Spielbetrieb im FVM: Rückblick auf Hinrunde 10/11
Fair Play bezeichnet nicht nur das Einhalten der Spielregeln, Fair Play beschreibt vielmehr eine Haltung des Sportlers: der Respekt vor dem sportlichen Gegner als anerkannte Handlungsmaxime auf und neben dem Sportplatz. Allen Anstrengungen des FVM zu Trotz hält sich noch immer nicht jeder Sportler an die Vorgaben des fairen Spiels.
Der Vergleich mit den Statistiken der Hinrunde des Vorjahres zeigt auf den ersten Blick einen Rückgang der Roten Karten um immerhin 13 auf 194 in allen Verbandsstaffeln – und das, obwohl sich die Anzahl der Frauenlandesligen auf vier verdoppelt hat und der FVM einen NRW-Ligisten mehr stellt als im Vorjahr. Da sich aber die Zahl der Spielausfälle von 33 auf 188 mehr als verfünffacht hat muss wohl von einem Anstieg der Roten Karten gesprochen werden. Wie in den Vorjahren zieht etwa die Hälfte aller Roten Karten eine Sperrstrafe von vier Wochen nach sich. Schwerwiegende Vergehen kommen nach wie vor eher selten vor, lediglich in acht Fällen musste eine Sperre von mehr als sechs Wochen Dauer verhängt werden. Bis auf einen Fall in der Mittelrheinliga haben sich alle Vorgänge in den vier Bezirksligen ereignet.
Im Vergleich zu den Vorjahren ist bei den Gelb-Roten Karten ein erstaunlicher Trend festzustellen: Während in der Hinrunde 2008 noch über 100 Ampelkarten mehr als Rote Karten gezeigt wurden und 2009 immerhin noch ein Überschuss von etwa 40 Gelb-Roten Karten festzustellen war hat sich das Verhältnis in dieser Hinrunde komplett angeglichen. Mit 195 Ampelkarten hat es lediglich eine einzige mehr gegeben als Rote Karten. Insgesamt verteilen sich die Platzverweise wie in den letzten Jahren eindeutig zu Ungunsten der Männerstaffeln. Die Frauen zeichnen lediglich für jede zehnte Rote Karte (20 Stück) und sogar nur dreieinhalb Prozent aller Gelb-Roten Karten (7 Stück) verantwortlich. Diese Zahlen sind noch beeindruckender, wenn man sich vor Augen führt, dass bei den Frauen zwei Staffeln hinzugekommen sind.
Ein Anstieg ist bei den Wertungen wegen Nichtantreten zu verzeichnen. In sechs Fällen trat eine der Mannschaften nicht zum Spiel an und musste die Begegnung gewertet werden. Während diese Zahl bei den Männern konstant geblieben ist, hat sie sich bei den Frauen auf vier verdoppelt. Ungewöhnlich: Zwei der Fälle haben sich in der Mittelrheinliga und somit der höchsten Verbandsstaffel der Frauen ereignet.
Auch die Anzahl der ausgeschiedenen Vereine hat sich von zwei auf drei erhöht, wobei das Ausscheiden eines Vereins aus der Mittelrheinliga sicherlich den negativen Höhepunkt darstellt.
Wesentlich erfreulicher ist die weiterhin geringe Zahl von Spielabbrüchen, lediglich eine Partie musste abgebrochen werden.
Angesichts der vielen Spielausfälle muss auch bei den Passvorlagen von einem signifikanten Anstieg, trotz Einführung des elektronischen Spielberichts in der Mittelrhein- und den Landesligen - gesprochen werden, wenngleich die schiere Anzahl nur um zwei auf 188 gestiegen ist. Zurückgegangen ist erwartungsgemäß die Zahl der Spielverlegungen. Das Wetter ist den Vereinen hier oft zuvorgekommen, die mit einer Spielverlegung beispielsweise einer Kollision mit der Bundesliga auszuweichen suchten.
Sehr stark verringert hat sich die Zahl der Ordnungsgelder ohne Abgabe an die Rechtsinstanzen, sie hat sich in etwa halbiert.
Das freut sicher nicht nur die Staffelleiter, sondern vor allem die Vereine.
(Lars Pollmann)
Hinrundenstatistik 2010/11(55 kB )












