Angebote am Eisenberg: Mix aus Freizeiten und ehrenamtlicher Talentförderung

Angebote am Eisenberg: Mix aus Freizeiten und ehrenamtlicher Talentförderung

Vom Eisenberg, der mit 635 Metern höchsten Erhebung des hessischen Knüllgebirges, geht ganz offenbar ein besonderer Zauber aus. „Wer einmal den Blick von dort oben genossen hat, wird das nicht vergessen“, sagt FVM-Jugendbildungsreferent Oliver Zeppenfeld. Doch es sind bei Weitem nicht nur die beeindruckenden Ausblicke in die umgebende Landschaft, die den besonderen Reiz ausmachen.

Der Eisenberg mit seinem knapp unterhalb des höchstens Punktes gelegenen Feriendorf eröffnet auch im übertragenen Sinne besondere Perspektiven. Davon können inzwischen mehrere Tausend Teilnehmer*innen berichten. Diese nehmen an den Jugend- und Kinderfreizeiten des FVM auf der einen Seite oder an den speziell auf Jugendliche und junge Menschen ausgerichteten FVM-Lehrgängen teil.

1981 hatten der inzwischen verstorbene Verbandsjugendwart Toni Feilzer und Zeppenfelds Vorgänger im Amt, Wolfgang Watzke, die Idee, Kindern und Jugendlichen mitten in einer intakten Natur einige schöne Tage fernab des Alltagstrubels zu ermöglichen. Anders als bei vielen Sportcamps standen nicht die Leistungsförderung, sondern Spaß, Freundschaft, Teamgeist, Sozialkompetenz und erste Schritte in Selbstständigkeit und Eigenverantwortung im Mittelpunkt. „Daran hat sich bis heute nichts geändert“, betont Zeppenfeld, „es geht letztlich um die Entwicklung junger Menschen und damit um Werte, die viel bedeutender sind, als ein perfektes Dribbling oder ein technisch guter Querpass.“
 

Freundschaften und Erlebnisse

In den zweckmäßigen Unterkünften für jeweils acht bis zehn Teilnehmer*innen werden seit Jahrzehnten Freundschaften geschlossen, Vorurteile und Abgrenzungen über Bord geworfen. „Schon nach der Busfahrt sind Zurückhaltung und Schüchternheit meistens passé. Vor Ort spielt es keine Rolle, ob jemand blonde oder grüne Haare hat, ob er aus wohlhabenden oder einfachen Verhältnissen stammt“, so der Jugendbildungsreferent. Ausgehend von der Begeisterung für den Fußball als gemeinsame Basis werden Kontakte geknüpft und Erlebnisse gesammelt. „Selbstverständlich müssen die Kinder und Jugendlichen auch lernen, sich an gemeinsame Regeln zu halten, einfache Aufgaben zu übernehmen, Konflikte zu managen oder sich in einer Gruppe zu behaupten. Aber wo könnten sie das besser als am Eisenberg, begleitet von qualifizierten Betreuerinnen und Betreuern?“, so Zeppenfeld.

In erster Linie geht es um eine geballte Ladung Spaß und Freude. Immer wieder rollt der Fußball, aber für ähnlich große Begeisterung sorgen Nachtwanderungen, abendliche Stunden am Lagerfeuer, Bastelaktionen, Beachvolleyball und Geocaching. Seit 2011 gibt es zudem mit dem neuangelegten Badesee ein weiteres Highlight direkt an der Unterkunft. „Das Wasser dort ist nur hüfttief, was Gefahren minimiert, aber Spaß und Abkühlung garantiert“, so Zeppenfeld.
 

