Best Practice im FVM

In der Rubrik "Best Practice" stellt FVM.de Vereine vor, die ihr Vereinsleben mit guten Ideen und innovativen Ansätzen gestalten und so eine gute Grundlage für erfolgreiche Vereinsarbeit legen.

  • SV Beuel 06: Ehrenamt im Fokus

    SV Beuel 06: Ehrenamt im Fokus

    "Die Vereinsarbeit ermöglicht es mir, Dinge mitzugestalten. Das macht mir mehr Spaß als nur zuzuschauen." So verdeutlichte Manuel Lopez-Monjo bei einem der vergangenen Vereinsdialoge des FVM in seinem Verein SV Beuel 06 seine positive Grundeinstellung zum Ehrenamt. Dem Vorstandsvorsitzenden ist es wichtig, möglichst früh Vereinsmitglieder an die ehrenamtliche Arbeit heranzuführen, und spricht daher gezielt junge Menschen für eine Mitarbeit an.

    Manuel Lopez-Monjo selbst begann mit sechs Jahren mit dem "Kicken". Nach Stationen beim FV Bad Honnef und dem TuS Oberwinter sei er als Spieler "mehr zufällig zum SV Beuel 06 gekommen", beschreibt er seinen sportlichen Werdegang. Nachdem er anschließend beim Bonner Verein von der "Schäl Sick" die Ämter als Jugend- und Seniorentrainer ausfüllte, folgte die Funktion des Obmanns, ehe er schließlich den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernahm. Der heute 51-Jährige ist mittlerweile seit elf Jahren in dieser Rolle aktiv, die ihm, wie er sagt, viele schöne Momente beschert hat.

    Der Verein umfasst aktuell knapp 280 Mitglieder, die in insgesamt sieben Mannschaften aktiv sind. "Wir wachsen stetig", beschreibt Manuel Lopez- Monjo den Prozess. Für dieses Wachstum benötigt es selbstverständlich auch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen. Um Menschen für ein Engagement zu gewinnen, wenden die Verantwortlichen beim SV Beuel 06 eine sehr einfache wie erfolgreiche Methode an: "In erster Linie sprechen wir aktiv und direkt potenzielle Ehrenamtler an", erklärt er das Erfolgskonzept. Bei diesen Gesprächen ergibt sich die beste Möglichkeit "sich über den Verein, die Vereinsmitglieder und die vielen Ehrenamtstätigkeiten auszutauschen, zu informieren und auch Neugier zu wecken." Bei der Auswahl kommt es den Vorstandsmitgliedern auf zwei Merkmale an: zum einen auf die grundsätzliche Bereitschaft, ein solches Amt auszuführen; zum anderen auf die Begeisterung, Dinge anzugehen und umzusetzen.
    Junge Menschen im Fokus

    Doch auch beim SV Beuel 06 wächst der ehrenamtliche Nachwuchs nicht auf den Bäumen. Daher spricht Lopez-Monjo gezielt junge Menschen an, um sie möglichst früh an die Arbeit im Verein heranzuführen. Dafür schauen sich die Vorstandsmitglieder unter anderem jedes Juniorenspiel der JSG Beuel an, um ein Gefühl für die Persönlichkeit der jungen Menschen zu entwickeln und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Aufgaben, die die jungen Menschen übernehmen können, sind vielfältig: Die Mithilfe bei einer Veranstaltung, das Trainieren oder Betreuen von Juniorenmannschaften oder sogar die Mitarbeit im Vorstand: In persönlichen Gesprächen lotet Lopez-Monjo die Interessen aus. Best Practice: Vereine machen es vor SV Beuel 06: Vereinsarbeit aktiv gestalten! Der Fußball-Verband Mittelrhein stellt in einer neuen Serie Vereine vor, die ihr Vereinsleben mit guten Ideen und innovativen Ansätzen gestalten und so eine gute Grundlage für erfolgreiche Vereinsarbeit legen. Heute: der SV Beuel 06. Der Vorstandsvorsitzende Manuel Lopez-Monjo kann beim SV Beuel 06 auf ein Vorstandsteam aus "Erfahrung und Jugend" bauen Dieses Vorgehen habe sich bewährt, sagt der Vorstandsvorsitzende, denn das aktive, gezielte und direkte Ansprechen sei die "bisher auch bei den jungen Menschen erfolgreichste Methode gewesen."

