Kinderschutz in FVM-Satzung verankert: Offensives Gesamtkonzept

Kinderschutz in FVM-Satzung verankert: Offensives Gesamtkonzept

Weiter offensiv geht der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) das Thema „Kinderschutz“ an: Der FVM-Beirat verabschiedete in seiner letzten Sitzung eine Ergänzung der Verbandssatzung, sich im FVM „für Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen einzusetzen und zuwiderlaufende Handlungen aktiv zu bekämpfen.“ Zudem ist ab sofort auch satzungsgemäß verankert und damit als Ziel deutlich formuliert, was im FVM bereits seit 2011 gelebt wird: „Alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter und Funktionsträger auf Verbands- und Kreisebene sind verpflichtet, vor Aufnahme ihrer Tätigkeit – und danach in wiederkehrenden Abständen von drei Jahren – […] ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Gleiches gilt für alle sonstigen Personen, die in Ausübung ihrer Funktion mit Bezug zum Verband oder seinen Kreisen regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen.“

„Der organisierte Sport ist so viel mehr als nur das reine Spiel und das Ergebnis auf dem Platz. Jeden Tag leisten unzählige engagierte Menschen fantastische Arbeit in unseren Vereinen, Kreisen und im Verband, jeden Tag werden unseren Kindern wichtige menschliche und gesellschaftspolitische Werte durch Fußball quasi spielend vermittelt“, erklärt FVM-Präsident Alfred Vianden. „Doch Sport ist eben auch bei problematischen Themen ein Spiegelbild der Gesellschaft. Wir müssen uns also auch mit sexualisierter Gewalt auseinandersetzen. Denn wenn wir nichts tun und schweigen, schützen wir die Falschen“, erläutert Vianden. Die Auflage des erweiterten Führungszeugnisses gilt bereits seit 2011 für alle hauptamtlichen Kräfte sowie für alle Ausschüsse auf Verbands- und Kreisebene, deren ehrenamtliche Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind. „Mit der Aufnahme in die Satzung setzt der FVM nun ein auch nach außen deutliches Zeichen, dass wir die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen bestmöglich schützen wollen und werden“, so Vianden.

FVM-Vizepräsident und Kinderschutzbeauftragter Jürgen Aust nennt die wirksamsten Maßnahmen im Kinderschutz: „Man muss aktiv werden, bevor es zu Problemen kommt: Wachsam sein, hinsehen, klare Verhaltensregeln aufstellen, das sind die ersten wichtigen Schritte, mit denen man es möglichen Tätern schwer macht“, erklärt Aust, der zudem betont: „Diese Maßnahmen schützen auch all unsere integren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hervorragende Arbeit machen.“ Aust ist gemeinsam mit den beiden Jugendbildungsreferenten Oliver Zeppenfeld und Sandra Fritz Ansprechpartner der FVM-Anlaufstelle, an die sich Betroffene, Angehörige oder Vereinsvertreter seit 2011 bei Fragen rund um das Thema sexualisierte Gewalt wenden können und die bei Verdachtsfällen helfen.

Weitere Bausteine des FVM-Kinderschutzkonzeptes sind ebenfalls bereits in der Umsetzung: So wurden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verbandsgeschäftsstelle und der Sportschule Hennef geschult, ebenso die ersten Jugend- und Schiedsrichterverantwortlichen auf Verbands- und Kreisebene. „Wichtig ist, dass wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren und sie so eine Sensibilität entwickeln können“, erklärt Aust. Gewisse Grundregeln helfen, sich richtig zu verhalten, damit keinerlei Missverständnisse aufkommen: So sollte man Gespräche nur unter sechs Augen oder in offen einsehbaren Räumlichkeiten führen und Minderjährige nicht ohne weiteren Betreuer begleiten. „Es geht keinesfalls darum, alle unter Generalverdacht zu stellen, im Gegenteil. Wir möchten, dass sowohl die Kinder und Jugendlichen geschützt werden und die Betreuer/innen, die wertvolle Arbeit leisten, nicht unbegründet in Verdacht geraten“, so Aust.

Für Peter Oprei, Vorsitzender des FVM-Schiedsrichterausschusses, ist dieses Vorgehen auch für den Schiedsrichterbereich selbstverständlich. „Wir haben mit unseren Förderlehrgängen und dem Patensystem Maßnahmen, bei denen junge Schiedsrichter von erfahrenen Unparteiischen gecoacht und begleitet werden, so dass die Maßnahmen sehr wertvoll für die sportliche und persönliche Weiterentwicklung der Jungschiedsrichter sind“, so Oprei. „Letztlich ist Jungschiedsrichterarbeit eben auch Jugendarbeit, daher ist es für uns selbstverständlich und wichtig, die gleichen Maßstäbe anzusetzen wie im sonstigen Jugendfußball und damit sowohl unsere jugendlichen Schiedsrichter als auch die Paten und Betreuer zu schützen.“ Folgerichtig werden auch alle Schiedsrichter für dieses Thema sensibilisiert, unterzeichnen ab dem Jahr 2018 Verhaltensleitlinien im Umgang mit Jugendlichen und legen ein erweitertes Führungszeugnis vor. „Für Schiedsrichter gilt dies genauso, wie für Trainer und Übungsleiter, die beim FVM eine Lizenz erwerben oder verlängern möchten“, ergänzt Oprei.

Mit all diesen Maßnahmen will sich der FVM bestmöglich aufstellen und mit gutem Beispiel voran gehen. Genauso wichtig wie die eigene Positionierung ist dem FVM die Beratung und Unterstützung der Vereine, denn dort halten sich die Kinder vor Ort auf. Deswegen hat der Verband nicht nur die genannte Anlaufstelle eingerichtet, sondern organisiert zudem regelmäßig Veranstaltungen, bei denen Vereinsvertreter sich informieren und austauschen können. Auch für Informationsveranstaltungen im Verein stehen die Mitarbeiter der Anlaufstelle zur Verfügung, ergänzend gibt es auf der FVM-Internetseite umfangreiche Informationen für Vereine. „Niemand muss den Weg der Prävention alleine gehen. Wichtig ist, dass wir ihn zum Schutz der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen überhaupt gehen“, fasst Aust zusammen.

Kontakt und weitere Informationen:

Anlaufstelle des Fußball-Verbandes Mittelrhein
Tel.: 02242/91875-50
E-Mail: anlaufstelle(at)fvm.de
www.fvm.de/engagement/soziales-engagement/aktiv-gegen-missbrauch

FVM-Forum Kinderschutz 2018:
25. November 2018, Sportschule Hennef
Themenschwerpunkte: Peer-Group-Verhalten, Social Media, Richtig agieren im Krisenfall

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