Vereine im FVM mit Handicap-Fußballaktivitäten

Der FVM-Beauftragte Hans Willy Zolper hatte den FVM-Vereinen 2012 und 2015 einen Fragebogen zu den Aktivitäten im Behindertenfußball zugesandt. Er hatte seine Absicht geschildert, dass er ein Netzwerk aufbauen will, um Vereinen und interessierten Fußballern mit Handicaps Ansprechpartner zu vermitteln.

  • Vereinsbefragung zum Handicap-Fußball in FVM-Vereinen in 2012 und 2015

    Vereinsbefragung zum Handicap-Fußball in FVM-Vereinen in 2012 und 2015

    Die Bilanz nach Auswertung der spärlich zurück gesandten Fragebogen war ein wenig ernüchternd: „Die Resonanz ist ein wenig enttäuschend, denn nur 20 Vereine berichten davon, Menschen mit Behinderungen zu ihren Mitgliedern zu zählen. Weitere vier haben Interesse bekundet, behinderte Menschen zu integrieren bzw. Kontakt zu Förderschulen oder Werkstätten vor Ort herzustellen. Wenn ich von Enttäuschung spreche, zielt dies in Richtung der Vereine, die den  Fragebogen nicht zurückgesandt haben, obwohl sie Menschen mit Behinderungen in ihren Reihen haben – sogar als aktive Spieler in ihren Kreisliga-Mannschaften“.

    Die Fragen und Wünsche der Vereine gingen in Richtung Beratung und Kontaktpersonen. Insbesondere diejenigen Vereine, die bereits eine Mannschaft bzw. Trainingsgruppe mit behinderten Menschen aufgebaut hatten, suchten nach Partnern für Freundschaftsspiele und Turniere. Daher hatte der FVM-Beauftragte eine Datei zum Download mit hilfreichen Details erstellt.

    Diese Datei wuchs in den Folgejahren ständig an. Sie wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert und umfasste immerhin bereits 34 Vereine. Bis Ende 2015 stieg die Zahl auf 37 an.

    Der DFB hat im Spätsommer 2015 allen 25.500 Vereinen in Deutschland einen einheitlichen, neu strukturierten Fragebogen zum Handicap-Fußball über die E-Postfächer zugesandt. Die Bearbeitung war bewusst einfach gehalten und online möglich. Nach ersten Erkenntnissen haben 44 FVM-Vereine teilgenommen. Erstaunlicherweise waren darunter zumindest 15 Vereine, die an der FVM-Befragung aus 2012 nicht teilgenommen hatten und von denen bisher auch nicht bekannt war, dass sie im Bereich Handicap-Fußball und der Integration behinderter Menschen aktiv waren. Im FVM kommen wir somit auf zurzeit 51 (!) Vereine, ein phänomenaler Zuwachs also in den letzten 3 Jahren. Um auch diese Vereine in die „Download-Datei“ aufzunehmen, nimmt der FVM-Inklusionsbeauftragte derzeit Kontakt zu ihnen auf. Diese Datei soll spätestens zum Verbandstag 2016 auf den neuesten Stand gebracht werden.

Eine Übersicht der FVM-Vereine mit Handicap-Fußballaktivitäten finden Sie hier.

Interessante Vereinsprojekte

Nachfolgend stellen wir Ihnen einige interesssante Vereinsprojekte aus dem Bereich Handicap-Fußball vor:

  • SV Menden 1912 e.V. (Kreis Sieg)

    SV Menden 1912 e.V. (Kreis Sieg)

    Über ein schmuckes Vereinshaus, einen modernen Kunstrasenplatz und ein Kunstrasen-Trainingsfeld verfügt der SV Menden nach einer Grundmodernisierung, die vor einigen Jahren mit Unterstützung von über 100 Sponsoren realisiert wurde. Der Verein investiert bewusst in die Infrastruktur, wie der Vereinsvorsitzende Roland Podlech betont, und so kommt das Geld allen 25 Mannschaften (Herren-/ Frauen-, Alte-Herren-, Jugend- und der Inklusionsmannschaft) zugute. Das Inklusionsteam entstand 2014 auf Initiative von Thomas Averbeck, der zweimal pro Woche das Training leitet und von seiner Ehefrau Sylvia, seiner Tochter Monique und der B-Auswahlspielerin Lea Bindseil unterstützt wird. Sein behinderter Sohn spielt im Tor des Teams, das mittlerweile auf über 25 behinderte und nicht behinderte Teilnehmer auch aus dem Raum Bonn und Köln angewachsen ist.