    Als Beispiel ist es dem Vorstandsvorsitzenden gelungen, einen 23-jährigen Spieler aktiv in die Vorstandsarbeit einzubinden. Der Gesamtvorstand umfasst mit Beisitzern 16 Personen, das Durchschnittsalter beträgt 30 Jahre. Dabei würden die jungen Erwachsenen "eine Menge Elan einbringen", so Lopez-Monjo, der die Mischung aus "Erfahrung und Jugend" für die gemeinsame Vorstandsarbeit als absolut gewinnbringend erachtet. "Loyalität und Verlässlichkeit sind mir wichtig. Dafür steht unser Verein besonders", benennt er einige der Gründe, weshalb er über die Jahre eine besondere Bindung zu dem Verein aufgebaut hat. Diese Werte sollen den jungen Erwachsenen natürlich auch nähergebracht werden. Für Manuel Lopez-Monjo zählt dabei vor allem der "Teamspirit und der freundschaftliche und wertschätzende Umgang miteinander." Durch diese offene Art habe er "echte Freundschaften innerhalb der Beueler Gemeinschaft gefunden." Das schätzt er sehr. Es bindet, wie er betont: "Auch wenn die Vereinsarbeit nicht immer leicht und oftmals schwierig ist, überwiegen doch die schönen und erfolgreichen Momente."

    Text: David Görgens

  • Bonner SC: Inklusives Marketing

    Bonner SC: Inklusives Marketing

    Der Bonner SC startet ein deutschlandweit einmaliges Leuchtturm-Projekt zum inklusiven Marketing.

    Große Ideen entstehen oft aus kleinen Dingen – so auch beim Bonner SC. Als 2016 die Initiative "Löwenherz – Der BSC hilft" entwickelt wurde, waren die Lebenshilfe Bonn e.V. und der Ledenhof aus Bonn-Vilich die ersten Projektpartner. Eine Einladung der Ledenhof-Bewohner zu einem Heimspiel des BSC legte den Grundstein für eine dauerhafte Partnerschaft. Durch den regelmäßigen Austausch entstand die Idee, die Zusammenarbeit zu vertiefen – in einem gemeinsamen Inklusions-Projekt. Ziel des von der Aktion Mensch e.V. geförderten Vorhabens ist es, Menschen mit Behinderung in die Kommunikationsarbeit rund um den Fußball zu integrieren und ihnen damit neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.

    Teil des Projekts sind wöchentlich stattfindende Workshops. Sie ermöglichen den Teilnehmern, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Ob Erstellung von Flyern, Gestaltung von Bannern oder Aufnahme von Fotos und Videos – dem Tätigkeitsspektrum sind keine Grenzen gesetzt. Im Wechsel aus Theorie- und Praxis erwerben die „Schüler“ Kenntnisse in den verschiedensten Feldern der Kommunikation und stärken durch eigens realisierte Ideen ihre Identifikation mit dem Bonner SC. Die Anleitung der Workshops erfolgt durch die Unterstützung von fachlichen Experten aus dem Verein und der Bonner Werbeagentur Kreativrudel. Zusätzlich bindet der Verein Partner und Sponsoren ein, die mit ihrem Know-how und ihrer Infrastruktur das Projekt zielgerichtet unterstützen. 

    „Als Initiator wünschen wir uns, dass wir die Teilnehmer bei unseren Partnern und Sponsoren integrieren und so ihre berufliche Zukunft mitgestalten können. Wir wollen in der Regionalliga Vorreiter in Sachen Inklusion sein und anderen Vereinen als mögliches Best-Practice-Beispiel dienen.“, so Projektleiter Dirk Buchholtz vom Bonner SC. Mit dieser Aktion beweist der Bonner SC einmal mehr, dass „Gemeinsam löwenstark“ nicht nur auf dem Platz funktioniert! 

    www.gemeinsam-löwenstark.de

  • Horremer SV: Verkauf von virtuellen Sportplatzflächen

    Horremer SV: Verkauf von virtuellen Sportplatzflächen

    Voneinander lernen: Unter dem Motto „So machen es andere“ stellen wir Projekte von Vereinen aus dem FVM-Gebiet vor, die auch für andere Clubs aus der Region als Anregung für die eigene Vereinsarbeit dienen können.

