Der Finaltag der Amateure und das Endspiel in Bonn im Fazit

Elfeinhalb Stunden Fußball, die größte Fußball-Livekonferenz des Jahres, 19 Spiele, 62 Tore: Packende Spiele, strahlende Sieger: Der 4. Finaltag der Amateure bot allerfeinsten Pokalfußball vor einem Millionenpublikum – und mit dem DFB-Pokalfinale in Berlin den gewünschten Brückenschlag zwischen den Pokalwettbewerben in den Landesverbänden und dem DFB-Pokal.

Der Finaltag der Amateure und das Endspiel in Bonn im Fazit

Die Bilanz zum Endspiel in Bonn

Mittendrin an diesem Fußballtag: das Bitburger-Pokalfinale in Bonn. Angepfiffen um 16.15 Uhr, lieferten Alemannia Aachen und Fortuna Köln beim 3:1-Sieg der Alemannia den Fans einen packenden Pokalfight – der am TV in der Live-Konferenz der ARD über 1,5 Millionen Menschen in seinen Bann zog. Vor Ort sorgten, angelockt vom perfekten Fußballwetter und der attraktiven Finalpaarung der beiden Traditionsklubs, 6645 Zuschauer für eine stimmungsvolle Kulisse und eine neue Höchstmarke beim Endspiel im Sportpark Nord – eine tolle Bilanz! Deutlich getrübt wird diese Bilanz allerdings durch einige Personen aus dem Aachener Block vor allem nach Spielabpfiff. „Einzelne Personen haben gewaltsam das Eindringen in den Innenraum erzwungen und anschließend die Situation genutzt, um bewusst andere Menschen zu verletzen“, erklärt FVM-Präsident Alfred Vianden. „Das ist ein Verhalten, das wir auf das Allerschärfste verurteilen und dem wir mit aller Härte und Konsequenz nachgehen werden“, so der Präsident. „Menschen, die das tun, sind keine Fans, sondern nutzen den Fußball nur als Bühne für ihre Gewalt. Den Verletzten wünschen wir schnelle und vollständige Genesung.“ Dem FVM ist bewusst, dass ein Großteil der Fans von Alemannia Aachen das Spiel in friedlicher Absicht besucht und anschließend ebenso friedlich den Sieg gefeiert hat. „Eine Differenzierung ist uns an dieser Stelle daher ebenfalls wichtig, weil wir keinesfalls einen Generalverdacht gegenüber der Aachener Fanszene erheben“, betont Vianden. Der FVM unterstützt Polizei und Staatsanwaltschaft bei den laufenden Ermittlungen zu den gewaltsamen Vorkommnissen, zudem sind die Vorkommnisse rund um das Spiel abgegeben an das Verbandssportgericht des FVM.

Die Finaltagsbilanz aller Landespokalendspiele

Die dritte Livekonferenz des Tages beim Finaltag vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin lockte durchschnittlich 1,64 Millionen vor die Fernsehschirme – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (damals 1,40 Millionen im Schnitt). Der Markanteil erhöhte sich von 8,9 auf starke 13,7 Prozent. Nicht zuletzt in der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen fand der Finaltag in der dritten Anstoßzeit ab 16.15 Uhr positiven Anklang (13,4 Prozent Marktanteil). Losgelegt hatten die ersten vier Landespokalendspiele am Vormittag mit 510.000 TV-Zuschauern (7,7 Prozent Marktanteil). Die zweite Konferenz mit sieben Partien verbuchte eine Steigerung auf 970.000 (8,9 Prozent), ehe bei den abschließenden acht Begegnungen die Millionen-Grenze deutlich überschritten wurde.

„Der Pokal unterstreicht die Gemeinsamkeit des Fußballs. Es ist der Wettbewerb, in dem sich alle der knapp 25.000 Vereine in Deutschland versammeln. Das macht auch den Finaltag der Amateure so besonders“, sagt Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, und betont: „Allen Landesverbänden ist ein riesiges Lob auszusprechen für die hervorragende Organisation und Durchführung.“ 19 Landespokalendspiele wurden im Rahmen der ARD-Übertragung ausgestrahlt. Nur die Finals in Baden (Karlsruher SC – Waldhof Mannheim 5:3 am Sonntag) und Hessen (SV Wehen Wiesbaden – KSV Baunatal, 25. Juni) hatten im Vorfeld auf andere Termine gelegt werden müssen.

Mehr als 80.000 Zuschauer strömten zu den Partien am Samstag in die Stadien, im Schnitt 4.200 pro Begegnung. Die besten Besuche vermeldeten die Fußball-Landesverbände Sachsen (11.638 bei Chemnitzer FC – FSV Zwickau) und Niederrhein (9.192 bei KFC Uerdingen – Wuppertaler SV). Den Pokalsieg des 1. FC Kaiserslautern im Südwesten gegen den VfR Wormatia Worms (2:1) verfolgten 7.343 Fans vor Ort. 55 Tore bekamen die Zuschauer des Finaltags in regulärer Spielzeit und Verlängerung (Schnitt: 2,9 pro Spiel) geboten, inklusive des Elfmeterschießens beim Überraschungserfolg des Sechstligisten FSV Salmrohr gegen Oberligist TuS Koblenz (6:5, 2:2) waren es 62 Treffer.

63 von 64 Teilnehmern am DFB-Pokal 2019/2020 stehen nun fest. Klassentiefster Verein ist Salmrohr. Mit dem KSV Baunatal, FC Oberneuland, TuS Dassendorf, SV Atlas Delmenhorst und FC 08 Villingen sind zudem fünf Klubs aus der Oberliga (5. Liga) am Start. Aus der Regionalliga sind nach aktuellem Stand elf Vereine im DFB-Pokal vertreten, die 3. Liga stellt in der kommenden Saison zehn Teilnehmer. Der letzte DFB-Pokal-Startplatz wird am Donnerstag (15 Uhr) in Westfalen per Entscheidungsspiel zwischen dem Oberliga-Meister TuS Haltern und dem Regionalligisten SC Verl vergeben. Auf welches Profiteam sich Alemannia Aachen als Bitburger-Pokalsieger am Wochenende des 9.-12. August in der ersten Runde freuen darf, klärt sich am 15. Juni. Dann ist die Auslosung aller Partien im Deutschen Fußballmuseum.

 

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