Der Auftakt im Schaebens-Pokal der Frauen bot Spannung pur und machte Lust auf mehr. Mit 7:5 (1:0, 1:1, 1:2, 2:2) nach Elfmeterschießen setzte sich der Mittelrheinligist SV Allner-Bödingen im einzigen Spiel am Mittwochabend gegen den Ligarivalen Burtscheider TV durch. „Jede Mannschaft war etwa 60 Minuten lang besser als die andere. Insofern war es folgerichtig, dass die Partie vom Punkt entschieden wurde“, sagte Mike Echternach, Trainer und Sportlicher Leiter des gastgebenden Klubs. Jasmin Malter brachte die überlegene Heimelf nach 24 Minuten in Führung und Echternach sah sein Team auf einem sehr guten Weg. Ganz anders sein Trainerkollege auf der Burtscheider Bank: „Wir haben die erste Hälfte komplett verpennt. Ich musste die Mädels in der Pause wachrütteln“, so Yassine El Baddioui.
Seine Worte zeigten Wirkung. Nun war sein Team voll da und drängte auf den Ausgleich. Dieser gelang Hannah Karolina Neubauer nach 66 Minuten. Sie verwandelte einen Elfmeter, den Annika Mester herausgeholt hatte. Neubauer hatte anschließend auch noch die Gelegenheit zum 2:1, scheiterte jedoch im Eins-gegen-Eins an SV-Keeperin Laura Alies. So ging es in die Verlängerung. Dort schoss Aruna Kleineberg einen direkten Freistoß zum 2:1 für überlegene Burtscheiderinnen ins lange Eck (96.). Doch dabei blieb es nicht. Denn in der zweiten Hälfte der Extrazeit nahmen wieder die Gastgeber das Heft in die Hand. Nach einer Freistoßhereingabe konnte die Gästetorhüterin Rieke Sophie Thomas unter Bedrängnis den Ball nicht festhalten, Tabea-Luisa Erkes war zur Stelle und staubte zum 2:2 ab (106.).
SV Allner-Bödingen siegt im Elfmeterschießen
Das Spektakel ging damit in eine weitere Runde: das Elfmeterschießen. Weil außer Alessa Dixtores, die an Alies scheiterte, alle Schützinnen verwandelten, durfte der SV Allner-Bödingen den Einzug in das Viertelfinale bejubeln. Den entscheidenden Treffer erzielte dabei SV-Kapitänin Rebecca Barth. „Ich bin sehr glücklich, dass wir trotz personeller Rotation eine gute Leistung abgerufen und gewonnen haben“, freute sich Echternach.
Im Kölner Westen bot die Auftaktrunde im Schaebens-Pokal die Wiederauflage des 2025er-Finals: Regionalligist DJK Südwest empfing den Ligarivalen S.C. Fortuna Köln. Eine Revanche für die damalige 1:3-Niederlage gelang dem Team um DJK-Coach Niklas Schubert aber nicht. 1:4 (1:2) endete die Begegnung. Nicht nur das bessere Ende, auch den erfolgreicheren Beginn verbuchte die Fortuna – und wie: Danielle Bender zögerte nach einer abgewehrten Ecke keine Sekunde und schoss den Ball mit voller Wucht von der Strafraumgrenze ins Tor der DJK (7.). „Das war ein richtig schönes Tor und verdient, weil wir von Anfang an Druck gemacht haben“, fand Fortuna-Abteilungsleiter Achim Stuhr. Eine Viertelstunde später erhöhte Nina Pelzer auf 2:0, ehe Sophie Schrage kurz vor dem Halbzeitpfiff mit einem schönen Distanzschuss auf 1:2 verkürzte und die nun agilere Spielweise ihres Teams belohnte. „In der zweiten Hälfte haben wir dann aber wieder in die Spur gefunden“, so Stuhr, der Benders zweiten Treffer nach 60 Minuten und schließlich auch Sophie Trepohls Tor zum 4:1-Endstand (87.) bejubeln durfte.
Pokal-Krimi im rechtsrheinischen Köln
Ein langer Abend wurde es für den Mittelrheinligisten SV Viktoria Waldenrath-Streaten um Trainer Maik Honold. Beim Ligakonkurrenten Viktoria Köln feierte das Team aus dem Heinsberger Ortsteil einen 8:6 (0:0, 3:3, 3:3)-Sieg im Elfmeterschießen. „Zu Hause waren wir erst nach Mitternacht“, so Honold, der jedoch den Tag zufrieden abschließen konnte. Trotz einiger Ausfälle und der weiten Anreise ins rechtsrheinische Köln setzte sich seine Elf durch und zog ins Achtelfinale ein.
