Schon recht früh wurde Markus Mohn als Abteilungsleiter Juniorinnen und Frauen von FC Rheinsüd Köln auch Vorstandsmitglied im Verein. Für ihn hatte die Abteilung Juniorinnen und Frauen schon immer einen hohen Stellenwert. Mit dem kontinuierlichen Wachstum wurde der Mädchen- und Frauenfußball im Verein immer stärker wahrgenommen. Heute ist die Abteilung der Juniorinnen und Damen so groß, dass rund ein Viertel aller Vereinsmitglieder*innen in Mädchen- und Frauenmannschaften spielt. „“Die Mädchen- und Frauenabteilung ist integraler Bestandteil des Vereins und wird im Verein voll akzeptiert“, betont Markus Mohn, Abteilungsleiter Frauen und Juniorinnen.
Kontinuierlicher Aufbau von Juniorinnenmannschaften
Mit der Gründung der ersten E-Juniorinnenmannschaft vor zwölf Jahren begann beim FC Rheinsüd Köln alles. „Wir hatten einige Mädchen im entsprechenden Alter, die gerne Fußball spielen wollten, jedoch nicht in Juniorenmannschaften“, erinnert sich Markus Mohn.
„Als die erste Juniorinnen-Mannschaft an den Start gegangen war, merkten wir, dass sich schnell weitere Mädchen anmeldeten“, erzähl der Abteilungsleiter weiter. Schnell zeigte sich, dass das Interesse an Mädchenfußball groß war, und so konnten in den Folgejahren weitere Juniorinnen-Mannschaften gebildet werden. Der Verein ging dabei behutsam vor und warb keine Spielerinnen aus anderen Vereinen ab, sondern trat an Schulen und Kindergärten heran. Dies führte zum erfolgreichen Aufbau von Mannschaften von den E- bis zu den B-Juniorinnen. Aus der Vielzahl an Spielerinnen konnte der Verein dann auch reine Jahrgangsmannschaften anbieten.
Gründung der ersten Frauenmannschaft vor vier Jahren
Ein bedeutender Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Gründung der ersten Frauenmannschaft vor vier Jahren. „Seitdem bieten wir für alle Jahrgänge – von F-Juniorinnen bis den Frauen – mindestens eine Mannschaft an. Nach den B-Juniorinnen kommen unsere Spielerinnen zu den Frauen, da wir keine A-Jugend für Mädchen anbieten. Durch den kontinuierlichen Zuwachs im Frauenbereich, mit einer neuen Mannschaft jedes Jahr, wächst auch die Frauenabteilung, sodass wir inzwischen sogar eine 2. Frauenmannschaft stellen können“, freut sich Markus Mohn über die positive Entwicklung.
Der FC Rheinsüd Köln verfolgt einen klaren Ansatz: Die Spielerinnen werden im eigenen Verein ausgebildet, was eine solide Basis für die jeweils nächsthöhere Altersklasse schafft. Mädchen haben die Möglichkeit, ihre gesamte Fußballkarriere im Verein zu verbringen – ein Konzept, das regelmäßig gelebt und sehr geschätzt wird. Der Verein profitiert von diesem Ansatz, da er kontinuierlich neue Spielerinnen gewinnt.
„Dank des stetigen Aufbaus der Juniorinnen-Abteilung hatten wir irgendwann die größte Juniorinnen-Abteilung im Verband. Als dann die erste B-Juniorinnen-Mannschaft ins Leben gerufen wurde, war die Gründung der ersten Frauenmannschaft der nächste logische Schritt, um unseren langjährigen Spielerinnen auch weiterhin eine sportliche Heimat zu bieten.“
Herausforderungen für den Verein
Der Verein steht im gesamten Prozess vor einigen Herausforderungen, wie Markus Mohn betont: „Die größte Schwierigkeit ist es, neben dem sportlichen Angebot im Frauenfußball auch in höhere Spielklassen aufzusteigen. Viele Spielerinnen streben nach sportlichem Erfolg. In unseren Juniorinnen-Mannschaften spielen wir regelmäßig in der Bezirks- und Verbandsliga, im Frauenfußball mussten wir jedoch in der Kreisliga starten. Unsere Mannschaften sind sehr jung, und der Sprung in höhere Klassen gelingt uns noch nicht. Leider verlassen uns derzeit zu viele Spielerinnen, die von Vereinen in höheren Ligen aggressiv abgeworben werden, was uns wichtige Leistungsträger kostet. Um weiterhin auf die Philosophie der eigenen Spielerentwicklung zu setzen, braucht es Geduld und Ausdauer“, so Mohn kämpferisch.
Ohne Ehrenamt geht nichts im Verein
Die Gewinnung ehrenamtlich Engagierter stellt den FC Rheinsüd Köln vor eine Herausforderung. Der Verein gewinnt seine Trainer*innen und Betreuer*innen überwiegend aus den eigenen Reihen, wobei häufig Spielerinnen oder deren Eltern im Juniorinnenbereich als Trainer*innen Betreuer*innen aktiv werden. Externe Bewerbungen beziehen sich meist auf den Junioren- und Herrenbereich. Trotz dieses Engagements ist der Verein auf Ehrenamtliche angewiesen, doch die Such erweist sich als schwer – eine Problematik, die sowohl im Junioren- als auch im Juniorinnenbereich spürbar ist.
Für die Zukunft zeigt sich Markus Mohn zuversichtlich: „Unser Verein wird weiter den Weg gehen, Mädchen- und Frauenfußball „von der Pike auf“ anzubieten. Die nächsten Ziele sind es, im Juniorinnenfußball die nächst höhere Spielklasse (Regionalliga) und auch im Frauenfußball die eine oder andere, höhere Spielklasse anbieten zu können. Dafür brauchen wir immer wieder Spielerinnen, die Lust haben, mit dem Verein weiterhin etwas Großes bzw. noch Größeres aufzubauen aber auch Ehrenamtliche, die dabei mithelfen.“
Tipps für Vereine
Für einen Verein, der das Thema Frauen- und Mädchenfußball angehen möchte, gibt der Verein gerne Tipps. Unumgänglich sind dabei Menschen, die sich für den Mädchen- und Frauenfußball begeistern. Die anfängliche Hürde ist es, erste Spielerinnen zu finden und Mannschaften zu gründen.
Während dieses Prozesses ist viel Geduld gefragt, da ein gesunder Aufbau unumgänglich ist. „Ohne Unterbau von Juniorinnenmannschaften kann auf Dauer keine Frauenabteilung existieren. Zunächst baut man also idealerweise eine Mädchenabteilung auf, die möglichst viele Altersklassen abdeckt. Erst danach kann eine Frauenabteilung nachhaltig bestehen“, gibt Markus Mohn zu bedenken.
Alles zum Mädchen- und Frauenfußball am Mittelrhein finden Sie hier.
