Handicap-Fußball

In allen 21 Landesverbänden des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind Beauftragte für den Handicap-Fußball und Inklusion Ansprechpartner für Vereine und Menschen mit Behinderungen. Hauptziel ist es, Fußballspieler/-innen mit Beeinträchtigungen bundesweit den Zugang in die „Fußballfamilie“, d.h. in die Vereine, zu erleichtern. Gefördert und koordiniert wird diese „Inklusionsinitiative“ durch die Sepp-Herberger-Stiftung.

FVM-Leitsatz (frei nach Giorgio Rimaun, Schweizer Journalist)

„Behinderung ruft nicht nach Mitleid, Behinderte brauchen nicht Überbetreuung und schon gar nicht fürsorgliche Bevormundung. Was ihnen nottut, ist partnerschaftliche Anerkennung als vollwertige Menschen, Motivation zur Selbständigkeit und Hilfe (nur) dort, wo es anders nicht geht“. So kann man Behinderungen und Sport zusammen führen.


Ansprechpartner im FVM


Im Fußball-Verband Mittelrhein hat das Präsidium im Herbst 2012 den langjährigen FVM-Geschäftsführer Hans Willy Zolper zum Beauftragten für den Behindertenfußball berufen. Er ist durch diverse Tätigkeiten, u.a. als Berater der Gold-Kraemer-Stiftung für das Projekt „Fußball-Leistungszentrum Frechen“, gut vertraut mit den Facetten des Behindertenfußballs. Überdies verfügt er über sehr gute Kontakte zu Organisationen, Institutionen und Personen aus Sport und Politik. Seine Aufgabe besteht im Aufbau eines FVM-Fachbereichs Behindertenfußball sowie dessen Weiterentwicklung.

Hans Willy ZolperLipizzanerstraße 750735 Köln
Tel.: 0221/315459 hans.willy.zolper(at)fussballfreunde.de


Portrait Hans Willy Zolper

  • Hans Willy Zolper im Portrait

    Dieser pfeilschnelle und brandgefährliche Linksaußen aus der A-Jugend hatte es ihm angetan. „Unser Goalgetter“, erinnert sich Hans Willy Zolper. „Und unser Idol.“ Als Zolper beim SV Eitorf 09 in der C-Jugend kickte, da spielte dieser Linksaußen in der A-Jugend und schoss den SV völlig überraschend ins Finale um die Westdeutsche Meisterschaft. „Eine Sensation für unseren kleinen Verein“, schwärmt Zolper. Das Finale ging zwar verloren, die Erinnerungen an seine Fußballjugend aber sind geblieben. Auch dank des Linksaußen aus der A-Jugend, der nur zwei Jahre später beim 1. FC Köln spielte: Hannes Löhr. Der ehemalige deutsche Nationalspieler und spätere Trainer – unter anderem der U21-Nationalmannschaft – stammt gebürtig aus Eitorf. Zolper ist in Ruppichteroth geboren und in Alzenbach – nur drei Kilometer von Eitorf entfernt – aufgewachsen. Schon in jungen Jahren trat er als kleiner Junge auf den Siegwiesen in Eitorf gegen den Ball. Dem Fußball ist er bis heute treu geblieben – aktuell als Inklusionsbeauftragter des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM).

    „Ich habe schon früh immer mit Freunden Fußball gespielt. In den Verein ging es dann ab der C-Jugend. Eine D-, E- oder gar F-Jugend gab es damals noch nicht“, erinnert sich der 67-Jährige. „Als der SV damals im Finale um die Westdeutsche Meisterschaft stand, war das ein unglaubliches Erlebnis.“ Das Los hatte entschieden: Das Endspiel um die Meisterschaft findet in Eitorf statt. „Da waren mehrere Tausend Menschen am Platz. Zwar wurde das Finale verloren, aber die Leute haben noch viele Jahre später von diesem Tag erzählt und geschwärmt. Das war fantastisch.“ Zum Training machte sich Zolper damals mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter auf, die drei Kilometer von seinem damaligen Heimatort nach Eitorf zu radeln. Hauptsache, er konnte Fußball spielen. Und den großen Jungs wie Hannes Löhr beim Spiel zuschauen. „Wir haben damals natürlich die Spiele unserer A-Jugend verfolgt. Und einige Jahre später, als ich selbst in der A-Jugend war und Löhr bereits Profi, da kam er immer noch zu uns die Spiele schauen. Auch als wir später für Eitorf im Seniorenbereich gespielt haben, kam Löhr regelmäßig als Zuschauer zu unseren Spielen. Oft brachte er Freunde und Mitspieler mit wie etwa Karl-Heinz Thielen oder Wolfgang Weber. Er kam dann in der Halbzeit immer zu uns und gab uns Tipps. Für uns war das natürlich etwas ganz Besonderes.“

    1967 verlässt Zolper jedoch seine Heimat – es geht zunächst zur Bundeswehr, 1968 dann zum Jura-Studium nach Köln. „Da blieb nur noch Zeit, um ein wenig auf Kreisliganiveau zu kicken.“ Der SV Höhe aus der Nähe von Eitorf fragt bei ihm an. Und Zolper sagt zu, an den Wochenenden für den kleinen Verein zu spielen, bei dem auch schon sein Vater gespielt hatte. Sportliche Heimat des SV Höhe – den Ortsnamen gibt es dort nicht – ist der kleine Weiler Altenherfen nebst einer Handvoll Satellitendörfer. „Eine Kapelle, eine Volksschule, eine Dorfkneipe, 50 Häuser, eine Kuhweide“, beschreibt Zolper liebevoll seine damalige sportliche Heimat. Und weil er am Wochenende ohnehin in der Gegend war, da machten sie ihn nicht nur zum Spieler, sondern gleich auch zum Vorsitzenden. Mit damals 28 Jahren. Von 1978 bis 1992 war er Vorsitzender, heute ist er Ehrenvorsitzender des SV Höhe. Seine erste Station als „Fußball-Funktionär“.
    „Wir haben damals dann sonntags in der Früh die Vorstandssitzungen gemacht und am Nachmittag Fußball gespielt.“ Früh setzte sich Zolper dafür ein, dass aus der „Kuhweide“ (Zolper: „Viel zu klein, und windschief obendrein“) ein Sportplatz wurde. Doch die damalige Bezirksregierung in Köln, für die Bezuschussung zuständig, wollte keine Sportplätze „in der Einöde“ fördern. Das Anliegen des SV Höhe drohte auf den Höhen vom Winde verweht zu werden, bis Egidius Braun auf den Fall aufmerksam wurde. Der damalige Vorsitzende des Fußball-Verbandes Mittelrhein lud Zolper in die Sportschule nach Hennef ein. „Egidius Braun war dafür bekannt, sich für die Belange der kleinen Vereine stark zu machen. Deshalb hatte ich ihm einen Bittbrief geschrieben, und prompt eine Einladung erhalten.“ Zolper stellte Braun und einigen seiner Mitstreiter beim Verband das Anliegen des SV vor. „Ein studierter Rechtsanwalt aus Köln. Der noch aktiv bei einem kleinen Verein in seiner Heimat spielt. Und dort auch noch Vorsitzender ist. Das hat Braun imponiert“, erinnert sich Zolper. „Er hat mich danach noch oft als leuchtendes Beispiel für den Fußball am Mittelrhein genannt. Und er schaffte es, die Blockaden in den Köpfen der Entscheidungsträger zu lösen.“ Höhe bekam einen neuen Sportplatz. Zur Einweihung 1983 kickten ehemalige Schalker Größen gegen eine Rhein-Sieg-Auswahl.

