S.C. Fortuna Köln
An einem frühlingshaft anmutenden Abend Ende Februar nahm der Regionalligist S.C. Fortuna Köln die größte Hürde auf dem Weg ins Endspiel um den Bitburger-Pokal 2026: Mit einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen den Drittligisten und Vorjahresfinalisten Alemannia Aachen machte das Team um Fortuna-Trainer Matthias Mink den Einzug ins Halbfinale perfekt. Und das vor stimmungsvoller Kulisse. 7012 Zuschauer*innen im Kölner Südstadion bekamen ein spannendes Spiel geboten. „Es war ein Pokal-Fight“, sagte Mink nach dem Abpfiff. Gleichwohl gestand er ein, dass nicht die dominante Mannschaft dieses Match gewonnen hatte, sondern die effektivere. „Man kann sicherlich besser Fußball spielen, aber das zählt letztlich nicht“, so Mink. Sein Pendant auf der Alemannia-Bank, Mersad Selimbegovic, hatte Mühe, Gründe für die Niederlage zu benennen. „Es gibt Tage, die sind schwer zu erklären. Die Jungs waren konzentriert, zielstrebig und gut in der Verteidigung. Es gab viele Situationen, in denen wir hätten treffen können. Wir hatten kein Glück, überhaupt nicht“, beklagte er. Seine Elf hatte eine Vielzahl guter Möglichkeiten ausgelassen und war immer wieder am Kölner Keeper Lennart Winkler gescheitert. Das bestrafte Nico Thier, als er am Ende des ersten gefährlichen Vorstoßes frei auf Manuel Riemann im Tor der Alemannia zulief und mit einem entschlossenen Flachschuss ins kurze Eck zum 1:0 vollendete (57.). Es blieb der einzige Treffer des Abends.
Im folgenden Halbfinale ging es dann weniger knapp zu. Dabei stand der Fortuna mit dem Ligarivalen Bonner SC erneut ein starker Kontrahent gegenüber. Die 4994 Zuschauer*innen im Südstadion sahen einen 4:1 (1:0)-Heimerfolg. Georg Strauch hatte die Gastgeber per Direktabnahme in Front gebracht (31.). Doch die allmählich mutiger agierenden Bonner glichen nach 78 Minuten durch Yannik Schlößer aus. Nun war wieder die Fortuna am Zug. Und wie. Nachdem zunächst Schüsse abgeblockt worden waren, gelang es Luca Majetic doch noch, den Ball aus kurzer Distanz zum 2:1 ins Tor zu schießen (81.). Der BSC hatte sich von diesem Rückschlag noch nicht richtig erholt, da sah der Bonner Bogdan Shubin für eine Notbremse gegen Adrian Stanilewicz die Rote Karte (87.). In Unterzahl wurde es nun schwierig für die Gäste, der Partie noch einmal eine Wendung zu geben. Die Fortuna hatte Oberwasser und war letztlich nicht mehr aufzuhalten. Tom Geerkens erzielte nach einem Doppelpass mit Enzo Wirtz das 3:1 (90.), ehe Vleron Statovci nach Vorlage von Strauch zum 4:1-Endstand traf (90.+1). „Das Ergebnis ist einen Tick zu hoch ausgefallen. Am Ende haben wir aber auch die Räume gut genutzt“, meinte Fortuna-Coach Mink.
Die ersten Runden des Wettbewerbs hatte seine Elf für äußerst souveräne Auftritte genutzt. Zum Auftakt des Bitburger-Pokals setzte sich die Fortuna mit 5:1 (1:0) beim starken Mittelrheinligisten SV Bergisch Gladbach 09 durch. Geerkens brachte Köln in Führung (32.), ehe Maik Marquardt traf nach einer Ecke zum 1:1 ausglich (70.). Nun erhöhten die Gäste das Tempo und Thier erzielte das 2:1 (77.). Sechs Minuten später wurde Statovci gefoult, Wirtz trat zum Elfmeter an und verwandelte zum 3:1 für die Fortuna. In der Nachspielzeit schraubten Younes Derbali und wieder Thier das Ergebnis mit ihren Treffern auf 5:1 hoch.
Noch deutlicher geriet das Zweitrundenspiel beim A-Ligisten SV Scherpenseel-Grotenrath. Auf der wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernten Anlage „Am Bucksberg“ in Übach-Palenberg siegte die Mink-Elf mit 8:1 (3:0). Markus Stumvoll gelang mit dem zwischenzeitlichen 1:5 in der 78. Minute der frenetisch gefeierte Ehrentreffer für die Gastgeber. David Al-Azzawe (26.), Timo Bornemann (34., 50.), ein Eigentor der Gastgeber (37.), Robin Afamefuna (55.), Nico Westerhoff (82., 85.) und Salim Hadouchi (90.) trafen für den Favoriten aus der Rheinmetropole, der im Achtelfinale beim Landesligisten DJK Rasensport Aachen-Brand ein 8:0 (1:0) folgen ließ. „Wir haben uns in der ersten Hälfte schwergetan. Der Gegner stand tief und wir haben keine richtigen Lösungen gefunden“, so Mink. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff brachte ein abgefälschter Schuss von Stanilewicz den Kölnern die Führung. Nach dem Wechsel erhöhte Enzo Wirtz per Doppelpack auf 3:0 (48., 61.). Damit war eine Vorentscheidung gefallen. „Hintenraus haben die Jungs einen guten Ball gespielt, insbesondere unsere Einwechselspieler haben nochmal für frische Beine gesorgt“, fand Mink, für dessen Team Hadouchi (74.), Bornemann (83.), Kian Hekmat (85., 90.) und Majetic (87.) zum 8:0-Endstand trafen.