    Diverse Turnierteilnahmen schaffen die gewünschte Abwechslung mit Blick auf einen zukünftigen Inklusiv-Spielbetrieb des FVM. Möglicherweise wäre die Teilnehmerzahl noch höher, wenn nicht die Fahrdienstleistungen der Behinderteneinrichtungen dem Sparzwang zum Opfer gefallen wären. In den letzten beiden Jahren trat das Inklusionsteam (Alter: 17-63 Jahre) auch beim Handicap-Turnier des WDFV in Duisburg an. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass uns das Trainings- und Spielangebot für Menschen mit Handicap viele neue Mitglieder gebracht und unseren Verein insgesamt bereichert hat. Alle werden in die Vereinsaktionen eingebunden und nehmen aktiv am Vereinsleben teil“, erklärte Averbeck Nico Kempf von der SeppHerberger-Stiftung bei dessen Besuch. 

    Kontaktdaten

    thomas.avi(at)gmx.de
    Tel.: 02241/9056375.

  • Jugendsport Wenau 1957 e.V. (Kreis Düren)

    Jugendsport Wenau 1957 e.V. (Kreis Düren)

    Die „Handicapper“ bei Jugendsport Wenau

    Im Magazin 5/2013 berichtete der FVM-Inklusionsbeauftragte Hans Willy Zolper wir über das Angebot des Vereins TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch junge Menschen mit gesundheitlichen Handicaps unter fachlicher Anleitung Fußball spielen zu lassen. Initiatoren waren der damalige 2. Vorsitzende Stephan Wenn und die Abteilungsleiterin Fußball Katrin Ruhnau. Das von der regionalen Presse begleitete Projekt wurde schnell im Raum Düren/Aachen bekannt und anerkannt. Schon bald trafen sich „Am Königsbusch“ 25 Jugendliche und junge Erwachsene Samstag für Samstag.

    Das Jahr 2016 brachte eine organisatorische Veränderung, nämlich den Wechsel des kompletten Handicap-Teams einschließlich der vorgenannten Initiatoren zum Verein Jugendsport Wenau. Nun haben die „Handicapper“ eine neue Heimat „An der Dostel 2“ in Langerwehe gefunden, auf einer der schönsten Fußballanlagen im Verbandsgebiet. Der Spielerinnen- und Spielerstamm ist mittlerweile auf über 30 angewachsen.

    Aus den Worten des Vereinsvorsitzenden Rainer Bartz und des Vorstandsmitglieds Markus Kohlhaas sprudelt eine sprichwörtliche Begeisterung: „Wir dürfen jede Woche anhand von Kleinigkeiten wie einer Tüte Gummibärchen erleben, wie viel Dankbarkeit uns diese Menschen zurückgeben. Die ersten gesponserten T-Shirts lösten regelrechte Begeisterungsstürme und Freudentränen aus. Mittlerweilen konnte das gesamte Team dank zahlreicher Unterstützer mit Trainingsanzügen und Trainingsshirts ausgestattet werden. Es ist schön zu sehen, wie bei unseren Turnierteilnahmen oder den Trainingseinheiten Freude und Ausgelassenheit bei einem Tor oder einem gewonnenen Spiel herrschen. Wie einfühlsam und verständnisvoll die Spielerinnen und Spieler sich untereinander motivieren. Die Herzlichkeit, die uns allen, die sich um das „Funktionieren“ kümmern, entgegengebracht wird – dafür lohnt sich jeder Samstag.“