    Zolper arbeitete längst erfolgreich als Bankjurist in Köln, als er Ende der 1980er-Jahre im Kölner Stadtanzeiger eine Stellenausschreibung des Fußball-Verbandes Mittelrhein las. Dort suchte man einen Geschäftsführer. „Meine Frau sagte: Du bringst doch alle Voraussetzungen mit. Also, bewirb dich doch.“ Zolper verfasste eine sehr emotionale Bewerbung, kam von 140 Kandidaten tatsächlich in die engere Auswahl, und traf erneut Egidius Braun – diesmal zu einem sehr persönlichen Vorstellungsgespräch. „Natürlich haben wir damals auch über den SV Höhe gesprochen“, sagt Zolper, der am Ende den Zuschlag erhielt und von Oktober 1990 bis Ende 2010 die Geschicke des Verbands als Geschäftsführer lenkte.

    Erste Kontakte mit dem Behindertenfußball hatte er in dieser Funktion bereits in den 1990er-Jahren. Braun, damals bereits DFB-Präsident, pflegte noch immer einen engen Kontakt zu den Menschen im Fußball-Verband Mittelrhein. „Einmal in der Woche arbeitete er mit seiner Sekretärin Marlies Wirges in den Räumen der Kölner Geschäftsstelle, setzte sich auf einen Kaffee zu mir ins Büro, erzählte vom großen Fußball und fragte nach dem Gelingen an der Fußballbasis.“ Eines Tages kam er mit einem Brief von Willy Breuer ins Büro, der damals im Dienste des Deutschen Behindertensportverbandes die Nationalmannschaft der Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung trainierte. Gemeinsam mit der DFB-Stiftung Sepp Herberger und deren damaligem Geschäftsführer GoetzEilers organisierte Zolper auf Wunsch von Egidius Braun weitere Unterstützung für die von Breuer betreute Auswahl, zum Beispiel in Form von Trikotsätzen und Equipment. Später kreuzten sich immer wieder die Wege von Zolper und Breuer, der heute die Frauen-Mannschaft des 1. FC Köln trainiert und mit diesen gerade erst in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist. „Wir trafen uns zum Beispiel auch im Jahr 2006, als nach dem ‚Sommermärchen‘ in Deutschland auch eine Fußball-Weltmeisterschaft für geistig-beeinträchtigte Fußballer  ausgetragen wurde.“ Derzeit sehen sich die beiden allwöchentlich, da sie Verantwortung für das Gelingen des Fußball-Leistungszentrums für geistig behinderte Menschen in Frechen vor den Toren Kölns übernommen haben.

    Im Jahr 2012, zwei  Jahre nachdem Zolper in Ruhestand gegangen war, meldete sich der Präsident des FVM, Alfred Vianden, per Telefon. „Ist doch viel zu schade, jetzt schon im Ruhestand zu sein – bei den Kontakten“, sagte er mir. Und Vianden bot Zolper eine neue Aufgabe an: Inklusionsbeauftragter im Fußball-Verband Mittelrhein. „Ich habe das dann meiner Frau Doris geschildert.“ Ihre Meinung dazu? „Wenn es um Fußball geht, bist du doch ohnehin von nichts abzuhalten.“ Und so übernahm Zolper die neue Aufgabe, sagte im Herbst 2012 zu. „Unser klares Ziel ist es, Netzwerke zu schaffen, von denen alle Beteiligten profitieren, auf die sie zugreifen können. Langzeitziel ist es, den Zugang behinderter Spielerinnen und Spieler in die Vereine zu Selbstverständlichkeiten werden zu lassen. Wir haben einen Fragebogen entwickelt und diesen allen 950 FVM-Vereinen zugesandt. Die Rücklaufquote war mäßig bis enttäuschend. Aber immerhin teilten 20 Vereine ihren Bezug zum Behindertenfußball mit. Heute umfasst das Netzwerk bereits knapp 100 Kommunikationsdaten aller Art. Die anfängliche Anzahl von 20 Vereinen hat sich fast verdoppelt. Ich habe Verständnis für die vielen kleinen Dorfvereine, die sagen, wir können uns aufgrund unserer Größe, unserer Infrastruktur und unserer personellen Ressourcen nicht dem Behindertenfußball widmen. Wir haben schon Schwierigkeiten genug, den Spielbetrieb mit einer Seniorenmannschaft und/oder zwei Jugendmannschaften aufrecht zu erhalten. Umso erfreulicher ist es, dass die Zahl der Vereine mit Behindertenfußball-Angeboten  deutlich gestiegen ist. Wir sind auf einem guten Weg. Aber, und das sage ich wie alle anderen Kollegen auch: Es ist noch sehr viel zu tun.“ Packen wir es an…


Jetzt Angebote für Handicap-Fußballer eintragen!

Sommerzeit ist Meldezeit: Aktuell sind die Fußballvereine in Deutschland wieder aufgefordert, die Meldungen für ihre Mannschaften für die Saison 2018/2019 vorzunehmen und dabei auch die Daten ihrer Teams und Funktionäre im DFBnet-Vereinsmeldebogen zu aktualisieren. Nutzen Sie diese Zeit und tragen auch Sie Ihr Vereinsangebot für Fußballerinnen und Fußballer mit Handicap ein. 

