Talentförderung - vom kleinen Verein zum Lizenzfußballer
Der FVM-Trainerlehrstab setzte sich in seiner vergangenen Sitzung am 23./24.09.2010 mit der Talentförderung und der damit verbundenen Ausbildung von Juniorenspielern auseinander. Ein Blick auf den aktuellen Kader der DFB-A-Nationalmannschaft, die das WM-Turnier in Südafrika bestritt, verdeutlicht wie unterschiedlich Entwicklungsschritte von Talenten verlaufen. Sechs der 22 Elitekicker wurden schon im Altersbereich der E-/F-Junioren in einem Nachwuchsleistungszentrum gefördert, neun wechselten in der Altersspanne D-/C-Junioren in einen Bundesligaclub; die übrigen acht erst ab der B-Jugend, davon vier Spieler sogar erst im Seniorenalter.
Betrachtet man die FVM-Auswahlspieler, die im Zeitraum der letzten zehn Jahre den Sprung in den Profifußball schafften, ergibt sich ein Durchschnittsalter für den Wechsel in ein Nachwuchsleistungszentrum von 14,82 Jahren. In der Saison 2009/2010 wurden 76 Spieler unter 21 Jahren eingesetzt. Nahezu die Hälfte durchlief innerhalb der Förderung das DFB-Stützpunktkonzept (siehe Schaubild Saison 2009/2010 der unten beigefügten Präsentation). Immer mehr Talente kommen aus einem Profil, in welchem zunächst eine mehrjährige Ausbildung in Amateurvereinen erfolgt. Diese wird durch Fördermaßnahmen des DFB und seiner Landesverbände unterstützt und begleitet, im Anschluss erfolgt der Weg über ein Nachwuchsleistungszentrum in den Leistungsfußball (siehe Schaubild Profil 2 der unten beigefügten Präsentation).
Als Gastreferent verwies Michael Reschke, Sportmanager von Bayer 04 Leverkusen, auf die Tatsache, dass „nur ein sinnvolles Ineinandergreifen aller beteiligten Institutionen, speziell auch der kleinen und mittleren Vereine, eine optimale Leistungsentwicklung garantiert.“ Hieraus erwächst natürlich eine wesentliche Aufgabe für den FVM-Trainerlehrstab. Es gilt, verstärkt über die Aus- und Fortbildung von Trainern an der Basis, ein Bewusstsein für die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit zu schaffen, um auf diesem Weg eine Qualitätsanhebung schon in der Arbeit mit den Jüngsten zu erreichen.
Ausbildungsschwerpunkte von DFB-Stützpunkten, Verbänden sowie den Amateur- und Profivereinen müssen angeglichen werden und dürfen sich auf keinen Fall widersprechen. Parallel handelnde Strukturen, die inhaltlich keine Vernetzung aufweisen, sind kontraproduktiv und bringen vor allem keinen Jugendspieler wirklich weiter.
Profitieren muss neben dem Leistungsbereich vor allem auch die Breite, denn gute Fußballer werden in allen Klassen benötigt und tragen erheblich zur Wertschätzung der Sportart Fußball in der Öffentlichkeit bei. Eine Ausbildung von Trainern und Spielern muss sich natürlich immer an den Anforderungen orientieren, die eine Sportart hinsichtlich ihrer Entwicklung in den kommenden Jahren aufweisen wird.
Im zweiten Teil der Tagung stellte daher Bernd Stöber aktuelle Tendenzen aus der Beobachtung der WM 2010 vor und leitete hieraus Leitideen ab, die zukünftig in der Trainerausbildung mehr in den Vordergrund gerückt werden sollten. Trainer beeinflussen auf allen Listungsebenen maßgeblich die Entwicklung von Spielern. Sie sind der eigentliche Schlüssel um Veränderungen auf den Weg zu bringen! Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung, deren Ergebnisse nun praxisnah umgesetzt werden müssen.