    Kunstrasenplätze sind extrem belastbar und wetterfest. Viele Vereine im Verbandsgebiet haben deshalb bereits auf einen Kunstrasenplatz umgerüstet. Bei den anderen wird der Bau eines solchen Platzes regelmäßig diskutiert, doch oft steht am Ende die Frage: Wie können wir den Bau finanzieren? Der Horremer SV hat durch den Verkauf von virtuellen Sportplatzflächen eine interessante Finanzierungsmaßnahme erschlossen.

    Eine Eigenbeteiligung im sechsstelligen Bereich: Diese Voraussetzung stellte die Stadt Horrem vor dem Bau des Kunstrasenplatzes an den Verein. Am Ende lagen die Gesamtkosten des Baus bei circa 600.000 Euro. Hinzu kamen geschätzte 4.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit, die die Vereinsmitglieder ohne Entgelt leisteten. Summen, die für den Verein mit rund 500 Mitgliedern, davon 280 Kinder, nicht einfach zu stemmen waren – und im Grunde auch Aufgabe der Kommunen ist! Aber der Verein wollte mit einem Kunstrasenplatz verbesserte Trainingsmöglichkeiten schaffen und so letztlich auch seine Zukunft sichern.

    Bei der Finanzierung des neuen Kunstrasenplatzes ließ sich der junge Vorstand des Horremer SV deshalb etwas einfallen: Online konnten Mitglieder und Fans jeglichen Alters kleinere und größere Stücke eines virtuellen Kunstrasens erwerben und den Verein so finanziell beim Bau unterstützen. Eine virtuelle Kunstrasenfläche kostete zwischen 20 Euro und 2.500 Euro – abhängig von der Lage der Fläche auf dem Spielfeld. Die Bewerbung des Projektes lief ebenfalls hauptsächlich online ab, lebte aber auch von Mund-zu-Mund-Propaganda. Ältere Vereinsmitglieder, die keine Möglichkeit hatten, online eine virtuelle Kunstrasenfläche zu erwerben, erhielten Unterstützung durch den Vorstand. Am Ende kamen bei dem Projekt mehr als 30.000 Euro zusammen. Über 250 Personen nahmen teil und wurden so Teil des Vereinsprojekts.

    Die technische Umsetzung des Projektes wickelte der Horremer SV extern ab, Kosten entstanden dabei für die Domain, die Entwicklung und die tägliche Betreuung. Durch ein Lastschriftverfahren wurden die Abbuchungen einfach in die Wege geleitet. Insgesamt lief die Online- Aktion über sieben Monate. Am Ende waren alle Flächen verkauft, auch an ortsansässige Unternehmen – für den Verein ein voller Erfolg. Als Dankeschön an die Spender soll im Vereinsheim eine große Spendentafel aufgestellt werden.

    Vier Monate später ist der neue Kunstrasenplatz fertig. Im Gespräch mit dem FVM präsentierte der Vorsitzende Wolfgang Niessen mit Stolz das neue Grün: „Das ist ein Traum und stellt in Sachen Bespielbarkeit einen absoluten Mehrwert dar.“ Aufgefüllt wurde der Platz übrigens nicht mit dem klassischen Granulat, sondern mit Kork, das ein Abfärben der Bälle verhindert und im Sommer nicht so stark erhitzt. Insgesamt stellt der Horremer SV in der Saison 2018/19 13 Teams im Spielbetrieb, die erste Mannschaft spielt in der Kreisliga B. Der neue Kunstrasenplatz bietet nicht nur eine angenehmere Spielfläche und erhöht dadurch die Trainingsbereitschaft bei Jung und Alt, er hilft dem Verein auch dabei, Mitglieder zu binden und neue dazuzugewinnen. „Wir geben den Kindern in Horrem eine neue Heimat“, sagt Niessen, denn zusätzlich zum großen Spielfeld wurde auch ein Kleinspielfeld gebaut. Durch die Integration des ansässigen Hockey-Clubs auf dem Kleinspielfeld profitiert zudem noch ein weiterer Verein vom neuen Kunstrasenplatz.

    Der Horremer SV hat eine innovative und kreative Einnahmequelle zur Finanzierung seines neuen Kunstrasenplatzes geschaffen. Ein Best Practice- Beispiel, das zeigt: Online-Marketing bietet für Amateurvereine tolle Möglichkeiten, Projekte zu verwirklichen und die Vereinsentwicklung voranzutreiben.

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