Das vielfältige Vereinsengagement für Akteure mit Behinderung sammelt der DFB über eine Datenbank. Über den DFBnet-Vereinsmeldebogen können alle Fußballklubs angeben, ob und in welchen Bereichen Angebote für Fußballer mit Handicap existieren und diese zusätzlich über ein Freitextfeld beschreiben.

Folgende neun Facetten/Attribute des Handicap-Fußballs können im Meldebogen hinterlegt werden: Blindenfußball, Amputiertenfußball, Sitzfußball, CP-Fußball, Gehörlosenfußball, Rollstuhlfußball, Fußball für Menschen mit geistiger Behinderung (GB-Fußball), Werkstattfußball sowie integrative Spielformen.

So können Sie Ihr Angebot im Handicap-Fußball eintragen

Der Weg zur Eintragung des Angebotes im Handicap-Fußball im DFBnet-Vereinsmeldebogen ist ganz einfach: Nach dem Klick auf den Button „Vereinsadressen“ erscheint in der Kopfnavigation der Reiter „Handicap-Fußball“. Dort können neben der Abbildung des jeweiligen Handicap-Teams auch eigene Ansprechpartner mit den jeweiligen Kontaktdaten hinterlegt werden. Sollten keine zusätzliche Personen eingetragen sein, werden automatisch die offizielle Vereinsadresse und der Standard-Ansprechpartner des Vereins ausgegeben. Das Angebot im Handicap-Fußball kann ganzjährig eingetragen und gepflegt werden.

Vernetzung der Mannschaften über Handicap-Börse

Die Daten werden unmittelbar in die bestehende Handicap-Börse in der Rubrik Handicap-Fußball auf dfb.de übertragen und sind dann unter www.handicapteams.dfb.de einsehbar.

Über die Handicap-Börse können so fußballbegeisterte Spielerinnen und Spieler mit Behinderungen den passenden Fußballverein in ihrer Umgebung finden. Zudem haben die Klubs die Möglichkeit, über die Abbildung ihres Handicap-Teams für ihre Mannschaft zu werben oder andere Mannschaften zu kontaktieren, um sie beispielsweise zu Turnieren oder Freundschaftsspielen einzuladen.

Die Präsentation aller Teams über eine Deutschlandkarte demonstriert, dass Inklusion in den Fußballvereinen seit vielen Jahren umfangreich und aktiv gelebt wird.

Vielfältiges Engagement für Menschen mit Behinderung

Für die Teilhabe von Menschen mit Handicap am organisierten Fußballsport setzt sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) über seine Sepp-Herberger-Stiftung ein. Im Rahmen der Inklusionsinitiative wirken Beauftragte für Fragen des Behindertenfußballs in allen 21 DFB-Landesverbänden. Die Inklusionsbeauftragten sind Ansprechpartner für behinderte Menschen, beraten Fußballvereine und unterstützen inklusive Projekte vor Ort.

Weitere Informationen

Einen Wegweiser zur Eintragung des Handicap-Angebotes im DFBnet-Vereinsmeldebogen finden Sie hier: www.sepp-herberger.de/wp-content/uploads/2014/06/Handicap-Fußball-Wegweiser-1.pdf

Weitere Informationen rund um das Thema Behindertenfußball bietet der DFB unter www.fussballfreunde.de

Text: Nico Kempf


Tagung der Inklusionsbeauftragten 2018

Inklusion: Eine Herzensangelegenheit. Hans Willy Zolper, Inklusionsbeauftragter des FVM, berichtet von der Jahrestagung aller Inklusionsbeauftragten, die viele gute Argumente für die Fortführung der Initiativen hervorbrachte.

Die Agenda
In der Sportschule Edenkoben trafen sich im März die Inklusionsbeauftragten (IB) der Fußball-Landesverbände zum jährlichen Gedankenaustausch. Tobias Wrzesinski, Nico Kempf und Norbert Wetzelaer hatten für die gastgebende Sepp-Herberger-Stiftung ein abwechslungsreiches Programm für die Tagung zusammengestellt. Vom Profifußball bis zur ländlichen Kreisliga vermittelten Referenten umfangreiche Einblicke in ihre Tätigkeit für und mit behinderten Menschen. Nach gut fünfjähriger Dauer der DFB/SHS-Inklusionsinitiative wurde bilanziert, kritisch hinterfragt, wurden in Arbeitsgruppen Leitfäden entwickelt, mit großer Aufmerksamkeit die Berichte aus den Landesverbänden mit gelungenen Verbands- und Vereinsprojekten verfolgt, wurde lebhaft über die Zukunft der Inklusionsinitiative debattiert sowie nächste Maßnahmen und Ziele festgelegt.

Das Ambiente
Der Wohlfühlfaktor der Sportschule des Südwestdeutschen Fußballverbandes erleichterte das umfangreiche Tagespensum. Seit Anfang der fünfziger Jahre haben viele National- und Auswahlspieler, haben viele Spitzensportler ihren Schliff in Edenkoben erhalten. Aber auch Vereine aus der Pfalz, aus Rhein-Hessen und von der Nahe gastieren hier, ebenso wie viele Wanderfreunde. Ja, die Sportschulen der Fußball-Landesverbände von der Küste bis zu den Alpen sind unverändert attraktiv. Das beginnt mit ihren idyllischen Lagen und endet mit einer perfekten Pflege der Sportstätten und Seminarräume. Unabdingbar ist ein ständiges Investment in die Infrastruktur, d.h. in die Zimmer, in die Restauration, in die Sporthallen, in die Hallenbäder und die Tagungstechnik. Die Landesverbände stemmen diese Last seit Jahrzehnten, sie bedürfen allerdings der Unterstützung des Bundes und der Länder sowie des DFB. Das am Rande, zurück zur Inklusion und zum Handicap-Fußball.

Qualifizierung
Noch sind in Sachen Inklusion Einzelveranstaltungen und Einzellösungen der Landesverbände in der Überzahl. Die Zusammenkünfte dienen eher dem Gedankenaustausch und der Netzwerkbildung als einer systematischen Aus- und Fortbildung. Das wird sich – vielleicht schon im Verlaufe dieses Jahres – ändern. Am Vortage der Jahrestagung waren Lehrkräfte und Experten diverser Organisationen nach Edenkoben gebeten worden, um zu einer Bündelung der Lehrinhalte und zur zielgruppenorientierten Ausrichtung beizutragen. Die DFBAbteilung Qualifizierung wird gemeinsam mit der Sepp-Herberger-Stiftung die Materialien sichten, um diese perspektivisch in das kompakte DFB-Schulungssystem zu integrieren. Zukünftig könnten alle Landesverbände auf die Lern-Module zurückgreifen und die Qualität ihrer Lehrveranstaltungen dadurch deutlich steigern. So ist z.B. angedacht, spezielle Trainingsdetails in die Übungsleiterausund -fortbildung zu integrieren, aber auch komplette Trainingsabläufe in einem Kompaktseminar für Vereins-, Werkstatt- und Förderschultrainer anzubieten.