Wer einmal da war, kommt immer wieder

Für welche Begeisterung die Tage am Eisenberg sorgen, zeigt der hohe Anteil jener Mädchen und Jungen, die mehrmals kommen. Dabei vollziehen nicht wenige im Laufe der Zeit den Wechsel vom Teilnehmenden zum Betreuenden und dann auch zu Teilnehmer*innen an den Lehrgängen für junge Menschen, in denen sie praxisnah und mit viel Spaß organisatorische Hilfestellungen für Trainingseinheiten, aber auch für ihre Jugendarbeit im Verein bekommen. Vom Eisenberg, der mit 635 Metern höchsten Erhebung des hessischen Knüllgebirges, geht ganz offenbar ein besonderer Zauber aus. „Wer einmal den Blick von dort oben genossen hat, wird das nicht vergessen“, sagt FVM-Jugendbildungsreferent Oliver Zeppenfeld. Doch es sind bei Weitem nicht nur die beeindruckenden Ausblicke in die umgebende Landschaft, die den besonderen Reiz ausmachen.

Das Feriendorf mitten im Wald, 30 Minuten Fußmarsch von der nächsten Ortschaft entfernt, bietet den jungen Erwachsenen dabei die Chance, Kompetenzen zu erwerben, die für ihren weiteren Lebensweg von großem Nutzen sein können. „Man lernt viel über den Umgang mit anderen Menschen und wie es ist, eine Führungsrolle einzunehmen. Für das Berufsleben ist das Gold wert. Auf der anderen Seite kann man in vielen Momenten selbst nochmal Kind sein und mit Eifer an Spielen teilnehmen“, macht Rudi Rheinstädtler deutlich. Der heutige Vorsitzende des Verbandsjugendausschusses war einst Lehrgangs-Teilnehmer und später Betreuer. Er weist noch auf einen weiteren Aspekt hin: „Viele Betreuer*innen haben später ein ehrenamtliches Engagement im Verein, Verband oder Fußballkreis gestartet. Dabei profitieren sie auch von dem Netzwerk, das sie am Eisenberg gebildet haben.“

Er könne es den Klubs im FVM nur empfehlen, junge Menschen für die Zeit am Eisenberg zu begeistern und diese dabei vielleicht sogar finanziell zu unterstützen. Dies sei ein starkes Signal der Wertschätzung und zahle sich oftmals für die Vereine aus, denn nur allzu oft blieben diese jungen Menschen ihren Vereinen über lange Jahre treu. Mit anderen Worten: Der Zauber des Eisenbergs wirkt wie eine erfolgreiche Investition in die Zukunft.
 

Das sind die Angebote 2023 - Freizeiten

FVM-Kinderfreizeit

  • Termin: 1. - 7. Oktober 2023
  • Teilnehmer*innen: Kindern im Alter von 8 - 14 Jahren.
  • Zeitraum: Eine Woche in den Herbstferien.
  • Inhalt: Spiel, Spaß, Abenteuer und viele verschiedene Sportaktivitäten wie Fußball, Tischtennis, Basketball, Kicker sowie Angebote in Werkraum und Fotolabor.
  • Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es hier.
     

FVM-Jugendcamp

  • Termin: 25. Juni - 7. Juli 2023
  • Teilnehmer*innen: Kinder im Alter von 8 - 12 Jahren sowie Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren. Die beiden Altersgruppen sind jeweils auf einem so genannten „Gehöft“ untergebracht. Zeitraum: Erste zwei Wochen der Sommerferien.
  • Inhalt: Spiele wie Fußball, Beachvolleyball, Tischtennis, Basketball und Badminton, aber auch Kicker-, Billard- und Dartturniere, Nachtwanderungen oder abendliche Stunden am Lagerfeuer.
  • Weitere Aktivitäten finden in Fotolabor, Tonstudio und Werkraum statt. Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es hier.

 

Das sind die Angebote 2023 - Lehrgänge für junge Menschen

FVM-Jugendlehrgang

  • Termin: 1. - 7. Oktober 2023
  • Teilnehmer*innen: Fußballbegeisterte Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, die einem Verein angehören und den Einstieg in die Tätigkeit als Trainer*in anstreben. Voraussetzung ist ein erweitertes Führungszeugnis als Nachweis eines tadelfreien Leumunds.
  • Zeitraum: Erste Woche in den Herbstferien.
  • Inhalte: Lerneinheiten, die auf einen späteren DFB-C-Lizenz-Lehrgang mit dem Profil Kinder angerechnet werden. Die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung wird mit insgesamt 60 Lerneinheiten (40 Lerneinheiten DFB-Basis-Coach und 20 Lerneinheiten FVM-Kindertrainer Zertifikat) gewertet. Die Teilnehmenden werden dafür qualifiziert, in die Betreuung von Kindermannschaften oder in andere ehrenamtliche Tätigkeiten (z.B. Projektarbeiten, Hilfe bei Veranstaltungen) eingebunden zu sein.
  • Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es hier.
     

