Bitburger-Pokalfinale 2026: Besondere Momente für das Schiedsrichter-Quartett beim kölschen Stadtduell

Bitburger-Pokalfinale 2026: Besondere Momente für das Schiedsrichter-Quartett beim kölschen Stadtduell

Schiedsrichter Tarik Damar, seine Assistenten Luca Marx und Moritz Klein sowie Patrick Dupont als Vierter Offizieller erlebten mit dem Endspiel im Bitburger-Pokal zwischen dem Regionalligisten S.C. Fortuna Köln und dem Drittligisten Viktoria Köln ein Highlight ihrer Laufbahn.

Die Bilanz klang im ersten Moment unspektakulär. „Über uns hat nach dem Abpfiff niemand gesprochen“, sagte Tarik Damar, der zusammen mit den Assistenten Luca Marx und Moritz Klein sowie Patrick Dupont als Viertem Offiziellen das Endspiel im Bitburger-Pokal zwischen dem Regionalligisten S.C. Fortuna Köln und dem Drittligisten Viktoria Köln (5:6 i.E.) geleitet hatte. „Doch exakt dieser Umstand sei das beste Zeichen“, erklärte Damar. Das Ausbleiben von Beschwerden und Klagen zeige, dass man offenbar mit den wichtigen Entscheidungen richtig gelegen habe.

„Wir sind sehr zufrieden. Es gab zwar auch hektische Phasen, aber es ist alles gut gelaufen“, so Damar. Und die Atmosphäre im mit mehr als 8200 Zuschauer*innen ausverkauften Sportpark Höhenberg sei einfach nur schön gewesen. „Ich habe alles aufgesaugt. Das war mein persönliches Karrierehighlight“, so der Unparteiische.

Dass das Zusammenspiel mit seinen Kollegen reibungslos funktionierte, hat ihn nicht überrascht. Damar und Marx haben bereits im vergangenen Jahr das Bitburger-Pokalfinale geleitet, wenn auch in anderer Konstellation. Beim damaligen Match zwischen TSV Alemannia Aachen und der Viktoria (2:3) übernahm Marx die Leitung, Damar assistierte. „Der Rollentausch war kein Problem. Wir sind seit Jahren ein eingespieltes Team, egal mit welcher Aufgabenteilung“, sagte Marx. Sich nahezu blind zu verstehen, sei gerade in so einer Partie, die für beide Vereine besondere Tragweite besitze, wichtig. „Man muss sich aufeinander verlassen können“, erklärte Marx, den mit Damar eine langjährige Freundschaft verbindet. Auch mit Klein und Dupont haben die zwei bereits zusammen Spiele geleitet.

Ansetzung als große Wertschätzung

Die erneute Ansetzung für das Finale war für die beiden ein besonderer Schulterklopfer und Vertrauensbeweis. „Wir wussten, was uns erwartet und haben uns sehr auf diesen kölschen Klassiker gefreut“, so Marx. Da kann Damar nur zustimmen. „Das war eine spezielle Paarung. Ich habe dieses Derby als Kind mal live im Stadion gesehen, jetzt als Schiri dabei gewesen zu sein, ist auf jeden Fall etwas Besonderes“, betonte der 28-Jährige. Für den Merzenicher besaß das Finale noch aus einem anderen Grund speziellen Charakter. „Ich höre auf als Schiri und konzentriere mich jetzt auf meine Einsätze als Assistent“, so Damar. Diesen Schlusspunkt an der Seite des Freundes gesetzt zu haben, sei schön. „Luca und ich haben gemeinsam einige Highlights erlebt“, sagte er mit Blick auf das Vorjahresendspiel, aber auch auf die Drittliga-Partie zwischen Arminia Bielefeld und dem VfB Lübeck in der vergangenen Saison, als man zusammen unter Flutlicht auf der legendären Alm – dem Stadion der Ostwestfalen – als Assistent im Einsatz war und später den Abend gemeinsam ausklingen ließ.

Eine besondere Leidenschaft

Diese Erlebnisse schweißen zusammen und machen die Leidenschaft für die Schiedsrichterei zu einer besonderen. „Man kommt viel herum und erlebt unglaublich viel“, bestätigte Dupont. Er war mit seinen 46 Jahren gewissermaßen der Senior im Endspiel-Quartett. „Als Vierter Offizieller mit einer gewissen Erfahrung in so ein Finale zu gehen, ist sicherlich nicht schlecht“, unterstreichte Dupont. Im Laufe der Jahre lerne man, auch mit impulsiven Trainern und Emotionen an der Seitenlinie umzugehen und selbst kühlen Kopf zu bewahren. Für ihn war das Finale eine Premiere und gleichzeitig krönender Abschluss einer Laufbahn als Unparteiischer, die in jungen Jahren begann, weil sein jüngerer Bruder bereits als Schiri unterwegs war, ihn mitnahm und neugierig machte. „Noch einmal so ein Spiel vor toller Kulisse zu erleben, war cool“, so Dupont, der viele Begegnungen in Erinnerung behalten wird. Etwa der Einsatz als Assistent beim Testspiel des 1. FC Düren gegen den FC Bayern München im Sommer 2024, als er die Aktionen von Nationalspielern wie Leon Goretzka, Serge Gnabry oder Eric Dier im Blick behalten musste. „Klar, das war etwas Besonders, auch wenn der Umgang auf dem Platz letztlich derselbe wie immer war“, schaute er zurück.

