen“, betonte Neuendorf, damals noch als FVM Präsident. Prinz sei aber weit mehr als nur ein versierter Schatzmeister, nämlich ein vor allem ein liebenswürdiger und zuvorkommender Mensch.

Auch der heutige FVM-Präsident Christos Katzidis würdige seine Verdienste in besonderer Weise: „Ewald ist wie ein Schweizer Uhrwerk. Immer verlässlich. Für sein außergewöhnlich pflichtbewusstes Wirken als Kassenprüfer und Schatzmeister des FVM, seiner herausragenden Zuverlässigkeit und seinen stets verantwortungsvollen Umgang mit den Finanzen – insbesondere in den herausfordernden Jahren der Corona-Pandemie – möchte ich mich ganz herzlich für die geleistete Arbeit bedanken."

Seine Expertise und sein Engagement blieben nicht verborgen. Er erhielt die FVM-Verdienstnadel in Silber (1991) und Gold (1996), die FVM-Ehrennadel in Silber (2001) und Gold (2013) sowie die DFB-Verdienstnadel (2013). Den Schatzmeister-Posten wird er weiterreichen „denn ich werde bald 75 und bin der Älteste im FVM-Präsidium. Irgendwann muss Schluss sein“, findet er. Prinz wünscht sich, dass seinen Nachfolgern ebenfalls das nötige Vertrauen entgegengebracht wird. „Dann bleibt der FVM gut aufgestellt“. Er selbst will sich nun verstärkt um seine anderen Leidenschaften kümmern: den 1. FC Köln, das Radfahren und die Kreuzfahrten mit seiner Partnerin über die Ozeane und großen Flüsse dieser Welt. Schließlich, so sagt er, schade es nie, andere Kulturen und Länder zu sehen und den Horizont zu erweitern.

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