Besondere Aufmerksamkeit ist seiner Elf sicher. Das weiß Trainer Stefan Storb nur allzu gut. Der von ihm zusammen mit Can Celik trainierte Bezirksligist Rhenania Bessenich bestreitet schließlich am Mittwoch, 13. August (19.30 Uhr, Sportplatzweg in Zülpich) das Auftaktmatch im Bitburger-Pokal und läutet damit die Cup-Saison am Mittelrhein ein. Doch damit nicht genug. Bessenich hat im dank einer Reform des Wettbewerbs auf 64 Teilnehmer angewachsenen Starterfeld einen Erstrunden-Kontrahenten erwischt, der den Zülpicher Klub elektrisiert: Es geht gegen den Regionalliga-Aufsteiger Bonner SC. „Das ist eines der attraktivsten Lose, die man erwischen kann“, macht Storb klar. „Als ich davon erfahren habe, kam Euphorie auf. Aber auch jeder andere Verantwortliche und Spieler hat sich tierisch gefreut.“
Für den Coach schreibt die Partie gegen den BSC eine besondere Geschichte. Mit Marcello Volk ist ein einstiger Rhenania-Spieler und guter Freund von Storb inzwischen Zeugwart in Bonn geworden. „Ich habe ihn nach der Auslosung angerufen, er war gerade in Amerika unterwegs, wusste von nichts und konnte es erstmal gar nicht glauben“, so Storb. Für ihn und den Kumpel sei das auf jeden Fall „ein nettes Ding“. Das gilt aber auch für den gesamten Verein. Bei der Rhenania hofft man auf 500 Zuschauer*innen zum Pokalabend und man rechnet mit einem starken Gegner. „Für die Bonner hat die Saison schon begonnen, sie sind voll im Saft und kommen mit Aufstiegseuphorie“, ist Storb überzeugt. Über die Favoritenrolle müsse man also nicht diskutieren. Doch er weiß auch, dass einige Akteure in den eigenen Reihen dem BSC das Leben schwer machen können.
Ex-Profi Moritz Hartmann soll Akzente setzen
Allen voran gilt dies für Moritz Hartmann. Der 39-jährige Stürmer hat schon mit dem FC Ingolstadt in der Ersten und Zweiten Liga gespielt und weitere Profistationen erlebt, ehe er sich 2020 Bessenich anschloss. „Seine Standards, seine Kopfballstärke und Kaltschnäuzigkeit sind schon außergewöhnlich gut“, findet sein Trainer. Denker und Lenker im Bessenicher Spiel ist Athanasios Noutsos und große Stücke hält man auch auf den neuverpflichteten Angreifer Nuri Yasar und den Youngster im Tor: Eamonn Klein. Der 23-jährige Keeper hat einst in der Regionalliga ausgerechnet für Bonn einige Einsätze absolviert. „Wenn alles perfekt zusammenläuft, könnte es ein enges Spiel werden“, fasst Storb zusammen.
Das wollen die Bonner Gäste tunlichst vermeiden. „Wir werden diese Begegnung und diesen Gegner absolut ernstnehmen. Denn wenn man mit der falschen Einstellung an die Sache herangeht, kann es fatal enden“, betont BSC-Sportdirektor Daniel Zillken. Er verspricht ein Team, das „Vollgas geben wird“.
Bergisch Gladbach trifft auf S.C. Fortuna Köln
Daran glaubt auch Christian Schlösser mit Blick auf die eigene Mannschaft. Schlösser ist Sportdirektor des Mittelrheinligisten SV Bergisch Gladbach 09 und sein Team erwartet keinen Geringeren als den Regionalligisten S.C. Fortuna Köln am Mittwoch, 20. August (19 Uhr, Belkaw-Arena, Paffrather Straße 135). „Die Vorfreude ist riesig. Wir spielen gegen einen der drei Topfavoriten auf den Gewinn des Bitburger-Pokals“, sagt Schlösser. Man sei fest entschlossen, aus der Begegnung ein Highlight zu machen. „Wenn das Wetter stimmt, kommen vielleicht sogar an die 1000 Leute“, erklärt der Sportdirektor, „die Atmosphäre wird auf jeden Fall richtig cool sein“.