AG Spielbetrieb
AG-Leiter Norbert Wetzelaer stellte die Entwicklungen des Spielbetriebs in den Landesverbänden vor. Resultat: sehr erfreulich! Der WDFV verfügt nunmehr in seinen Landesverbänden in NRW über einen flächendeckenden Spielbetrieb in Liga- bzw. Turnierform, nachdem der FVM seit 2018 durch seinen Jugendausschuss die „Liga inklusiv“ – von Tabalingo in 2017 als Pilotprojekt gestartet – übernommen hat. Zudem ist der Spielbetrieb des BRSNW mit über 100 teilnehmenden Mannschaften in den Regionen Westfalen, Ruhrgebiet und Rheinland der umfangreichste in Deutschland. Nicht auszudenken, wie umfangreich der Spielbetrieb in NRW wäre, wenn alle Spielformate gebündelt würden.

AG Strukturen
AG-Leiterin Kristina Höhn stellte die Untersuchung der Inklusionsstrukturen in Verbänden, Kreisen und Vereinen vor. Einige Landesverbände verteilen inzwischen die Aufgabenvielfalt auf mehrere Schultern durch Gründung von AGs, Kommissionen etc. Dies scheint der beständigste Weg zu sein, da Personalwechsel in einigen Verbänden für Stillstand und Neubeginn gesorgt haben. Zweckmäßig erscheint die Berufung von Experten anderer Organisationen in ein solches Verbandsgremium (Behindertensportverband, Werkstätten, Lebenshilfe, Caritas, Inklusionsbeauftragte der Kommunen etc.), unter der Federführung eines Vizepräsidenten und IB der Landesverbände.

AG Öffentlichkeitsarbeit/Innovation
Für AG-Leiter Sebastian Ratzsch stellte der Autor dieser Zeilen den bereits von beiden verfassten und verschriftlichten „Leitfaden zur Einbindung der Themen Inklusion und Behindertenfußball in die Öffentlichkeitsarbeit der Landesverbände“ vor. Der Leitfaden ist untergliedert in Internet, Kommunikation über soziale Netzwerke, Printmedien, regionale Medien und DFB-Medien. Er enthält konkrete Handlungsempfehlungen zum raschen Auffinden der Veröffentlichungen zum Handicap-Fußball in den Internet-Auftritten, zur Nutzung der sozialen Netzwerke, zur regelmäßigen Berichterstattung in den eigenen Journalen, zum Aufbau von Beziehungen zu Redaktionen sowie zur Aufbereitung von Texten und Bildern für die DFB-Medien. Der Leitfaden wird allen IB mit dem Protokoll zur Verfügung gestellt.

Umfrage DFB-Stiftung/Handicap-Börse
Seit zwei Jahren können die Vereine Eintragungen zum Handicap-Fußball im DFBnet-Meldebogen vornehmen. Es kann angegeben werden, welche Trainings- und Spielangebote existieren und wer Ansprechpartner im Verein ist. Die gesammelten Daten werden „live“ in die bestehende Handicap- Börse auf der Homepage des DFB übernommen (www.dfb.de/vielfaltanti-diskriminierung/handicap- fussball/start). Die Integration des Handicap- Fußballs in diesen Vereinsmeldebogen bietet eine große Chance für die deutschlandweite Abbildung, Vernetzung und Förderung. Leider nehmen Vereine diese Möglichkeit noch zu wenig wahr. Die Mission wird verstärkt fortgesetzt. Aus dem FVM fehlen zum Beispiel die beachtlichen Angebote von Lindenthal-Hohenlind, Menden, VfB 08 Aachen, Dremmen, Zündorf, Brück, Königsdorf, Wiesdorf, Bergrath – um nur einige zu nennen.

Zukunft der Inklusionsinitiative
Die Zwischenbilanz seit dem Start des DFB-Projektes im Herbst 2012 ist überaus erfreulich. In fast allen Landesverbänden ist ein Trainings- und Spielbetrieb durch die Vereine aufgebaut bzw. intensiviert worden. Der Liga-Spielbetrieb findet aus Transport- und Betreuungsgründen fast durchweg in Turnierform statt. Vier bis acht Turniere werden in der Regel pro Jahr ausgetragen. In den Landesverbänden, in denen der Spielbetrieb bereits flächendeckend stattfindet, werden die Rufe nach Auswahlteams lauter. Häufig findet in dieser Hinsicht eine Kooperation mit dem jeweiligen Behindertensportverband statt. Das Modellprojekt der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen mit einem Fußball-Leistungszentrum für ca. 20 junge Fußballtalente mit geistiger Beeinträchtigung wird allgemein gelobt und als besonders nachahmenswert eingestuft, zumal die jungen Spieler umfangreich in Sachen sozialer Kompetenz sowie in Sachen beruflicher Fähigkeiten und Perspektiven geschult werden. Die Qualifizierung von Trainern und Betreuern steckt noch in den Kinderschuhen, sollte aber in den nächsten Jahren einen Aufschwung erfahren. Auch die zum Teil noch vorhandenen Berührungsängste in den Vereinsvorständen sollen durch Sonderschulungen und Vereinsbesuche abgebaut werden. Der Fußballfreunde-Cup soll in den Regionalverbänden, getragen durch die Landesverbände, zur Regel werden, die Anzahl der Inklusionsmannschaften im Regelspielbetrieb gesteigert (im FVM bisher: TuS Königsdorf II, BV Wiesdorf II), die Landesmeisterschaften der Werkstätten und Förderschulen durch die Landesverbände mitgestaltet werden. Die ersten Kurzstrecken sind zurückgelegt, nun folgt die Ausdehnung auf die Mittelstrecke! Es wäre nicht gerade klug, die bisherigen Investitionen in Personen und Strukturen im Sande verrieseln zu lassen. Die Inklusion muss Sache des DFB und seiner Landesverbände bleiben – einschließlich einer finanziellen Förderung, die eher erweitert als eingeschränkt gehört!

