Bitburger-Pokalfinale: Teamcheck TSV Alemannia Aachen

Bitburger-Pokalfinale: Teamcheck TSV Alemannia Aachen

Nur noch wenige Tage bis zum großen Endspiel! Der TSV Alemannia Aachen trifft im Rahmen des Finaltags der Amateure auf den Bonner SC und beide Vertreter kämpfen nicht nur um den Bitburger-Pokal, sondern auch um den Einzug in den DFB-Pokal 2024/25. Doch was macht beide Klubs aus? Wer sind die Spieler auf die es zu achten gilt? Wir werfen einen Blick.

Der Klub

Eines steht schon vor dem Finale im Bitburger-Pokal fest: Fußballbegeisterung und Euphorie sind zurück in der Kaiserstadt Aachen. Dafür hat die Alemannia mit einer beeindruckenden Erfolgsserie in der Regionalliga gesorgt, die mit dem Titelgewinn und Aufstieg belohnt wurde. Ihren Anteil an diesem Triumph hat wohl auch die leidenschaftliche Anhängerschaft des Traditionsvereins aus dem Westen der Republik. „Die Fans sind nicht nur unser zwölfter Mann. Sie sind unser zwölfter, 13. und 14. Mann“, beschreibt Alemannia-Trainer Heiner Backhaus das Wechselspiel zwischen Mannschaft und Publikum. Mit dem Aufstieg knüpft der Verein an große Zeiten an. Jahrzehntelang war der Traditionsklub in den höchsten Spielklassen vertreten. In der ewigen Tabelle der Zweiten Liga wird Aachen nur von der SpVgg Greuther Fürth, dem FC St. Pauli und Hannover 96 übertroffen. Im DFB-Pokal gab es gleich mehrere Sternstunden. 1953, 1965 und 2004 erreichte Aachen sogar das Endspiel. 2005 mischte die Alemannia im Europapokal mit, ehe im Sommer 2006 nach 36 Jahren die Rückkehr in die Bundesliga glückte. Der Höhenflug hielt aber nicht an. Es folgten sportlich und finanziell schwierige Zeiten. Seit 2013 trat die Alemannia in der Regionalliga West an. Die Zukunft heißt nun wieder Dritte Liga. Und vielleicht auch DFB-Pokal. Jedenfalls dürfte das Team alles dafür tun, um den Pott zum achten Mal in die Kaiserstadt zu holen und wieder im nationalen Cup-Wettbewerb mitzumischen. Zudem könnte man dann auch den FC Viktoria Köln abschütteln und zum alleinigen Rekordchampion im FVM-Pokal avancieren. Der letzte Sieg glückte 2019. 2020 und 2021 folgten Finalniederlagen.

Die Mannschaft

Die Alemannia der Saison 2023/24 ist kein Team der großen Namen oder gealterten Stars. Einige Spieler kommen aus der Stadt und ihrem Umland. So etwa Keeper Marcel Johnen (21), der nach einiger Zeit in der Nachwuchsabteilung von Bayer 04 Leverkusener und beim 1. FC Saarbrücken zurück zur Alemannia fand und dort zu einer festen Größe avancierte. Auch Linksverteidiger Sasa Strujic hat schon in der Jugend in Aachen gespielt. Der 32-jährige Routinier wurde im Sommer vom TSV Steinbach Haiger in die alte Heimat zurückgeholt. Er ist außerdem einer jener regionalligaerfahrenen Akteure, mit denen es gelang, die Meistermannschaft zu formen. Ebenfalls zum Start der Spielzeit kam Defensivspieler Mika Hanraths vom 1. FC Bocholt. Trotz seiner 24 Jahre kann er auf etliche Regionalliga-Einsätze zurückblicken. Der Kapitän bildet in der Innenverteidigung ein starkes Duo mit dem vom Ligarivalen Fortuna Köln verpflichteten Jan-Luca Rumpf. Rechtsverteidiger Florian Heister ist ein Winterzugang mit reichlich Routine. Er kam vom Drittligisten Viktoria Köln und hat mit Jahn Regensburg auch schon in der Zweiten Liga gespielt. Im defensiven Mittelfeld ist Bastian Müller (kam im Sommer vom Wuppertaler SV) mit 32 Jahren eine routinierte Größe. Zu den Spielern, die die Klasse schon vor ihrem Wechsel nach Aachen kannten, gehört ebenfalls Anton Heinz. Der offensive Linksaußen stieß von Rot-Weiß Oberhausen zur Alemannia, wo er als Toptorjäger, Vorbereiter und Freistoßschütze glänzt. In der Spitze hat Trainer Heiner Backhaus mit Marc Brasnic und dem im Winter gekommenen Thilo Töpken (SV Rödinghausen) starke Alternativen. Das große Plus der Mannschaft sind Einsatzwille, Intensität und Wucht.

Der Trainer

Heiner Backhaus lebt jene Tugenden vor, die er von seinen Spielern einfordert und die das Team zum Meister und Finalteilnehmer im Bitburger-Pokal gemacht haben. Es sind Leidenschaft, unbedingter Siegeswille und Begeisterung. So gelang es ihm, aus einer Ansammlung gestandener Regionalligaspieler eine Einheit auf dem Platz zu formen, die vielleicht nicht immer den ganz großen spielerischen Glanz verbreitet, aber nur schwer zu schlagen ist. Seit der 42-Jährige Anfang September den Trainerjob in Aachen von Interimscoach Reiner Plaßhenrich übernahm, ließ der Klub dem enttäuschenden Saisonstart unter Helge Hohl eine beeindruckende Aufholjagd folgen. Vor allem aber führte der Backhaus-Fußball dazu, dass Euphorie und Identifikation am Tivoli eine neue Ebene erreichten. „Er passt wie der Topf auf den Deckel“, sagte Sascha Eller, Sportdirektor und Geschäftsführer der Alemannia, unlängst. „Wir spielen nicht immer den schönsten Fußball, aber wir geben alles“, bringt es Eller auf den Punkt. Kein Zweifel, Backhaus hat beim Publikum in Aachen einen Nerv getroffen und vielleicht auch den perfekten Platz für sich selbst entdeckt. Seine Laufbahn als Spieler und Coach war zuvor von Wechseln geprägt. Der gebürtige Wittener debütierte einst im Profifußball für Hannover 96. Er spielte anschließend unter anderem bei Union Berlin, Arminia Bielefeld und Kickers Offenbach, aber auch auf Malta, in Hongkong und in Zypern. „Ich war nie ein Typ, der sich in die Hängematte gelegt hat. Ich hatte Bock zu gewinnen und in der Ersten Liga zu spielen. In Deutschland war das nicht möglich, andernorts aber schon“, erklärt er. Viele Länder und Kulturen kennengelernt zu haben, sei ein Gewinn gewesen. „Man wird demütig, weil man sieht, wie gut es uns in Deutschland geht. Ich vermittele den Spielern immer wieder, wie privilegiert wir sind. Auch unsere Anhängerschaft ist ein Privileg. Das wollen wir mit einer guten Leistung im Finale zurückzahlen“, so der Backhaus, dessen Trainerlaufbahn bei Inter Leipzig begann, ehe Stationen beim Regionalligisten BSV Schwarz-Weiß Rehden, dem Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach, dem Regionalligisten TuS Rot-Weiß Koblenz und schließlich beim BFC Dynamo folgten.

 
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Alle Informationen zum Bitburger-Pokalfinale 2024 gibt es hier.

Fotoquelle: TSV Alemannia Aachen
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