Den Gästen gehörte die Anfangsphase der Partie, ein Treffer wollte jedoch nicht glücken. Erst nach 53 Minuten war Sarah Cremers nach einem Eckball von Kristina Hild mit dem Kopf zur Stelle und erzielte den Führungstreffer. „Das war eine einstudierte Variante, was mich besonders gefreut hat“, sagte Honold. Doch so ging es nicht weiter. Die Viktoria schlug zurück: Carmen Caprescu nach einer Ecke und Emine Dilara Demir per Kontertor (71., 74.) drehten die Partie, ehe Osarugue Blessing nach einem schönen Steckpass von Sarah-Marie Schneider zum 2:2 vollendete. Sekunden später legte die Vorbereiterin dann das 3:2 nach.
Ausgleich fällt kurz vor Schluss
Nun deutete alles auf einen Sieg der Gäste hin. Fünf Minuten vor Schluss gab es nach einem hohen Bein allerdings einen indirekten Freistoß im Sechzehner für die Viktoria, den Mirjeta Hoxhaj zum 3:3 verwandelte. Die anschließende Verlängerung blieb torlos und so musste das Elfmeterschießen entscheiden. Während Gästetorhüterin Hannah Moll einen Schuss parieren konnte, gelang das ihrer Kölner Kollegin Jasmin Kuhl nicht. Den entscheidenden Treffer erzielte schließlich Cremers und löste damit großen Jubel aus.
Spannend machte es auch der Mittelrheinligist Rot-Weiss Merl beim Landesligisten Bedburger BV. „Wir wollten zunächst defensiv sicher stehen und wenig zulassen, das haben wir gut umgesetzt“, erklärte Merls Co-Trainerin Stefanie Kolzem die Herangehensweise. So blieben große Torchancen rar. Wenn es doch mal gefährlich wurde, dann zumeist bei Standardsituationen der Bedburgerinnen. In der zweiten Halbzeit und der anschließenden Verlängerung setzte Merl dann häufiger Nadelstiche in der Offensive. Mehr als ein Lattentreffer von Annika Mlinski sprang aber nicht heraus, was auch an zwei gut aufgelegten Torhüterinnen lag.
Goldener Treffer nach 108 Minuten
In der 108. Minute hatte Sarah Schütz dann offenbar genug von der Torlosigkeit. Sie zog unwiderstehlich von außen in Richtung Strafraum, schoss und traf ins lange Eck. „Bei diesem Abschluss war sicherlich ein wenig Frust dabei“, so Kolzem. Es blieb der einzige Treffer des Abends, auch wenn die Bedburgerinnen noch einmal alles nach vorne warfen.
Deutlich früher stellte Mittelrheinligist SC Alemannia Straß die Weichen zum 2:0 (2:0)-Erfolg beim Landesligisten TuS Chlodwig Zülpich. Lynn Eisenbach schlug in der vierten und 33. Minute doppelt zu. „Es war keine Glanzleistung, aber ein verdienter Sieg", meinte der Straßer Coach Hans-Josef Ohrem. Zwar steigerte sich Zülpich nach dem Wiederanpfiff, doch der Anschlusstreffer wollte dem Team nicht mehr gelingen.
Alemannia Straß steht damit im Feld der Viertelfinalisten. Im Schaebens-Pokal werden inklusive Finale vier Runden gespielt. Klassentiefere Teams genießen bis einschließlich zum Halbfinale das Heimrecht. Das Finale findet am 6. Mai (Christi Himmelfahrt) im Aggerstadion (Troisdorf) statt, die Siegerinnen qualifizieren sich für die Play-Off-Runde des DFB-Pokals.
Alle Ergebnisse der zweiten Runde des Schaebens-Pokals der Frauen
- SV Allner-Bödingen (MRL) - Burtscheider TV (MRL) 7:5 n.E.(2:2)
- SV Weiden (LL) - SV Merken (LL) 3:1 (2:1)
- VfL Kommern (BZL) - Vorwärts Spoho Köln (RL) 0:1 (0:1)
- TuS CHlodwig Zülpich (LL) - SC Alemannia Straße (MRL) 0:2 (0:2)
- DJK Südwest Köln (RL) - S.C. Fortuna Köln (RL) 1:4 (1:2)
- TuS Homburg-Bröltal (LL) - SV Deutz 05 (MRL) 0:3 (0:2)
- Bedburger BV (LL) - SV Rot-Weiß Merl (MRL) 0:1 n.V. (0:0)
- Viktoria Köln (MRL) - SV Viktoria Rot-Weiß Waldenrath/Straeten (MRL) 6:8 n.E. (3:3)