Um das Fortsetzungsersuchen noch einmal zu untermauern:

  •  Die „Mission“ der Inklusionsbeauftragten der Landesverbände sollte zumindest noch ein Jahrzehnt gefördert werden, ehe die Teilhabe behinderter Menschen am Fußballsport und am Vereinsleben selbstverständlich wird.
  • Die Vereinsangebote werden durch aktives Werben der Landesverbände vervielfacht, die Aus- und Fortbildung und die PR-Arbeit durch Einsatz zeitgemäßer Medien intensiviert.
  • Info-Tage im Rhythmus von bis zu zwei Jahren in den Sportschulen bzw. an den Verbandsstandorten mit Finalspieltag der inklusiven Ligen und der Präsentation von Landes- und Bundesauswahlen sollen zu Höhepunkten des inklusiven Sports werden.
  • Der inklusive Ligaspielbetrieb wird stabilisiert und erweitert.
  • Die Themen „Inklusion“ und „Handicap-Fußball“ werden in die Serie der Vereinsdialoge („Der Verband zu Gast bei den Vereinen“) aufgenommen und an runden Tischen vertieft.

Es gibt noch viel zu tun! Packen wir’s an, wir schaffen das!

Text: Hans Willy Zolper


Termine 2018

Datum Veranstaltung
27.01. BRSNW: Staffeltreffen Rheinland in Frechen-Buschbell, Burghofstr. 45
15.02. Inklusion konkret 2018: Veranstaltungs- und Fortbildungsreihe der Gold-Kraemer-Stiftung, Auftakt in Frechen-Buschbell
01.03. LV-Inklusionsbeauftragte (West), Arbeitsgespräch Sportschule Duisburg-Wedau
03.03. „Einfach Fußball“, Hallenturnier Bayer 04 Leverkusen
07.-09.03. DFB-LV-Inklusionsbeauftragte, Jahrestagung Sportschule Edenkoben
12.-15.06. Deutsche Meisterschaft ID der Bundesländer in Wetzlar
16.06. FußballFreunde-Cup, Regionalturnier West, RheinEnergie Sportpark (Geißbockheim des 1. FC Köln)
30.06. Turnier Fußballfreunde Hohenhonnef
11.07. Finale NRW-Werkstattmeisterschaft, Münster
02.-18.08. INAS FID Weltmeisterschaft für geistig behinderte Menschen in Karlstad/Schweden
01.09. WDFV-Freizeitfußballer- und Handicap-Turnier, Sportschule Duisburg-Wedau
03.-06.09. Deutsche Meisterschaft Werkstätten, Sportschule Duisburg-Wedau
15.09. „Fußballspaß inklusiv“ für Kinder und Jugendliche, FLZ u. 1.FC Köln Fußballschule, Jahnwiese Köln
27.10. BRSNW-Landesmeisterschaft, Endrunde, Bottrop

Höhepunkte im Handicap-Fußball

  • INAS-Fußball-Weltmeisterschaft: Deutschland goes Schweden

    INAS-Fußball-Weltmeisterschaft: Deutschland goes Schweden

    Vom 3. bis 19. August 2018 findet die INAS Fußball-Weltmeisterschaft für geistig behinderte Menschen im schwedischen Karlstad statt. Den Kern des deutschen Teams bilden Spieler aus dem Fußball-Leistungszentrum Frechen (FLZ).

    Für Bundestrainer Willi Breuer ist es die erste sportliche Herausforderung, seit er das Traineramt, das er bereits von 1992 bis 2007 innehatte, im vorigen Jahr vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) erneut übertragen bekam. Nach eher bescheidenem Abschneiden bei den vergangenen Welt- und Europameisterschaften fängt das DBSTeam "bei Null" an, so Breuer, der einen kompletten Neustart plant. Die Gegner in der Vorrunde heißen Schweden, Frankreich und Südafrika. Großer Turnierfavorit ist der mehrfache Weltmeister und Titelverteidiger Saudi-Arabien. DBS-Sportdirektor Frank-Thomas Hartleb: "Die Vorfreude ist groß, nachdem wir im Nachrückverfahren das WMTicket erhalten haben. Wir dürfen uns erneut mit den besten Nationen der Welt messen."

    Das Funktionsteam ist überwiegend neu besetzt und besteht aus Willi Breuer (Bundestrainer), Malte Strahlendorf (Co-Trainer), Dennis Fabian (Torwarttrainer), Norbert Buchholz (Betreuer), Sylvia Augustyniak und Simone Theißmann (Physiotherapeutinnen), Dr. Joachim Blaurock (Mannschaftsarzt) und Dennis Grädtke (DBSAbteilungsleiter Fußball/nicht paralympische Sportarten).

    Im Mittelpunkt der bisherigen Vorbereitungen stand die INAS-FID-Registrierung, ein umfangreiches Verfahren für die Ausstellung eines Spielerpasses. Es besteht aus einem IQ-Test, einem psychologischen Gutachten, einem Nachweis über den Eintritt der Behinderung vor dem 18. Lebensjahr sowie einem sportlichen Gutachten des Bundestrainers.

    Das Trainerteam hat den Spielerkader neu zusammengestellt. Bei den Leistungslehrgängen Anfang März an der DSHS Köln, Ende Mai in Frechen (GKS, Stadt Frechen, 1. FC Köln) sowie bei einem Testspiel  Anfang Juni in Bocholt standen elf FLZ-Spieler im Aufgebot. Komplettiert wird der WM-Kader mit Spielern aus diversen Landesauswahlen. Den Feinschliff erhält der Kader beim Abschlusslehrgang vom 1. bis 3. August in Frechen, ehe es dann am 3. August von Frankfurt per Linienmaschine nach Karlstadt geht.
    Der FVM begleitet das Team mit allen guten Wünschen!

    Text: Hans Willy Zolper
    Foto: Herbert Bucco

  • FußballFreunde-Cup West 2018: Überall nur Sieger

    FußballFreunde-Cup West 2018: Überall nur Sieger

    Die inklusive Turnierserie "FußballFreunde-Cup 2018" ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit Handicap das aktive Fußballspielen und macht den Behindertenfußball öffentlich sichtbarer. Fünf Proficlubs sind Gastgeber der diesjährigen Turnierserie, darunter auch der 1. FC Köln, auf dessen Gelände der FußballFreunde-Cup West 2018 ausgetragen wurde.