    Trainingszeit ist übrigens immer von 9.30 bis 11.00 Uhr. Die Verantwortlichen von Jugendsport Wenau haben den Begriff „Inklusion“ nicht nur verinnerlicht, sie haben ihn umgesetzt, in den Verein integriert. „Uns geht es um die Menschen, die hinter dem Wort stecken. Inklusionsbedarf entsteht durch den Wunsch unserer behinderten Mitmenschen und deren Angehörigen nach Teilhabe am Lebensalltag. Die Teilhabe am Vereinsleben, am Fußballalltag ist gar nicht so selbstverständlich, wenn man eine Behinderung hat. Betroffene berichten von frustrierenden Erlebnissen, denn im leistungsorientierten Spielbetrieb ist oft kein Platz im Mannschaftsgefüge, selbst nicht in unteren Jugendmannschaften. Hier wollten wir gegensteuern und haben daher das komplette Team mit offenen Armen empfangen.“

  • SV Leuscheid 1920 e.V. (Kreis Sieg)

    SV Leuscheid 1920 e.V. (Kreis Sieg)

    Nachhaltiges Förderprojekt des SV Leuscheid

    Leuscheid ist eine Ortschaft auf den „Vorwesterwälder“ Höhen der Gemeinde Windeck im östlichen Teil des Rhein-Sieg-Kreises. Der heimische SV ist ein gut geführter Breitensportverein mit den Abteilungen Fußball, Turnen, Tischtennis, Aerobic und Volleyball. Im Fußball unterhält der SV drei Senioren- und sieben Jugendmannschaften. Durch großzügige öffentliche Unterstützung wurde 2009 ein neuer Kunstrasenplatz eingeweiht. Aus Dankbarkeit wollten die Verantwortlichen des SV, allen voran der 1. Vorsitzende Udo Barth, dem Gemeinwesen etwas zurückgeben. Und zwar denjenigen, die nicht den spontanen Zugang in die Vereine finden: behinderten Kindern. Nach einem Kontakt mit der Förderschule Rossel, Schwerpunkt geistige Entwicklung, bot man der Schulleitung und dem Sportlehrer die Mitnutzung des neuen Platzes an. Auch ein Sponsor für den Transport der Schüler/innen wurde schnell gefunden. Aus diesen Anfängen erwuchs die Idee zu Vergleichsspielen gegen andere Förderschulen und schließlich zur Organisation eines Landessportfestes für Förderschulen. Im Jahre 2010 fand nach tiefem Einstieg in die Schulbürokratie, die im Bereich der Förderschulen besonders facettenreich zu sein scheint, das erste Landessportfest für Förderschulen im Rhein-Sieg-Kreis statt. Die Leuscheider erwiesen sich als „Vorwesterwälder“ einmal mehr als sehr hartnäckig im Verfolgen ihrer Ziele. Förderschulen aus dem Kreisgebiet, aus Bonn und aus dem Oberbergischen Kreis nahmen teil. Der SV Leuscheid übernahm die komplette Organisation: Abstimmung mit den Schulbehörden, PR-Arbeit mit den regionalen Medien, Spielpläne, Schiedsrichter, Bewirtung etc. etc. Es blieb aber nicht bei dieser einmaligen Kraftanstrengung. Bis heute wurden sechs (!) Landessportfeste Fußball und fünf Landessportfeste Leichtathletik veranstaltet. Die Vorbereitungen für die Sportfeste 2017 sind in vollem Gange.

  • ASV St. Augustin 1956 e.V. (Kreis Sieg)

    ASV St. Augustin 1956 e.V. (Kreis Sieg)

    Zum internationalen Tag des Ehrenamtes verleiht die Stadt Augustin das Prädikat „Beispiel Ehrenamt“. Im Jahr 2014 wurde der ASV St. Augustin für sein nachahmenswertes, ehrenamtliches Engagement im Breitensport, insbesondere im Bereich der Inklusion ausgezeichnet.

