Bitburger-Pokal: Titelfavoriten geben sich keine Blöße

Bitburger-Pokal: Titelfavoriten geben sich keine Blöße

Gleich mehrere Hürden hatte der Regionalligist Bonner SC zu nehmen, ehe der Einzug in die zweite Runde des Bitburger-Pokal feststand. Da war einerseits ein couragiert aufspielender Gastgeber. Landesligist TuS Oberpleis verteidigte gegen den Favoriten aus der Bundesstadt voller Leidenschaft und ließ das Team um BSC-Coach Björn Mehnert kaum zur Entfaltung kommen. Und da war andererseits ein ungewöhnlicher Gegner: Ein Stromausfall legte das Flutlicht lahm, was mit einbrechender Dämmerung zusehends zum Problem wurde. „Für uns als die spielerisch aktivere Mannschaft war das eine größere Schwierigkeit als für den Gegner“, sagte Mehnert, der sich jedoch nicht beklagen wollte. Nachdem die Begegnung im Verlauf der zweiten Spielzeit für rund eine Viertelstunde unterbrochen worden war, floss wieder Strom, das Licht sprang an und Mehnerts Team brachte den 1:0-Vorsprung aus der ersten Hälfte über die Zeit.

„Der Ausfall betraf den gesamten Ort. Zum Glück wurde das Problem noch rechtzeitig gelöst“, erklärte Stefan Bung. Der Sportlicher Leiter des TuS konnte damit zufrieden Bilanz ziehen. Bung sprach angesichts der 555 Zuschauer*innen von einer „stimmungsvollen Kulisse“. Kämpferisch und spielerisch hatte ihn seine Elf überzeugt. „Ich kann vor den Jungs nur den Hut ziehen“, so Bung. Von der ersten Minute an habe sein Team Paroli geboten und der mit einer Daumen-Blessur ins Spiel gegangene Keeper Max Blönigen habe eine bravouröse Leistung gezeigt. „Erst in den letzten Minuten war Bonn wirklich besser“, fand Bung, der kurz vor Schluss noch einmal den Atem anhielt, als der eingewechselte TuS-Spieler Elias Tapia zum Kopfball kam, aber keinen Druck in den Ball bekam. So blieb es bei der Bonner Führung, die zum Sieg reichte.

Luca de Meester schießt Bonner SC zum Sieg

„Wir wussten, dass es nicht einfach wird und wir auf einen motivierten Gegner treffen würden“, sagte BSC-Trainer Mehnert. Zwar habe seine Elf keine Glanzleistung abgerufen, aber letztlich verdient gewonnen. Das sei es, was zähle. Ermöglicht hatte den Sieg der Treffer von Luca de Meester. Dieser hatte sich im Anchluss an eine Ecke gegen seine Gegenspieler behauptet, den Ball zurechtgelegt und beherzt unter die Latte geschossen (30.). Die Führung war verdient – denn Çağatay Kader und Nick Zimmermann hatten zuvor schon Chancen besessen – und die Führung hielt und trug den Bonner SC in die zweite Runde.

Diese hat mit dem SV Bergisch Gladbach auch ein weiterer Regionalligist und Titelfavorit erreicht. Die Mannschaft um 09er-Coach Kevin Kruth machte es ebenfalls spannend, gewann jedoch mit 1:0 (1:0) beim A-Ligisten SV Wormersdorf. „Der Sieg war knapp, aber hochverdient“, sagte Kruth, der dem Kontrahenten ein gutes Zeugnis ausstellte. „Wormersdorf war ein sympathischer Gastgeber und die Spieler haben leidenschaftlich gekämpft und alles reingeworfen“, so Kruth. Tilmann Demmer erzielte das Tor des Tages (42.), was Lars Steinbüchels Zufriedenheit kaum trübte. „Wir können stolz auf diese Leistung sein. Mit etwas Glück hätten wir bei einer unserer Standardsituationen sogar den Ausgleich erzielen können“, so der Coach. Auch SV-Vereinschef Dieter Spillmann war glücklich. „Das war eine super Leistung, wir sind hoch zufrieden.“

FC Rheinsüd unterliegt Alemannia Aachen mit 0:7

So ging es auch Stefan Krämer, Coach des Bezirksligisten FC Rheinsüd Köln. Und das, obwohl seine Elf sich dem großen Favoriten TSV Alemannia Aachen aus der Dritten Liga letztlich deutlich mit 0:7 geschlagen geben musste. „Die Jungs haben sich reingehauen und in jeden gegnerischen Schuss geworfen. Bis zur Halbzeit haben wir so ein mehr als achtbares Resultat gehalten“, sagte er über die ersten 45 Minuten vor 1338 Zuschauer*innen im Kölner Südstadion, die mit einem 0:2 endeten. Erst wenige Wochen zuvor war der FC Rheinsüd schon einmal in die größere Spielstätte umgezogen, um ein Testspiel gegen den Bundesligisten 1. FC Köln zu absolvieren. „Damals waren noch mehr Leute da. Jetzt aber war es ein Pflichtspiel und die Alemannia-Fans haben uns mit durchgehendem Gesang begleitet. Das war ein tolles Erlebnis“, fand Krämer über die beeindruckende Atmosphäre.