    Begrüßt wurden die acht teilnehmenden Teams aus den drei West-Verbänden Niederrhein, Westfalen und Mittelrhein von FVM-Geschäftsführer Dirk Brennecke und Nicole Fischer von der Stiftung 1. FC Köln. Fischer gab auch das Motto des Turniertages aus: „Geht einfach auf den Platz und habt Spaß am Spiel“, riet sie den Teams. Um Tore und Punkte kämpften natürlich trotzdem alle Teilnehmer, aber sie blieben durchweg fair. So hatten die fünf Unparteiischen vom Fußball-Leistungszentrum Frechen der Gold-Kraemer-Stiftung mit ihren Leitern Willi Breuer und Malte Strahlendorf bei der Spielleitung keinerlei Probleme.

    Der Einzug ins Endspiel gelang schließlich erneut dem Titelverteidiger aus dem FVM, SC Borussia Köln-Kalk. Doch die Wiederholung des Vorjahreserfolgs blieb aus: Im Finale um die Regionalmeisterschaft siegte die FS Plettenberg am Ende mit 3:1 und konnte die weite Heimreise ins Sauerland gut gelaunt antreten. Bei der Siegerehrung, die Norbert Wetzelaer von der DFB-Stiftung Sepp Herberger gemeinsam mit Nicole Fischer und Nico Kempf vornahm, gab es nur Sieger und keine Verlierer: Jedes Team erhielt einen Pokal, jeder Spieler und jede Spielerin zusätzlich eine Urkunde sowie von der Stiftung 1. FC Köln einen FC-Fan-Schal.

    Die Schlussworte an einem ereignisreichen und durchweg gelungenen Tag hatte Hans Willy Zolper, der FVM-Beauftragte für Inklusion und Behindertenfußball: „Das hat heute richtig Spaß gemacht. Ich denke, das gilt für alle Beteiligten. Heute wurde nicht nur über Inklusion gesprochen, sondern diese auch aktiv gelebt, ohne Wenn und Aber.“ Mit seiner Orga-Crew und großzügiger Unterstützung der FC-Stiftung sorgte Zolper wieder für ein tolles Turnier-Ambiente rund um den Kunstrasenplatz und die FC-Blockhütte mit „Chefin“ Gitta Schiller im RheinEnergie-Sportpark.

    Spezielle Gäste im RheinEnergie-Sportpark des 1. FC Köln waren Prof. Dr. Jürgen Innenmoser, der sich nicht nur während seiner Tätigkeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln im Inklusionsbereich einen Namen gemacht hat, Philipp Wälbers vom Westdeutschen Fußballverband, Axel Müller, der Inklusionsbeauftragte des Fußballverbandes Niederrhein, Frederike Suckert von der Bundesliga- Stiftung und Nico Kempf von der Sepp-Herberger-Stiftung des DFB aus Hennef.

    Ergebnisse:

    1. FS Plettenberg
    2. SC Borussia Köln-Kalk
    3. Post Siegfried Hamborn
    4. BV Weckhoven
    5. FS Lüdenscheid
    6. SV Oppum
    8. Tabalingo
    9. VfB 08 Aachen

    Text: Werner Jung-Stadié

  • Regionalturnier West 2017

    Regionalturnier West 2017

    Am Ende war es genauso, wie es sein sollte. Alle waren glücklich, alle waren zufrieden, alle waren stolz auf ihre Leistung. Die Sieger genauso wie die Verlierer.
    Dass beim von der Sepp-Herberger-, Allianz- und Bundesliga-Stiftung ins Leben gerufenen 1. Inklusionscup am Kölner Geißbockheim die Mannschaft von Borussia Kalk den Titel holte und sich damit für die Endrunde im Oktober in der Sportschule Grünberg in Hessen qualifizierte, war letztlich nur noch ein Randaspekt. Viel wichtiger war, dass der Fußball mal wieder seine verbindende Wirkung offenbarte: Behinderte und nicht behinderte Fußballer spielten wunderbar zusammen, sie respektierten sich, sie halfen sich gegenseitig – sie feierten gemeinsam ein großes Fest. „Es ist gut, dass wir starke Partner wie die anderen Stiftungen an unserer Seite wissen, um Menschen mit und ohne Behinderung über den Fußball zusammenzuführen und sie in der großen Fußballfamilie zu integrieren“, betonte Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung (SHS).

    Von der Stimmung war auch Wolfgang Weber beeindruckt. Der Vizeweltmeister von 1966 und 53-fache deutsche Nationalspieler war der Einladung gerne gefolgt und übernahm die Siegerehrung. „Es ist wirklich beeindruckend und berührend, wie toll und selbstverständlich hier Jungs und Mädchen, behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen kicken“, sagte der 72-Jährige. „In der Mannschaft von Borussia Kalk beispielsweise spielt wie selbstverständlich ein Junge mit Gehhilfe.“ Auch Hans Willy Zolper, Beauftragter für den Behindertenfußball im Fußball-Verband Mittelrhein, fand nur lobende Worte: „Das ist eine ganz tolle Veranstaltung. Man merkt deutlich, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Vor fünf Jahren hatten wir im Verbreitungsgebiet 20 Vereine, die sich mit Behindertenfußball befasst haben, mittlerweile sind es 55 Klubs.“

    „Beim Fußball verschwimmen die Grenzen!“
    Im Mittelpunkt standen natürlich die zehn- bis 15-jährigen Kinder, denen der Spaß deutlich anzusehen war. Jedes Tor wurde lautstark bejubelt, jede gelungene Aktion gefeiert. „Beim Fußball verschwimmen einfach die Grenzen. Deshalb lieben wir diesen Sport doch so“, betonte Wolfgang Weber, der sich seit Jahren stark für integrative Projekte engagiert.

    Das Turnier in Köln konnte in jeder Hinsicht überzeugen – sportlich wie organisatorisch. Sieben Teams waren am Start. Jede Mannschaft durfte sechs Feldspieler und einen Torwart stellen. Zu jeder Zeit mussten mindestens vier Spieler mit Handicap auf dem Platz stehen. Die Art der Behinderung spielte dabei keine Rolle. Fußballerisch konnte besonders das Team von Borussia Kalk überzeugen, das alle Spiele gewann und dabei kein einziges Gegentor kassierte. Auf den weiteren vorderen Plätzen landeten der BV Weckhoven sowie Grün-Weiß Brauweiler. Auch sie qualifizierten sich damit für die Endrunde auf Bundesebene.

    „Fußball ist und bleibt einfach eine verbindende Sache. Das ist aus meiner Sicht in diesem konkreten Fall viel wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage, als eigenes Tor oder ein Gegentreffer“, fasste Weber treffend zusammen.