Viktoria Köln
Der Weg des Titelverteidigers und Drittligisten Viktoria Köln zum erneuten „Finale daheim“ im Bitburger-Pokal, also im vertrauten Sportpark Höhenberg, begann tief im Westen des Verbandsgebietes. Beim Landesligisten Germania Teveren feierte das Team von Viktoria-Coach Marian Wilhelm einen 5:1 (2:1)-Sieg. „Zwischendurch wurde es etwas kribbelig, aber die Mannschaft ist gut damit umgegangen. Am Ende war es dann ein in der Höhe verdienter Sieg“, fand er anschließend lobende Worte für seine Mannschaft. Der Beginn verlief wunschgemäß für den Favoriten aus Köln: Marco Pledl traf nach drei Minuten zum 1:0. Doch so ging es nicht weiter. Joel Klieber vollendete einen schnellen Angriff mit dem Ausgleichstreffer für Teveren (13.). Erst nach 37 Minuten brachte Raphael Ott mit einem schönen Schlenzer die Gäste zurück in die Spur. Nach dem Wechsel legten Benjamin Zank (62., 80.), Florian Engelhardt (66.) die Treffer zum 5:1 nach. Erneut von Köln-Höhenberg in Richtung Westen brach die Viktoria zum Zweitrundenspiel auf. Es ging in den Hürtgenwald, zum Mittelrheinligisten VfL Vichttal. Und es wurde eine enge Angelegenheit. Zwar brachte Ott die Kölner bis zur Pause per Doppelschlag mit 2:0 in Führung (26., 28.), doch Henrik Artz verkürzte nach 74 Minuten auf 1:2. Dabei blieb es trotz einer turbulenten Schlussphase.
Deutlich lockerer ging es im Achtelfinale zu. Vor 1300 Zuschauer*innen feierte die Wilhelm-Elf beim Bezirksligisten Wahlscheider SV einen 8:0 (5:0)-Sieg. Benjamin Zank machte die Partie zu einer persönlichen Gala und traf gleich fünfmal. Die drei weiteren Tore erzielten Soichiro Kozuki (22.), Vincent Carus (32.) und der kurz zuvor eingewechselte Leander Popp (83.). Größere Spannung bot dann wieder das Viertelfinale beim Siegburger SV. In den ersten Minuten der Begegnung durften nämlich die Gastgeber vom Halbfinaleinzug träumen. Siegburg erwischte einen perfekten Start: Kelana Noah Mahessa brachte den Mittelrheinligisten gegen den Rekordchampion nach gerade einmal drei Minuten vor rund 1000 Zuschauer*innen in Führung. „Das war ein denkbar schlechter Start“, fand Coach Wilhelm. Der Favorit strauchelte, fiel aber nicht. Im Gegenteil: nach einer schönen Flanke erzielte Samuele Carella per Kopfball das 1:1 (16.). Und fortan drängte die Viktoria auf den Führungstreffer. Die Siegburger aber stemmten sich erfolgreich dagegen. So ging es beim Stande von 1:1 in die Kabinen. Heraus kamen die Gäste noch entschlossener. Und doch dauerte es bis zur 81. Minute, ehe Zank eine Ecke von Tobias Eisenhuth per Kopfball zum 2:1 für die Gäste nutzen konnte. Ein wenig bangen mussten Viktoria-Trainer Wilhelm und sein Team aber noch. Zumal man nach der Gelb-Roten Karten für Frank Ronstadt die Schlussphase in Unterzahl bestritt. Letztlich blieb es beim 2:1 der Kölner. „Wir wussten, dass ein guter Gegner auf uns wartet. Das hat sich bestätigt. Aber wir haben den Widrigkeiten erfolgreich getrotzt und sind jetzt froh, in der nächsten Runde zu stehen“, meinte Wilhelm, dessen Team im Halbfinale die letzte Hürde souverän nahm. 4:1 (2:0) hieß es nach 90 Minuten beim ambitionierten Mittelrheinligisten SV Eintracht Hohkeppel. „Der Erfolg freut mich für die Jungs, sie haben sich es verdient, im Pokalfinale zu stehen. Das war eines der großen Saisonziele und wird sicherlich wieder etwas ganz Besonderes“, so Wilhelm nach dem Abpfiff.
In Hohkeppel zeigte man sich als fairer Verlierer. „Unter dem Strich ging unsere Niederlage in Ordnung. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, hätten aber einen Sahnetag und die Viktoria einen schwachen Auftritt erwischen müssen, um diesen Vergleich zu gewinnen“, meinte Kevin Theisen, Geschäftsführer und Sportlicher Leiter beim SV Eintracht Hohkeppel. Yannick Tonye war es, der nach 14 Minuten einen Angriff der Gäste mit dem 1:0 vollendete und nur zwei Minuten später lud Hohkeppels Angelo Langer mit einem Ballverlust den Kölner Lucas Wolf zum 2:0 ein. Für Sicherheit sorgte Tonyes mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 nach 49 Minuten. Nun wurde die ohnehin schon schwierige Aufgabe für die Gastgeber zu einer nahezu unlösbaren. Immerhin, nur fünf Minuten nach dem 0:3 keimte ein wenig Hoffnung in den Reihen des SV Eintracht auf. Es gab Handelfmeter für Hohkeppel. Firat Tuncer trat an und verkürzte auf 1:3 (54.). Arian Amyn zwang Viktoria-Keeper Arne Schulz anschließend zu einer Parade, das 2:3 blieb aber aus. Und so konnte Robin Velasco mit dem 4:1 letzte Zweifel am Finaleinzug der Kölner beseitigen (80.).