Fakt sei aber auch, dass die Fortuna ein „guter Regionallist“ und angesichts des früheren Saisonstarts in der Regionalliga „besser im Rhythmus“ sein werde. „Und das spielt eine Rolle. Dennoch wollen wir die Chance nutzen und uns nicht kleiner machen, als wir sind“, gibt sich Schlösser entschlossen. Im Pokal könne man einen Klassenunterschied wettmachen. In Bergisch Gladbach setzt man dabei insbesondere auf die vielen junge Spieler im Kader, die befreit aufspielen können und vielfach erst in diesem Sommer verpflichtet wurden. Dazu zählt etwa Azem Memeti, der aus der Jugend von Viktoria Köln gekommen ist und als Außenbahnspieler die Offensive beflügeln soll. Eine vergleichbare Rolle nimmt Jan Luca Bugenhagen ein, der von ETB SW Essen kam. Und mit Ervin Cindrak wurde ein weiterer Akteur mit Qualitäten im Spiel nach vorne von Frechen 20 geholt.
SV Nierfeld erwartet „heiße Aufgabe“
Auf einen Ligarivalen der Bergisch Gladbacher trifft der SV Nierfeld, der als A-Ligist zu den Underdogs im Bitburger-Pokal zählt. Am Sonntag, 24. August (15 Uhr, Müsgesauel in Gemünd) geht es gegen den Mittelrheinligisten SSV Bornheim. „Das ist eine heiße Aufgabe für uns“, findet SVN-Trainer Dirk Scheer. Für die Spannung in der Vorbereitung tue so ein Gegner gut. „Und im Spiel wird sich dann zeigen, wo wir stehen“, sagt er. In erster Linie gelte es, sich gegen den Favoriten gut zu verkaufen. „Wenn es dann mal läuft, ist auf unserem kleinen Platz vielleicht etwas möglich“, so Scheer. Seine Jungs, sagt er, würden allesamt auf das Match brennen. „Wir haben sehr viele junge Spieler, die sind im Kopf alle frei und können jeder etwas reißen, das ist für sie ein Highlight“, erklärt er. Vorwegmarschieren sollen Sechser Nils Hahn und der enorm lauf- und kampfstarke Mittelfeldspieler Luca Bläser sowie Innenverteidiger Eugen Stier.
Ein Spiel mit besonderer Brisanz findet rund 30 Kilometer nördlich von Nierfeld statt: An der Mariaweilerstraße 81 in Düren erwartet der heimische 1. FC den Drittligisten Alemannia Aachen (So., 17. August, 15 Uhr). „Wir freuen uns riesig auf das Spiel“, sagt Dürens Trainer Luca Lausberg, dessen nach dem Abstieg aus der Regionalliga neuformierte Mannschaft vor großer Kulisse dagegenhalten will. Das ist Benedetto Muzzicato, Trainer von Alemannia Aachen, völlig klar. „Wer die Pokalhistorie kennt, weiß, dass es nicht funktioniert, wenn die Ernsthaftigkeit fehlt. Wir müssen daher dieselbe Intensität an den Tag legen wie in der Meisterschaft.“ Zudem habe die Scouting-Abteilung den Mittelrheinligisten aus der Nachbarschaft auch bereits in den Blick genommen.
Das Teilnehmerfeld ist so groß wie nie zuvor
Im Bitburger-Pokal gehen nun erstmals 64 Mannschaften an den Start. Neben den teilnahmeberechtigten Regional- und Drittligisten aus dem FVM-Gebiet sind auch alle teilnahmeberechtigten Mittelrheinligisten vorqualifiziert. Das übrige Feld wurde im Rahmen der Bitburger-Kreispokalendspiele ermittelt, an dem alle ersten Mannschaften ab der Landesliga abwärts teilnehmen. Acht weitere Plätze nehmen die besten Teams im WestLotto-Fair-Play-Pokal ein. Gespielt werden sechs Runden inklusive Finale. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich Halbfinale Heimrecht. Das Endspiel steigt am 23. Mai 2026 im Kölner Sportpark Höhenberg. Der Gewinner tritt in der ersten Runde des DFB-Pokals an.