    Danksagung

    Liebe Fußballfreundinnen und -freunde,
    das erste Regionalturnier West als Qualifikationsturnier für den Inklusionscup 2017 war ein voller Erfolg. Das haben mir vor Ort wie im Nachgang viele Beteiligte bekundet. Ich möchte allen Beteiligten ein herzliches „Danke“ zurufen, zuvorderst der Stiftung des 1.FC Köln, allen voran Nicole Fischer und Simon Stöcker, der Platzmeisterin und Hüttenwirtin Gitta Schiller, Bundestrainer Willi Breuer mit seinen FLZlern als Schiedsrichter und fleißigen Seelen, dem Vorsitzenden des Fußballkreises Köln Werner Jung-Stadié mit seinen Mitstreitern, seinem Stellvertreter Bernd Hölzemann als Turnierleiter, den FVM-FSJlern Marie Salentin, Robert Uhde und Maximilian Drews, nicht zuletzt auch dem Koordinator der Sepp-Herberger-Stiftung Norbert Wetzelaer für seine tatkräftige Mithilfe vor Ort und – last but not least – unserem Vizeweltmeister Wolfgang Weber. Mein Dank gilt allen Spielerinnen und Spielern nebst ihren Trainern und Betreuern, die die Turnierordnung und den Ehrenkodex bis auf kleinste Ausnahmen „gelebt“ haben. Ich wünsche Borussia Kalk, BV Weckhoven und Grün-Weiß Brauweiler viel Spaß beim Inklusionscup und allen Mannschaften weiterhin viel Freude und Lebensfreude beim Fußballspielen. Lasst uns den Inklusionsgedanken in unseren Vereinen etablieren und intensivieren!

    Herzliche Grüße
    Hans Willy Zolper
    FVM-Beauftragter für Behindertenfußball

  • Gelungene Trainer-Fortbildung am 3. Oktober 2017

    Gelungene Trainerfortbildung „Fußball für Alle – Trainingsinhalte und Spielformen im inklusiven Fußball“

    Die Gold-Kraemer-Stiftung (GKS) hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, den Städten Köln und Frechen sowie dem Rhein-Erft-Kreis ein umfangreiches Veranstaltungs- und Fortbildungsprogramm initiiert. 12 Bildungsangebote sind in 2017 unter Mitwirkung zahlreicher Experten und Institutionen – u.a. der Deutschen Sporthochschule Köln, des Deutschen Behindertensportverbandes und des Fußball-Verbandes Mittelrhein – unter dem Namen „Inklusion konkret – Sport und Inklusion“ konzipiert worden.

    Am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober 2017, fand im Kurt-Bornhoff-Sportpark in Frechen eine Fortbildung für Trainer der B- und C-Jugendlichen statt. FVM-Verbandssportlehrer Markus Schenk sowie die Fußballlehrer Willi Breuer (auch Trainer der Geistig-Behinderten-Nationalmannschaft) und Malte Strahlendorf, beide auch verantwortlich für das Fußball-Leistungszentrum für geistig behinderte Fußballer (FLZ), demonstrierten Trainingsinhalte und Spielformen im inklusiven Fußball.

    „Fußball für alle“ lautete das Motto an diesem Tag. Ein Dutzend Trainer sowie die Spieler des FLZ verfolgten die vielen praktischen Tipps der Experten. Nach dem Mittagsimbiss erfolgte die Vertiefung der praktischen Übungen an Hand von Videobeispielen im großen Seminarraum der GKS-Zentrale.

    Alle Teilnehmer verabschiedeten sich mit viel Lob für den abwechslungsreichen Tag. Sie erhielten eine Bescheinigung über 10 Unterrichtseinheiten, die vom FVM für die Lizenzverlängerung anerkannt wird.

  • Gold-Kraemer-Stiftung-Cup 2017

    Gold-Kraemer-Cup 2017

    Beim Förderschulturnier um den Gold-Kraemer-Cup 2017 waren noch nie so viele Teilnehmer und Zuschauer mit dabei, wie in diesem Jahr. Die sechs teilnehmenden Schulen hatten die von der Kreissparkasse Köln großzügiger Weise bereit gestellten Busse bis auf den letzten Platz ausgenutzt. So herrschte bei warmen Temperaturen eine fröhliche und ungezwungene Stimmung im Kurt-Bornhoff-Sportpark in Frechen. Die Akteure wurden lautstark von ihren Mitschülern angefeuert. Zudem wurde für den notwendige Rahmen gesorgt, d.h. für Getränke, Imbiss oder auch Musikuntermalung.

    Der Vorstandsvorsitzende der Gold-Kraemer-Stiftung, Johannes Ruland, sowie der regionale Repräsentant der Kreissparkasse nahmen voll des Lobes die Siegerehrung vor. „Sieger seid ihr alle! Danke für ein außerordentlich faires und harmonisches Miteinander!“

    Sieger waren in der Tat alle Aktiven. Sie erhielten T-Shirts, Medaillen und Pokale.

  • 5. Brücker Social Cup 2017

    Ende August fand auf der Sportanlage des SC Köln-Brück zum fünften Mal der Brücker Social Cup statt. Zusammen mit dem Betreuten Wohnen (BeWo) Dellbrück richtete der SC Köln-Brück ein Turnier mit acht inklusiven Mannschaften aus.

    Der Vereinsvorsitzende Frank Jenniges hatte sich wieder einmal als Schiedsrichter zur Verfügung gestellt und äußerte sich geradezu begeistert. „Bei allen Turnieren, die es gibt, ist mir dies das Liebste. Es macht Spaß, zu sehen, wie sich die Spielerinnen und Spieler mit Handicap begeistern können. Sie bejubeln den achten Rang genauso euphorisch wie den ersten Platz.“

    Turniersieger wurde BeWo Severin nach einem 6:4 Endergebnis im Finalspiel gegen Bewo St. Marien. Da es für BeWo Severin der dritte Turniererfolg hintereinander war, verbleibt der Wanderpokal – von Hauptorganisator Gerhard Ebers in Anwesenheit des Kreisvorsitzenden Werner Jung-Stadié überreicht – in alter Lokalität.