DFB-Trainer C-Lizenz-Ausbildung für junge Menschen nach Ausbildung zum DFB-Basis- Coach

  • Termin: 25. Juni - 1. Juli 2023
  • Zeitraum: Erste Woche der Sommerferien
  • Teilnehmer*innen: Fußballbegeisterte junge Menschen mit erfolgreich absolvierten Trainer- Einstiegslehrgängen (FVM-Jugendlehrgang oder DFB-Junior-Coach)
  • Inhalte: Aufbauend auf den Kompetenzen der Einstiegslehrgänge werden praktische und theoretische Inhalte zu den Themen Individual- und Gruppentaktik, alters- und spielgemäßes Techniktraining, Coaching in Training und Wettkampf, Einflüsse des Umfelds auf die Entwicklung von Spielern, Konfliktverhalten und Mannschaftsführung vermittelt.
  • Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es hier.

 

3 Fragen an Sebastian Knauth

Sebastian Knauth ist Vorsitzender des FVM-Jugendbildungsausschusses.

Herr Knauth, versprüht der Eisenberg tatsächlich eine besondere Atmosphäre?

Ja, definitiv. Das Feriendorf liegt abgeschieden, umgeben von Wald und ein gutes Stück entfernt von den nächsten Ortschaften. Das sorgt für eine spezielle Stimmung. Man ist unter sich und kann sich voll und ganz auf das konzentrieren, was man erleben und erreichen möchte. Gerade für die Betreuer*innen und Teilnehmer*innen, die in der Stadt zu Hause sind, ist es ein tolles Naturerlebnis, dort zu sein. Dazu gehört auch, dass es keine Fernseher auf den Zimmern und keine gute Internetverbindung gibt. Gerade für junge Menschen ist das erstmal eine Umstellung. Aber im Nachhinein berichten alle von schönen Erfahrungen, die sie gemeinsam gemacht haben – wenn man so will, ganz analog.

Warum sind die Angebote auch nach mehr als 40 Jahren immer noch zeitgemäß?

Weil wir am Eisenberg einen Gegenentwurf zu den meist leistungsorientiert ausgerichteten Sportcamps bieten. Sowohl bei den Freizeiten als auch bei den Lehrgängen kann man Fußball so erleben, wie er vielleicht früher häufiger anzutreffen war. Man kommt zusammen, kickt und hat einfach Spaß. Egal, wie gut der/die Einzelne ist. Die gemeinsame Begeisterung für den Fußball ist letztlich in erster Linie die Basis für ein tolles Miteinander, das sich dann bei all den anderen Aktivitäten ergibt.

Welchen Mehrwert haben die Vereine?

Viele Betreuer*innen erfahren am Eisenberg erstmals, welche Aufgaben und Möglichkeiten sich abseits des Platzes bei Fußballkreisen, beim FVM und im Vereinsehrenamt bieten. Das weckt Interesse und Neugierde und bei jenen, die sich bereits engagieren, wird die Lust gestärkt, dabei zu bleiben. Wir setzen also einen Impuls. Die jungen Menschen spüren, dass sie etwas bewegen können und dass dieses Engagement Wertschätzung erfährt. Und die teilnehmenden Mädchen und Jungen erleben Gemeinschaft. Ich bin davon überzeugt, dass die Tage am Eisenberg die Betreuer*innen und Teilnehmer*innen fürs Leben schulen. Man nimmt Erfahrungen mit, die später in Beruf, Ausbildung und Studium von großen Nutzen sein können.  

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