    Der ASV ist der mitgliederstärkste Breitensport-Verein in Sankt Augustin. Er zählt 1.500 Mitglieder in 8 Sparten. Inklusionsgruppen gab es schon immer im Verein, manchmal zufällig, jedoch immer erfolgreich. Derzeit bestehen inklusive Gruppen in der Gymnastik- und Turnabteilung sowie in der Volleyball- und Schwimmabteilung. Im Herbst 2014 wurde die Inklusion auf die Sparte Fußball ausgedehnt, insbesondere auf die Jugendabteilung. Mit Finanzhilfen der Aktion Mensch bietet der Verein ein wöchentliches Training für Kids von 8-14 Jahren an. Die Kooperation mit 3 Förderschulen im Stadtgebiet werden helfen, die Teilnehmerzahl kontinuierlich zu vergrößern. Das Projekt wird von einem Sonderpädagogen und einem Fußballtrainer geleitet. Der Wunsch ist groß, im Städtedreieck Sankt Augustin, Siegburg, Troisdorf einen kleinen inklusiven Spielbetrieb mit mehreren Turnieren im Jahr einzurichten. Gabriele Wiskemann, die 1. Vorsitzende, hat die innovative Maßnahme mit großer Begeisterung ins Leben gerufen. Schwierigkeiten bereiten dem Verein aber die vorhandene Platznot. Es steht lediglich ein Kunstrasenplatz für 15 Mannschaften zur Verfügung. Und dieser muss noch mit Hockeyspielern, Leichtathleten und den Studenten der benachbarten Hochschule Bonn-Rhein-Sieg geteilt werden. Ein zweiter Platz, zumindest ein ausreichend dimensioniertes Zweitspielfeld für Trainingszwecke, Kinder- und Alte Herren-Mannschaften wäre dringend nötig. Die agile Vereinsvorsitzende, gut vernetzt mit Stadt und diversen Ausschüssen sowie mit dem Stadtsportverband, wird für diese Erweiterung vehement werben.

    Internet: www.asv-sankt-augustin.de

  • SV Falke Bergrath 1924 e.V. (Kreis Aachen)

    SV Falke Bergrath 1924 e.V. (Kreis Aachen)

    „Wachstum ist nicht unser vorrangiges Ziel, sondern das „Hineinwachsen“ in unseren Verein“, formuliert der ambitionierte Jugendleiter Norbert Wergen eines der Handlungsmaxime im Verein Bergrath, einem Stadtteil Eschweilers. Als im Frühjahr 2015 die Initiative von Arni und Markus Muhr, den Eltern des an Hirnsklerose leidenden Maximilian, umgesetzt und im Verein ein wöchentliches Training für Kinder mit Behinderungen im Alten bis 16 Jahren angeboten wurde, wurde nicht nur die lokale Presse, sondern auch die Bevölkerung in und um Eschweiler einmal mehr von der Integrationskraft des Fußballs überrascht. Nun kickt Maximilian jeden Freitagnachmittag auf dem Bergrather Kunstrasenplatz mit bis zu 12 Kindern mit Handicaps unter der Anleitung seiner Eltern. Seine beiden Schwestern bei den D-Juniorinnen, weitere Verwandte bei den A-Junioren, die Eltern als Trainer – die gesamte Familie hat ihren Lebensmittelpunkt gefunden. „Wir haben uns im Verein bewusst dafür entschieden, nicht unsere gesamte Kraft und unsere mühevoll erwirtschafteten Finanzmittel in die 1. Mannschaft zu investieren, um mit dieser höhere Ligen zu erreichen; wir investieren lieber in die Breite und halten die Nachhaltigkeit im Blick“. Norbert Wergen beschreibt die klaren, umsichtigen Zielsetzungen des Vereins, der nun ca. 260 Kinder und Jugendliche in seinen Reihen hat. Mit den Nachbarn von Tabalingo e.V. tauscht man sich regelmäßig aus und lässt sich von dessen Tatkraft und Erfolg motivieren, wenn man auch deren „Kursgebührfinanzierung“ nicht übernehmen, sondern beim überschaubaren Monats- bzw. Jahresbeitrag in echter Vereinstradition verbleiben möchte.

    Internet: www.falke-bergrath.de

  • FC Concordia Birgelen 1924 e.V., TuS Rheinland Dremmen 1909 e.V. (Kreis Heinsberg)

    FC Concordia Birgelen 1924 e.V., TuS Rheinland Dremmen 1909 e.V. (Kreis Heinsberg)