  • Benefizspiel beim BV Wiesdorf

    Benefizspiel beim BV Wiesdorf

    Es war ein außergewöhnliches Spiel mit einem außergewöhnlichen Rahmen, einem deutlichen Anliegen und einer beeindruckenden Neuausrichtung: Dem Traditionsverein im Leverkusener Stadtteil Wiesdorf droht in Sichtweite seines100-jährigen Vereinsjubiläums der Verlust seiner angestammten Sportanlage. Dass diese in die Jahre gekommen ist, war für die respektable Zuschauerkulisse bei nasskalter Witterung offenkundig. Der Tennenplatz mit Pfützen gepunktet, das „Drumherum“eher für Gummistiefel geeignet. Die Platzanlage „Am Stadtpark“ wird seit geraumer Zeit nicht mehr von der Stadt gepflegt, da der Stadtrat das „Aus“ für Ende 2018 beschlossen hat.

    Ein möglicher Grund für diesen Beschluss mag ein gewisser Stillstand im Vereinsleben gewesen sein. Dies ist aber seit der Mitgliederversammlung mit Wahl eines neuen Vorstandes ganz anders geworden: Der Verein hat innerhalb von wenigen Monaten seine Mitgliederzahl deutlich erhöht, öffnet sichfür Inklusion und Integration und kämpft für den Erhalt der Sportanlage, mehr noch: für dessen Generalinstandsetzung und Umwandlung in einen Kunstrasenplatz nebst Kleinspielfeldern. Seine neu gewonnene Motivation und Kraft demonstrierte der Verein am 11. November bei einem Benefizspiel gegen die „Nationalmannschaft CP“, die vom Deutschen Behindertensportverband gecoacht wird. Deren Spieler leiden an Cerebal Parese (= Halbseitenlähmung), gehen ihrem Hobby Fußball aber mit großer Begeisterung nach. Im 7er-Team des BV Wiesdorf nahmen ebenfalls Spieler mit Handicap teil, u.a. der 2. Vorsitzende des Vereins Kevin Kiry: Er spielt nach einem Unfall mit einer Unterschenkelprothese. Da er auch am Spielbetrieb in der Kreisliga D des Fußballkreises Köln teilnehmen möchte, hatte es im Vorfeld des Benefizspiels – eigentlich aber unabhängig von diesem – Anfragen an den FVM wegen einer Spielerlaubnis gegeben. Nach Einschaltung des Verbandsschiedsrichterausschusses (VSA) ist eine praktikable Regelung – auch für zukünftige, ähnlich gelagerte Fälle – gefunden worden. Der Spieler besorgt eine ärztliche Bescheinigung, die er auch dem jeweiligen Schiedsrichter auf Verlangen vorzeigt. Der VSA informiert den Kreis und dieser sämtliche Schiedsrichter auf Kreisebene. Mit dieser Regelung wird der FVM den betroffenen Spielern und dem Grundgedanken der Inklusion gerecht. Apropos Kevin Kiry: Er wird seit Jahresbeginn von einem Kamerateam des WDR begleitet, für den ein Film in der Sendereihe „Menschen hautnah“ produziert wird. Dieser soll im Sommer 2018 ausgestrahlt werden.

    Für den BV Wiesdorf war das Spiel am Tag des Karnevalsauftaktes etwas ganz Besonderes. Der Vorsitzende Armin Malewski freute sich über die Publikumsresonanz und den 4:2-Sieg seines Teams.

    „Wir hoffen auf einen Sinneswandel der Stadtväter. Wir sind bereit, wesentlich dazu beizutragen, dass sich der derzeit eher traurige Zustand der Anlage zeitgemäß verändert. Jedenfalls hat die Leverkusener Öffentlichkeit gemerkt, dass sich im BV Wiesdorf vieles zum Guten verändert hat und wir mit großem Engagement die Integration, die Inklusion und auch die Jugendarbeit beleben. Es wäre doch großartig, wenn auch die benachbarte Realschule wieder ihre Heimat auf einer modernisierten Platzanlage „Am Stadtpark“ finden würde.“

    Der FVM bleibt am Ball und wird über das weitere Geschehen in Leverkusen-Wiesdorf berichten. (wjs/hwz)

  • Fußball-Liga-inklusiv - Gelungene Premierensaison

    Fußball-Liga-inklusiv - Gelungene Premierensaison

    Der Verein TABALINGO Sport & Kultur integrativ hat in der Person von Joshua Espeter zwei imponierende Turnierserien organisiert und federführend durchgeführt – unterstützt durch jeweils vier gastgebende Vereine.

    Für die Altersklassen U16 und Ü16 galt der Grundsatz: Liga für alle, d.h. in den einzelnen Mannschaften spielen Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männer mit und ohne Förderbedarf gemeinsam. Auf den verkleinerten Spielfeldern bestehen die Teams aus sechs Feldspielern/innen plus Torwart/-frau. In jeder Mannschaft müssen immer drei Spieler/-innen mit einem Handicap auf dem Platz stehen.

    In der U16-Liga waren sechs Teams am Start, davon drei Teams von Tabalingo. Die Turnierserie begann Anfang Mai 2017 bei Tabalingo in Stolberg-Donnerberg. Es folgten Grenzwacht Pannesheide, VfB 08 Aachen, Falke Bergrath und schließlich wieder Tabalingo im Oktober. Jede Mannschaft bestritt 25 Spiele. Tabalingo 3 gewann die Turnierserie vor Falke Bergrath.

    In der Ü 16-Liga waren acht Teams am Start, wiederum drei Teams von Tabalingo. Die Turnierserie begann Anfang Mai 2017 ebenfalls in Stolberg- Donnerberg. Es folgten die Turniere bei Grenzwacht Pannesheide, beim VfB 08 Aachen, bei BSG Aachen und schließlich im November beim SV Menden. Jede Mannschaft bestritt 35 Spiele. Sieger wurde nach einem dramatischen Finale das Team des SC Borussia Lindenthal-Hohenlind mit einem Punkt Vorsprung vor dem SV Menden. Der Bürgermeister der Stadt Sankt Augustin, der BRSNW-Abteilungsleiter Jürgen Münsterteicher, der FVM-Inklusionsbeauftragte Hans Willy Zolper und zahlreiche Fans der beteiligten Teams waren beeindruckt von der fairen Spielweise und der fröhlichen Atmosphäre, für die der gastgebende SV Menden auf seiner idyllischen Sportanlage gesorgt hatte. So waren sich alle einig, dass die „Liga inklusiv“ im Jahre 2018 in ihre zweite Spielzeit gehen wird.

    Das FVM-Präsidium hat in seiner Dezember-Sitzung beschlossen, den Ligabetrieb zu übernehmen. Der Verbandsjugendausschuss wird die Details umsetzen.

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