Bitburger-Pokal 2025/26: Paarungen der 1. Runde
- SV Schönenbach (BZL) - SSV Merten (MRL)
- VfR Bachem (KLB) - FC Germania Lich-Steinstraß (LL)
- FC Teutonia Weiden (MRL) - Sportfreunde 1919 Düren (MRL, Kreispokalsieger)
- SV Rhenania Bessenich (BZL) - Bonner SC (RL)
- TuS Herchen (KLB) - SC Fliesteden (LL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal)
- SV Vorgebirge (BZL) - Siegburger SV 04 (MRL)
- SV Bergfried Leverkusen (BZL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - SpVg Porz (MRL)
- FC Germania Teveren (LL) - Viktoria Köln (3. Liga)
- SV Schöneseiffen 1950 (KLA) - SSV Jan Wellem 05 (BZL)
- SV Bergisch Gladbach 09 (MRL) - S.C. Fortuna Köln (RL)
- FV Bonn-Endenich (MRL) - FC Viktoria Arnoldsweiler (LL)
- FC Düren (MRL) - TSV Alemannia Aachen (3. Liga)
- SC Uckerath (BZL) - TuS BW Königsdorf (MRL)
- TV Hoffnungsthal (BZL) - SpVg. Frechen 20 (MRL)
- TV Konzen (BZL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - DJK Rasensport Aachen-Brand (LL)
- FC Dynamo Erkelenz (KLA) - SC Bor. Lindenthal-Hohenlind (LL)
- FC Germania Zündorf (BZL) - SV Eilendorf (LL, Kreispokalsieger)
- Kohlscheider BC (BZL) - VfL 08 Vichttal (MRL)
- SV Deutz 05 (BZL, Kreispokalsieger) - SV Eintracht Hohkeppel (MRL)
- TuS Roisdorf (KLB) - SV Kurdistan Düren (LL)
- SV SW Nierfeld (KLA, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - SSV Bornheim (MRL, Kreispokalsieger)
- SC Elsdorf (BZL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - SC Germania Erftstadt-Lechenich (BZL)
- SV Niersquelle Kuckum (BZL, Kreispokalsieger) - FC Pesch (MRL)
- FC Hürth (MRL) - BCV Glesch-Paffendorf (LL)
- FC Rheinsüd Köln (BZL) - SC BW Köln (LL)
- Hilal-Maroc Bergheim (BZL, Kreispokalsieger) - FC Union Schafhausen (MRL)
- SC Erkelenz (KLA) - FC Hennef 05 (MRL)
- SG Flamersheim/Kirchheim (KLA, Kreispokalsieger) - FC Wegberg-Beeck (MRL)
- SV Scherpenseel-Grotenrath (KLA) - FV Wiehl (LL, Kreispokalsieger)
- Wahlscheider SV (BZL) - SV Eintracht Verlautenheide (LL)
- SV RW Merl (BZL) - FSV Neunkirchen-Seelscheid (LL, Kreispokalsieger)
- SC Fortuna Bonn (LL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal) - SV Schlebusch (LL, über WestLotto-Fair-Play-Pokal)
Geplante Spieltermine gemäß Rahmenterminkalender
- 1. Runde: 23./24. August 2025 (Spiele mit Beteiligung von Regional- und Drittligisten am 20. August 2025)
- 2. Runde: 23. bis 25. September 2025
- Achtelfinale: 22. November 2025 (Spiele mit Beteiligung von Regional- und Drittligisten am 19. November 2025)
- Viertelfinale: 24. bis 26. Februar 2026
- Halbfinale: 24. bis 26. März 2026
- Finale: 23. Mai 2026