    Seit dem Jahre 2009 kooperiert der FC Concordia Birgelen mit der Lebenshilfe Heinsberg. Im Rahmen des FuD (Familien unterstützender Dienst) hat die Lebenshilfe dem Verein beim Aufbau zweier Jugendmannschaften (U12 und Ü12) mit gehandicapten Kindern unterstützt. Sie wirbt in den Förderschulen des Kreises Heinsberg, unterstützt die Vereinsangebote und finanziert die Trainingsstunden. Trainerin ist zurzeit Melanie Deibl. Trainiert wird jeden Donnerstag ab 17.15 Uhr, entweder auf dem Sportplatz oder in der benachbarten Halle. Der Jugendleiter Peter Küppers freut sich über die Anerkennung der beiden Teams mit insgesamt 25 Kindern im gesamten Verein und über die gelungene Inklusion. Seit dem Sommer 2013 wird jedes Jahr ein großes integratives Fußballturnier (Breuer-Raiba-Cup) mit wachsenden Teilnehmerzahlen und Mannschaften mit behinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ganz NRW.

    Internet: www.concordia-birgelen.de

    Im Sommer 2012 hat sich der Verein TuS Rheinland Dremmen der Kooperation angeschlossen. Im Laufe der letzten Jahre sind ebenfalls zwei Mannschaften entstanden. Die Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen besuchen ebenfalls Förderschulen im Kreis Heinsberg. Sie sind in die Altersklassen U16 und Ü16 eingeteilt. Die Spieler werden in viele Aktionen der Jugendabteilung eingebunden und werden wie die „Regelkinder“ mit Trainingskleidung, Shirts etc. ausgestattet. Ansprechpartner und Trainer ist Marcel Schreiner.

    Internet: www.rheinland-dremmen.de

  • SV Grün Weiß Brauweiler 1961 e.V. (Kreis Rhein-Erft)

    SV Grün Weiß Brauweiler 1961 e.V. (Kreis Rhein-Erft)

    Mit Grün Weiß Brauweiler verbinden viele Fußballfreunde weit über die Verbandsgrenzen hinaus die Geburtsstätte vieler Nationalspielerinnen und großartige Erfolge im Frauenfußball. Seine Innovationsbereitschaft hat der Verein um den Vorsitzenden Hans Wirtz und den Jugendkoordinator Dennis Berk im Mai 2015 wieder unter Beweis gestellt. In Kooperation mit der LVR-Donatusschule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, bietet der Verein ein wöchentliches Training für Jungen und Mädchen mit Behinderung auf dem Naturrasenplatz an der Donatusstraße (Sommer) oder in der Turnhalle der Donatus-Schule (Winter) an. Geleitet wird dieses Training von Diplom-Sportlehrer Klaus Köster (Sportlehrer Donatus-Schule). Die Zahl der Teilnehmer liegt kontinuierlich über 20. Für Schulleiter Armin Hellmich stellt die Integration in das Vereinsleben einen bereichernden Nebeneffekt dar. Die Bedingungen für seine gehandicapten Schüler und Schülerinnen sind ideal, liegt doch das Vereinsgebäude in der Nachbarschaft zur Schule. Die Türen stehen weit offen für behinderte Kinder im Alter zwischen 7 und 17 Jahren. „Wir wollen durch das Training zu einer Mannschaft zusammen wachsen und Fußballspiele gegen andere Mannschaften mit und ohne Handicap austragen“, formulieren die Kinder ein Nahziel. Wie fleißig sie trainiert haben, beweist der Sieg bei der „Hallenkreismeisterschaft“ im November 2015 in der Lövenicher-Soccer-Halle. Erste Turnierteilnahme – 5 Spiele – 5 Siege. Beeindruckend!

    Internet: www.gwbrauweiler.de

  • SC Brück 07 e.V. (Kreis Köln)

    SC Brück 07 e.V. (Kreis Köln)