Wichtige Impulse durch die Zeit im Perspektivkader

„Es geht ja immer darum, faire Bedingungen zu schaffen, damit das sportlich beste Team gewinnt“, pflichtete ihm Marx bei. Auch wenn der Brühler 18 Jahre jünger als Dupont ist, hat er schon reichlich Erfahrung gesammelt. 2010 absolvierte er den ersten Schiri-Lehrgang, „mit zwölf Jahren und drei Tagen“, sagte er. So exakt weiß er das, weil er auf diesen Moment monatelang hingefiebert hatte. Das Vorbild kam aus der eigenen Familie. „Mein Opa war 30 Jahre lang Schiedsrichter in Trier“, sagte Marx. Über Kreisförderkader, FVM-Förder- und FVM-Perspektivkader führte ihn sein Weg in den Drittliga-Perspektivkader des DFB. Damar hat einen vergleichbaren Weg hingelegt. „Die Zeiten im Perspektivkader mit Luca und Moritz waren wichtig. Wir haben zusammen Fahrten gemacht, hatten unfassbar viel Spaß und haben viel gelernt. Ohne Perspektivkader wäre ich nicht der Schiri geworden, der ich heute bin“, stellte er klar.

Doch nicht nur als Unparteiischer entwickelt man sich mit jeder Schulung und jedem Einsatz weiter. Das betont Klein. Der 27-Jährige absolvierte 2016 den Einstiegslehrgang. Auf diese Idee hatte ihn sein Bruder gebracht. „Er war damals bereits Schiedsrichter. Irgendwann hat dann auch noch mein bester Kumpel angefangen, Spiel zu pfeifen. Das war es naheliegend, dass ich auch einsteige“, erklärte er.

Den Entschluss, Schiri zu werden, nie bereut

Bereut hat Klein diesen Schritt nie. Es sei eben nicht einfach nur ein Hobby wie viele andere. „Man entwickelt sich als Persönlichkeit. Ich war vorher immer sehr zurückhaltend. Schiedsrichter zu sein, Spiele zu leiten und Entscheidungen zu treffen und zu vertreten, hat meinem Selbstvertrauen einen Boost gegeben“, betonte er. Spaß mache ihm das Engagement aber auch, weil er einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe. „Unter dem Strich kann ich es nur jedem empfehlen, Schiedsrichter zu werden“, sagte Klein. Dies gilt seit dem Endspiel-Erlebnis mit stimmungsvoller Kulisse und TV-Übertragung zweifellos mehr denn je.

 

Steckbriefe:

Schiedsrichter

  • Tarik Damar
  • Alter: 28
  • Beruf: Verwaltungswirt
  • Heimatverein: FC Hürth
  • 2016 – 2018 Schiedsrichter in der Bezirksliga
  • 2018 – 2019 Schiedsrichter in der Landesliga
  • 2019 - 2021 Schiedsrichter in der Mittelrheinliga
  • 2018 - 2020 Schiedsrichter in der Junioren-Bundesliga
  • Seit 2021 Schiedsrichter in der Regionalliga West
  • Seit 2023 Schiedsrichter Assistent in der 3. Bundesliga

 

Schiedsrichter-Assistent

  • Luca Marx
  • Alter: 28
  • Beruf: Unternehmensberater bei der Deutschen Telekom
  • Heimatverein: SpVg Badorf-Pingsdorf
  • Seit 2017 Assistent in der Regionalliga
  • 2016/17 Schiedsrichter in der Bezirksliga und U17 Bundesliga
  • 2017/18 Schiedsrichter in der Landesliga und U19 Bundesliga
  • 2018 – 2020 Schiedsrichter in der Mittelrheinliga
  • Seit 2020 Schiedsrichter in der Regionalliga
  • 2022 - 2024 Assistent in der 3. Liga

 

Schiedsrichter-Assistent

  • Moritz Klein
  • Alter: 27
  • Beruf: Verwaltungsbeamter
  • Heimatverein: SC 1910 Niederzier
  • 2018 - 2023: Schiedsrichter Bezirksliga
  • 2023 - 2024: Schiedsrichter Landesliga
  • Seit 2024 Schiedsrichter in der Mittelrheinliga
  • 2019-2022: Schiedsrichter-Assitent in der Junioren-Bundesliga
  • Seit 2025 Schiedsrichter-Assistent in der Regionalliga

 

Vierter Offizieller

  • Patrick Dupont
  • Alter: 46
  • Heimatverein: SC Nirm 1928
  • Beruf: Projektmanager
  • 2012 – 2013 Schiedsrichter in der Bezirksliga
  • 2013 – 2015 Schiedsrichter in der Landesliga
  • Seit 2015 Schiedsrichter in der Mittelrheinliga
  • Seit 2018 Schiedsrichter-Assistent in der Regionalliga

 

Foto: Marco Bader Fotografie
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