Der Bonner SC gewinnt den Bitburger-Pokal

Der Bonner SC gewinnt den Bitburger-Pokal

Um 19.12 Uhr hatte der Matchwinner den Pott endlich in der Hand. Dario Schumacher stemmte die Trophäe des Bitburger-Pokals zusammen mit seinen Teamkollegen vom Bonner SC in die Höhe. Sie hatten es geschafft. Vor der Rekordkulisse von 6643 Zuschauern im heimischen Sportpark Nord hatten sie als Regionalligist den Drittligisten Fortuna Köln geschlagen. Alles, was jetzt folgte waren Jubel, Taumel und Glückseligkeit. Für eine Nacht. Mindestens. "Diesen Sieg haben wir uns verdient. Jetzt geben wir richtig Gas", versprach Schumacher, der mit seinem Treffer den Triumph perfekt gemacht hatte.

56 Minuten waren gespielt, als der Mittelfeldakteur nach einem Einwurf an den Ball kam und aus 17 Metern Tordistanz abzog. Fortuna-Keeper Andre Poggenborg machte sich lang, aber nicht lang genug. Der Ball flog unhaltbar ins linke Eck. "Ich habe das Ding einfach gut getroffen", sagte Schumacher.
Das war bis dahin die Szene der Partie. Und sie blieb es. Denn Fortuna glückte trotz allen Bemühens und guter Chancen für Markus Pazurek und Hamdi Dahmani kein Treffer mehr.

"Die Bonner haben dieses Spiel, mit diesem fantastischen Rahmen, wohl noch mehr als große Chance gesehen, ein wunderschönes Tor gemacht und verdient gewonnen", sagte Fortuna-Trainer Uwe Koschinat. Während dem BSC-Vorsitzenden Dirk Mazurkiewicz nur ein Wort für das Geschehene einfiel: Wahnsinn.
Auch der Bonner Sportdirektor Thomas Schmitz rang um Worte. "Das ist einfach nur geil", sagte er schließlich. Irgendeine Dusche hatte ihn da schon erwischt. Doch das nasse Shirt war ihm egal. Genau wie BSC-Trainer Daniel Zillken, der von seinen Spielern bei der Pressekonferenz ordentlich nass gemacht worden war. "Wir sind überglücklich", sagte der Coach, "Die Zuschauer haben uns getragen und wir haben letztlich zu Recht gewonnen."

In der Tat war in dieser Partie kein Klassenunterschied zu sehen gewesen. Zwar bestimmte Köln die ersten Minuten, doch die ersten Chancen besaß der Bonner SC. Binnen dreier Minuten hatte der Regionalligist gleich drei erstklassige Tormöglichkeiten. Doch Daniel Somuah stand Fortuna-Keeper Poggenborg im Weg (17.), ehe Letzterer ein Eigentor von Ebewa-Yam Mimbala verhinderte (19.) und schließlich Connor Krempicki vorbei schoss (20.).  Die Fortuna-Fans mussten also einige Male den Atem anhalten. Dies lag vor allem an dem Tempo, das der BSC anschlug, sobald ein Ballgewinn gegen die aufgerückten Kölner gelang.

Doch auch die Fortuna kam zu Chancen. Zweimal lag das 1:0 in der Luft, doch zweimal knallte der Ball nach Distanzschüssen von Markus Pazurek und Christopher Theisen an den rechten Pfosten des Bonner Tores (35./37.).

Vier Minuten vor dem Pausenpfiff sorgte dann Bone Uaferro unfreiwillig für Spannung, als er sich beim Versuch, das Spiel aufzubauen verzettelte und Krempicki ihm den Ball abluchste. Doch der Bonner bekam das Spielgerät nicht richtig unter Kontrolle und scheiterte an Poggenborg.

Die zweite Hälfte lebte von der Spannung, dem tollen Treffer Schumachers und dem eifrigen Bemühen der Fortuna-Spieler um den Ausgleich. Letztlich reichte es für den Bonner SC zum Sieg, zum Gewinn des Bitburger-Pokals und zum Einzug in den DFB-Pokal. "Das war unter dem Strich wohl auch verdient", fand FVM-Präsident Alfred Vianden, der nicht vergaß, den Mannschaften, vielen Helfern und der Stadt Bonn für dieses spannende und faire Finale zu danken. Ein rauschendes Sportereignis war in diesem Moment Geschichte geworden. Doch für Matchwinner Schumacher und seine Mannschaft begann jetzt erst eine lange Partynacht.


Fortuna: Poggenborg, Flottmann, Uaferro, Pazurek, Kessel (80. Burger), Oliveira Souza (75. Bösing), Röcker (63. Alibaz), Theisen, Mimbala, Bender, Dahmani.

Bonner SC: Michel, Omerbasic, Weber, Dick, Musculus (85. Mabanza), Kaiser (69. Retterath), Krempicki, Fillinger (90. Lünenbach), Dündar, Somuah, Schumacher.

Tor: 0:1 Schumacher (56.). Bes. Vorkommnisse: Gelb-Rot: Flottmann (89./Fortuna).

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