    „Es ist ein inklusives Turnier. Die Spieler haben geistige, körperliche oder psychische Behinderungen und leben im betreuten Wohnen“, so beschrieb Gerhard Ebers, der Koordinator und Trainer das erste Turnier um den „Brücker Social Cup“, den die BeWo Dellbrück zusammen mit dem SC Brück im Sommer 2013 aus der Taufe hoben. Die BeWo betreut junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen. „Das besondere am Turnier ist nicht nur, dass hier Menschen mit Behinderungen spielen, sondern dass sie sich für einen guten Zweck engagieren. Der Erlös geht nämlich ans Kinderkrankenhaus. Normalerweise sind unsere Klienten immer die Bedürftigen, aber jetzt können sie etwas für andere tun und das tun sie gerne“, so Gerhard Ebers. Der Erlös kommt zustande durch die Startgelder der teilnehmenden Mannschaften und den Getränke- und Imbissverkauf. Gespendet werden die Lebensmittel durch örtliche Getränkehändler, Metzgereien, Bäckereien etc.. Auch die Sparkassen sind mit der Partie. Vereinsvorsitzender Frank Jenniges rührt kräftig die Werbetrommel und stellt sich ganztägig als Schiedsrichter zur Verfügung. Der „Brücker Social Cup“ findet 2017 zum fünften Mal statt (26. August). Die BeWo-Teams aus Mülheim und Nippes sowie die Inklusiv-Teams aus Menden und Ommerborn-Sand gehören zu den „Stammgästen“ in der Flehbach-Arena. „Alle Teilnehmer haben Spaß, Fußball zu spielen. Meine Arbeit besteht darin, die Freude am Spiel zu fördern, hierdurch das Zutrauen zu eigenen Fähigkeiten zu steigern und sie spielerisch lernen zu lassen, mit eigenen und fremden Behinderungen besser umzugehen“, so der gute Geist des Teams und des Cups Gerhard Ebers. Trainiert wird im übrigen jeden Donnerstag ab 18.30 Uhr.

    Im Juni 2017 erhielt der SC Brück von der Sepp-Herberger-Stiftung eine Belobigung in Form einer Urkunde. In dieser wird die Integration/Inklusion junger Menschen mit Handicap als besonders gelungenes Beispiel betont.

    Internet: www.sc-brueck07.de

  • SC Borussia Lindenthal-Hohenlind e.V. (Kreis Köln)

    SC Borussia Lindenthal-Hohenlind e.V. (Kreis Köln)

    Aus einer Elterninitiative der Förderschule Belvederestraße, deren Kinder und Jugendliche über die Schule und den Schulsport hinaus am Trainings- und Spielbetrieb eines Fußballvereins teilnehmen wollten, erwuchs ab dem Jahre 2003 eine der mitgliederstärksten Abteilungen von jungen Menschen mit Behinderungen. Sie bezeichneten sich selbst als „erste Körperbehindertenmannschaft im Deutschen Fußballbund“ unter dem Motto „Können mit Begeisterung“.

    Die Abteilung ist mittlerweile auf über 70 (!) aktive Spieler angewachsen, die in insgesamt 5 Mannschaften spielen und von 6 ehrenamtlichen Trainern/Betreuern gecoacht werden. Die Mannschaften nehmen alle am Spielbetrieb des BRSNW mit bis zu 4 Vorrunden- und einem Endturnier pro Jahr teil. Weitere Turniere und Freundschaftsbegegnungen runden das umfangreiche Jahresprogramm ab. Zahlreiche Verwandte und Freunde absolvieren den umfangreichen Fahrdienst, um die Mannschaften an den Start zu bringen. Spiritus rector dieses Vereinsvölkchens ist Gerhard Soujon, von allen nur „Gerri“ genannt. Unterstützt wird er von seinem Sohn Marcel und einigen Getreuen. Als die Mannschaft der BRSNW-Regionalliga 1, zweifellos die spielstärkste Mannschaft der Handicap-Kicker, im Jahr 2013 bei der Premiere des WFLV-Einladungsturniers in der Sportschule Wedau antrat, war sie in allen fünf Spielen siegreich und gewann das Turnier souverän. Solche Siege gehören aber nicht zum Ziel des umtriebigen Gerri S. Dieses besteht darin, Spielfreude und somit Lebensfreude zu vermitteln, halt „Spass an d’r Freud!“ wie der Kölner gerne formuliert.

