Michael Bernhardt im Interview: "Besonders stolz bin ich auf die gegenseitige Unterstützung"

Michael Bernhardt im Interview: "Besonders stolz bin ich auf die gegenseitige Unterstützung"

Michael Bernhardt, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses des FVM, hat als Schiedsrichter und Assistent bis in hohe Spielklassen Erfahrungen gesammelt. Im ersten Teil des Interviews berichtet er von seiner Laufbahn, besonderen Momenten im DFB-Pokal und den Kompetenzen, die die Schiedsrichterei fürs Leben vermittelt.

FVM: Michael, danke, dass du dir Zeit genommen hast. Erzähl doch mal: Warum bist du Schiedsrichter geworden? 

Bernhardt: 1989, als ich vierzehn Jahre alt war, bin ich Schiedsrichter geworden. Der Grund war ganz einfach: In meiner C-Jugend haben damals fast alle Spieler den Schiedsrichterlehrgang gemacht. Von diesem Jahrgang sind heute nur noch ein weiterer Kollege und ich als Schiedsrichter aktiv. Über all die Jahre hat mir das Schiedsrichterwesen unglaublich viel Spaß gemacht. Zunächst war ich als Jungschiedsrichter unterwegs, später als Schiedsrichter mit Assistenten und heute engagiere ich mich als Funktionär.  

FVM: Wie weit ging es für dich als Schiedsrichter konkret? 

Bernhardt: Für mich ging es als Schiedsrichter bis in die vierte Liga. Damals hieß sie noch Oberliga Nordrhein beziehungsweise NRW-Liga. Als Assistent war ich in der Regionalliga Nord, die damals die dritthöchste Spielklasse war, und im DFB-Pokal im Einsatz. 

FVM: Und wenn du einmal auf deine eigene Laufbahn zurückblickst: Welches Erlebnis als Schiedsrichter bringt dich heute noch zum Lächeln? 

Michael Bernhardt: Mein schönstes Erlebnis war ein DFB-Pokalspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Rot-Weiß-Oberhausen. Das Spiel wurde erst gegen Ende entschieden. Damals hat auch Alexander Meier mitgespielt. Am Ende setzte sich die Eintracht durch und scheiterte später erst im Finale an Bayern München. 

FVM: Worauf bist du besonders stolz, wenn du auf das Schiedsrichterwesen am Mittelrhein schaust? 

Bernhardt: Besonders stolz bin ich auf die gegenseitige Unterstützung. Man muss sich das so vorstellen: Jede Schiedsrichter*in hat zunächst eine Ansprechperson im Verein. Dort kann man die Menschen ansprechen, die man bereits lange kennt, wenn es Schwierigkeiten gibt und Spiele mal nicht so gut gelaufen sind. Bei spezifischen Themen sind die Ansprechpersonen vielleicht eher in den Kreisschiedsrichterausschüssen oder im Verbandsausschuss angesiedelt. Sie kann ich telefonisch und per Mail erreichen, denn die Kontaktdaten sind auf den jeweiligen Kreis- bzw. der Verbandsinternetseite hinterlegt. Fragen zu stellen ist nie falsch. Für die meisten Probleme gibt es eine Lösung.   

FVM: Was sind die Vorteile der Schiedsrichterei?  

Bernhardt: Kommunikation ist nicht nur auf dem Fußballplatz der Schlüssel zum Erfolg. Als Schiedsrichter*in lernt man, wie man in schwierigen Situationen deeskalierend wirkt und mit unterschiedlichsten Menschen umgeht. Diese Fähigkeiten helfen aber nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch im Alltag. Ob in der Schule, im Studium oder später im Berufsleben: Wer gut kommunizieren kann, profitiert davon in vielen Bereichen des Lebens.

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