In der fünften Minute war die Alemannia durch ein Eigentor des Kölners Phillip Eschbach in Führung gegangen, Nathan Bitumazala traf wenig später zum 2:0. Erst nach dem Seitenwechsel wurde das Ergebnis deutlich. Meiko Wäschenbach, weitere dreimal Bitumazala und Danilo Wiebe erhöhten auf 7:0. „Am Ende hat sich eben doch gezeigt, dass wir gegen einen Gegner aus dem Profibereich gespielt haben“, erklärte Krämer. Sein Pendant auf der Aachener Trainerbank, Mersad Selimbegovic, war zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf. „Es war ein Spiel, wie ich es erwartet habe. Wir sind auf einen Gegner getroffen, der alles versucht hat, haben unsere Aufgabe aber sehr ernstgenommen und souverän gelöst“, betonte er.

S.C. Fortuna Köln gewinnt beim SV Eintracht Hohkeppel

Mit dem S.C. Fortuna Köln hat auch das Team, das normalerweise Gastgeber im Kölner Südstadion ist, die zweite Runde im Bitburger-Pokal erreicht. Der Drittligist um Fortuna-Trainer Matthias Mink setzte sich vor 650 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz des Lindlarer Volksbank Parkstadions mit 3:1 (1:0) beim Mittelrheinligisten SV Eintracht Hohkeppel durch. Dieser Sieg hatte vor allem einen Namen: Hamadi Al Ghaddioui. Der Kölner erzielte alle Tore für die Fortuna. „Dank Hamadis Dreierpack stehen wir jetzt in der nächsten Runde. Genau das war das Ziel“, sagte Mink. Zunächst traf Al Ghaddioui in Abstauber-Manier (18.). Nach dem Ausgleich durch Vladislav Fadeev (52.), ließ der 35-Jährige zwei Kopfballtore folgen (68., 71.).

Spannend ging es beim mittelrheinligainternen Duell zwischen der SpVg Frechen 20 und dem VfL Vichttal zu. Nachdem Niklas Valerius Vichttal nach 85 Minuten in Führung gebracht hatte, glich Tobias Stecker in der Nachspielzeit per Elfmeter aus. Es ging in die Verlängerung. Valerius entschied die Partei dann in der 102. Minute mit seinem zweiten Treffer. Vichttal, am Freitag, 28. August, 19.30 Uhr, beim Spiel gegen den 1. FC Düren Gastgeber bei der offiziellen Saisoneröffnung im FVM, steht damit in der zweiten Runde. Der kommende Gegner Düren sammelte ebenfalls Selbstvertrauen. Das Team gewann mit 2:0 beim Landesligisten FC Germania Teveren. Für Düren trafen Boby Bossu (17.) und Niklas Koppitz (23.).

SC Blau-Weiß Köln gelingt Kantersieg

Den höchsten Sieg in der Auftaktrunde des Bitburger-Pokal feierte der SC Blau-Weiß Köln. Der Landesligist gewann mit 11:1 beim A-Ligisten SV Viktoria Waldenrath/Straeten. Titelverteidiger Viktoria Köln sorgt mit dem Match beim Landesligisten FC Union Schafhausen für den Abschluss der ersten Runde (Mi., 26. August, 18.30 Uhr). Einen Schritt weiter ist mit der Sportvereinigung Porz ein weiterer Mittelrheinligist. Die Mannschaft um den Porzer Coach Jonas Wendt gewann mit 2:0 beim Bezirksligisten FC Concordia Oidtweiler. „Das war unter dem Strich ein souveräner Sieg“, fand SpVg-Co-Trainer Tugay Düzelten. Dabei hatte seine Elf früh einen Rückschlag zu verkraften: Ilias Khettabi nach gerade einmal 14 Minuten Rot. Die verbliebenen zehn Porzer machten ihre Sache aber gut. Shin-Young Hwang erzielte nur zwei Minuten später das 1:0. Kurz darauf legte Andre Rosteck das 2:0 nach. Er nutzte dabei eine Freistoß-Hereingabe für einen Kopfball (22.).

Am Bitburger-Pokal nehmen 64 Teams teil. Es werden sechs Runden inklusive Finale bestritten. Klassentiefere Teams genießen bis eischließlich des Semifinals Heimrecht. Das Finale findet am 29. Mai 2027 im Kölner Sportpark Höhenberg statt, der Gewinner spielt in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokal. 

Foto: Kay-Uwe Fischer
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