    Internet: www.sc-borussia-hohenlind.de

  • DJK SSV Ommerborn-Sand e.V. (Kreis Berg)

    DJK SSV Ommerborn-Sand e.V. (Kreis Berg)

    Im Jahr 2009 hat der Verein – am Rande von Bergisch Gladbach – Bensberg  sportlich beheimatet – eine Fußballmannschaft für Menschen mit Behinderungen gegründet und „Spezialteam“ genannt. Nach mehrjähriger Trainingsphase hat sich ein festes Team von ca. 25 Spielern und Spielerinnen im Alter von 16 – 50 Jahren gebildet. Seit 2011 nehmen zwei Mannschaften am Spielbetrieb des BRSNW teilt (Regionalligen 2 und 4). Der Vereinsvorstand ist dem Mentor und Trainer Jürgen Münsterteicher sehr dankbar. Er hat das Spezialteam fest in die Seniorenabteilung des Vereins integriert. Sie spielen regelmäßig gegen Herren- Frauen- und Jugendmannschaften des Vereins, und sind – im besten Inklusionssinne – am sportlichen und außersportlichen Vereinsleben beteiligt. So besuchen sie z.B. Fußball-Bundesligaspiele in Köln und Leverkusen, nehmen an Segelflugwochenenden oder am Karnevalsumzug im Ortsteil Sand teil. Die „Spezialteamer“ entstammen Förderschulen im Bergisch Gladbacher Raum, arbeiten in Werkstätten in Bürrig, Refrath und Köln und haben neben geistigen auch motorische, sprachliche und teils auch Mehrfachbehinderungen. Die allermeisten dieser Menschen werden zeitlebens auf Hilfe anderer angewiesen sein. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie von Sozialhilfe in Form von Grundsicherungen. Gerade darum wollen die Vereins- und Team-Verantwortlichen diesem Personenkreis Spiel- und Sportmöglichkeiten bieten, um sie größtmöglich zu fördern. Durch das regelmäßige Fußballspielen wird die Motorik stetig verbessert, das Sozialverhalten gestärkt. Der kleine Verein gibt ein wunderbares Zeugnis gelebter Inklusionsarbeit wieder – zur Nachahmung empfohlen“

    Internet: www.ommerbornsand.de

  • Tabalingo Sport & Kultur integrativ e.V. (Kreis Aachen)

    Tabalingo Sport & Kultur integrativ e.V. (Kreis Aachen)

    Tabalingo ist eine gemeinnützige Unternehmergemeinschaft und ein gemeinnütziger Verein, der seit 2014 dem FVM angehört. Der Verein wird geprägt durch die siebenköpfige Familie Espeter, deren Kreativität und Engagement hohes Lob verdient. Auf dem 6.000 qm großen Privatgelände sind rund um das Wohnhaus im Laufe der Jahre – überwiegend in Eigenleistung – zwei Kunstrasenspielfelder (größer als Kleinspielfelder), eine Kleinfeldhalle mit Umkleiden, ein Gemeinschaftshaus mit Kleinküche usw. entstanden. Die UG und der eV zählen mittlerweile mehrere hundert Kursteilnehmer bzw. Mitglieder. Die Geschäftsführerin Ursula Espeter berichtet: „Wir bieten seit sechs Jahren Fußball für Menschen mit und ohne Behinderung unter dem Motto „Sport ohne Leistungsdruck“. Daraus sind inzwischen 10 (!) Mannschaften entstanden. Allein in 2015 haben wir an 40 Turnieren in der Region teilgenommen. Unsere Mannschaften sind nicht besonders spielstark. Das gleichen wir durch Spielfreude aus. Im April 2016 wiederholen wir den 24-Stunden-Fußballmarathon, an dem bei der Premiere in 2015 viele Mannschaften/Gruppen aus Nah und Fern teilgenommen haben (http://tv.dfb.de/video/24-stunden-fussballmarathon/10936)

    Wir bieten unseren Kindern und jungen Erwachsenen neben Fußball noch kreatives Tanzen, Paartanz, Schwarzlichttheater, Yoga, Tai Chi, Stockkampf, Pump, Voltigieren, Bouldern, Schwimmen und veranstalten weitere Wochenend- und Ferienprojekte. Es ist weder Argwohn noch Neid für das Erreichte angebracht, auch nicht für die Finanzierung des gesamten Angebotes und der ständigen Erweiterungen/Neuanschaffungen“. Die nimmermüde, couragierte Geschäftsführerin weiß halt, welche Zuschussquellen es anzuzapfen gilt. Sie lässt im übrigen nicht locker und wirbt zusammen mit ihrer Familie in Vereinen der Kreise Aachen, Düren und Heinsberg, um eine inklusive FVM-Fußball-Liga an den Start zu bringen

    Um den FVM zu einer Liga-Neugründung zu bewegen, hat Tabalingo im Frühjahr 2017 eine kleine Turnierserie für U16- und Ü16-Inklusivteams gestartet. Es sind in 2017 insgesamt fünf Turniere geplant. Das Finalturnier für U16-Teams findet am 1. Oktober bei Tabalingo in Stolberg, das Finalturnier für Ü16-Teams am 5. November beim SV Menden statt. Die Spielergebnisse und Tabellenstände sind auf der Homepage von Tabalingo einsehbar.

