Sport bewegt Menschen, verbindet über Grenzen hinweg und prägt Bilder von Leistung, Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Gleichzeitig war und ist er doch auch ein Spiegel gesellschaftlicher Ungleichheiten und Ausschlüsse. Schwarze Athlet*innen haben die Sportgeschichte weltweit mitgeschrieben – so auch in Deutschland, doch oftmals ohne die Anerkennung, die ihnen gebührt.
Schwarz. Rot. Gold. Der Black History Month im deutschen Sport versteht sich als Einladung, gemeinsam hinzusehen, zuzuhören und voneinander zu lernen. Es geht um Sichtbarkeit, um Würdigung, um kritische Auseinandersetzung – und um das Empowerment Schwarzer Menschen.
Schwarz. Rot. Gold. steht dabei nicht nur für die deutschen Nationalfarben, sondern auch für die Frage, wie Identität, Zugehörigkeit und Repräsentation hierzulande reflektiert werden – im Sport und darüber hinaus.
Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) ist Kooperationspartner des Black History Month beim Deutschen Sport- und Olympiamuseum (DSOM) und unterstützt die Initiative aus Überzeugung. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für die Sichtbarkeit Schwarzer Perspektiven und die Anerkennung der Geschichte von Black and People of Color (BPoC) – auch im Fußball. Der FVM bringt die Aktion sowie die Programmpunkte aktiv in sein Netzwerk ein und unterstützt die Kommunikation der Inhalte über seine Kanäle. So werden Austausch, Sensibilisierung und eine klare Haltung in Vereinen und Verbänden gefördert, um Diskriminierung entgegenzuwirken und Vielfalt als selbstverständlichen Teil der Fußballgemeinschaft zu stärken.
Ausgewählte Programm-Highlights
Workshop – Empowerment mit ROOTS – Against Racism in Sports (Safer Space)
Exklusiver Empowerment-Workshop für Schwarze Kinder und Jugendliche aus dem Sport im Alter von 12 bis 14 Jahren. Referent: David Zabel. Teilnehmendenzahl: max. 20.
Hinweis: Die Veranstaltung wird als Safer Space durchgeführt. Die Teilnahmeplätze werden nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip vergeben.
Datum: Freitag, 20.02.2026
Uhrzeit: 16-18 Uhr
Workshop – „Ernst macht doch nur Spaß!” Haltung zeigen, aber wie?
Diese Fortbildung des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen ist als Haltungstraining konzipiert und vermittelt Handlungs- und Kommunikationskompetenzen im Umgang mit menschenfeindlichen Äußerungen im Kontext des Sportes. Sie ist Bestandteil des Projektes „Entschlossen weltoffen!“ und richtet sich an ehrenamtlich und hauptberuflich Tätige und Verantwortliche sowie Aktive im organisierten Sport. 10 Lizenzpunkte sind für eine Verlängerung folgender Kategorien zu erwerben: Übungsleiter*in C „Ältere“ / „Kinder und Jugendliche“ / „sportartübergreifend“; Übungsleiter*in B „Sport der Älteren“; Jugendleiter*in; Vereinsmanager*in C. Referent*innen: Corinna Gundlach und Jonas Mathei
Datum: Samstag, 21.02.2026
Uhrzeit: 10-18 Uhr
Lesung und Gespräch: Ronny Blaschke – „Spielfeld der Herrenmenschen. Kolonialismus und Rassismus im Fußball.“ Das Fußballbuch des Jahres 2024.
Affenlaute und Angriffe: Noch immer wird der Fußball von offenem Rassismus überschattet. Doch seltener sprechen wir über die weniger sichtbare Ausgrenzung: Viele Menschen glauben, dass Schwarze und weiße Spieler unterschiedliche Veranlagungen haben. Schwarze Menschen gelten etwa als kraftvolle Athleten, aber als Trainer oder Vorstände erhalten sie kaum Chancen. Diese rassistischen Denkmuster halten sich seit dem Kolonialismus in der Gesellschaft, und sie spielen auch in der Sprache der Sportmedien oder in der Talentförderung eine Rolle. Wie kann der Fußball zur Aufklärung gegen Rassismus beitragen? Und was können Vereine leisten, damit die Diversität auch in den Führungsetagen des Sports wächst?
Der Autor: Ronny Blaschke, 44, ist als Buchautor und Journalist auf politische Themen im Sport spezialisiert, er arbeitet unter anderem für den Deutschlandfunk, die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Mit „Spielfeld der Herrenmenschen - Kolonialismus und Rassismus im Fußball“, seinem sechsten Buch, möchte er eine Debatte anstoßen. Das Buch wurde von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur als „Fußballbuch des Jahres 2024“ ausgezeichnet.
Datum: Freitag, 27.02.2026
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Zum Black History Month
Der „Black History Month“ ist ein Gedenkmonat mit Wurzeln in den USA: Seit 1926 steht immer im Februar die Geschichte Schwarzer Menschen im Zentrum des öffentlichen Erinnerns – mit ihren Ereignissen, ihren Protagonist*innen und deren Errungenschaften. Landesweit begehen Tausende von privaten und staatlichen Initiativen, Institution und Einrichtungen den Black History Month mit einer Vielzahl attraktiver Veranstaltungen. Idee und Ziel ist es, den Perspektiven Schwarzer Menschen einen gebührenden Raum zuteilwerden zu lassen und ihre Geschichte zu würdigen, den gesellschaftlichen Austausch zu befördern, Wissen zu schaffen und auf diesem Wege einen wertvollen Beitrag zu rassismuskritischer Bildung, Emanzipation und Selbstermächtigung zu leisten. 2026 wird sich die Entstehung des Black History Months nun zum 100. Mal jähren – ein Meilenstein, dem wir zum Jubiläum eine neue Facette hinzufügen möchten. Denn seit 1990 wird er zwar auch in Deutschland begangen – bislang aber nicht im Kontext des Sports.
Weitere Informationen zum Black History Month im deutschen Sport: https://sportmuseum.de/news/history-month-sport