  • Gold-Kraemer-Stiftung (GKS)

    Gold-Kraemer-Stiftung (GKS)

    Fußball-Leistungszentrum Frechen (FLZ) (Kreis Rhein-Erft)

    „Die Gold-Kraemer-Stiftung bekennt sich bei ihren Projekten und Initiativen zu einer inklusiven Gesellschaft“, so Vorstandsvorsitzender Johannes Ruland. Die GKS hat bereits einige Projekte und Vereine des FVM, aber auch darüber hinaus, finanziell unterstützt. Mit dem FLZ hat sie ein Instrument geschaffen, das den Leistungssport jetzt auch für Menschen mit Behinderung als Bildungsprofil anbietet. Hier erhalten junge Fußball-Talente mit einer geistigen Behinderung erstmals in Deutschland professionelle Rahmenbedingungen, ihr Talent zu entwickeln und sich für die Landesauswahlen ID und die Nationalmannschaft ID zu empfehlen.

    Dabei erfahren die Fußballer auch eine an ihren Bedürfnissen orientierte pädagogische Begleitung und eine (Aus-)Bildungsperspektive für andere Berufsfelder. Das eröffnet gute Chancen, nach der aktiven Fußballzeit auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das FLZ ermöglicht in Zusammenarbeit mit dem FVM, dem Fußballkreis Rhein-Erft und den Amateur-Fußball-Vereinen auch die Teilnahme am Regelsport im Ligabetrieb. Das FLZ hat als „Werkstattangebot“ Pilotcharakter und damit eine Signalwirkung für neue Ansätze in der Eingliederungshilfe.

    Das Projekt wird gefördert durch den LVR, die Bundesagentur für Arbeit und die Gemeinnützigen Werkstätten Köln. Das FLZ bietet Platz für bis zu 24 junge Fußballer mit anerkannter geistiger Behinderung. Sie wohnen in Häusern der GKS in Frechen-Buschbell. Trainiert wird auf den Sportanlagen in Frechen bzw. im  Rhein-Energie-Sportpark des 1. FC Köln. Im Februar 2016 gehören 16 Spieler dem FLZ an; bis Ende 2016 will man den Kader auf 18 erweitern, bis Ende 2017 auf 20 etc.

    Die Neugründung im August 2013 hat ein bundesweit breites Medienecho gefunden. TV- und Radiosender sowie lokale und überregionale Presseredaktionen waren vor Ort und berichteten sehr informativ. Im Mittelpunkt standen die beiden sportlichen Leiter: Malte Strahlendorf und Willi Breuer, die nicht nur über fußballspezifisches Knowhow (Fußballlehrerlizenz) verfügen, sondern auch über Spezialkenntnisse im Handicap-Fußball (Spoho-Qualifikation). Willi Breuer war zudem fast zwei Jahrzehnte Bundestrainer der Fußballer mit geistigem Handicap. Ein erfahrenes „Funktionsteam“ begleitet das Projekt, reflektiert die täglichen Erfahrungen und trägt u.a. Infrastrukturbedürfnisse an den GKS-Vorstand heran. Zu den nächsten Zielen gehört der Bau einer eigenen Sportanlage im Stiftungsgelände in Buschbell. Wege ebnen und die Grundideen weiter tragen soll ein prominent besetzter Beirat, dem u.a. angehören: Bürgermeisterin, FC-Vize Ritterbach, Bayern-Manager Reschke, EX-Bayer 04-Manager Calmund, FVM Präsident Vianden, EX-FVM-Geschäftsführer Zolper.

    Internet: www.gold-kraemer-stiftung.de/leistungen/sport/fussball-leistungszentrum-frechen

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